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Mehr Qualität beim Rippen von Audio-CDs

05.04.2011 | 12:23 Uhr |

Die Formate AAC und MP3 sparen beim Einlesen von CDs Platz auf der Festplatte, reduzieren dafür aber die Klangqualität. Doch iTunes bietet mit Apple Lossless auch eine moderne Alternative, die akzeptable Dateigrößen und CD-Qualität in sich vereint

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Was ist der Vorteil von Audio-CDs gegenüber Downloads? Man kann sie Lossless rippen. Das klingt sehr nach banalem Hackerhumor, hat aber einen wahren Kern. Die Audio-CD ist auch über 30 Jahre nach ihrer Einführung immer noch das Maß der Dinge im Musikbereich. Beim Einlesen in den Rechner kann man mit aktuellen Kodierern jedoch viel Platz sparen, ohne auf Klangqualität zu verzichten.

CDs richtig rippen

Zur Wahl des Formats öffnen Sie die allgemeinen Einstellungen von iTunes und klicken darin auf den Button "Importeinstellungen"
Vergrößern Zur Wahl des Formats öffnen Sie die allgemeinen Einstellungen von iTunes und klicken darin auf den Button "Importeinstellungen"

Zum Einlesen von CDs lassen sich in den Importeinstellungen von iTunes verschiedene Formate und Qualitätsstufen wählen. Die komprimierten Formate AAC und MP3 eignen sich, wenn man Platz sparen und die Dateien auch auf Geräten außerhalb der Apple-Welt nutzen will. Dabei klingt AAC bei gleicher Datenrate besser. Das im iTunes Store verwendete AAC mit 256 KBit/s ("iTunes Plus") ist ein sehr guter Kompromiss aus Klang und Platzbedarf. MP3 hat den Vorteil, dass es unter den komprimierten Formaten die größte Verbreitung hat und fast überall abspielbar ist.

Für den Import wählen Sie unter "Importieren mit" das Format und darunter im Menü "Einstellung" vorhandene Presets oder eigene Einstellungen.
Vergrößern Für den Import wählen Sie unter "Importieren mit" das Format und darunter im Menü "Einstellung" vorhandene Presets oder eigene Einstellungen.

Die unkomprimierten Formate AIFF und WAV eignen sich gut zur Digitalisierung und Bearbeitung von Audiosignalen, wofür sich Abtastrate und Sample-Größe einstellen lassen. Für die Nutzung in iTunes ist aber eigentlich nur die Standardeinstellung für Audio-CDs sinnvoll (AIFF mit 44,1 kHz und 16 Bit), um diese eins zu eins einzulesen oder mit dem Brenner zu erzeugen. Der Platzbedarf beträgt dann mit etwa 1,5 MBit/s rund das Sechsfache von iTunes Plus.

Lossless kodieren

Die moderne Alternative ist Apple Lossless . Bei dieser Kompression treten im Gegensatz zu AAC praktisch keine Klangverluste mehr auf, außerdem liegt der Platzbedarf - je nach Musikart und Aufnahmequalität im Schnitt 700 bis 900 KBit/s - deutlich unter AIFF. Bei heute üblichen Plattengrößen lassen sich damit auch größere Sammlungen anlegen.

Ist das Format einmal richtig eingestellt, kann man seine komplette Sammlung rippen, indem man eine CD nach der anderen einlegt. Den Rest erledigt iTunes automatisch.
Vergrößern Ist das Format einmal richtig eingestellt, kann man seine komplette Sammlung rippen, indem man eine CD nach der anderen einlegt. Den Rest erledigt iTunes automatisch.

Der Nachteil ist, dass es kaum Geräte von Fremdherstellern gibt, die das Apple-Format unterstützen. Wer sehr hohe Ansprüche an die Qualität stellt und dabei im Dunstkreis von iTunes, iPhone und Apple TV bleibt, trifft beim Rippen mit Apple Lossless trotzdem die beste Wahl. Damit iPhones und iPods mit wenig Speicher nicht die Luft ausgeht, lässt sich Musik beim Abgleich mit iTunes automatisch in AAC mit 128 KBit/s umwandeln. Bei Umgebungsgeräuschen und durchschnittlichen Kopfhörern reicht das unterwegs locker aus.

Qualität verbessern

Auf der Übersichtsseite lässt sich unten die automatische Umwandlung aktivieren. So kann man daheim Apple Lossless und unterwegs kompakte AACs mit 128 KBit/s nutzen.
Vergrößern Auf der Übersichtsseite lässt sich unten die automatische Umwandlung aktivieren. So kann man daheim Apple Lossless und unterwegs kompakte AACs mit 128 KBit/s nutzen.

Zu den jüngsten Gerüchten gehört, dass Apple mit Musikanbietern verhandelt, um mit 24 Bit kodierte Titel anbieten zu können. Ein solches Vorhaben wäre sehr erstaunlich, da Apple die Qualität damit deutlich über die 16 Bit der Audio-CD heben würde, die selbst anspruchsvolle Musikfreunde meist für völlig ausreichend halten. Der Einsatz von 24 Bit würde sich eher für die Bearbeitung im Studiobereich lohnen. Im iTunes Store wäre eine geringere Kompression viel einfacher und effektiver.

Mit der CD gleichzuziehen wäre allerdings eine echte Aufwertung des iTunes Store. Wir würden uns dafür einfach Apple Lossless wünschen, mit gleichzeitiger Freigabe des Formats für alle, um seine Verbreitung außerhalb von Apple-Produkten voranzutreiben.

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