Von Phillip Klein - 11.05.2013, 10:48

iTunes

iTunes: Musikdateien aufräumen und sortieren

Die Musikbibliothek auf dem Mac wächst organisch: Eine CD importiert, ein Stück selbst eingespielt und MP3-Dateien gekauft. Die Bibliothek wird unübersichtlich. Unsere Tipps zur Pflege der iTunes-Mediathek helfen
Seit über zehn Jahren ist iTunes fester Bestandteil aller Macs. Immer wieder hat Apple Funktionen nachgerüstet, die die Leistungsmöglichkeiten der Medienverwaltung bis heute erheblich erweitern. Einen oft kritisierten Nachteil konnte Apple in all den Jahren jedoch nicht beheben: Die mitunter hakelige Bedienung beim Aufräumen der eigenen Musikbibliothek. Fehlende Alben-Cover, unvollständige Alben, Duplikate oder lückenhaft ausgefüllte ID3-Tags sind nur einige Themen des ordnungsliebenden iTunes-Nutzers. Dabei kann er selbst tätig werden oder Software von Drittherstellern nutzen.

Ordnung von Anfang an

Der Weg zu einer aufgeräumten iTunes-Bibliothek beginnt bereits beim Import: Wir empfehlen, die Musik und andere Medieninhalte möglichst an einem einheitlichen Ort zu speichern. Liegen sämtliche Dateien in nur einem Ordner und nicht über mehrere Orte auf der Festplatte verstreut, sinkt entsprechend die Gefahr, dass einzelne Titel bei Löschaktionen verloren gehen und in iTunes mit den berühmten Ausrufezeichen versehen werden.
Die Option für einen einheitlichen iTunes-Ordner findet sich in den iTunes-Einstellungen im Reiter "Erweitert" unter dem Namen "iTunes-Medienordner automatisch verwalten". Bei der Umstellung ist jedoch Vorsicht geboten: War die Funktion anfangs nicht angeschaltet, werden die Dateien aus der iTunes-Bibliothek nach der Aktivierung umkopiert. Das heißt, alte Datei- und Ordnerstrukturen gehen damit verloren und alle Dateien sind doppelt auf dem Mac vorhanden.
Damit auch in Zukunft alle Titel in einem zentralen Ordner verwaltet und abgelegt werden, empfehlen wir, die Option "Beim Hinzufügen zur Mediathek Dateien in iTunes-Ordner kopieren" zu aktivieren.

Alben und Compilations in iTunes

Unübersichtlich wird es in iTunes, wenn man Alben mit mehreren Künstlern hinzufügt, sprich Soundtracks oder Compilations

Diese werden auf Grund der unterschiedlichen Künstlernamen dann über der ganzen Bibliothek verteilt und an unterschiedlichen Orten angezeigt. Seit einiger Zeit erlaubt iTunes jedoch, in den Informationen zu einem Songtitel („Befehlstaste-I“) unter „Optionen“ die Einstellung „Teil einer Sammlung“ anzuwählen. Damit werden alle ausgewählten Songs schließlich einheitlich untereinander angezeigt.

Den Karteileichen selbst auf die Spur kommen

Wie beim Frühjahrsputz gilt auch beim Aufräumen der iTunes-Bibliothek der Grundsatz, sich von alten Dingen zu trennen, die man seit langem nicht mehr angerührt hat. Ungehörte Songs und ungesehene Videos gehen dabei schnell in der Menge an Titeln in größeren iTunes-Bibliotheken unter. Auch ohne zusätzliche Tools lassen sich diese Karteileichen schnell auffinden.
Mittel der Wahl sind dazu die intelligenten Wiedergabelisten, die man mit dem Befehl "Ablage > Neue intelligente Wiedergabeliste" erstellt. Über sie lassen sich schnell und einfach noch nie gespielte Titel ausmachen. Kriterium für die Regel sind dabei alle Songs, die weniger als eine "Wiedergabe" haben. Empfehlenswert ist zudem, die Funktion "Automatisch aktualisieren" einzuschalten, damit die Liste stets alle ungespielten Songs beinhaltet.
Doch auch beim Aufdecken anderer Karteileichen entfalten die intelligenten Wiedergabelisten von iTunes ihre volle Wirkung. Ein leidiges Problem sind zum Beispiel Musikalben mit uneinheitlichen oder sogar fehlenden ID3-Tags. Fügt man diese zu iTunes hinzu, so lassen sie sich auf Grund der fehlenden Titelinformationen nur noch schwer oder manchmal leider gar nicht in der iTunes-Bibliothek wieder finden.
Auch hier hilft eine intelligente Wiedergabeliste, die alle ab einem Stichtag ("Datum hinzugefügt") hinzugefügten Songs enthält und ständig aktualisiert wird (Option aktivieren "Automatisch aktualisieren"). Darüber hinaus kann es aus Performance-Gründen durchaus ratsam sein, die Liste je nach der Rechenpower des Mac auf die letzten 5000 Objekte zu limitieren und die Medienart "Podcast" aus der Liste auszuschließen.

Mit Coverscout Alben-Cover suchen

Wer lediglich die fehlenden Alben-Cover in den Songs einfügen will, kann auch zu Coverscout von Equinux greifen

Die Software Coverscout von Equinux für 24 Euro fahndet auf mehreren Internet-Seiten nach Bildern und kopiert sie in die gewünschten Musikstücke. Lassen sich mehrere Cover-Varianten finden, darf man selbst wählen und beim Ausdruck auf Papier bekommt man ebenfalls mehr Möglichkeiten als mit iTunes.

Träger Staubwedel: Rinse

Für größere Aufräumaktionen ist der Griff zu zusätzlicher Software unausweichlich. Wie so oft gibt es jedoch auch hier eine umfangreiche Auswahl an unterschiedlichen Anwendungen, die dabei jeweils verschiedene Schwerpunkte setzen. Die Preisspanne zwischen den Tools ist beträchtlich.
Mit Rinse von Real Networks stellt der Hersteller des Real Players eine eigene Anwendung zum Entrümpeln der iTunes-Bibliothek bereit. Der Funktionsumfang ist hoch – genau wie der Preis für die Vollversion des Helferleins. Zum Preis von 39 US-Dollar versieht Rinse die Liedersammlung mit Alben-Covern, fügt fehlende ID3-Tags hinzu oder korrigiert diese und durchsucht die Bibliothek nach doppelt vorhandenen Songs. Die Informationen für die Korrektur der ID3-Tags bezieht die Software aus der Musikdatenbank Gracenote, die mit über 100 Millionen Songs auch Daten für exotischere Musiktitel bereitstellt.
Das Auffinden von Duplikaten erledigte Rinse in unseren Tests ebenso zuverlässig wie das Hinzufügen fehlender Cover. Lobenswert ist auch die Option, vor etwaigen Änderungen noch einmal gefragt zu werden. Trotz aller Zuverlässigkeit: Rinse basiert auf Adobe Air, einer Technik, die das Ziel verfolgt, Programme auf möglichst vielen Betriebssystemen lauffähig zu machen. Dieser Vorteil geht im Fall von Rinse jedoch eindeutig auf Kosten der Arbeitsgeschwindigkeit. Bisweilen dauert es seine Zeit, bis Rinse auf die Kommandos reagiert. Ob sich der Kauf dennoch lohnt, lässt sich mit der kostenlos erhältlichen Demoversion herausfinden.

ID3-Tags

Als ID3-Tags werden die Meta-Informationen über eine MP3-Datei bezeichnet. Sie enthalten unter anderem Daten wie den Künstlernamen, den Songtitel, den Albumnamen und bieten die Grundlage für die Sortierung in iTunes. Dort lassen sich die ID3-Tags einsehen und bearbeiten, indem man ein oder mehrere Lieder auswählt und die Tastenkombination „Befehlstaste-I“ („cmd-I“) drückt.

Selbst anpacken mit Track Sift

Eine erheblich günstigere Alternative zu Rinse stellt Track Sift dar (1,59 Euro im Mac App Store oder auf der Entwickler-Seite). Die Software beinhaltet neun verschiedene Funktionen, die zu einer aufgeräumten und übersichtlichen iTunes-Bibliothek führen sollen.
Einige dieser neun Funktionen sind allerdings Mogelpackungen: Alleine drei der Funktionen dienen nur dazu, zufällige Wiedergabelisten zu erstellen. Andere Funktionen von Track Sift sind hingegen tatsächlich hilfreich: Zum Beispiel die Möglichkeit, die Bibliothek von allen Titeln mit falschen Verweisen und einem vorangestellten Ausrufezeichen zu bereinigen. Hilfreich ist ebenfalls die Funktion, alle Titel ohne Cover oder Songtexten in eine eigene Wiedergabeliste zu verfrachten.
Danach muss man allerdings selbst tätig werden und zum Beispiel Cover-Bilder von Hand hinzufügen. Während Track Sift seine Aufgaben zuverlässig und zügig verrichtet, stört uns aber die fehlende Automation: Mit Ausnahme der unauffindbaren Songs, die von Track Sift anstandslos entfernt werden, dient das Programm nur der Identifizierung von Liedern ohne Cover oder Songtexte. Hinzufügen muss man die fehlenden Daten aber selbst. Das bedeutet zweifelsfrei mehr Arbeit, lässt aber auch mehr Freiheiten zu.
Doppelgänger-Detektiv Dupin.
Vom gleichen Entwickler wie Track Sift stammen auch die Anwendungen Dupin und Dupin Lite. Mit ihnen wird das Problem von Duplikaten in der iTunes-Bibliothek angegangen. Die auf den ersten Blick etwas unübersichtliche Oberfläche erlaubt zahlreiche Feineinstellungen, nach denen die Duplikate ermittelt werden.
Die Einstellungsmöglichkeiten fallen dabei weitaus umfangreicher aus als bei Rinse. So kann man einstellen, ob bei einem Duplikat der ältere, der öfter gespielte oder zum Beispiel der Song mit der höheren Bitrate behalten werden soll. Doug Adams bietet zwei Varianten seiner Software an, die sich im Funktionsumfang und somit auch im Preis unterscheiden. Das günstigere Dupin Lite (6 Euro im Mac App Store) oder der große Bruder Dupin (15 US-Dollar); wobei letzterer ausschließlich über die Webseite des Entwicklers erhältlich ist. Die Demoversion, die auf die Suche nach 20 Duplikaten beschränkt ist, finden Sie auf der Website des Entwicklers – und der Heft-CD dieser Ausgabe.

Goldgrube Script-Archiv von Doug Adams

Ein Geheimtipp, wenn es um das Aufräumen der iTunes-Bibliothek geht, ist das Skript-Archiv auf der Website des Entwicklers von Dupin und Track Sift. Dort stellt er kostenlos eine große Auswahl an in Applescript geschriebenen Programmen bereit, mit denen sich iTunes um viele nützliche Funktionen erweitern lässt. Egal ob es darum geht, ID3-Tags automatisiert hinzuzufügen oder zu löschen, die ID3-Tags von MP3-Dateien zu editieren, bevor diese in iTunes hinzugefügt werden, oder darum iTunes fernzusteuern: Alle diese Skript-Programme sind kostenlos erhältlich. Einzig die Installation gerät etwas trickreich, ist allerdings auf der Webseite ausführlich bebildert und beschrieben.
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