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iTunes 13 wieder cool: Unsere  Wunschliste

01.03.2016 | 16:20 Uhr |

In iTunes regiert der Wildwuchs, Apple Music verschlimmert die Lage zusätzlich. Was Apple verbessern müsste: Zehn mögliche Maßnahmen.

Damit iTunes wieder beliebter wird, sollte Apple einen Neuanfang wagen. Anwender klagen darüber, die Software wäre zu überfrachtet . Auch wenn iTunes viele Aufgaben beherrschen muss, müssen nicht alle Funktionen zu jeder Zeit zur Verfügung stehen. Die Oberfläche verträgt eine Auffrischung und auch der Media Player müsste dringend modernisiert werden. Nicht zuletzt böte sich eine Aufteilung in mehrere Apps an. Zehn Vorschläge, was Apple in iTunes besser machen könnte.

Vor allem unter Windows ist eine Modernisierung von iTunes mehr als notwendig.
Vergrößern Vor allem unter Windows ist eine Modernisierung von iTunes mehr als notwendig.

1. Bedienungsfreundlicher für Anfänger

Überzeugte Apple-Fans und erfahrene Nutzer haben nur wenige oder gar keine Probleme mit iTunes. Wer sich etwas mit dem Produkt auseinandersetzt oder es seit Jahren kennt, hat kaum Schwierigkeiten bei der Bedienung oder den Funktionen. Anfänger oder Umsteiger kommen mit dem Programm aber schwer zurecht, da sich das Bedienkonzept stark von anderen Programmen unterscheidet. Vor allem die Windows-Oberfläche ist für unerfahrene Anwender recht kompliziert zu bedienen, da es viele Menüs an unterschiedlichen Stellen gibt, die auch unterschiedlich bedient werden. Eine einheitliche Oberfläche fehlt.

Was das Problem mit iTunes ist

Ein wichtiger Punkt, um die Akzeptanz von iTunes zu erhöhen, ist also die Verbesserung der Benutzerfreundlichkeit, vor allem für Anfänger und Umsteiger. Dass Apple das kann, ist an der Bedienung von iOS zu sehen. Grundsätzlich wäre es erfreulich, wenn sich Apple bei der Bedienung von iTunes an der iOS-Oberfläche orientierte. Auf dem Mac wirkt iTunes weniger überladen als in Windows, aber auch unter OS X besteht Optimierungspotential.

Die Oberfläche in iTunes ist auf Macs etwas übersichtlicher als in Windows, dennoch gibt es einiges Optimierungspotential.
Vergrößern Die Oberfläche in iTunes ist auf Macs etwas übersichtlicher als in Windows, dennoch gibt es einiges Optimierungspotential.

Konkret fällt das etwa auf, hat man zu viele Computer für gekaufte Musik autorisiert. iTunes zeigt dann zwar eine darauf hinweisende Meldung, diese enthält aber keinerlei Hilfe oder einen Link, wo sich das Problem beheben lässt. Dann muss man wissen, dass man in den Account-Daten des iTunes Store fündig wird und dort alle Computer deaktivieren kann oder die Funktion "Diesen Computer deautorisieren" über das Menü "Store" auf den anderen Rechnern ausführen könnte.

So könnte iTunes aussehen

2. Modularer Aufbau – Aufteilung in verschiedene Programme

Auf der Wunschliste vieler Anwender steht ganz oben ein modularer Aufbau von iTunes. iTunes bringt in jeder Installation all seine Funktionen und Möglichkeiten mit. Aber nicht alle Anwender nutzen Apple Music oder synchronisieren Musik mit dem iPhone oder nutzen die anderen Funktionen. In diesem Fall wäre es durchaus lobenswert, ließe Apple den Anwendern mehr Wahl beim Einsatz des Programms. Die Kunst besteht manchmal im Weglassen.

Musik ohne iTunes hören: So geht's

Angebracht wäre zumindest, könnte man einzelne Funktionen ausblenden oder im Programm logischer voneinander trennen. Dadurch stiege die Übersichtlichkeit, da nur die verwendeten Programmteile zu sehen wären. Ob Apple das mit verschiedenen Programmen löst, in die iTunes aufgeteilt wird, durch modulare Installation innerhalb iTunes, oder durch die Aufteilung der Funktionen in verschiedenen Registerkarten oder Oberflächen – das spielt dabei keine Rolle. Wichtig wäre nur eine logische Aufteilung, damit sich Anwender mit der Bedienung nicht überfordert fühlen und das Programm wieder übersichtlicher wird.

3. Neue Menüstruktur – Angepasst an OS X und iOS

In OS  X und in Windows gliedert sich iTunes in verschiedene Menüs, Unterpunkte, Kontextmenüs und Registerkarten mit Symbolen, Dropdownmenüs und aufklappbaren Programmteilen. Praktisch überall versteckt findet man wichtige Funktionen und Einstellungen. Hier wäre es besser, wenn Apple eine einheitliche Struktur mit Menüs und Untermenüs integrieren würde, damit die Navigation leichter fällt. Zwar lässt sich die Oberfläche teilweise an die eigenen Anforderungen anpassen, allerdings gehen diese Einstellungen nicht weit genug.

Warum muss es verschiedene Menüs in der Mitte des Fensters geben und Menüpunkte mit Untermenüs am linken Rand sowie weitere Menüs links darunter?  Vor allem die Verwaltung der verschiedenen Musik-Funktionen sowie das Abspielen sollten Apples Entwickler voneinander trennen. Eine derart einheitliche Oberfläche käme auch Neulingen entgegen, die sich so schneller an iTunes gewöhnen könnten.

4. Media Player modernisieren und vereinfachen

In der Kritik steht vor allem der etwas altmodische und unübersichtliche Media Player. Diesen sollte Apple modernisieren und eleganter mit Apple Music, aber auch mit anderen Streaming-Portalen verbinden. Die Oberfläche sollte leichter bedienbar sein und vor allem auch an Touch-Oberflächen angepasst werden.

iTunes-Alternativen für Synchronisation der Daten aller Art

Grundsätzlich wäre es überlegenswert, die Oberfläche des Media Players in OS X und iOS zu vereinheitlichen. Auch eine Synchronisierung der beiden Player würde Sinn machen. Spielen Sie eine Playliste in iTunes ab, sollte diese auch mobil weiterlaufen, indem sich iTunes und Endgerät über iCloud synchronisieren - Continuity auch für iTunes! Die Oberfläche muss modernisiert werden und den aktuellen Ansprüchen für solche Programme entsprechen. Unter Umständen sollte Apple einen neuen Player programmieren, der auf die iTunes-Funktionen zugreifen kann, aber in einer eigenen Oberfläche läuft. Bereits jetzt nutzen viele lieber den Player eines Drittherstellers als den integrierten Player in iTunes.

5. Flexiblere Auswahl der eingesetzten Apple-Geräte

iTunes muss generell alle Apple-Geräte unterstützen, welche der Hersteller anbietet. Die dazu notwendigen Treiber werden mit iTunes installiert, die Funktionen der Geräte werden in iTunes eingebunden. Hier wäre es besser, wenn iTunes den Anwendern die Wahl lassen würde, welche Geräte eingesetzt werden sollen. Funktionen, die ein bestimmtes Gerät nicht benötigt, müssen in der Oberfläche auch nicht angezeigt werden. Wer zum Beispiel nur einen iPod nutzt, braucht keine Verwaltung der Klingeltöne und auch nicht immer die Verwaltung von Apps. Hier sollte Apple flexiblere Möglichkeiten bieten und die Auswahl der Geräte während der Installation, aber auch nach der Installation ermöglichen.

iTunes Mediathek sortieren und aufräumen

Welche Auswirkungen die Änderungen haben, könnten in diesem Fall über ein Fenster angezeigt werden. Außerdem sollte es auch möglich sein, Einstellungen der angebundenen Geräte anzupassen, ohne dass das iPhone, iPad oder der iPod per Kabel verbunden sind. Die Synchronisierung dieser Einstellungen könnte zum Beispiel über iCloud erfolgen. Wie bei allen anderen Funktionen sollte Apple den Anwendern die Möglichkeit geben, die Funktion zu deaktivieren, wenn man sie nicht braucht.

6. iTunes mobiler machen – Anbindung an die Cloud und mobile App

Generell sollten iTunes und iCloud sowie iCloud Drive besser miteinander verbunden werden, zum Beispiel auch für das Synchronisieren von Daten und Einstellungen. Zusätzlich könnte Apple noch eine iTunes-Apps für iOS-Geräte entwickeln, in der Einstellungen für iTunes vorgegeben und mit dem Rechner zu Hause synchronisiert werden können. Auch in iCloud wäre eine Kachel für iTunes interessant, damit iCloud, lokaler Rechner und Endgeräte besser miteinander kommunizieren und Daten austauschen können.

Über die Anbindung an iCloud lassen sich Einstellungen synchronisieren, überprüfen oder wiederherstellen. Die Integration sollte natürlich auch entsprechend implementiert werden, in einem neuen Konzept, mit neuer Oberfläche. Über diese Apps und Webapps sollten sich auch Streaming-Einstellungen vornehmen lassen. Apple sollte also seine Möglichkeiten nutzen und iTunes mobiler machen.

7. Leichtere Export- und Sicherungsfunktionen

Sicherung und Export von Daten ist zwar möglich, aber nur schwer zu meistern, kennt man sich noch nicht so gut aus. Hier sollte Apple nacharbeiten und Assistenten integrieren, mit denen sich Einstellungen und die Mediatheken einfacher zwischen Rechnern austauschen lassen, auch zwischen Windows, Linux und OS X. Die Sicherung sollte die Auswahl der Daten umfassen  und unter Umständen, auch Backups direkt in das iCloud Drive ablegen. Die Sicherungen lassen sich von anderen Geräten nutzen und auch von iPhone und Co verwenden. Die Sicherung sollte zudem auch automatisiert ablaufen können.

8. Offene API für Dritthersteller für Add-Ins und Erweiterungen

Auch wenn sich Apple dagegen wehrt, könnte es sinnvoll sein, ein SDK für iTunes zur Verfügung zu stellen. APIs ermöglichten Entwicklern, eigene Tools und Oberflächen zu programmieren, ähnlich wie es bei Apps für iOS oder Add-Ins für Browser wie Google Chrome oder Mozilla Firefox der Fall ist. Schon bei Browsern hat sich gezeigt, dass die Möglichkeiten für Erweiterungen, Add-Ins oder eigene Oberflächen die Fantasie von Entwicklern beflügelt.

Diese Add-Ins oder auch zusätzliche Apps könnten unter Umständen einige der Schwächen von iTunes abmildern. Erfolgreiche Lösungen könnte Apple  künftig direkt in iTunes integrieren. Ein solches Vorgehen hat Vorbilder in der Unternehmensgeschichte: So hatte es für iOS jede Menge Taschenlampen-Apps gegeben, bis Apple die Funktion in das Kontrollzentrum von iOS einbaute.

Wenn externe Apps viele Funktionen von iTunes übernehmen, könnte Apple im Kern die Anwendung vereinfachen. Die Erweiterungen und Apps würden sich problemlos in den App-Store integrieren lassen.

9. Mehr Assistenten für Umsteiger und Anfänger

Vor allem für Ein- und Umsteiger sollte Apple in iTunes verschiedene Assistenten und interaktive Hilfen einbauen, um vielen Problemen vorzubauen. Zumindest ein Einrichtungsassistent sollte nach der Installation dabei sein. Über Assistenten könnten Neulinge ihre eigene Mediathek besser und einfacher einrichten und mit den Endgeräten synchronisieren. Wer die Assistenten nicht benötigt, braucht sie nicht aufzurufen. Aber selbst erfahrende Apple-Anwender würden sich bestimmt über einen Assistenten direkt nach der Installation freuen, der zum Beispiel auch beim Import vorher exportierter Einstellungen helfen kann.

10. Von Drittherstellern lernen

Vor allem das Abspielen von Multimediadateien beherrschen Programme von Drittherstellern wesentlich besser. Apple sollte von diesen lernen und sich so manches Design und etliche Funktionen zu eigen machen. Das wäre ja nicht zum ersten Mal, ließe sich Apple von Dritten bei der Softwareentwicklung inspirieren. Nicht alles in den Produkten Dritter dient als Vorbild, doch gibt es vor allem bei Oberflächen interessante Ansätze.

Bisher erschienen

In unserer losen Reihe über iTunes und die damit verbundenen Nachteile haben wir bisher veröffentlicht:

Was das Problem mit iTunes ist

Alternative Tools für die Synchronisation

Alternative Mediaplayer

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