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Antivirus für den Mac: Sieben Programme im Vergleich

17.06.2021 | 10:30 Uhr | Stephan Wiesend

Viren sind auf dem Mac noch recht selten, sicherheitsbewusste Anwender suchen aber trotzdem eine gute Antivirensoftware. Wir vergleichen sieben aktuelle Virenscanner für Big Sur.

Malware-Angriffe auf Macs sind vergleichsweise selten, vor allem im Vergleich zur besonders stark angegriffenen Windows-Plattform. Ist der Mac aber deshalb wirklich sicher? Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat da so seine Zweifel, besonders Ransomware hatte sich in den letzten Jahren sogar auf Apple-Rechnern als zunehmende Gefahr erwiesen. Wenngleich nach des Amtes Ansicht Windows- und Linux-System noch weit gefährdeter sind. Doch kann es – fast wie im richtigen Leben – keine absolute Sicherheit geben.

Achtung: Details zu den Einzelergebnissen finden Sie weiter unten im Text.

Tipp: Unnötige Programme entfernen mit CleanMyMac

Mac-Malware gibt es wirklich. Im Unterschied zur von Viren geplagten Windows-Plattform sind Schadprogramme, auch Malware genannt, auf dem Mac aber selten. So muss Apples ins System integrierter Download-Schutz Xprotect bei Redaktionsschluss gerade einmal knapp 130 Schädlinge blockieren – vor allem lästige Adware wie Genieo. Die Anzahl an bekannten Mac-Viren ist kontinuierlich weiter gestiegen, meist handelt es sich aber um längst bekannte und teilweise bereits unwirksame Viren. Gefährlicher sind aber komplett neue Vertreter an Schadsoftware und hier gab es in den letzten Jahren doch einige Unterschiede, auch was die Art der Schadprogramme betrifft. In seinen Statistiken unterscheidet das renommierte Institut AV-Test etwa zwischen "echter" Malware wie Spyware und Trojanern und PUA (Potentially Unwanted Applications) bzw. Adware – sogenannten Lästlingen, die oft in einer Grauzone aus offenem Betrug und aufdringlichem Marketing agieren. Interessant: Das Verhältnis von Malware und den getrennt beobachteten PUAs ist von Jahr zu Jahr sehr unterschiedlich. Auffällige Anstiege gab es während des Bitcoin-Hypes etwa bei sogenannten Crypto-Minern, die fremde Rechner für das Schürfen von Krypto-Währungen nutzen.

Grundsätzlich sind Android und Windows aber viel stärker betroffen.
Vergrößern Grundsätzlich sind Android und Windows aber viel stärker betroffen.
Zuletzt schien die Zahl der Adware-Attacken zu sinken, zuletzt ist der Anteil aber wieder stark gestiegen.
Vergrößern Zuletzt schien die Zahl der Adware-Attacken zu sinken, zuletzt ist der Anteil aber wieder stark gestiegen.
© AV-Test

Trotz eigentlich geringer Gefährdung ist das Angebot an Mac-Virenscannern überraschend groß. Fast alle bekannteren PC-Scanner sind auch für macOS verfügbar, wir testen eine repräsentative Auswahl von sieben Programmen. In unserem Test treten die kostenlos nutzbaren Tools von Avira , und Avast gegen kostenpflichtige Virenscanner von F-Secure , Bitdefender, Clario,  Norton Life Lock und Trend Micro an. Die Messdaten für die Erkennung von Mac-Viren stammen vom Institut AV-Test , das die Messungen März/April 2021 unter macOS Big Sur durchführte.

Trend Micro Antivirus

In unserem Test zeigte die Lösung von Trend Micro eine der besten Erkennungsleistungen – und liefert seit Jahren konstant gute Testleistungen. Sowohl Mac- als auch Windows-Viren wurden erfolgreich erkannt, ebenso unerwünschte Werbetools bzw. Adware.  Bedienkomfort und Funktionsumfang sind ohne Tadel. Eine Browsererweiterung für mehr Privatsphäre wird ebenso geboten.

Gesamtnote: 1,8 gut

Preis: € 30, CHF 42

Systemanforderungen: ab OS X 10.14

Trend Micro

Clario

Auf dem dritten Platz landet Clario. Für Virenerkennung sorgt die Engine von Bitdefender, der VPN-Dienst von NordVPN ohne Datenbeschränkung ist ebenfalls mit dabei. Ungewöhnlich ist das umfangreiche Rund-um-Paket. Über Chat, Telefon und Remote stehen außerdem Supportmitarbeiter zur Verfügung, ebenso gibt es Browser-Erweiterungen und eine iOS-Version. Aktuell kostet das Tool 69 Dollar pro Jahr, das soll sich aber bald auf 129 Dollar steigern – ein stolzer Preis. Der neue Hersteller Clario Tech Limited ist noch wenig bekannt, die Firma hatte vor einiger Zeit  Teilbereiche von Kromtech übernommen , die Mutterfirma des umstrittenen Tools Mackeeper.

Gesamtnote: 1,8 -  gut

Preis $ 69

Systemanforderungen: ab OS X 10.12

Clario

Norton

Schon seit Jahrzehnten gibt es die Antivirussoftware von Norton auch als Mac-Version. Mac-Malware und Adware erkennt Norton (seit 2019 heißt das Unternehmen Norton Life Lock) sehr gut, leider ist die Erkennung von Windows-Viren wie schon bei früheren Tests etwas schwächer. Dafür ist die Systemlast niedrig, die Bedienung ausgereift und der Funktionsumfang ausgezeichnet, so ist eine Firewall enthalten. Drei Version sind verfügbar, die teuerste Deluxe-Version gibt es inklusive Kindersicherung und Online-Backup. Der VPN-Dienst Norton Secure VPN kostet extra.

Gesamtnote: 2,0 gut

Preis: € 30, CHF 33

Systemanforderungen: ab OS X 10.13

Norton Security

Avast

Kostenlos ist der Virenscanner von Avast nutzbar, Adware erkannte er ausgezeichnet, Windows-Viren ebenfalls. Schade: Kopieraktionen werden etwas verzögert. Lästig: Der kostenpflichtige VPN-Dienst wird recht stark beworben.

Gesamtnote: 1,8 gut

Preis: kostenlos

Systemanforderungen: ab OS X 10.11

Avast

Avira Antivirus

Auf der Windows-Plattform hat Avira einen hervorragenden Ruf, auch die Mac-Version ist recht beliebt. Schade: Die Erkennung von Adware ist mit 80 Prozent nur Mittelklasse, bei der Erkennung von Mac-Malware leistete sich dich Scanner Fehler und die Systemlast etwas erhöht. Wie Avast ist der Virenscanner kostenlos nutzbar, der mit enthaltene VPN-Dienst Phantom nur begrenzt - ohne Abo stehen nur 500 MB Datenvolumen pro Monat zur Verfügung.

Gesamtnote: 2,5 befriedigend

Preis: kostenlos

Systemanforderungen: ab OS X 10.13

Avira

Bitdefender

Bitdefender ist einer der besten Virenscanner auf dem Markt und wurde in früheren Tests auch öfter Testsieger. Für 30 Euro im Jahr zusätzlich gibt es einen VPN-Dienst. Die Systemlast war allerdings etwas höher als beim Testsieger Trend Micro.

Gesamtnote: 1,8 gut

Preis: € 30, CHF 42

Systemanforderungen: ab OS X 10.10 (VPN setzt 10.12 voraus)

Bitdefender

F-Secure Safe

Die finnische Software F-Secure liefert bei der Erkennung von Mac-Malware und Windows-Viren eigentlich eine brauchbare Leistung, wenn auch nur 99,6 Prozent der Mac-Viren erkannt wurden. Leider ist die Erkennung von Adware mit 85 Prozent zu schlecht und die Systemlast wird ein wenig erhöht. In der Version Total ist auch ein guter VPN-Dienst namens Freedome dabei, auf Wunsch werden zudem E-Mail-Adressen auf Datenpannen geprüft.

Gesamtnote: 2,5 gut

Preis:  € 30, CHF 30

Systemanforderungen: ab OS X 10.14

F-Secure

Sieben Antivirus-Programme im Test: Zuverlässigkeit bei der Virenerkennung

Wichtigste Aufgabe einer Antivirensoftware ist die zuverlässige Erkennung von Mac- und Windows-Viren. Der Aufwand ist für die Hersteller hoch und die Rangfolge unter den Antivirensoftware-Programmen kann sich schnell ändern. In diesem Halbjahr schnitt der Großteil der getesteten Programme aber sehr solide ab, allerdings gehörten diesmal auch nur bekannte Namen zum Testfeld.

Das Aufkommen der von AV-Test gesammelten Malware-Samples ist zwar seit 2019 gestiegen, allerdings handelte es sich dabei meist um sehr ähnliche Malware-Arten. Beim Test durch das Labor von AV-Test müssen die Probanden 2021 immerhin 232 ausgesuchte Mac-Schädlinge identifizieren, die in den letzten Monaten auftraten. Das Test-Sample an Windows-Viren umfasst dagegen 1903 Schädlinge. An der lästigen und verbreiteten Adware, auch PUA genannt, herrscht auf dem Mac kein Mangel. Hier müssen 779 Testobjekte erkannt werden.

Die Erkennung der Mac-Malware hat sich gegenüber früheren Jahren verbessert und ist ausgezeichnet:  Fünf Programme erkennen alle Mac-Malware-Objekte und erreichen hier volle hundert Prozent. Aber auch F-Secure und Avira erwischen immerhin 99,6 Prozent der Schädlinge und sind eigentlich noch brauchbare Lösungen. Bei der für Firmenanwender wichtigen Erkennung von Windows-Viren sind die Unterschiede größer – die Mehrzahl erkennen knapp 99 Prozent der Schädlinge. Nur Norton schafft nur 70 Prozent Erkennungsleistung, seit Jahren eine Schwäche des Tools. Es gibt aber neben Erpresser- und Schadsoftware aber auch unzählige  Lästlinge: Bei diesen Potentially Unwanted Applications handelt es sich beispielsweise um System-Tuner wie Macbooster, die sich über Freeware-Installer auf den Rechner schmuggeln oder Werbetools, die etwa Safari auf Werbeseiten umlenken. Hier sind die Unterschiede größer: Avira kann nur 80 Prozent der PUAs erkennen (wie in unserem letzten Test), das gilt auch für F-Secure mit kaum besseren 85 Prozent. Auch Norton erkennt nur 95 Prozent dieser Lästlinge. Ein weiteres Problem bei Virenscannern sind aber False Positives: Der Virenscanner hält irrtümlich eine Datei für einen Virus und schlägt Alarm. Hier fiel nur Clario mit einem Fehlalarm auf.

Zwischenstand Virenerkennung: Ist gute Erkennung aller drei Schädlingsarten wichtig, empfehlen wir die Lösungen von Trend Micro oder Bitdfefender und als kostenlosen Scanner Avast.

Sieben Antivirus-Programme im Test: Bedienkomfort und Funktionsumfang

Vergleicht man Bedienkomfort und Funktionsumfang, gibt es wenig auszusetzen. Allgemein hat sich die Optik der Virenscanner stark angenähert. Immer mehr Programme sind in den aktuellen Versionen außerdem an einen Web-Account gekoppelt, über den man die Programme verwaltet und installiert. Die Idee ist, dass ein Nutzer die Installationen auf mehreren Geräten wie Desktop, iPad und Notebook über eine gemeinsame Weboberfläche verwaltet. Auch Testversionen erhält man oft nur noch nach dem Anlegen eines Web-Accounts, das Tool von Clario erst nach Angabe von Kontodaten.

Sieben Antivirus-Programme im Test: Sonderfunktionen wie Firewall und VPN

Vollausstattung biete t Norton , so sind hier E-Mail und Browser-Schutzfunktionen Standard. Eine Firewall gehört zum Lieferumfang, wenn wir auch den Nutzen als begrenzt einschätzen, ist doch eine Firewall in macOS bereits integriert. Auch eine Passwortverwaltung wird oft geboten, wir empfehlen aber grundsätzlich eher zu Apples iCloud-Schlüsselbund zu greifen.

Avast kann etwa das WLAN des Nutzers nach Schwachstellen überprüfen, Avira Junk-Dateien löschen und Apps installieren. Zeitgesteuerte Scans, etwa des Download-Ordners, sind übrigens oft nur bei den teureren Versionen eines Scanners verfügbar.

Auch Avira bietet einen VPN-Dienst an.
Vergrößern Auch Avira bietet einen VPN-Dienst an.

Viele der Programme sind in verschiedenen Ausstattungsvarianten zu haben. So ist Norton Security zwar schon in der Basisversion gut ausgestattet, zusätzlich sind aber noch funktionsreichere Programmpakete zu haben. Die teuerste Version Norton Security Premium bietet zusätzlich eine Kindersicherung und sicheren Cloud-Speicher. Ein Trend ist außerdem seit Jahren, dass viele Anbieter dem Nutzer zusätzlich ein VPN-Abo anbieten. Diese Lösungen wie  Avira Phantom stellen meist eine kostenlose Basisversion mit begrenztem Transfervolumen bereit, höhere Datenmengen werden dann schnell teuer und die zusätzlichen Gebühren finanzieren den kostenlosen Virenscanner. Auf einen eigenen Test der jeweiligen VPN-Dienste haben wir aus Platzgründen verzichtet und auch nicht in der Wertung berücksichtigt. Funktionsumfang und Leistung der VPN-Dienste sind zudem sehr ähnlich, wie frühere Tests zeigten.

Festplattenzugriff muss den Tools eigens gestattet werden.
Vergrößern Festplattenzugriff muss den Tools eigens gestattet werden.

Gut: Einige Hersteller wie Avira und Trend Micro bieten kostenlose und kostenpflichtige Versionen ihrer Scanner im App Store an. Diese bieten weit weniger Funktionen als die Voll-Programme, da dies die App Store-Regeln verletzen würde. Die Version von Avira kann beispielsweise ausschließlich den Download-Ordner überwachen – was allerdings auch Vorteile bietet und für viele Privat-Anwender ausreicht. Auf iOS-Versionen wird oft ebenfalls verwiesen, obwohl Antivirenscanner für iOS gar nicht erlaubt sind. Bei den Apps handelt es sich deshalb meist um VPN-Apps.

Ein eigenes Thema ist die oft verwirrende Preisgestaltung: Für das erste Jahr eines Abos gibt es bei fast allen Anbietern Rabatte. Aber Achtung: Dieses Angebot gilt nur für das erste Jahr der Nutzung und das Abo wird automatisch verlängert. Hier kann es sich rächen, wenn man zum besonders hoch rabattierten Premium-Paket gegriffen hat. Auch das neue Angebot Clario kostet nur zur Einführung 69 Dollar, später soll der Preis auf 129 Dollar steigen.

Besonders oft kritisiert wurde der Umgang mit Abo-Verlängerungen übrigens bei dem Tool TotalAV, das wir in unserem letzten Test im Januar mit dabei hatten: Wir erhielten mehrere Beschwerdemails von Lesern über die Abo-Politik der Herstellerfirma.

Unterschiede gibt es zudem bei den regulären Versionen und (falls vorhanden) einer App-Store-Version. Letztere bietet meist einen geringeren Funktionsumfang, ist aber oft günstiger als die reguläre Kaufversion. So kostet Trend Micros Antivirus One im App Store 20 Euro im Jahr, die besser ausgestattete Version Maximum Security ab 30 Euro. iOS-Geräte benötigen übrigens keinen Virenscanner, allenfalls iPhones und iPad mit Jailbreak sind gefährdet. Für diese Geräte existieren bereits Schadprogramme wie Unflod und manche Geheimdienste führen heimlich ein Jailbreak durch, um Spyware zu installieren.

Antivirus fürs iPhone und iPad – Sinnvoll oder Überflüssig?

Installation

Seit High Sierra nutzt macOS die Schutzfunktion Secure Kernel Extension Loading (SKEL). Bei der Installation eines Virenscanners unter macOS Catalina oder Big Sur sind deshalb zusätzliche Schritte nötig. Während der ersten Installation sieht der Nutzer eine Warnung des Systems, dass eine Systemerweiterung installiert werden soll. Dies muss man über die Systemeinstellung "Sicherheit" ausdrücklich erlauben. Dazu klickt man wie im Warnfenster erläutert unter "Allgemein" auf den Button "Erlauben" (Tipp: Bei der Installation wird diese Option oft erst verzögert angezeigt, man muss die Systemeinstellung dann mehrmals aufrufen). Zusätzlich ist dann auch noch unter der Systemeinstellung Sicherheit -> Datenschutz eine Erlaubnis für Festplattenzugriff nötig. Die Tools erläutern dies bei der Installation ebenfalls. Alle Tools unterstützen den Anwender mit hilfreichen Assistenten, so öffnen sie etwa per Knopfdruck die beiden erforderlichen Systemeinstellungen. Achtung bei der Installation: Die oft tief im System verankerten Programme müssen für eine rückstandsfreie Entfernung  über eine integrierte Deinstallationsfunktion oder eigenes Uninstall-Tool deinstalliert werden. Einige Probleme mit M1-Macs scheinen allerdings aufzutreten, so berichteten Nutzer der Lösung Norton etwa über Probleme mit der integrierten VPN-Dienst bzw. der Firewall.

Systemlast der Antiviren-Programme im Vergleich

Bei einem Macs mit herkömmlicher Festplatten wirkte ein im Hintergrund alle Aktivitäten prüfendes Antivirenprogramm als eine Systembremse. Bei einem aktuellen Macs mit SSD  fällt das permanente Überwachen aber kaum noch auf. Verlangsamen kann eine Sicherheitssoftware etwa das Kopieren von Dateien, deutlich wird vor allem bei Clario mit 321 Prozent. Schade, die Virenerkennung ist sonst ausgezeichnet. Aber auch die Installation und den Start eines Programms können einige Tools in die Länge – ein Phänomen das bei F-Secure, Avast und Avira messbar ist aber kaum auffällt. Besonders niedrig ist die Systemlast bei Norton und Trend Micro.

Alternativ-Tools für den Adware-Schutz

Gegen Adware wie Browser-Erweiterungen sind Spezialtools wie DetectX oft erfolgreicher.
Vergrößern Gegen Adware wie Browser-Erweiterungen sind Spezialtools wie DetectX oft erfolgreicher.

Vor Adware schützen Antivirenprogramm oft nur begrenzt, da Werbeprogramme von Download-Seiten wie Chip und MacUpdate von vielen Virenscannern nicht als Malware eingestuft werden. Grund dafür ist, dass Adware wie Browser-Erweiterungen oder Demo-Versionen von Tuning-Tools vom Nutzer selbst installiert werden. Antivirenhersteller müssen außerdem aus rechtlichen Gründen darauf achten, Demoversionen und Adware nicht fälschlicherweise als Malware einzustufen. Hier sind manchmal schnelle Tests des Systems mit einer Anti-Adware-App wie Malwarebytes Anti-Malware oder dem schnellen DetectX sinnvoller, die nur wenige Sekunden dauern. (Hinweis: Malwarebytes Anti-Malware ist kostenpflichtig, die Mac-Version kann aber kostenlos für manuelle Scans genutzt werden. Das gilt auch für DetectX.)

Schutz beim Surfen – ein problematisches Versprechen

Viele Softwarehersteller bieten Browser-Erweiterungen für mehr Surf-Sicherheit. Neben dem obligatorischen Prüfen von verdächtigen Links kann man damit die Datenschutzeinstellungen von Facebook, Twitter, Google Plus und Linkedin verbessern. Unterstützt werden Firefox, Chrome und Safari.

Fast alle Antivirensoftware-Hersteller nutzen Webdatenbanken mit bekannten Spam- und Malware-Seiten, die beim Aufruf sofort geblockt werden. Vor nach Informationen spähenden Phishing-Seiten schützten diese Erweiterungen leider nur begrenzt, diese sind nämlich oft nur kurze Zeit aktiv. Eine Stichprobe kann das belegen: Wir geben eine per Phishing-Emails erhaltene Adressen über die Webseite Virustotal ein, die auf gleich 80 dieser Online-Datenbanken zugreift. Enttäuschend: Nur sehr vereinzelt schlägt eines der Angebote Alarm und das oft nicht einmal zu Recht. Vorsichtsmaßregeln sollte man also weiterhin beachten: Gibt ein von einer E-Mail getäuschter Nutzer freiwillig Bank- oder Kreditkartendaten weiter oder klickt auf jeden E-Mail-Link, ist schließlich jedes Schutzprogramm machtlos.

Schutzwirkung gegen Mac-Malware

F-Secure

99,6%

Avira

99,6%

Avast

100%

Norton

100%

Clario

100%

Bitdefender

100%

Trend Micro

100%

Antivirensoftware für Mac als Fehlerquelle

Virenscanner können die Performance verschlechtern, sie können sich aber auch negativ auf die Systemstabilität auswirken. Zum Ärgernis wird der Scanner, wenn das Tool den Mac nicht nur ausbremst, sondern auch eine Fehlfunktion aufweist. So kann es Verzögerungen bei Time-Machine-Backups geben oder die Systemlast plötzlich extrem ansteigen. Probleme treten bei vielen Virenscannern immer wieder auf und sind ein Grund, warum viele Mac-Anwender die Scanner komplett ablehnen. Nicht zu Unrecht behaupten viele Mac-Profis, Virenscanner verursachten mehr Ärger, als sie beseitigen. Empfehlenswert sind Antivirenprogramme nach unserer Meinung deshalb vor allem eher für professionelle Anwender und in Unternehmen, weniger für Heimnutzer. So findet das BSI , eine Antiviruslösung für Mac-Anender sei bei "privaten Anwendern nicht zwingend notwendig, aber dennoch empfehlenswert, um nicht versehentlich gefährliche Dateien an andere weiterzugeben."

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