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iPad Mini als E-Book-Reader

14.02.2013 | 11:04 Uhr |

Mit der Einführung des ersten iPad bemühte Apple sich sogleich, den lukrativen Zukunftsmarkt der E-Books zu erschließen, und stellte dazu die iBooks-App vor. Das iPad ist in der Tat ein sehr guter E-Book-Reader: Das Display ist groß und bei den neueren Modellen dank Retina-Technologie gestochen scharf.

Und anders als dezidierte E-Book-Reader wie etwa Amazons Kindle kann es dank unzähliger Apps und Kommunikationsmöglichkeiten weit mehr leisten, als nur Bücher anzuzeigen. Für nicht wenige dürfte die Aussicht, einen E-Book-Reader zu haben, eine Rolle bei der Entscheidung für das iPad gespielt haben.

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Die aktuellen Trends auf dem Tablet-Markt und die nützlichsten Tipps und Tricks finden sich in der neuen iPadWelt 02/2013. Hier lesen Sie weitere Infos zu iPad Mini sowie suchen sich die beste aus getesteten iPad-Apps aus.

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Doch im iPad Mini hat das „alte“, große iPad eindeutig seinen Meis­ter gefunden: Das kleinere Display ist trotz reduzierter Auflösung fast genauso lesefreundlich wie das des großen Modells, aber dafür ist das Mini ein deutliches Stück kleiner und leichter. Wer einmal versucht hat, im Bett einen Roman mit dem großen iPad zu lesen, wird sicher gemerkt haben, dass die Hände hier früher ermüden können als die Augen. Das iPad Mini dagegen lässt sich auch über längere Zeit ganz bequem in einer Hand halten – da nimmt man die kleinere Bildschirmfläche gern in Kauf.

Anschluss gelungen

Im Vergleich mit dezidierten E-Book-Readern ist ein iPad Mini kaum noch größer oder schwerer. Auf der Habenseite der E-Book-Reader stehen zum einen deren teils ohne Beleuchtung auskommende und auch bei strahlendem Sonnenschein gut lesbaren E-Ink-Displays, die extrem wenig Strom verbrauchen. Und die Geräte sind zu sehr günstigen Preisen von oft unter 100 Euro erhältlich. Dafür sind sie aber praktisch nur zum Lesen zu gebrauchen und nicht selten auf einen einzigen Buchanbieter festgelegt.

Die iBooks-App bietet viel Komfort beim Lesen und ist flexibel an Geschmack und Sehstärke des Lesers sowie die Lichtverhältnisse anpassbar.
Vergrößern Die iBooks-App bietet viel Komfort beim Lesen und ist flexibel an Geschmack und Sehstärke des Lesers sowie die Lichtverhältnisse anpassbar.

Das iPad – ob nun Mini oder nicht – bietet nicht nur deutlich mehr Möglichkeiten als das Lesen von Büchern, sondern lässt sich mithilfe einiger Apps dazu bewegen, praktisch jedes verfügbare E-Book anzuzeigen – ob es nun von Apple, Amazon oder anderen Online-Händlern stammt.

Buch oder E-Book?

Dem E-Book bleibt ganz sicher das Schicksal der meisten Bücher erspart, im Regal zu verstauben. Allerdings präsentieren sich gedruckte Bücher dort, um vielleicht doch noch einmal hervorgeholt zu werden. Wenn nicht, kann man sie immerhin verschenken oder verkaufen, was bei E-Books in der Regel nicht möglich ist, weil sie mit einem Kopierschutz versehen und so an einen Nutzer und nicht selten auch an bestimmte Geräte oder Apps zum Anzeigen gebunden sind. Kein Wunder also, dass derzeit das gedruckte Buch noch führend in den meisten Verkaufsstatistiken ist. Längst nicht jedes Buch ist digital zu haben, wobei sich aber vor allem bei Sach- und Fachbüchern ein deutlicherer Trend zum digitalen Konsum abzeichnet als etwa bei Belletristik. Viele ältere Verträge mit Autoren und Verlagen berücksichtigen noch keine E-Book-Verwertung.

E-Books mit Adobe Kopierschutz

Apple und Amazon können auf funktionierende Store-Konzepte und eigene Abspielgeräte bauen, doch Verlagen und erst recht Buchhändlern fehlt mindestens eine dieser Erfolgsvoraussetzungen. Der Börsenverein des deutschen Buchhandels hat sich für das Epub-Format ausgesprochen, das auch Apple für iBooks nutzt, und die meisten weiteren Anbieter von E-Books in Deutschland wie übrigens auch in anderen Ländern folgen dieser Empfehlung. Eine Vielzahl an Verlegern bietet E-Books in Form von Epub- oder PDF-Dateien zum Download an. Je nach Buch und Anbieter werden die Bücher dazu mit einem Kopierschutz versehen, der von Adobe stammt und an eine kostenlos erhältliche Adobe-ID gebunden ist. Mittlerweile werden viele Bücher ähnlich wie Musikdateien im iTunes Store nicht mehr verschlüsselt, sondern nur noch mit einem Wasserzeichen des Käufers versehen.

Reader mit Adobe-Unterstützung

Leider unterstützt iBooks nur Apples eigenes DRM-System, aber im Store gibt es genügend Alternativen. Wir nutzen beispielsweise den kostenlosen Bluefire Reader, der Epub- und PDF-Dateien anzeigen kann. Er lässt sich fest mit einer Adobe-ID verknüpfen und entschlüsselt dann zuverlässig den Kopierschutz. Der Bluefire Reader kann in Sachen Komfort nicht mit iBooks mithalten, reicht aber zum Lesen. Der Einkauf ist naturgemäß umständlicher als bei Apple, doch dafür ist die Auswahl groß.

Aber gerade bei Fachbüchern können E-Books neben der Möglichkeit, eine ganze Bibliothek im iPad unterzubringen, einige Vorteile ausspielen: Oft will man das Buch gar nicht bis zum Happy End durchlesen, sondern nur eine bestimmte Information darin finden, was bei E-Books dank einer Suchfunktion kein Problem ist. Gerade für Nachschlagewerke ist das E-Book eindeutig praktischer als das gedruckte Buch.

Anbieter

Der immer größer werdende E-Book-Markt ruft natürlich sehr viele Anbieter auf den Plan. Aus Sicht des iPad-Benutzers gibt es drei verschiedene Quellen für E-Books: Apple selbst bietet mit der iBooks-App und einem eigenen Store die natürliche Anlaufstelle für iOS-Anwender. Daneben spielt der Online-Händler Amazon mit seiner Kindle-Schiene eine gewichtige Rolle, und iPad-Besitzer können die Kindle-App verwenden, um bei Amazon gekaufte E-Books zu lesen. Den restlichen Markt teilen sich etliche Anbieter wie zum Beispiel Thalia , Ebook.de (ehemals Libri) und zahlreiche weitere untereinander auf. Darunter finden sich Buchhändler, Verlage und viele andere, denn die rein elektronische Verbreitung senkt die Hürden für das Verlegen eines Buches.

Amazons Kindle als App

Amazon hat als Online-Buchhandlung begonnen und ist mit seinen Kindle E-Book-Readern schon recht lange im Markt. Die kos­tenlose Kindle-App bringt das iPad als vollwertiges Mitglied in diese Familie. Da Amazon auf ein eigenes Dateiformat und Verschlüsselungssystem setzt, ist Kindle eine geschlossene Welt mit einem E-Book-Angebot, das von dem anderer Anbieter abweicht. Kindle-E-Books lassen sich nur per Browser, nicht aber über Amazons Windowshop-App kaufen und werden dann direkt in die Kindle-App gestreamt. Die App ist komfortabel genug, aber etwas schlichter als iBooks und bietet keine Sortiermöglichkeiten.

Die meisten dieser Anbieter haben sich mittlerweile auf ein einheitliches Format geeinigt und damit das Chaos der früheren Jahre beendet. Die meis­ten Bücher liegen im Epub-Format vor ( Siehe nächste Seite ), sind aber sehr häufig mit einem von Adobe stammenden System zum Kopierschutz versehen, wodurch sie sich nicht in iBooks nutzen lassen. Apps von Drittanbietern wie etwa der Bluefire-Reader machen dessen Nutzung aber auch auf dem iPad möglich. Zusammenführen lassen sich die drei Quellen also nicht, aber immerhin kann man auf dem iPad so fast alle irgendwo publizierten E-Books nutzen, und man bleibt nicht auf das Apple-Universum beschränkt.

Apples E-Book-Universum

Apples Bookstore ist sehr gut bestückt und wie vom App Store gewohnt gut aufgemacht. Das große Angebot täuscht optisch ein wenig über die vielen Lücken hinweg, die es noch gibt.
Vergrößern Apples Bookstore ist sehr gut bestückt und wie vom App Store gewohnt gut aufgemacht. Das große Angebot täuscht optisch ein wenig über die vielen Lücken hinweg, die es noch gibt.

Wer sich die kostenlose iBooks-App installiert, hat damit sofort Zugang zu Apples Buchladen. Der ist sehr gut sortiert und präsentiert in gewohnter Weise Highlights, Neuerscheinungen und dergleichen, bietet eine Suchfunktion und gewährt auch einen Blick auf die womöglich schon mit anderen iOS-Geräten gekauften Bücher. Selbst die Auswahl an kostenlosen Büchern überbrückt weit mehr als ein verregnetes Wochenende. Eine kurze Leseprobe, die sich mit dem Tipp auf „Auszug“ laden lässt, erleichtert möglicherweise die Entscheidung. 

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