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Spricht nicht alles für virtuellen Arbeitsspeicher?

18.07.2000 | 00:00 Uhr |

Ich bin im Besitz eines Rechners 165c, der mit 4 MB Arbeitsspeicher und System 7.1 ausgestattet ist. Es würde mich interessieren, ob es sich dann nicht anbietet, den Arbeitsspeicher durch "virtuellen" Speicher zu erhöhen. Warum sollte ich also nicht so tun, als hätte ich eigentlich 8 oder 12 MB Arbeitsspeicher? Ist das System in diesem Fall schlau genug, um nur die "echten" und schnelleren 4 MB anzusprechen, wenn im Moment nicht so viel Speicher benötigt wird - zumindest bevor der Arbeitsspeicher fragmentiert wird?

Gerade in Ihrem Fall, so finden wir, bietet es sich nicht an, mit virtuellem Arbeitsspeicher zu arbeiten - es sei denn, Sie nutzen Ihr Powerbook lediglich an einem Ort. Denn bedenken Sie: Bei virtuellem Arbeitsspeicher wird ein Teil der Festplattenkapazität abgezwackt und dem Arbeitsspeicher zugeschlagen. Das bremst nicht nur die Arbeitsgeschwindigkeit - DRAMs haben eine mittlere Zugriffszeit von 80 Nanosekunden, schnelle Festplatten liegen hingegen bei rund 10 Millisekunden. Sie gönnen damit Ihrer Festplatte überhaupt keine Ruhepause mehr. Da der Massenspeicher andererseits aber zu den "energiefressenden" Komponenten eines Notebooks zählt, sollte es eigentlich im Bestreben jedes Powerbook-Besitzers liegen, diesem möglichst lange Erholungspausen zu gönnen. Wir geben gerne zu, die pseudostatischen Speichermodule - Apple verwendet diese aus Energiespargründen - sind nicht gerade günstig. 4 MB kosten in diesem Fall an die 600 Mark, während Sie für ein SIM-Modul gleicher Größe, aber mit "normalen" DRAMs bestückt, nur an die 300 Mark hinblättern müssen. Ist Ihnen jedoch daran gelegen, möglichst lange netzunabhängig mit Ihrem Powerbook zu agieren, sollten Sie dieses Geld investieren und tunlichst auf virtuellen Speicher verzichten. Zur zweiten Frage: Das System ist nicht so intelligent, daß es zunächst einmal die 4 MB physikalisch vorhandenes RAM nutzen würde, es spricht vielmehr den Arbeitsspeicher an, wie es sich gerade ergibt. Zu bedenken ist in diesem Zusammenhang noch folgender Aspekt: Es gibt einige Programme auf dem Markt, die die Zusammenarbeit mit dem virtuellen Speicher verweigern und sich in diesem Fall sang- und klanglos mit einer Bombe verabschieden. Andere Applikationen wie etwa Photoshop besitzen eine eigene virtuelle Speicherverwaltung.

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