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iTunes und die Konkurrenz: Musik im Netz kaufen oder streamen

20.04.2012 | 09:52 Uhr |

iTunes muss sich der Konkurrenz erwehren: Um Musik online zu kaufen, gibt es eine Reihe von Alternativen: Amazon, Saturn, Media Markt, Musicload (Telekom), die Music Box von Sony - und jede Menge neuer Streamingangebote wie Spotify

Wenn es darum geht, Musik zu kaufen und dann auf Macs, PCs und iOS-Geräten zu verwalten, ist iTunes kaum zu schlagen. Mithilfe der Privatfreigabe spielt man die Titel von anderen Geräten im lokalen Netz ab und kann sie zwischen den Rechnern auch kopieren. Und iTunes in der Cloud macht es besonders einfach, die im iTunes Store gekauften Titel auf mehreren Geräten zu installieren und zu hören. Auf zehn Geräte, darunter maximal fünf Rechner, lassen sich die gekauften Titel direkt aus dem iTunes Store auf das jeweilige Gerät übertragen. Die Musik muss zudem nicht unbedingt von Apple kommen. Denn iTunes verwaltet auch in anderen Online-Shops erworbene Musik.

Auf den Online-Shop von 7digital kann man nicht nur über den Browser, sondern auch über das Freeware-Programm Songbird zugreifen.
Vergrößern Auf den Online-Shop von 7digital kann man nicht nur über den Browser, sondern auch über das Freeware-Programm Songbird zugreifen.

Recht neue im Feld der iTunes-Konkurrenten ist der britische Dienst 7digital. Der Einkauf erfolgt über den Browser, die Titel werden im MP3-Format angeboten. 7digital hat einige Titeln auch als AAC-Datei sowie als unkomprimierte FLAC-Datei in seinem Shop, beim Angebot der Deutschen Telekom, Musicload, gibt es einige Titel im unkomprimierten WAV-Format.

Amazon und 7digital bieten Download-Programme an. Diese übertragen die Titel auf den Rechner, das Zielverzeichnis lässt sich in den Vorgaben einstellen. Um die Titel direkt an iTunes zu übergeben, wählt man am besten den Unterordner "Automatisch zu iTunes hinzufügen" aus dem Ordner "iTunes/iTunes Media". Auf das Angebot von 7digital kann man alternativ über das Open-Source-Programm Songbird zugreifen, das die Titel auch verwaltet und Wiedergabelisten und Abspiellisten erstellt.

Am meisten eingeschränkt ist man beim Einkauf bei Sony: Die Music Box bietet nur Titel aus dem eigenen Sony-Portfolio an, während man in den anderen Shops Titel von vielen verschiedenen Musiklabels findet. Dabei ist das Angebot nicht immer gleich, und man muss manchmal an verschiedenen Stellen nachschauen, um ein bestimmtes Album zu finden. Das trifft vor allem auf ältere Titel sowie auf Klassikangebote zu, die von verschiedenen Interpreten und Orchestern eingespielt wurden. Ein Exklusivangebot ist jedoch dem iTunes-Store vorbehalten: Nur dort gibt es die Originalalben der Beatles . Auch bei den Streaming-Diensten findet man diese bisher nicht.

iTunes-Konkurrenz: Musik im Netz suchen und finden

Bei Amazon gibt es keinen eigenen Laden für die MP3-Musik, nur eine gesonderte Kategorie "MP3-Downloads" im allgemeinen Shop. Zum Suchen nimmt man entweder das normale Suchfeld oder die erweiterte Suche. Sie erscheint, wenn man sich auf der MP3-Seite befindet. Auf dieser Seite lassen sich auch die Charts, Neuheiten und Sonderangebote anzeigen. Über Kategorien wie Genre, Nutzerwertungen oder Preis kann man die Darstellung der Suchergebnisse weiter einschränken.

Einen Preis für die Gestaltung und Funktionalität gewinnt Media Markt nicht, die Preise liegen aber meist am unteren Ende der Preisskala.
Vergrößern Einen Preis für die Gestaltung und Funktionalität gewinnt Media Markt nicht, die Preise liegen aber meist am unteren Ende der Preisskala.

Auch wenn der Webauftritt der beiden Online-Shops vom Media Markt und von Saturn unterschiedlich aussieht, dahinter steckt derselbe Musikladen. Während Saturn ein zurückhaltenderes Farbschema wählt, wird man beim Media Markt wie üblich mit knalligem Rot bombardiert. Die Optionen der beiden Shops gleichen sich. Neben einem Suchfeld gibt es drei Kategorien, nach denen man Titel sortieren kann. So lassen sich Neuheiten und die aktuellen Charts anzeigen und man kann Genres auswählen. Hier ist die Zahl der Kategorien aber sehr beschränkt, so dass man auf diesem Weg nicht so schnell ans Ziel kommt. Eine erweiterte Suchfunktion fehlt.

Bei Sony gibt es ein Suchfeld, eine Suche nach Genre sowie Seiten mit Neuheiten und Top-Sellern. Außerdem kann man über ein alphabetisches Register schnell zu einer Vorauswahl springen, die dann nur noch Interpreten mit diesem Anfangsbuchstaben zeigt. Die Titel eines Interpreten lassen sich als Alben oder aufgelistet nach Titeln anzeigen. Musicload bietet neben dem normalen Suchfeld eine erweiterte Suche, über die man gezielt nach Album, Interpret, Genre oder Datum suchen kann. Charts und Neuheiten werden wie im iTunes-Store direkt auf der Startseite angezeigt, Genres wählt man am besten über die erweiterte Suche aus, da nur hier genügend Kategorien verfügbar sind. 7digital bietet das dezenteste und meist aufgeräumte Erscheinungsbild, jedoch nur ein Suchfeld. Eine erweiterte Suche oder eine Suche nach Genres fehlt. Neue Alben und Titel, Charts sowie Empfehlungen werden sowohl auf der Startseite als auch auf separaten Seiten angezeigt.

Allen Shops gemeinsam ist die Hörprobe, wobei diese bei 7digital sowohl durch die Dauer (1 Minute) als auch durch die Bedienung nach dem iTunes Store am besten ausfällt. Bei allen anderen Läden gibt es nur 30 Sekunden, zum Anhören öffnen Musicload, Saturn und Media Markt erst einen neuen Tab. Bei Musikload stockt im Test die Wiedergabe, da nicht schnell genug geladen wird.

Vergleich zwischen Media Markt und Saturn auf techfacts.de

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