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Mehr Übersicht mit mehreren Displays

12.11.2013 | 14:00 Uhr |

Mavericks macht die Nutzung mehrerer Bildschirme komfortabler. Dazu gehören Verbesserungen von Fullscreen-Modus und Spaces sowie die Erweiterung der Schreibtischfläche über Airplay

Wer einen Mac mit mehreren Bildschirmen betreibt, macht mit Mavericks einen deutlichen Schritt nach vorn. Es gibt zwar immer noch einen Hauptbildschirm, doch der zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass hier Objekte landen, die man im Schreibtischordner sichert, zum Beispiel Screenshots. Hier erscheinen auch Speichermedien, wenn das in den Finder-Einstellungen aktiviert wurde. Ansonsten werden die einzelnen Monitore nun unabhängiger. Jeder bekommt eine eigene Menüleiste und wenn Sie mit dem Mauszeiger an den unteren Rand fahren, erscheint auf jedem das Dock. Die Einrichtung virtueller Desktops („Spaces“) erfolgt jetzt für jeden Bildschirm separat. Wechseln Sie in Mavericks einen Space weiter oder schalten Sie eine App in den Vollbildmodus, bleiben die anderen Bildschirme davon unberührt.

Das ist neu:

– Eigene Menüleiste auf jedem Bildschirm

– Vollbildmodus einzeln aktivierbar

– Dock auf jedem Bildschirm erreichbar

– Fernseher via Apple TV 2/3 als zusätzlicher Monitor nutzbar

– Virtuelle Desktops pro Bildschirm steuerbar

Mit Mountain Lion hielt auf dem Mac „Airplay Mirroring“ Einzug, also die Spiegelung des Schreibtischs auf einem via Apple TV angeschlossenen Bildschirm. Mit Mavericks wird der Airplay-Monitor nun zum vollwertigen Zweitbildschirm im lokalen Netzwerk. Sie können bei Bedarf die Arbeitsfläche vergrößern und ihren HD-Fernseher als Hilfsmonitor nutzen oder zum Beispiel Fotos, Filme und Präsentationen auf Fernseher oder Beamer zeigen, während Sie am Macbook vor sich weitere Infos sehen oder den Ablauf steuern. Leider erlaubt nicht jeder Mavericks-fähige Mac Airplay-Monitore. Kompatibel sind iMacs, Mac Minis und Macbooks Air, die ab Mitte 2011 vorgestellt wurden, sowie Macbooks Pro ab Anfang 201.

Airplay-Monitor auswählen

1. Apple TV konfigurieren

Auf dem Apple TV 2 und 3 lässt sich Airplay in „Einstellungen > Airplay“ konfigurieren. Die Funktion muss eingeschaltet sein, damit der Mac das Apple TV findet. Als optionalen Zugriffsschutz kann das Apple TV für jede Verbindung einen vierstelligen Onscreen-Code anzeigen, der dann eingegeben werden muss. Komfortabler ist das Festlegen eine Passworts, da es dauerhaft gespeichert wird und daher nur einmal eingegeben werden muss.

2. Monitore anzeigen

OS X findet Apple TVs mit aktivem Airplay automatisch im lokalen Netzwerk. Ist das Apple TV im Ruhezustand, müssen Sie es eventuell per Fernbedienung aufwecken. Für den Zugriff öffnen Sie „Monitore“ in den Systemeinstellungen. Dort erscheinen die Apple TVs im Aufklappmenü „Airplay-Monitor“. Ist darunter die Option zur Anzeige der Sync-Optionen aktiv, blendet OS X ein Statusmenü ein, wenn ein potenzieller Airplay-Monitor gefunden wird. Um die Ausgabe auf einem Apple TV zu starten, wählen Sie es in den Monitoreinstellungen oder im Statusmenü aus.

Zweiten Bildschirm konfigurieren

1. Monitore anordnen

Hat Mavericks die Verbindung hergestellt, erscheint in den Monitoreinstellungen auf dem Mac der zusätzliche Reiter „Anordnen“. Hier können Sie die Lage des Airplay-Monitors relativ zum ersten Bildschirm bestimmen. Zur besseren Orientierung sollte diese der tatsächlichen Anordnung der Geräte entsprechen. Der kleine, weiße Balken symbolisiert die Menüleiste und markiert den Hauptbildschirm. Dies ist zunächst der Mac-Monitor.

2. Airplay-Monitor

Auf dem Airplay-Monitor erscheint ebenfalls ein Einstellungsfenster. Hier können Sie die Auflösung für den neuen Bildschirm wählen. Die Standardauflösung für ein Apple TV 3 mit Full-HD-TV ist 1080p (1920 mal 1080 Pixel), während das Apple TV 2 nur 720p (1280 mal 720 Pixel) schafft. Mit „Skaliert“ können Sie die Auflösung manuell wählen. So kann man zum Beispiel ein Apple TV 3 mit 720p betreiben, um bei einer schwachen WLAN-Verbindung die benötigte Bandbreite zu reduzieren. Mit „Fenster sammeln“ holen Sie beide Monitoreinstellungen auf einen Bildschirm.

Weitere Funktionen

1. Airplay-Menü aufrufen

Haben Sie die Auflösung und Anordnung der Bildschirme einmal eingestellt, brauchen Sie die Systemeinstellungen kaum noch. Der Weg über das Airplay-Menü ist meist schneller und bequemer. Hier können Sie nicht nur einen Airplay-Monitor auswählen, sondern die Verbindung auch wieder trennen. Ist die Airplay-Ausgabe aktiv, können Sie auch von der Erweiterung der Arbeitsfläche zum Spiegeln des Mac-Monitors wechseln. Dabei zeigen dann beide Bildschirme den gleichen Inhalt. Trennen Sie die Verbindung, merkt sich OS X die zuletzt genutzte Einstellung.

2. Bildschirme spiegeln

Um die Bildschirmauflösung für die Spiegelung festzulegen, öffnen Sie noch einmal die Monitoreinstellungen und wechseln zum Reiter „Monitor“. Über das Menü „Optimiert für“ können Sie einen der beiden Bildschirme auswählen, um dessen native Auflösung für beide einzustellen. Darunter finden Sie weitere an den gewählten Monitor angepasste Auflösungen. Die Ausgabe wird gezoomt und eventuell durch schwarze Balken am Rand ergänzt. Sie können die Spiegelung übrigens auch unter „Anordnen“ mit der Checkbox „Bildschirm synchronisieren“ ein- und ausschalten.

Arbeit mit zwei Monitoren

1. Menüleisten und Dock

In Mavericks zeigt jeder Monitor eine eigene Menü­leiste und zwar die des zuletzt auf dem Bildschirm genutzten Programms. Auf dem gerade aktiven Monitor ist die Menüleiste normal zu sehen, während sie auf den inaktiven Monitoren etwas abgedunkelt wird. Eine weitere Verbesserung betrifft das Dock: Fährt man mit dem Mauszeiger an den Rand, erscheint nun auch auf dem Zweitbildschirm das Dock. Beides spart eine Menge Mausbewegungen, da man nicht dauernd zum Hauptbildschirm zurückfahren muss, um einen Menübefehl aufzurufen oder das Dock zu benutzen.

2. Individueller Vollbildmodus

Hat man bisher in Mountain Lion in einer App den Vollbildmodus aktiviert, so wurde der entsprechende Space auf anderen Bildschirmen mit umgeschaltet und zeigte dort gewöhnlich einen leeren Hintergrund. Das machte den für einige Programme sehr nützlichen Vollbildmodus bei Rechner-Setups mit mehreren Monitoren einfach unpraktisch. In Mavericks werden die Bildschirme entkoppelt. Nutzt man ein Programm bildschirmfüllend, hat das keinen Einfluss mehr auf die anderen Monitore. Man kann auf diesen ungestört weiterarbeiten. Das dürfte dem Vollbildmodus neue Freunde bescheren.

3. Virtuelle Schreibtische

Die Ursache für die Verbesserungen beim Vollbildmodus liegt eigentlich in einer besseren Verwaltung der virtuellen Desktops. In Mavericks hat jeder Bildschirm seine eigenen Spaces. Erzeugt man in Mission Control einen neuen Desktop, erhält nur der Monitor, auf dem man das macht, einen Space dazu. Da nicht mehr alle Monitore gleich viele virtuelle Desktops haben müssen, ist deren Anzahl unter Mavericks in der Regel kleiner und damit die Übersicht besser. Als weitere Folge schalten beim Wechsel zum nächsten Space nicht mehr alle Monitore parallel um, sondern immer nur der gerade aktive Bildschirm.

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