Von Stefan von Gagern - 19.11.2012, 14:13

iPhone, iPad und Macs für den Verkauf vorbereiten

Verkaufen ohne Reue

Backup machen, Daten löschen, putzen. Wer dies vor dem Kauf erledigt, erspart sich viel Ärger und steigert den Verkaufspreis
Der Verkauf eines Macs oder iOS-Gerätes will gut vorbereitet sein. Auf keinen Fall sollten dabei Daten verloren gehen, also heißt die erste Aufgabe: Backup machen! Sichern Sie alle Daten wie Dokumente, Fotos, Apps - beim Mac am besten komplett per Time Machine, unter iOS auf dem Mac in iTunes (mit angeschlossenem Gerät anklicken und im Kontextmenü „Back up“ auswählen) oder komplett per iCloud. Vergessen Sie dabei keine Passwörter oder wichtige Dokumente, die sie noch brauchen könnten und die Time Machine oder das iOS-Backup eventuell nicht mitnehmen können. Daher sollten Sie am besten noch einmal separat das Gerät nach solchen Daten durchkämmen.Nicht vergessen sollten Sie auch, sich mit den Geräten bei Diensten oder Software, die Aktivierungen zählt, abzumelden. Im iTunes Store am Mac erledigen Sie das unter „Store > Diesen Computer deaktivieren“ oder als Nutzer der Adobe Creative Suite unter „Hilfe > deaktivieren...“. Gerade die Creative Suite ist gnadenlos, wenn man versucht, sich ohne vorherige Abmeldung auf einem neuen Rechner anzumelden. Falls die Software schon deinstalliert ist, darf man die ganze Suite wieder aufspielen, muss die Abmeldung nachholen, deinstalliert die Creative Suite erneut und darf die Software nun auf einem anderen Rechner aufspielen und registrieren. Apple hat die Anzahl von Geräten, die mit iTunes Match synchronisiert werden können, auf ein Maximum limitiert, melden Sie also alte Computer und iOS-Geräte (unter „Einstellungen > Musik > iTunes Match“) ebenfalls ab.

Macs sicher löschen

Wer seinen Mac verkaufen möchte, sollte alle Daten sauber und vor allem unwiederbringlich von Festplatte oder SSD löschen. Ab Lion lassen sich zwar Benutzerordner auch einzeln sicher löschen, doch für den Verkauf empfehlen wir die Radikalkur. Wichtig ist es, die Daten so gründlich zu entfernen, dass sie auch nicht mit Datenrettungs-Tools wieder ausgelesen werden können. Dafür gibt es die Option „Alle Daten unwiderruflich löschen“ beim Löschen kompletter Laufwerke. Das unwiderrufliche Löschen ist ein erweiterter Löschprozess, bei dem alle Binärdaten in einem leeren Bereich der Festplatte in Nullen verwandelt werden. Damit wird es sehr unwahrscheinlich, dass eine Person, die Ihre Festplatte nach der Initialisierung erhält, Ihre Dateien wiederherstellen kann. Apple empfiehlt in einem Support-Dokument, diesen Vorgang mindestens einmal durchzuführen, bevor man einen Computer oder eine Festplatte verkauft oder entsorgt.
Befinden sich alle Daten auf dem Startlaufwerk, funktioniert das Löschen nicht ohne weiteres - die Festplatte, auf der das Dienstprogramm läuft, kann sich nicht selbst löschen. Dafür müssen Sie den Mac von der Installations-DVD oder einem System auf einem bootfähigen USB-Stick (Anleitung zum Erstellen hier) oder einem anderen startfähigen, externen Laufwerk hochfahren. Eine gute Anleitung dazu gibt es ebenfalls bei Apple.
Nach dem sauberen Löschen installiert man ein frisches und unbenutztes OS X - je nach Alter und Leistung des Rechners die Version, die mit dem Rechner ausgeliefert wurde oder noch gut auf diesem Mac läuft. So lässt sich ein Mac gleich besser verkaufen.

iPhone, iPad oder iPod Touch vorbereiten

Wer sein iPhone, iPad oder iPod Touch verkaufen will, sollte alle Daten möglichst sicher löschen. Beim iPhone und iPad 3G sollten Sie ein kleines, aber umso wichtigeres Teil nicht vergessen: Die SIM-Karte! Wer sein iPhone noch nicht entsperrt hat, sollte auch das spätestens jetzt erledigen, denn Ankaufdienste wie etwa Rebuy oder Flip4new bieten bis zu 80 Euro mehr für iPhones ohne SIM-Lock (Stichprobe im September: iPhone 4S schwarz mit 16 GB Speicherplatz). Telekom und Vodafone haben dafür eigene Webseiten angelegt.

Private Daten löschen lassen?

Einige Trade-In oder Ankaufdienste wie der Sofortverkauf von Ebay kümmern sich nach eigenen Angaben auch nochmal darum, dass alle privaten Daten von einem gekauften Gerät gelöscht werden. Das ist ein guter Service, trotzdem sollte man sich selbst schon vor dem Versand darum kümmern. Wenn der Anbieter dann noch einmal alles überprüft – umso besser.
Vor dem Verkauf und am besten schon vor dem Löschen sollte man die SIM-Karte herausnehmen. Eine Wiederherstellung in iTunes reicht für das sichere Säubern der Daten nicht aus. Zwar lassen sich Kontakte & Co nach der Wiederherstellung am iPhone nicht mehr anzeigen, liest man das Disk-Image aber aus und sucht mit entsprechenden Tools danach, können die Daten wieder ausgelesen werden.
Für das sichere Löschen, wählen Sie am iPhone, iPad oder iPod Touch „Einstellungen > Allgemein > Zurücksetzen" und hier die Option „Inhalte & Einstellungen löschen“. Mit „iPhone löschen“, beziehungsweise „iPad löschen“ geht es los. Denken Sie unbedingt daran, die iOS-Geräte über den Mac oder per Netzteil an das Stromnetz zu hängen, denn das sichere Löschen dauert je nach Kapazität mehrere Stunden. Nach dem Löschvorgang können Sie das Gerät per "Wiederherstellen" mit dem aktuellem iOS ausstatten und als frisches Gerät im Werkszustand weitergeben.

Hübsch machen

Auch bei gebrauchten Geräte bestimmt der erste Eindruck den Wert und damit auch den Kaufpreis. Eine vergammelte Tastatur, ein klebriger Bildschirme, Krümel, verschmierte Touchscreens oder Rückseiten schmälern den Wert erheblich. Also sollten Sie die Geräte gründlich reinigen! Kleine Gebrauchsspuren sind akzeptiert, schließlich wurden die Geräte benutzt, aber ein wenig putzen hilft oft gewaltig. Apple bietet ausführliche Support-Dokumente für das richtige Reinigen von Mac, iPhone, iPad oder iPod. Lesen lohnt sich, denn wer will schon durch falsche Reinigungtücher oder zu vehementes Schrubben Kratzer oder Schäden an die Geräte bringen und so deren Wert weiter mindern. Außerdem enthalten die Dokumente weitere gute Tipps und Informationen. Einige Vorsichtsmaßnahmen wie das Ausschalten der Geräte vor der Reinigung sollten selbstverständlich sein. Und auch als Vorbereitung zum Fotografieren für Ebay lohnt sich das Putzen von Touchscreen & Co unbedingt.

Möglichst original verpacken

Beim Verpacken und beim Zubehör zahlt sich ordentliches Aufbewahren auf. Wer seine Geräte in der Originalverpackung und inklusive des damals mitgelieferten Zubehörs anbieten kann, erzielt einen höheren Preis als ohne! Alle Kabel, Stecker und das Netzteil sollte man nach Möglichkeit so verpacken, wie man sie bekommen hat. Natürlich verkauft sich ein Gerät auch ohne Original-Karton, Schutzfolien, sauber gewickelte Kabel, Anleitungen oder Software-DVDs, aber diese Zugaben freuen den Käufer und erhöhen die Zahlungsbereitschaft. Mit welchen Tricks sich ein möglichst hoher Preis bei Ebay erzielen lässt, ist Inhalt der nächsten Folge. Aber Vorsicht: Das Kürzel OVP (originalverpackt) in die Produktbeschreibung nur aufnehmen, wenn der Karton noch niemals geöffnet wurde, ansonsten bitte nur von "Mit Originalverpackung" schreiben.
 
 
 
 
 
 
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