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Unicode - Fonts für alle

23.02.2009 | 08:20 Uhr |

Die Technologie für digitale Schriften hat sich in den letzten Jahren rasant verändert. Grundlage der Entwicklung: Unicode - ein neuer Standard, der alle Zeichensysteme dieser Erde einbezieht. Die wichtigsten Fragen zu Unicode beantwortet diese Folge der Typo Basics

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Technische Spezifikationen sind meist öde. Ihr Fachchinesisch schreckt ab und die Anwender interessieren sich in der Regel mehr für praktische Ergebnisse als für die Theorie dahinter. Gelegentlich lohnt es sich aber, die Motorhaube zu öffnen und einen Blick ins Innenleben einer Technologie zu wagen. Bestes Beispiel dafür ist das Mac-OS. Eher unbekannt ist eine andere Technologie auf jedem Mac, deren Auswirkungen für den Arbeitsalltag allerdings weit reichen. Ihr Name lautet: Unicode.

Warum Unicode?

Bereits in der Classic-Ära sorgten Fonts immer wieder für Trouble. Hauptgründe: die beiden unterschiedlichen Formate Postscript und Truetype sowie die Inkompatibilität von Mac-Schriften auf PCs und umgekehrt. Für professionelle DTP-Anwender sowie Anwender, die viel mit fremden Sprachen zu tun hatten, gab es schließlich noch ein drittes Ärgernis: die strikte Beschränkung von Zeichensatzdateien auf maximal 255 Zeichen. Dank der voranschreitenden Computertechnologie sind diese Ärgernisse mittlerweile weitgehend Vergangenheit. Mehr und mehr Schriftfonts liegen im Format Opentype vor, und viele moderne Schriftvarianten haben eine Zeichenfülle, die diejenige herkömmlicher Postscript- und Truetype-Schriften um ein Mehrfaches übertrifft. Beispiele dafür sind die Systemschrift Lucida Grande oder die Opentype-Pro-Fonts in der Creative Suite von Adobe.

Sicher ist es richtig, dass verbreiterte Datentiefen die Entwicklung begünstigt haben. Richtig ist auch, dass sich das plattformübergreifende Format Opentype-Format zunehmend durchsetzt. Ohne eine weitere Grundlage, nämlich einen zeitgemäßen Standard für die Zeichenbelegung digitaler Schriftfonts, wären die Fortschritte bei Bits, Bytes, Taktraten und Formaten allerdings nicht viel mehr als Stückwerk. Genau an der Stelle setzt Unicode an. Anders als die lange Jahre als Standard verwendete Zeichenbelegungsspezifikation ASCII (American Standard Code for Information Interchange) offeriert Unicode ein einheitliches Kennnummer-Korsett für alle Sprachen, Zeichen- und Schriftsysteme dieser Welt - angefangen von unserem lateinischen Alphabet über diverse Erweiterungen bis hin zu den Schriftsystemen des ostasiatischen Raums, Standardinfogrammen und Specials wie beispielsweise der Braille-Blindenschrift.

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