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Typografische Extras in Opentype

13.05.2009 | 10:49 Uhr |

Ob Satz-Dienstleister, Druckerei, Verlag oder Werbeagentur: Opentype-Schriften sind im Satz-Alltag mittlerweile eine feste Größe. Im qualitätsbewussten Satz besonders gefragt sind die typografischen Zusatzfunktionen dieser Schriften etwa beim Umgang mit Kapitälchen oder Mediaevalziffern

Typografie mit Opentype: aufmacher
Vergrößern Typografie mit Opentype: aufmacher

Verglichen mit den herkömmlichen Font-Formaten Postscript und Truetype , versprechen Opentype -Schriften drei Vorteile: Erstens, lassen sie sich unter Windows ebenso einsetzen wie unter Mac-OS X. Ein zweiter Punkt ist die mit ihnen verbundene Internationalisierung. Konkret erhoffen sich viele Nutzer die Unterstützung mitteleuropäischer Sprachen, eventuell auch der kyrillischen oder griechischen Schrift. Der dritte Grund sind schließlich die typografischen Gimmicks, die potenziell in einer Opentype-Schrift enthalten sind. Die Worte "erhoffen" und "potenziell" deuten indes einen Sachverhalt an, der für das momentan aktuelle Angebot an Opentype-Schriften typisch ist: Ob eine Schrift zusätzliche Zeichen für mitteleuropäische Sprachen oder für typografische Sonderfunktionen enthält, hängt ganz von der entsprechenden Schrift ab. Die gute Nachricht lautet: Es gibt immer mehr Schriften, die diesen Komfort bieten.

Zeichensets und Anwendungsprogramme

Hundertprozentig sicher halten Opentype-Schriften das Versprechen systemübergreifend zu funktionieren. Die Liste der Schriften, die Zeichensets für andere Schriftsysteme enthalten oder satztechnische Finessen wie Small Caps, Mediaevalziffern oder Zierbuchstabenvarianten, wächst von Woche zu Woche. Längst warten nicht nur Schriftfonts im Format Opentype Pro mit zusätzlichen Typo-Features auf. Auch Schriften im Format Opentype Standard können zusätzliche Zeichensets enthalten. Dabei gilt die Faustregel: Schriften, die als Postscript-Font schon gut ausgebaut waren, sind im Format Opentype daher ebenfalls besser ausgestattet als der Durchschnitt.

Elektronisch erzeugte und echte Kapitälchen.
Vergrößern Elektronisch erzeugte und echte Kapitälchen.

Allein das Schriftpaket von Adobes Creative Suite enthält ein Dutzend Schriften im Oberligaformat Opentype Pro. Auch die gängigen Profi-Programme in Satz, Grafik und Layout unterstützen Zeichensets für Sprachen und Profi-Typografie mit recht ausgeklügelten Funktionen. Was jedoch genau hat man unter typografischen Zusatzfunktionen zu verstehen? Und wieso sind diese in der Lage, eine qualitativ bessere Typo zu erzeugen als Schriften in herkömmlichen Formaten? Die erste der beiden Fragen zielt auf das Zeicheninventar ab, das gut ausgestattete Opentype-Schriften zusätzlich zur Verfügung stellen. Meist handelt es sich dabei nicht um zusätzliche Figuren im eigentlichen Sinn, sondern vielmehr um spezielle Variationen normaler Zeichen. Der Vorteil einer so ausgestatteten Schrift besteht darin, dass sie für Buchstaben und Ziffern nicht nur eine Variante pro Zeichen zur Verfügung stellen, sondern unterschiedliche - für Kleinbuchstaben etwa zusätzlich Kapitälchen, für Ziffern neben den obligatorischen Versalziffern auch Mediaevalziffern sowie entsprechend optimierte Varianten für Fußnoten, Quellenangaben und Bruchziffern.

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