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Portraitaufnahmen in Photoshop

01.03.2010 | 00:00 Uhr |

Durch die Erstellung einer Maske lässt sich der Hintergrund unscharf stellen wie mit einem hochwertigen SLR-Objektiv

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Je kleiner die Fläche des Bildsensors, desto höher ist die Schärfentiefe - also der Bereich, der scharf dargestellt werden kann. Die kleinste Sensorfläche nutzen (abgesehen von Foto-Handys) Kompaktkameras, hier ist der Sensor oft gerade mal so groß wie der Fingernagel des kleinen Fingers. Dieser systembedingte Umstand ist zwar gut für Makro-Fotografen, besonders für jene mit einer Bridge-Kamera, auf die man eine Makro-Linse schrauben kann. Doch für Portraitaufnahmen ist die hohe Schärfentiefe ein Problem, denn hier möchte man meist den Hintergrund unscharf darstellen, um so das Portrait optisch frei zu stellen. So auch bei unserem Beispiel, bei dem der unruhige Hintergrund stört. Mit einer Maske lässt sich das korrigieren.

1. Kopie des Fotos erstellen und diese etwas verkleinern

Zunächst erstellt man eine Kopie des Ausgangsbilds und zeichnet diese mit dem Filter "Gaußscher Weichzeichner" mit einem Radius von etwa zehn Pixel unscharf. Das Problem: Würde man nun das Portrait freistellen, dann bleibt wegen der Unschärfe ein unbeabsichtigter Schein rund um das Portrait. Daher verkleinert man die Ebenenkopie ein wenig: Man wählt mit der Tastenkombination "Befehl-T" das Werkzeug "Frei Transformieren" (zu finden unter "Bild > Transformieren"). Nun hält man die Wahltaste gedrückt und zieht das Bild etwas kleiner. Mit gedrückter Wahltaste verkleinert man das Bild proportional und zur Bildmitte hin.

2. Maske erstellen

Bei unserem Beispiel würde es unnatürlich wirken, den gesamten Hintergrund einfach weichzuzeichnen. Deshalb fügen wir eine Ebenenmaske mit Verlauf ein. Zunächst wählt man dazu "Ebene > Neue Füllebene > Volltonfarbe", wobei die gewählte Farbe egal ist. In der Ebenenpalette schiebt man diese Füllebene unter die Ebene mit dem unscharfen Hintergrund. Jetzt klickt man mit gedrückter Wahltaste zwischen die beiden Ebenen, der Pfeil-Cursor ändert sich zu einem Symbol mit zwei Kreisen. Das Miniaturbild der oberen Ebene mit dem unscharfen Hintergrund rückt dann ein Stück nach links, die beiden Ebenen sind nun miteinander verknüpft.

3. Verlauf erstellen, Portrait freistellen und Bildrand weg

In der Ebenenmaske klickt man auf das rechte weiße Rechteck (Ebenenmaskenminiatur). Dann wählt man das Werkzeug "Verlauf" (Taste G) mit einem Verlauf von Schwarz nach Weiß. Da bei unserem Beispiel der Boden im Vordergrund scharf bleiben soll, muss dieser schwarz maskiert werden und nach oben weiß auslaufen.

Jetzt muss nur noch das Portrait freigestellt werden. Hier wählt man einen weichen schwarzen Pinsel für die Maske. Fehler beim Maskieren lassen sich mit einem weißen Pinsel beheben. Ein Tipp: Blendet man die oberste Ebene mit dem unscharfen Hintergrund aus, hat man oft eine bessere Kontrolle zum Freistellen. Zum Schluss muss man nur noch den Rand wegschneiden. Dazu verwendet man das Werkzeug "Freistellen" (Taste C) und stellt in der oberen horizontalen Leiste als Seitenverhältnis "Fotoverhältnis verwenden" ein und wählt den gewünschten Ausschnitt.

Erweitert in Photoshop Elements ist der Umgang mit Fenstern und Paletten: So verhält sich die dunkelgraue Gesamtansicht wie ein normales Finder-Fenster: Es lässt sich in ihrer Größe ändern, indem man das Fenster unten rechts packt und kleiner zieht. Auch kann man die Ansicht reduzieren, so dass sie als Miniaturansicht in das Dock wandert. Alle Werkzeuge, die an der grauen Oberfläche angedockt sind (auch "Sticky" genannt), werden auf diese Art ebenfalls reduziert. Packt man allerdings eine der Paletten, kann man sie als schwebendes Fenster frei platzieren, dieses Fenster bleibt wie die geöffneten Fotos stehen, wenn man die Gesamtoberfläche in das Dock reduziert. Auf diese Art kann man beispielsweise für eine bestimmte Bearbeitung das Foto bildschirmfüllend darstellen, eine Option, die Photoshop Elements leider von Haus aus nicht bietet. Bei Photoshop lässt sich übrigens mit der Taste "F" ein Foto schon seit langem bildschirmfüllend darstellen.

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