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Alte Claris Works-Dateien am Mac öffnen

19.11.2014 | 14:38 Uhr |

Das waren noch Zeiten, als das Büropaket ”ClarisWorks” auf zahlreichen Disketten ausgeliefert wurde oder beispielsweise einem Performa beilag. Die damit erstellten Dateien sind keineswegs verloren.

Wer Claris Works, das Office-Paket samt Textverarbeitung, Grafikprogramm, Tabellenkalkulation und Datenbank noch selbst kannte, weiß, dass man damit wirklich kreativ und leichtfüßig zugleich arbeiten konnte. Die rahmenbasierten Module waren bestens aufeinander abgestimmt und arbeiteten fast perfekt zusammen. Später wurde aus dem Produkt des Tochterunternehmens Apple Works. Und Apples Pages konnte bis Version ’09 (4.3) respektive iWorks viele der alten Dateien sogar noch recht zuverlässig öffnen – freilich längst nicht alle.

Besser geht es mit dem Open Source-Paket Libre Office , mit einem Trick. Zunächst öffnet man im Finder mit Befehlstaste-F ein Suchfenster, gibt dort oben links im Pulldown-Menü ein ”Art = Andere” und schreibt in das Suchfenster rechts davon ”AppleWorks” (ausdrücklich nicht ”ClarisWorks”!). Hier werden nun sowohl Apple- als auch Claris-Works-Dokumente aufgelistet. Was eine echte Zeitreise bedeutet: Auf unserem iMac von 2010 finden wir teils längst vergessene Dateien, die bis ins Jahr 1995 zurückreichen. Aber das Beste kommt noch, man will die Dateien ja auch wieder nutzen können. Und das geht so:

In Libre Office (aktuell ist Version 4.3.4.1) startet man den Öffnen-Dialog (Befehlstaste-O) und zieht ein Claris- oder Apple-Works-Dokument in dieses Fenster. Hier zeigt sich nun der dazugehörige Ordner, aus dem man die Datei zum Konvertieren auswählt. Und tatsächlich, sogar Grafiken (”ClipArts”) und alte Vorlagen aus Claris Works anno dazumal zaubern sich auf den modernen Flachbildschirm, selbst erstellte Dateien natürlich ebenso. Libre Office startet automatisch das passende Modul für Text oder Tabelle und so weiter. Nur manchmal, etwa bei eingebetteten Grafiken oder manchen Tabellenkalkulationen, ist die Darstellung unter Umständen nicht sauber oder es fehlen Elemente. Dennoch, unsere Claris-Leichen leben noch! Es ist ein echter Nostalgie-Trip, und mehr: Wir finden durchaus noch nützliche Arbeitsunterlagen, die als längst verschollen galten. Digitale Archäologie, gewissermaßen.

Übrigens, es geht mit dem Öffnen noch einfacher: Man kann die gefundenen cwk-Dateien aus dem Finder auch direkt auf das Dock-Icon von Libre Office ziehen. Es ist beeindruckend, wie schnell das geht. Also, liebe CW-Veteranen, viel Spaß bei der ganz persönlichen Entdeckungstour!

 

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