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Test Nuance Dragon Dictate 2.5

30.04.2012 | 14:08 Uhr |

Es ist beinahe wie bei Raumschiff Enterprise: Man spricht mit dem Computer. Das geht mit Spracherkennungsprogrammen und auf dem Mac ist Dragon Dictate nahezu Konkurrenzlos.

Mit dem iPhone 4S hat Apple den Sprachassistenten Siri eingeführt. Mountain Lion , das für den Sommer angekündigte neue Mac OS, soll zwar einige Funktionen aus iOS 5 erben, wie die Mitteilungszentrale und Airplay , die Sprachsteuerung Siri jedoch nicht. So wird wohl auch weiterhin Dragon Dictate die einzige Spracherkennung für den Mac bleiben. Wir testen die gerade erschienene Version 2.5.

Unter Spracherkennung werden meist zwei Dimensionen unterschieden. Einerseits geht es um ein Diktieren von per Mikro in den Rechner gesprochenen Text und das möglichst fehlerfreie Transkribieren in ein digitales Textdokument und anderseits um die komplette Steuerung des Rechners mit der eigenen Stimme. Dragon Dictate möchte beide Aspekte gleichermaßen gut bedienen. Die Version 2.5 unterstützt nun auch Microsoft Word 2011 , vereinfacht das Posten von Inhalten auf Facebook sowie Twitter und akzeptiert die aktuellen iOS-Geräte wie iPhone, iPad und iPod Touch als Eingabemikrofon.

Installation und Einrichtung

Dragon Dictate wird mit zwei CDs ausgeliefert, Programm und Daten voneinander getrennt. Im Gegensatz zu Siri muss der Anwender nach der Installation zunächst ein Sprachprofil erstellen. Dazu muss er dem Rechner mehrere Mustertexte vorlesen. Je mehr Lokalkolorit in der Aussprache liegt, desto länger dauert dies. Zehn Minuten dürften das Minimum sein. Danach kann es losgehen - nein. Denn jetzt muss der Anwender erst einmal - auch das ist Siri-untypisch - die Sprachbefehle erlernen. Derer gibt es knapp 200! Diese sieht man als Schwebepalette, ausdrucken lassen sie sich allerdings nicht.

Text diktieren

Das Diktieren funktioniert ausgesprochen reibungslos. Das gilt allerdings nur für Texte in komplett deutscher Sprache. Benutzt man neben der deutschen Sprache auch englische Ausdrücke, etwa "Mail", versteht Dragon "Mehl" und es führt kein Weg am Buchstabieren vorbei. Da diese Art der Kommunikation aber heute eher die Norm denn die Ausnahme ist, hemmt die Ignoranz für Anglophones die Diktierfreude erheblich. Man muss seinen Arbeitsablauf daher so einrichten, dass man zuerst alles diktiert und im Nachgang korrigiert.

Im Test liegt die Fehlerrate für einen einfachen deutschen Prosatext (2313 Zeichen, 399 Worte) bei 7,2 Prozent (29 Worte). Ein Fachtext zum Thema Internetsicherheit (3081 Zeichen, 393 Worte) ist für Dictate schwieriger zu transkribieren. 26,7 Prozent der Worte werden falsch verstanden (104 Worte). Nach einem weiteren Sprachtraining (zweimal sechs Minuten) sieht die Bilanz nur bedingt besser aus. Während die Fehlerrate beim Prosatext bei 5,7 Prozent liegt, verschlechtert sie sich beim Fachtext mit 27,9 Prozent sogar leicht. Neben dem Sprachtraining bietet Dragon Dictate auch noch ein Wortschatztraining an, um etwa Fachausdrücke zu lernen. Nachdem Dictate unsere zwei Testdokumente zur Analyse bekommen hat, sinkt die Fehlerquote schließlich auf 0,03 Prozent respektive 18,3 Prozent.

Den Rechner per Sprache steuern

Apple versteht Siri als persönlichen Assistenten, dem der Anwender buchstäblich alles sagen kann und in jedem Fall eine Antwort oder Reaktion bekommt, gelegentlich auch eine sinnfreie. Dragon Dictate versteht hingegen nur die vorgegebenen Komandos. Während sich alle Programme im Programmordner per Sprachbefehl "Starte …" öffnen lassen, können nur sechs von ihnen auch verbal beendet werden. Die Befehle für die Maus funktionieren zum größten Teil, wie der Dreifach-Mausklick. Aber etwa das Bewegen der Maus in eine Richtung kann mit keinem Befehl abgebrochen werden sondern muss händisch erfolgen. Die Tastatur lässt sich sprachlich weniger gut ansprechen. Befehle in Verbindung mit Befehlstasten haben wir überhaupt nicht zur Ausführung überreden können. Die Programmbefehle sind dagegen mitunter sehr praktisch. So kann man Safari auffordern, die Apple-Website zu öffnen, was auch prompt passiert. Selbst den Befehl "Öffne die MacNews Seite" kennt das Programm. Andere populäre Nachrichten-Websites lassen sich aber nicht verbal aufrufen.

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