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Erdbeermond perfekt fotografieren

21.06.2016 | 10:45 Uhr |

Auch noch heute Nacht können Sie den äußerst seltenen Erdbeermond bewundern. Und so fotografieren Sie ihn.

In den Nächten auf Dienstag und Mittwoch ist am Himmel eine besondere Konstellation zu sehen, die viele wohl nur einmal in ihrem Leben genießen können: Der Erdbeermond. Im allgemeinen ist damit zwar nur der Vollmond im Juni gemeint, im Speziellen aber einer, der genau zur Sommersonnenwende auftritt - und diese war am 21. Juni exakt um 0.34 Uhr.

Wenn Sie den eigentlichen Vollmond heute Nacht wegen schlechten Wetters verpasst haben, besteht auch heute noch die Chance, ihn in seiner Pracht zu bewundern: So viel hat er noch nicht abgenommen. Am eindrucksvollsten wirkt er, steht er noch tief am Himmel. Dann filtert die Atmosphäre den blauen Anteil des vom Erdtrabanten reflektierten Lichts aus und der Mond leuchtet tieforange bis bernsteinfarben - das ist übrigens auch zu anderen Jahreszeiten der Fall und hängt nicht von der Sommersonnenwende ab...

Einen wolkenfreien Himmel vorausgesetzt können Sie dieses Naturschauspiel auf der ganzen Nordhalbkugel verfolgen. Der letzte (spezielle) Erdbeermond erstrahlte im Jahr 1967, der nächste in dieser Konstellation im Jahr 2062. Kurz vorher wird übrigens der Halley'sche Komet unseren Kindern, Enkeln und Urenkeln die Aufwartung machen. Und solch eine Konstellation ist dann in der Tat verdammt selten...

Diese Ausrüstung brauchen Sie zur Mond-Fotografie

Vollmond ist die Gelegenheit, den Trabanten zu fotografieren. Das ist gar nicht so schwer, da der Mond bereits recht hell leuchtet und klare Konturen bietet. So bieten sich Nächte wie diese als idealer Einstieg in die Astrofotografie an. Idealer Weise ist der Himmel sternenklar, denn bei Wolkenschleier erscheint ein deutlicher Lichthof rund um den Mond. Das könnte heute Nacht sogar in einigen Regionen Deutschlands klappen.

So fotografieren Sie den Erdbeermond, aber auch einen normalen Vollmond

Die Ausrüstung: Sie brauchen dazu eine Kamera mit einer möglichst hohen Brennweite und der Möglichkeit, die Belichtung manuell einzustellen. Übrigens sind schon bei mittleren Brennweiten von rund 200 mm (Kleinbildformat) die Mondmeere gut zu erkennen, aber für die Darstellung der Mondkrater brauchen Sie mindestens ein 300-mm-Objektiv. Zudem sollten Sie ein möglichst stabiles Stativ verwenden.

Die Belichtungseinstellung: Da der Mond von der Sonne angestrahlt wird, haben Sie schon beinahe die Lichtverhältnisse wie bei Tageslicht-Aufnahmen. Verwenden Sie den manuellen Belichtungsmodus der Kamera. Wählen Sie einen niedrigen ISO-Wert von 100 oder 200. Die Blende stellen Sie auf den Wert 10 ein. Die korrekte Belichtungszeit liegt dann bei einem gewöhnlichen Vollmond bei etwa 1/350 Sekunde (ISO 100). Bei einem rötlichen Mond könnte die Belichtung etwas länger dauern - es fehlen ja Anteile des Lichts. Hier ist etwas experimentieren angesagt, um die beste Einstellung zu finden.

Der Fokus: Der Autofokus einer modernen Kamera ist empfindlich genug, um den Mond problemlos zu fokussieren. Alternativ können Sie den Fokus manuell einstellen, das gelingt dank Live Views sehr exakt.

Für Fortgeschrittene: Sollten Sie eine Spiegelreflex-Kamera verwenden, dann aktivieren Sie die Spiegelvorauslösung und lösen die Kamera mit einer Fernbedienung aus. Denn so vermeiden Sie weitestgehend Erschütterungen während der Aufnahme der Kamera, die auf einem Stativ befestigt ist. Für Fotos von einem Stativ sollten Sie zudem den Bildstabilisator deaktivieren. Verwenden Sie eine Belichtungsreihe, damit Sie die ideale Belichtung erwischen.

Der Erdbeermond kommt wieder

Gutes Gelingen und einen klaren Himmel für Ihr perfektes Erdbeermond-Foto. Falls Sie diesen speziellen Erdbeermond verpasst haben oder es zu bewölkt gewesen ist: In 46 Jahren werden Sie den nächsten Erdbeermond fotografieren können – Vielleicht dann schon als Tourist von Ihrem Mond-Hotel aus.

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