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Time Machine ohne NAS

12.11.2009 | 10:12 Uhr |

Die Datensicherung mit Time Machine über Ethernet ist mit hohen Risiken verbunden, NAS-Festplatten sind prinzipiell mit Vorsicht zu genießen.

Time Machine
Vergrößern Time Machine

Es ist verführerisch, Apples Backup-Software Time Machine und eine der vielen Festplatten mit Ethernet-Schnittstelle ("NAS") zu verwenden, die zur Zeit auf dem Markt angeboten werden. Denn damit ist es möglich, ein zentrales Backup für mehrere Macs zu erzeugen. Außerdem lassen sich diese NAS meist noch für viele andere Aufgaben nutzen. Trotzdem raten wir dringend davon ab, diese Backup-Lösung zu verwenden. Time Machine sollte immer mit einer direkt angeschlossenen Festplatte (USB oder Firewire) oder auf einem Mac mit Mac-OS X Server oder auf Apples Time Capsule genutzt werden.

Der empfohlene Trick für NAS ist immer gleich: Man tippt im Dienstprogramm Terminal den Befehl "defaults write com.apple.systemprefe rences TMShowUnsupportedNetworkVolumes 1" ein (ohne Anführungszeichen) und kann dann auf dem NAS ein mitwachsendes Disk-Image erzeugen (mit dem Festplatten-Dienstprogramm). Dieses Disk-Image öffnet man mit einem Doppelklick und wählt dann als Backup-Volume in Time Machine aus.

Problematisch an dieser Lösung ist, dass Time Machine spezielle Befehle im AFP-Protokoll voraussetzt, die nötig sind, um sicherzustellen, dass die Dateien wirklich auf der Festplatte des NAS gespeichert sind. Diese Befehle sind neu (nicht Teil von "AFP 3.2") und wenig dokumentiert. Mit dem oben erwähnten Terminal-Befehl kann man Time Machine zu einer Datensicherung überreden, auch wenn die NAS-Festplatte diese AFP-Befehle nicht versteht. Ohne diese AFP-Befehle erhält Time Machine aber keine verlässlichen Informationen, ob eine Datei nur im Zwischenspeicher (Cache) der NAS-Festplatte gespeichert ist. In der Regel sind solche Backups deshalb nach einigen Wochen oder Monaten unbrauchbar. Typische Anzeichen dafür sind Fehlermeldungen, dass Time Machine das Backup-Volume nicht mehr erkennt oder nicht mehr öffnen kann. Manchmal meldet Time Machine statt dessen, dass der verfügbare Platz auf dem Backup-Volume nicht mehr ausreicht, obwohl dort mehrere GB frei sind. Reparieren lässt sich das Backup-Volume in einer solchen Situation nur sehr selten, meistens sind dann alle gesicherten Daten verloren.

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