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Stauchen, ohne zu quetschen

15.05.2009 | 10:11 Uhr |

Bei den Photoshop-Neuerungen von CS4 ist das kontextsensitive Skalieren die am meisten beachtete Funktion. Ihr Einsatz und Nutzen wird aber auch sehr kontrovers diskutiert. Wir zeigen in vier Beispielen, warum das so ist

Das inhaltsbewahrende oder auch kontextsensitive Skalieren, in Photoshops Bearbeiten-Menü als "Skalieren (Inhalt bewahren)" zu finden, dient dem Dehnen und Stauchen von Bildproportionen, ohne dabei die bildwichtigen Inhalte zu verzerren. Dabei unterscheidet das inhaltsbewahrende Skalieren zwischen Texturen und klar abgegrenzten Motiven. Texturen sind alle Bildinhalte niedriger Frequenz wie beispielsweise Gras, Laub, Sand, Wald oder Mauerwerk. Klar abgegrenzte Motive erkennt die Technologie durch einen hohen Frequenzausschlag an den Kanten des Motivs. Das ursprüngliche seam carving (auf Deutsch etwa "In Bänder zerlegen") wurde auch so weiter entwickelt, dass es geometrische Grundformen wie Kreise, Rechtecke und Trapeze erkennt, somit also beispielsweise Autoreifen, Fenster oder perspektivisch verzerrte Häuserfassaden.

Nach der Analyse der Bildinhalte zerlegt das CAS (Content aware scaling), wie das inhaltsbewahrende Skalieren allgemein abgekürzt wird, das Bild horizontal und vertikal in verschiedene Bänder ähnlicher Textur. Beim Skalieren mit CAS werden dabei Nachbartexturen möglichst gut angeglichen, während erkannte oder durch Alpha-Masken definierte Bildbereiche so weit als möglich ihre Proportionen behalten sollen. Der häufigste praktische Einsatzzweck von CAS ist das Anpassen von Bildern an gegebene Ausgabebreiten-/höhenverhältnisse unter der Maßgabe, dass keine bildwichtigen Motive entfernt werden. Ein Beispiel hierfür ist das Anpassen von fotografischen Anzeigenmotiven auf die verschiedenen Formate und Größen unterschiedlicher Medien wie Tageszeitungen (Tabloid, Berliner Format,...), Magazinen (A4, 200 x 270,...) oder Bewegtbildformate (4:3, 16:9,...). Auch andere Anwendungen wie das Hochskalieren von Himmelspartien oder das Dramatisieren durch Verdichtung sind denkbar, und das ohne eine einzige Retusche machen zu müssen.

Da die inhaltsbewahrende Skalierung motivabhängig ist, lässt sich nicht exakt sagen, bis zu welchem Prozentsatz hoch- oder runterskaliert werden kann.

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