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iPad-Verleih: Teilen statt Haben

14.08.2013 | 10:36 Uhr |

Warum ein iPad kaufen, wenn man es auch leihen kann? Immer mehr Portale bieten Tablets auch zur Miete an. Doch lohnt sich das? iPad-Verleihservices im Vergleich

Teilen statt haben, leihen statt kaufen – das ist das Motto der sogenannten „Share Economy“, nach der insbesondere immer mehr jüngere Menschen unter 40 Jahren leben. Ob Carsharing, Couchsurfing oder Schreibtischmieten – statt sich ein Auto zu kaufen beziehungsweise Hotelzimmer oder Büros zu mieten, werden die Gegenstände geteilt und von mehreren Menschen genutzt.  Das Prinzip kennt man nicht zuletzt vom Musikstreaming, bei dem ebenfalls mehrere Leute gleichzeitig einen Song über die Internetverbindung hören, dieser aber über einem externen Server und nicht auf dem eigenen Gerät abgespielt wird.  
 
Was fürs Autofahren und Musikhören gilt, funktioniert auch bei Elektronikgeräten. Immer mehr Dienstleister oder Elektronikhändler bieten ihre Geräte auch zum Leihen an. Das Prinzip funktioniert folgendermaßen: Auf der Webseite wählen Sie ein iPad-Modell aus und legen den Zeitraum fest, in dem Sie das iPad haben wollen. In den meisten Fällen gilt der Tag, an dem Sie das Gerät erhalten, als erster Miet-Tag. Der letzte Miet-Tag ist der Tag, an dem der Dienstleister das Gerät zurück erhält. Hier gilt die Zustellbescheinigung des Lieferanten. Oftmals liegt diese im Paket bei und Sie müssen Sie am Annahme- und Abgabetag entsprechend ausfüllen.
 
Wenn Sie das iPad in den Händen halten, können Sie es ganz normal mit Ihrer Apple-ID beziehungsweise Ihrem iTunes-Account nutzen. Viele Dienstleister bieten als zusätzliche Serviceleistung ein Paket vorinstallierter Apps an, was insbesondere auf Messen oder für Hotelbesitzer von Vorteil ist, wo die iPads im großen Rahmen zum Einsatz kommen.
 

Begrenzte Mietdauer

Das iPad können Sie jedoch nicht unbegrenzt behalten. Oftmals wird die Mietdauer auf ein Jahr beschränkt. Je länger man das iPad leiht, desto günstiger wird im Allgemeinen der Tagespreis. Das ist nicht unerheblich, denn preislich gibt es erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Anbietern. Hier variieren die Tagespreise zwischen zwei und 30 Euro. Manchmal muss der Mieter eine Kaution hinterlegen, die aber erst im Kleingedruckten beziehungsweise beim Bestellprozess auftaucht.  Glücklich kann sich derjenige schätzen, der in der Nähe eines iPad-Verleihservice wohnt und sich das Gerät selbst abholen beziehungsweise wieder hinbringen kann, denn für den Versand zahlt man mitunter deutlich Aufpreis.
 
An Zubehör bieten viele Dienstleister SIM-Karten an, doch wenn es um Adapter für TV oder Beamer geht, sieht es bei vielen eher düster aus. Spezielle Ständer oder Aufsteller für Messen haben jedoch die meisten Anbieter im Portfolio. Auch Schutzhüllen oder Diebstahlsicherungen kann man sich in vielen Fällen mit dazu ausleihen. Gegen Diebstahl sind zudem viele Geräte ebenfalls versichert. Hier lohnt ein Blick auf das Kleingedruckte.

Alte und neue Modelle

Nicht nur beim Preis, auch im Hinblick auf Qualität gibt es einige Unterschiede. So muss man unterscheiden, ob es sich beim Anbieter um einen professionellen Dienstleister handelt oder ob bei dem Portal im Grunde jeder seine Geräte zum Leihen zur Verfügung stellen kann, wie es etwa bei mietmeile.de der Fall ist. Bei diesem Portal haben Sie zwar unter Umständen mehr Auswahl, allerdings keine Garantie für einen akkuraten Zustand der Ware.
 
Was die Auswahl an Modellen betrifft, haben die meisten Anbieter erheblichen Nachholbedarf. Oftmals sind neuere Modelle wie das iPad 4 gar nicht im Angebot. Der Speicherplatz bleibt meist auf 16 GB beschränkt. Lediglich „iPadverleih Deutschland“ bietet die gesamte iPad-Produktpalette zum Leihen an.
 

iPad ausleihen – darauf sollten Sie achten

Modell: Je neuer das Modell, desto höher der Preis. Hier sollten Sie sich überlegen, ob es wirklich das iPad 4 sein muss oder ob auch ein iPad 3 oder iPad reicht. Denken Sie auch daran, dass das Modell kompatibel mit Ihrem Zubehör sein muss und besorgen Sie die entsprechenden Adapter für Lightning oder Dock.


Mietdauer: Lesen Sie hier genau das Kleingedruckt. Oft gilt als erster Miet-Tag der Tag, an dem der Anbieter das iPad zu Ihnen schickt. Maßgebend ist hier die Versandbestätigung. Dass das iPad versenden wurde heißt aber noch lange nicht, dass es auch bei Ihnen angekommen ist. Kalkulieren Sie Wartezeiten durch Abholprozesse bei der Post mit ein.


Preis: Auch hier lohnt ein Blick ins Kleingedruckte. Oft berechnet der Anbieter noch eine Kaution oder Extragebühren für Diebstahlversicherung. Wenn möglich sollte der Ort des Verleihers in Ihrer Nähe sein. Wenn Sie das iPad selber abholen beziehungsweise wieder hinbringen können, sparen Sie erhebliche Kosten.

iPad-Verleihservices im Vergleich

Mietmeile.de  

Bei Mietmeile.de kann jeder Nutzer Gegenstände einstellen, die er verleihen möchte,. Das Angebot reicht von Baumaschinen, Booten oder IT-Zubehör. Die Lieferung erfolgt zwar in dem meisten Fällen deutschlandweit, man kann sich jedoch auch per E-Mail mit dem Anbieter in kontakt setzen und die Geräte selbst abholen. Preise und Leihbedingungen bestimmt jeder Verleiher selbst.
 
Preise: iPad 2 für 6 Euro/Tag, iPad Mini 4 Euro/Tag, iPad 4 für 20 Euro/Tag
+Große Auswahl, Selbstabholung und bundesweite Lieferung
-Keine Garantie für Top-Zustand des iPads
Besonderheit: Jeder kann Geräte zum Leihen zur Verfügung stellen
Zielgruppe: spontane Privat-Anwender

iPadverleih Deutschland

Dieser Anbieter gehört zu den professionellsten iPad-Verleihern und hat sich schon dem Namen nach vollkommen auf  das Apple-Tablet spezialisiert. iPadverleih liegt mitten in Berlin am Kurfürstendamm. Das Unternehmen stattet nicht nur Berliner Messen, sondern auch Rundfunkanstalten oder Bundestagsparteien mit iPads aus. Im Portfolio sind Geräte von der ersten bis zu vierten Generation und es stehen auch Modelle mit 32 GB Speicherplatz zur Auswahl. Der Anbieter wirbt immer wieder mit speziellen Urlaubs- oder Business-Optionen. Eine Diebstahlversicherung ist im Preis inbegriffen. Zubehör wie Adapter für Kfz gibt es reichhaltig und auf Wunsch stellt der Anbieter auch Apps für die Präsentation oder den Firmenauftritt zur Verfügung.  
 
Preise: 11 bis 39 Euro pro Tag, 50 und 110 Euro pro Monat
+ professioneller Anbieter, größte Auswahl
- Anfrage etwas komplex mit Begründungen und Angaben
Besonderheit: Programmieren individuelle Firmen-Apps
Zielgruppe: Firmen

Verleihhaus

Neben iPad-Modellen bietet Verleihhaus auch Beamer, Macs, Diascanner und Überwachungstechnik zum Mieten an. Das Münchner Unternehmen liefert sogar bis nach Österreich. Die Mietpreise sind transparent und übersichtlich dargestellt, den Mietvertrag gibt es zum Download. Leider kann man bei Verleihhaus kein iPad 4 leihen, dafür aber ein iPad 1. Immerhin gibt es die Modelle auch für 32 GB. Das iPad Mini ist noch nicht im Portfolio, soll aber demnächst ebenfalls angeboten werden. Für jedes iPad wird eine Kaution zwischen 200 und 500 Euro berechnet. Die Versandkosten für alle Kunden außerhalb Münchens betragen 30 Euro. SIM-Karten oder anderes Zubehör wie Adapter gibt es leider nicht.  
 
Preise: 20 bis 40 Euro pro Tag, Kaution 200 bis 500 Euro
+ Transparente Preisliste, nicht nur auf iPads beschränkt
- Wenig Zubehör, kein iPad Mini
Besonderheit: Lieferung nach Österreich
Zielgruppe: Münchner Firmen

Pad2Go.net

Mit Tagespreisen ab 2 Euro ist wohl kein Anbieter so günstig wie iPad2go.net . Allerdings ist diese Angabe mit Vorsicht zu genießen. Eine übersichtliche Mietpreisliste gibt es nicht zum Herunterladen. In den AGBs steht jedoch, dass eine Bearbeitungsgebühr von 20 Euro anfällt, sobald der Bestellwert unter 50 Euro beträgt. Das Berliner Unternehmen versucht wohl langfristig, iPadverleih Deutschland Konkurrenz machen. Es bietet auf Wunsch ebenfalls individuell programmierte Apps in der eigenen Firmen-CI an. Allerdings sind bei iPad2go.net die Modelle auf die 16 GB-Varianten beschränkt. Die maximale Mietdauer beträgt ein Jahr. Will man das Gerät auch im Ausland nutzen – etwa auf Dienstreisen – benötigt man eine schriftliche Bestätigung seitens des Anbieters, da die Diebstahlversicherung sonst nicht greift.  
 
Preise: ab 2 Euro pro Tag, weitere Kosten möglich
+ Günstiger Preis
- keine Preisliste zum Download
Besonderheit: Viel Zubehör, individuelle Apps
Zielgruppe: Anwender aus Berlin
 

 
 

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