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rEFInd: Linux, Windows und OS X auf einem System

10.03.2016 | 10:00 Uhr |

Mit Bootcamp bietet OS X eine hauseigene Lösung, um Windows-Systeme direkt auf dem Mac zu installieren. Allerdings reicht das manchen Nutzern nicht: Sie wollen gegebenenfalls mehrere Linux-Versionen oder andere Betriebssysteme einsetzen. Mit dem Bootmanager rEFInd ist das kein Problem.

Multiboot-Systeme sind auf Windows-PCs gang und gäbe. Auch OS X erlaubt mit Bootcamp den Einsatz von Windows direkt auf dem Mac – ohne Umweg über virtuelle Maschinen oder andere Hilfstechnologien. Allerdings hat Bootcamp einen großen Haken: Das Programm erlaubt zwar den Einsatz einer aktuellen Windows-Version – von Windows 7 bis Windows 10 –, allerdings gibt ist keinerlei Möglichkeit vorgesehen, zum Beispiel Linux oder ein anderes Betriebssystem zu installieren. Auch andere Laufwerke als das interne Mac-Laufwerk – etwa eine USB-Festplatte – können nicht verwendet werden. Grund genug also, sich nach Alternativen umzusehen, insbesondere wenn nicht nur ein Betriebssystem neben Mac OS X eingesetzt werden soll, sondern mehrere. Mit dem Open-Source-Bootmanager rEFInd gibt es eine solche Alternative: Der Bootmanager klemmt sich zwischen Mac-Hardware und Betriebssystem-Start und erlaubt so die Ausführung beliebiger Intel-kompatibler Betriebssysteme mit EFI-Unterstützung auf einem Macbook, iMac, Mac Mini oder Mac Pro. Das bedeutet, dass eigentlich jedes moderne Betriebssystem mit der Software seinen Weg auf den Mac findet.

Mit dem rEFInd-Bootmanager sind Sie nicht wie bei Bootcamp auf Windows beschränkt, vielmehr können Sie beliebige Betriebssysteme nebeneinander installieren.
Vergrößern Mit dem rEFInd-Bootmanager sind Sie nicht wie bei Bootcamp auf Windows beschränkt, vielmehr können Sie beliebige Betriebssysteme nebeneinander installieren.

Sicherheitswarnung: Nichts für unerfahrene Anwender!

Bevor Sie rEFInd einsetzen, sollten Sie folgendes Wissen: Da die Software tief ins System eingreift, sind Schäden an bereits installierten Systemen nicht ausgeschlossen. Zwar lässt sich die Festplatte jederzeit wieder „Mac-only“ einrichten – allerdings sind dann alle Daten futsch. Es ist also zwingend notwendig, vorab ein Time-Machine-Backup der vorhandenen Mac-Daten zu erstellen und die externe Festplatte anschließend vom Mac abzustecken, um versehentliches Überschreiben von vornherein zu vermeiden. Zudem sollten Anwender ohne Unix-Erfahrung von der Installation absehen, da im Rahmen der Anleitung die Festplatte partitioniert, der Root-Nutzer reaktiviert und diverse Eingaben in der Terminal-Umgebung vorgenommen werden müssen. Wenn Ihnen diese Begriffe nichts sagen oder Sie keine Ahnung haben, wie Sie diese Werkzeuge bedienen müssen, sollten Sie von der Installation von rEFInd absehen und lieber auf eine virtuelle Maschine setzen: Das kostenlose VirtualBox oder das beliebte, aber kostenpflichtige Parallels sind hier gute Lösungen, um Windows und Linux auf dem Mac zu betreiben. Und wenn Sie als Videospieler gerne Windows direkt auf der Mac-Hardware ausführen möchten, ist Bootcamp immer das Mittel der Wahl. Wir übernehmen keine Haftung für verlorene Daten oder andere Probleme, die im Rahmen der rEFInd-Nutzung oder der Betriebssystem-Installation auftreten können!

Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, sollten Sie Multiboot vermeiden und lieber auf eine Virtualisierungslösung wie VirtualBox setzen
Vergrößern Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, sollten Sie Multiboot vermeiden und lieber auf eine Virtualisierungslösung wie VirtualBox setzen

Vorbereitung der Windows-Installation

Doch genug der grauen Theorie: Wenn Sie sich durchgerungen haben, das Experiment einzugehen, sollten Sie zunächst die Bootcamp-Treiber für die Windows-Version, die Sie einzusetzen planen, auf einem USB-Laufwerk ablegen: Das geht bei Windows 7, 8 und 8.1 und neuer mit DVD-Boot am einfachsten, indem Sie die Support-Software direkt von der Apple-Website laden und auf einen USB-Stick kopieren. Bei Windows 10 müssen sie hingegen ein USB-Bootmedium erstellen, indem Sie sich einmal durch den Bootcamp-Assistenten klicken und dort einen Windows-Boot-Stick mit Hilfe der Windows 10-ISO-Dateien – hier die 64-Bit-Version wählen – erstellen. Eine Lizenznummer für die jeweilige Windows-Version sollten Sie natürlich auch zur Hand haben. Apple hat zudem eine eigene, sehr aufschlussreiche Hilfeseite, auf der die Erstellung von Bootcamp-Medien für Windows 10 erklärt wird. Hier reicht es, im Bootcamp-Assistenten die Option „Installationsmedium für Windows 7 oder neuer erstellen“ auszuwählen, „Windows 7 oder neuere Version installieren“ aber abzuwählen, um einen USB-Stick mit der Windows 10-Installation samt Treibern zu erhalten. 


Mit Bootcamp können Sie komfortabel einen Windows-USB-Stick erstellen.
Vergrößern Mit Bootcamp können Sie komfortabel einen Windows-USB-Stick erstellen.

Vorbereitung der Linux-Installation

Wenn Sie nur Windows einsetzen möchten, ist natürlich Bootcamp das Mittel der Wahl. Aber Sie wollen vermutlich dazu auch noch Linux verwenden. Laden Sie daher die ISO-Datei der Linux-Version, die Sie nutzen wollen, als 64-Bit-Version von der Website der jeweiligen Distribution herunter, etwa Ubuntu . Das geht übrigens per Bittorrent meist deutlich schneller als als Web-Download – in diesem Fall ist das Tool Transmission das Mittel der Wahl. Anschließend können Sie die mit dem praktischen Tool „ Mac Linux USB Loader “ in einen bootfähigen USB-Stick umwandeln: Stecken Sie dazu einen USB-Stick an Ihren Mac (4 Gigabyte oder größer) und wählen Sie im Mac Linux USB Loader die Option „Live USB erstellen“. Wählen Sie hier das Linux-Image aus und installieren Sie es auf dem USB-Stick. Die Bedienung ist weitestgehend selbsterklärend. Anschließend besitzen Sie einen USB-Stick für Linux und einen für Windows – natürlich können Sie die Maßnahmen auch für weitere Linux-Distributionen durchführen, die Sie auf dem Mac installieren möchten.

Mit Bittorrent ist der Linux-Download eine Sache von Minuten
Vergrößern Mit Bittorrent ist der Linux-Download eine Sache von Minuten
Der Mac Linux USB Loader macht die Erstellung eines Linux-Sticks zu einem Kinderspiel
Vergrößern Der Mac Linux USB Loader macht die Erstellung eines Linux-Sticks zu einem Kinderspiel

rEFInd aufsetzen: Den System-Schutz deaktivieren

Nun geht es ans Eingemachte, die Installation von rEFInd auf dem Mac. Wichtig bei Systemen ab OS X 10.11 „El Capitan“ : Da Apple seit dieser Betriebssystemversion auf die sichere Rootless-Technologie („System Integrity Protection“, kurz SIP) setzt, besitzt selbst der Root-User keine vollumfänglichen Zugriffsrechte. Wenn Sie also El Capitan oder neuer einsetzen, müssen Sie zunächst dafür sorgen, dass auf Ihrem Mac der SIP deaktiviert ist. Das geht am einfachsten, indem Sie den Rechner neu starten und mit der Tastenkombination (cmd)+(R) in die Recovery-Modus starten. Dort müssen Sie ein Terminal-Fenster aufrufen und den Befehl

csrutil disable

eingeben. Anschließend können Sie das Terminal-Fenster beenden und den Mac neu in die reguläre OS-X-Installation starten. Übrigens lässt sich die SIP auf dem gleichen Wege nach Abschluss der Installation aller zusätzlichen Betriebssysteme auch wieder aktivieren. Dazu müssen Sie an gleicher Stelle den Befehl

csrutil enable

eingeben. Zudem muss, sofern nicht bereits geschehen, noch in den Systemeinstellungen unter „Sicherheit“ der App-Download auf „Keine Einschränkungen“ gestellt werden. Dann kann es auch schon losgehen.

Vor der rEFInd-Installation müssen mehrere Systemschutzmaßnahmen deaktiviert werden.
Vergrößern Vor der rEFInd-Installation müssen mehrere Systemschutzmaßnahmen deaktiviert werden.

rEFInd aufsetzen: Das Installations-Skript ausführen

Nun können Sie rEFInd auf Ihrem Mac-System installieren: Laden Sie dazu die ZIP-Datei mit den rEFInd-Binaries auf Ihren Mac herunter und entpacken Sie sie . Anschließend müssen Sie die Datei „refind-install“ per Doppelklick starten. Das Programm öffnet ein Terminal-Fenster, in dem Sie Ihr Administratorpasswort eingeben müssen. Anschließend startet die Installation von rEFInd, ebenfalls im Terminal. Das war es auch schon: Nach einem Neustart zeigt sich der Bootmanager in seiner vollen Pracht, erlaubt aber zunächst natürlich nur den Start von OS X oder dem Recovery-System, weil kein anderes Betriebssystem installiert ist. Mit einem Druck auf „F2“ können Sie zudem weitere OS-X-Bootoptionen aufrufen, richtig interessant wird es aber erst, wenn Sie weitere Betriebssysteme zum Bootmanager hinzufügen. Dazu müssen Sie zunächst die Festplatte partitionieren.  

Die Installation des rEFInd-Bootmanagers ist relativ einfach – man darf sich nur nicht vor dem Terminal scheuen.
Vergrößern Die Installation des rEFInd-Bootmanagers ist relativ einfach – man darf sich nur nicht vor dem Terminal scheuen.

rEFInd aufsetzen: Festplatte partitionieren

Jedes zusätzliche Betriebssystem benötigt ein eigenes Systemlaufwerk, das im passenden Dateisystem formatiert ist. Damit Sie nicht diverse Festplatten am Mac anschließen müssen, können Sie die vorhandene Systemfestplatte einfach in mehrere virtuelle Festplatten, sogenannte Partitionen, aufteilen. Starten Sie also erneut OS X, diesmal aus dem rEFInd-Bootmanager, indem Sie „Macintosh HD“ (oder den Namen Ihrer Festplatte) im Bootmenü auswählen. OS X startet wie immer. Wählen Sie jetzt das Festplatten-Dienstprogramm , wählen Sie hier das Systemlaufwerk der höchsten Ebene und klicken Sie auf „Partitionieren“. Reduzieren Sie zunächst die Größe der Systempartition um die Gigabyte-Zahl, die Sie für weitere Betriebssysteme bereitstellen möchten. In diesem Beispiel wollen wir je 150 Gigabyte für Windows und Linux, also 300 Gigabyte, reservieren.

Setzen Sie also die Größe der Systempartition auf „700 GB“ und drücken Sie die Eingabetaste. Natürlich muss der Platz frei sein. Anschließend klicken Sie den neuen 300 Gigabyte großen Bereich im Tortendiagramm an und teilen diesen erneut, indem Sie hier 150 Gigabyte eingeben und die Eingabetaste drücken. Sie haben nun die Festplatte in drei Partitionen aufgeteilt. Für Windows und Linux empfiehlt sich zunächst der Einsatz des Partitionsformat „MS-DOS-Dateisystem (FAT)". Vergeben Sie idealerweise auch gleich sinnvolle Namen für die Partitionen wie „Windows“ und „Linux“. Ein Klick auf „Anwenden“ ändert das Partitionsschema und die Größe der Mac-Partition. Nach Abschluss des Vorgangs tauchen drei Volumes unterhalb der Systemfestplatte im Festplatten-Dienstprogramm auf: Die Macintosh-HD, die für Windows vorgesehene Partition sowie die Partition, auf die Linux installiert werden soll. Notieren Sie sich zur Sicherheit noch die Gerätenamen der neuen Partitionen, die nach dem Schema „disk0sX“ im Dienstprogramm angezeigt werden. Damit fällt es leichter, die Partitionen später wiederzuerkennen, im Beispiel sind es „disk0s4“ für die Windows-Partition und „disk0s6“ für die Linux-Partition. Natürlich besteht auch die Möglichkeit, ein Windows- oder Linux-System auf einer externen Festplatte zu installieren: Dazu müssen Sie die externe Festplatte einfach während der Betriebssystem-Installation anhängen und die Betriebssysteme dort einrichten. Ist die Platte angesteckt, erscheinen Windows oder Linux im Bootmanager – ansonsten bleibt es bei OS X. Für den Einstieg empfiehlt sich allerdings, eine entsprechend große Systemfestplatte vorausgesetzt, dass Sie die Betriebssysteme „intern“ installieren. Übrigens: Wenn Sie mehr als zwei zusätzliche Betriebssysteme aufsetzen möchten, müssen Sie natürlich entsprechend viele zusätzliche Partitionen erstellen. Nach Abschluss der Partitionierung können Sie mit der Installation von Windows und Linux beginnen.

Die Mac-Partition muss verkleinert werden. Anschließend können im freien Bereich die Partitionen für Windows und Linux angelegt werden.
Vergrößern Die Mac-Partition muss verkleinert werden. Anschließend können im freien Bereich die Partitionen für Windows und Linux angelegt werden.

Windows auf dem Mac installieren


Stecken Sie zunächst den Windows-Installationsstick in einen USB-Slot Ihres Macs und starten Sie den Rechner neu. Es empfiehlt sich je nach System übrigens, eine USB-Maus und -Tastatur am Mac anzuschließen: Die Windows-10-Installationsroutine erkennt mangels Bluetooth-Treiber zunächst keine kabellosen Eingabegeräte! Hierzu können Sie jede kabelgebundene Mac- oder Windows-Eingabegeräte verwenden. Im Bootmanager taucht nun der Windows-Stick auf. Bei älteren Windows-Versionen können Sie analog den optischen Windows-Datenträger in ein internes oder per USB angeschlossenes DVD-Laufwerk einlegen. Wählen Sie nun die ganz rechte Option: „Boot Windows from (USB-Datenträgername)“. Anschließend startet die reguläre Windows-Installationsroutine. Wählen Sie die Systemsprache aus und klicken Sie auf „Weiter“, anschließend können Sie Ihren Windows-Lizenzschlüssel eingeben.

Falls Sie noch keinen haben, ist das auch kein Problem: Dieser kann auch nachträglich eingegeben werden. Klicken Sie in einem solchen Fall auf „Ich habe keinen Lizenzschlüssel“. Windows 10 fragt nun nach der zu installierenden Version, hier können Sie die Variante wählen, für die Sie eine Lizenz besitzen. Anschließend muss noch die Lizenzbestimmung abgenickt werden. Nun erscheint die Partitionsauswahl. Wählen Sie hier das als „Windows“ gekennzeichnete Laufwerk und klicken Sie auf „Weiter“. Sollte die Installationsroutine melden, dass das nicht geht, weil das Laufwerk als NTFS-Datenträger formatiert sein muss, hilft ein Klick auf „Formatieren“. Achtung: Wenn sie hier ein falsches Laufwerk auswählen, zerstören Sie womöglich Ihre Mac-Partition – es ist also äußerste Vorsicht angebracht. Immerhin: Die Laufwerksnummern – disk0s4 unter OS X ist „Laufwerk 0 Partition 4“ – bleiben unter Windows erhalten, weshalb sie eindeutig zuzuordnen sind. Ein Klick auf „Weiter“ startet nun die Windows-Installation, die Dateien werden vom USB-Stick auf den Mac kopiert, was abhängig von der Geschwindigkeit des Windows-USB-Sticks und der Mac-Systemfestplatte eine Weile dauern kann. Nach Abschluss der Installation startet der Mac automatisch neu. Achten Sie darauf, dass Sie nun nicht mehr „Boot Windows from (USB-Datenträgername)“ auswählen, sondern „Boot Windows from (Partitionsname)“. Dabei hilft es, während des Startgongs schnell den USB-Datenträger abzuziehen: In rEFInd taucht so nur eine Windows-Partition auf, die zwar kurios benannt ist, aber eindeutig als solche erkennbar ist. Windows schließt die Installation jetzt ab und startet den Rechner noch einmal neu. Anschließend können Sie Windows mit den ebenfalls auf dem Installationsdatenträger enthaltenen Treibern im Ordner „BootCamp“ fertig einrichten. Nach einem Neustart laden Sie um wieder im rEFInd-Bootmenü – hier taucht Windows ab sofort ganz regulär in den Auswahloptionen des Bootmanagers auf. Der Mac ist damit wie unter Bootcamp als ein zusätzlicher Windows-PC eingerichtet.

Der einzige knifflige Punkt bei der Windows-Installation ist die Wahl der richtigen Partition
Vergrößern Der einzige knifflige Punkt bei der Windows-Installation ist die Wahl der richtigen Partition

Linux auf dem Mac installieren

Nach dem gleichen Schema wie die Windows-Installation geht jetzt auch die Linux-Installation vonstatten: Stecken Sie den zuvor mit Mac Linux USB Loader erstellten Linux-USB-Stick in einen der USB-Ports Ihres Macs und starten Sie den Rechner neu. Im rEFInd-Menü erscheint nun der Stick mit einer oder mehreren Partitionen neben den bereits installierten Betriebssystemen OS X und Windows. Wählen Sie im Fall von Ubuntu den „Boot Fallback boot loader from Ubuntu“ aus und drücken Sie die Eingabetaste. Ubuntu fragt Sie jetzt, ob Sie von der ISO-Datei starten wollen. Bestätigen Sie das, anschließend startet die Live-Version des Betriebssystems und Sie können Linux schon einmal ausprobieren. Anders als Windows erkennt Linux große Teile der Mac-Hardware selbstständig und ist sofort einsatzbereit. Auf dem Desktop der Live-Version von Ubuntu liegt eine Datei namens „Install Ubuntu“: Klicken Sie diese doppelt, um den Installationsvorgang einzuleiten. Die Installation ist dabei im großen und Ganzen selbsterklärend, allerdings müssen Sie aufpassen, dass Sie im Punkt „Installationsart“ keinesfalls „Festplatte löschen und Ubuntu installieren“ wählen – bei anderen Distributionen gibt es ähnliche Menüpunkte. Setzen Sie die Auswahl stattdessen auf „Etwas anderes“: Nach einem Klick auf „Weiter“ landen Sie im Partitionsmenü von Ubuntu-Linux. Leider sind die Partitionsnummern hier nicht zwangsläufig mit denen auf dem Mac identisch: Im Beispiel ist /dev/sda5/ die freie, für Linux vorgesehene Partition, leicht erkennbar an der Größe und der Tatsache, dass sie als einzige Partition noch im FAT32-Format vorliegt. Markieren Sie sie, klicken Sie auf „Ändern“ und formatieren Sie sie im EXT4-Format. Vergessen Sie nicht, hier auch die Root-Partition einzuhängen. Anschließend können Sie Linux hier mit „jetzt installieren“ in der vorgesehenen Partition installieren, die anschließende Installation ist für jeden, der schon einmal Mac OS X oder Windows installiert hat, kein Problem.

Der Linux-Stick taucht im Bootmanager auf und kann gestartet werden.
Vergrößern Der Linux-Stick taucht im Bootmanager auf und kann gestartet werden.

rEFInd fixen, wenn es von Linux überschrieben wurde

Leider kann es vorkommen, dass Ubuntu rEFInd überschreibt. Statt einer Auswahl beim Systemstart bootet der Mac jetzt sofort ins Linux-System und Sie haben scheinbar keine Möglichkeit mehr, Windows oder OS X zu starten. Keine Panik, alle Daten sind noch da, Ubuntus Bootmanager Grub hat nur rEFInd überschrieben: Starten Sie in solchen Fällen den Rechner einfach noch einmal neu und halten Sie beim Startgong die Alt-Taste gedrückt. Es erscheint das normale Mac-Bootmenü zur Auswahl des Startvolumes. Hier wählen Sie Ihre Mac-Festplatte aus und schon startet wieder ganz normal OS X. Hier müssen Sie noch einmal die Datei „refind-install“ ausführen, um den rEFInd-Bootmanager neu aufzusetzen, was eine Sache von wenigen Sekunden ist. Nach einem weiteren Neustart erscheint wieder die normale Boot-Auswahl des rEFInd-Bootmanagers, in der jetzt neben OS X und Windows nun auch Linux zur Auswahl steht. Von hier aus können Sie nun alle Betriebssysteme starten. Bitte beachten Sie im laufenden Betrieb, dass die Systempartitionen der jeweils anderen Betriebssysteme als unformatierte Laufwerke in den Dateimanagern auftauchen können. Achten Sie darauf, dass Sie diese in Ruhe lassen.

Ist der Bootmanager gefixt, sind Mac OS X, Linux und Windows beim Systemstart wählbar. Jedes System bootet für sich.
Vergrößern Ist der Bootmanager gefixt, sind Mac OS X, Linux und Windows beim Systemstart wählbar. Jedes System bootet für sich.

Fazit: Drei oder mehr Systeme auf einem Mac sind kein Problem

Auch wenn es einige kleinere Hürden gibt, ist die Installation mehrerer Betriebssysteme auf einem Mac mit dem rEFInd-Bootmanager kein Problem: Das Programm ist klug genug, selbstständig zu erkennen, welche Betriebssysteme auf dem Mac installiert sind und gibt diese automatisch aus. Nutzer müssen wie bei Bootcamp im Kopf behalten, dass der Mac durch die Multiboot-Optionen an Persönlichkeitsspaltung erkrankt: Mal ist er ein Mac, mal ein Windows-PC und mal ein Linux-System und keiner weiß vom anderen. Deshalb ist die Multiboot-Variante auch nur dann vorzuziehen, wenn Sie mit dem Betriebssystem vollen Hardware-Zugriff und maximale Leistung brauchen – etwa weil Sie Software entwickeln oder aktuelle Spiele zocken wollen. In allen anderen Fällen ist es sicherer und komfortabler, Windows und Linux über Parallels, VMWare oder VirtualBox in einer virtuellen Maschine aufzusetzen . Übrigens: Als Austauschlaufwerk für Daten zwischen den drei Betriebssystemen empfiehlt sich entweder Dropbox, eine mit FAT32 formatierte externe Festplatte oder eine NAS.

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