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9 Antivirus-Lösungen für Macs im Vergleich

25.01.2019 | 17:00 Uhr |

Viren sind auf dem Mac noch recht selten, sicherheitsbewusste Anwender suchen aber trotzdem eine gute Antivirensoftware. Wir vergleichen neun aktuelle Virenscanner.

Ist der Mac denn noch sicher? Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat da so seine Zweifel, besonders Ransomware hat sich im Jahr 2017 als zunehmende Gefahr erwiesen. Wenngleich nach des Amtes Ansicht Windows- und Linux-System noch weit gefährdeter sind. Doch kann es – fast wie im richtigen Leben – keine absolute Sicherheit geben.

Achtung: Details zu den Einzelergebnissen finden Sie weiter unten im Text.

Im Unterschied zur von Viren geplagten Windows-Plattform sind Schadprogramme, auch Malware genannt, auf dem Mac eher selten. So muss Apples ins System integrierter Download-Schutz Xprotect bei Redaktionsschluss Anfang 2019 gerade einmal knapp bekannte 93 Schädlinge blockieren – vor allem Adware wie Genieo-Varianten. Beim Aufkommen von Malware für den Mac gab es allerdings 2018 einen Anstieg: So sammelte das Institut AV-Test 2017 noch 27337 Mac-Malware-Samples, 2018 schon 87024. Ein deutlicher Anstieg, im Vergleich zu 75,74 Millionen Windows-Viren sind aber Mac-Viren immer noch recht selten! Interessant: Im Vergleich zu 2018 ist der Anteil an so genannten PUAs (so genannte Lästlinge wie Adware) nach einem Hochstand 2016 jedes Jahr gesunken - gegenüber dem Vorjahr von 233 687 auf 77 745.

Im letzten Jahr ist das Aufkommen der Mac-Malware laut AV-Test gestiegen.
Vergrößern Im letzten Jahr ist das Aufkommen der Mac-Malware laut AV-Test gestiegen.
© AV-Test

Trotz geringer Gefährdung ist das Angebot an Mac-Virenscannern groß. Fast alle bekannteren PC-Scanner sind für macOS verfügbar, wir testen eine Auswahl von 9 Programmen. In unserem Test für 2019 treten die kostenlos nutzbaren Tools von Avira und Avast gegen kostenpflichtige Virenscanner von Kaspersky , Bitdefender , Norton , Trend Micro , F-Secure und Intego an. Die Meßdaten für die Erkennung von Mac-Viren stammen vom Institut AV-Test , das die Messungen Ende 2018 und unter macOS High Sierra durchführte. Nach unseren bisherigen Praxis-Tests sind alle Programme auch unter Mojave nutzbar.

Installation unter High Sierra und Mojave

Neu seit High Sierra ist die Schutzfunktion Secure Kernel Extension Loading (SKEL). Bei der Installation eines Virenscanners unter High Sierra und Mojave ist deshalb ein zusätzlicher Schritt nötig. Während der ersten Installation sieht der Nutzer eine Warnung des Systems, dass eine Systemerweiterung installiert werden soll. Dies muss man über die Systemeinstellung "Sicherheit" ausdrücklich erlauben. Dazu klickt man wie im Warnfenster erläutert unter "Allgemein" auf den Button "Allow". Zusätzlich ist dann auch noch unter der Systemeinstellung Sicherheit -> Datenschutz eine Erlaubnis für Festplattenzugriff nötig.

Die Installation von Antivirensoftware ist durch Apples Sicherheitsfunktionen bei aktuellen System etwas komplizierter geworden.
Vergrößern Die Installation von Antivirensoftware ist durch Apples Sicherheitsfunktionen bei aktuellen System etwas komplizierter geworden.

9 Mac-Antivieren im Test: Zuverlässigkeit bei der Virenerkennung

Wichtigste Aufgabe einer Antivirensoftware ist die zuverlässige Erkennung von Mac- und Windows-Viren. Der Aufwand ist für die Hersteller hoch und die Rangfolge unter den Antivirensoftware-Programmen kann sich schnell ändern.

Das Aufkommen der von AV-Test gesammelten Malware-Samples war zwar 2018 gestiegen, allerdings handelte es sich dabei meist um sehr ähnliche Malware-Arten. Das magere Aufkommen an Malware-Arten sorgt deshalb für eine vergleichsweise begrenzte Anzahl der Testobjekte: Beim Test durch das Labor von AV-Test müssen die Probanden lediglich 507 ausgesuchte Mac-Schädlinge identifizieren, die in den letzten vier Monaten auftraten. Das Test-Sample an Windows-Viren umfasst dagegen 2687 Schädlinge. An der lästigen Adware, auch PUA genannt, herrscht auf dem Mac kein Mangel. Hier stehen 2666 Testobjekte zur Verfügung.

Die Erkennung der Mac-Malware hat sich gegenüber früheren Jahren verbessert, acht Programme erkennen alle 241 Mac-Malware-Objekte und erreichen hier volle hundert Prozent. Nur Avast patzt und erkennt nur 96,3 Prozent.

Bei der für Firmenanwender wichtigen Erkennung von Windows-Viren sind die Unterschiede größer – einige Hersteller verzichten nämlich komplett auf gute Windows-Virenerkennung. Überhaupt keine PC-Viren erkennen Intego und F-Secure . Norton und Avast bleiben mit 90 und 95 Prozent Erkennungsleistung unter den Erwartungen, zumindest 99 Prozent der 5467 Beispieldateien erkennen alle anderen Tools.

Es gibt aber neben Erpresser- und Schadsoftware auch Lästlinge. Bei diesen Potentially Unwanted Applications handelt es sich beispielsweise um System-Tuner wie Macbooster, die sich über Freeware-Installer auf den Rechner schmuggeln oder Werbetools. Besonders schlecht schneiden hier Avira und Intego ab, die nur 80 bzw. 85 Prozent 504 PUAs übersehen. Aber auch Kaspersky und Eset sind hier wenig erfolgreich.

Zwischenstand Virenerkennung: Ist gute Erkennung aller drei Schädlingsarten wichtig, empfehlen wir die Lösung von Trend Micro, auf dem zweiten Platz landet Bitdefender.

9 Antiviren-Tools im Vergleich: Bedienkomfort und Funktionsumfang

Vergleicht man Bedienkomfort und Funktionsumfang, gibt es wenig auszusetzen. Allgemein scheint sich die Optik der Virenscanner immer mehr anzunähern. Immer mehr Programme sind in den aktuellen Versionen außerdem an einen Web-Account gekoppelt, über den man die Programme verwaltet und installiert. Die Idee ist, dass ein Nutzer die Installationen auf mehreren Geräten wie Desktop, iPad und Notebook über eine gemeinsame Weboberfläche verwaltet. . Auch Testversionen erhält man oft nur noch nach dem Anlegen eines Web-Accounts.

9 Mac-Antiviren: Sonderfunktionen wie Firewall und VPN

Vollausstattung bieten Kaspersky und Norton , so sind hier E-Mail und Browser-Schutzfunktionen Standard. Eine Firewall gehört zum Lieferumfang, wenn wir auch den Nutzen als begrenzt einschätzen, ist doch eine Firewall in macOS bereits integriert. Zeitgesteuerte Scans, etwa des Download-Ordners, sind übrigens oft nur bei den teureren Versionen eines Scanners verfügbar.

Auch Avira installierte gleich einen VPN-Dienst mit.
Vergrößern Auch Avira installierte gleich einen VPN-Dienst mit.

Viele der Programme sind ja in verschiedenen Ausstattungsvarianten zu haben. So ist Norton Security zwar schon in der Basisversion gut ausgestattet, zusätzlich sind aber noch funktionsreichere Programmpakete zu haben. Die teuerste Version Norton Security Premium bietet beispielsweise zusätzlich eine Kindersicherung und sicheren Cloud-Speicher. Ein Trend ist außerdem, dass viele Anbieter dem Nutzer zusätzlich ein VPN-Abo anbieten: Meist bieten diese Lösungen wie Bitdefender VPN, Avira Phantom eine kostenlose Basisversion mit begrenztem Transfervolumen, höhere Datenmengen werden dann schnell teuer und die zusätzlichen  Gebühren recht komplex. Auf einen eigenen Test der jeweiligen VPN-Dienste haben wir aus Platzgründen verzichtet und auch nicht in der Wertung berücksichtigt.

Avast finanziert sich per optionalem VPN-Dienst
Vergrößern Avast finanziert sich per optionalem VPN-Dienst

Gut: Die Hersteller Bitdefender, Avira, Intego und Trend Micro bieten eine Version ihrer Scanner im App Store an. Vor allem die Version von Kaspersky macht dabei einen guten Eindruck, so kann die Software den Download-Ordner überwachen und automatisch Downloads prüfen.

iOS-Geräte benötigen übrigens keinen Virenscanner, allenfalls iPhones und iPad mit Jailbreak sind gefährdet. Für diese Geräte existieren bereits Schadprogramme wie Unflod .

Antivirus fürs iPhone und iPad – Sinnvoll oder Überflüssig?

Systemlast der Antiviren-Programme im Vergleich

Vor allem bei Macs mit herkömmlicher Festplatten ist ein Antivirenprogramm eine Systembremse. Bei einem aktuellen Macs mit SSD  fällt das permanente Überwachen jeder Dateiaktivität aber kaum noch auf. So stellt AV-Test beim Kopieren von Daten bei einem aktuellen Mac kaum noch Verzögerungen durch den Hintergrundwächter der Virenscanner fest. Nur die Lösungen von Avira , Eset und F-Secure fallen hier unangenehm auf. Verzögern kann eine Sicherheitssoftware aber auch Programmstarts, hier fällt vor allem Intego auf. Aber auch die Installation eines Programms wird von diesem Tool verlangsamt – ein Phänomen das auch bei Kaspersky (in geringerem Ausmaß auch bei Trend Micro und Eset) spürbar wird.

Antivirensoftware: Ausstattung und Bewertung

Produkt

Kaspersky Internet Security  

Avira Antivirus

Trend Micro Antivirus

Preis: (Jahreslizenz, 1 Gerät)

€ 40, CHF 44

Kostenlos

€ 38, CHF 42

Vorzüge

guter Funktionsumfang, Kinder-Schutzfunktion, Webcam-Schutz

Guter Funktionsumfang, aufgerämte Oberfläche

Beste Erkennungsleistung

Nachteile

Leichte Erhöhung der Systemlast, mittelmäßige Erkennung von PUA/Adware

Erhöhung der Systemlast, mäßiger Erkennung von PUA/Adware

System- anforderungen

ab OS X 10.12

ab OS X 10.12

ab OS X 10.12

Funktionen

Scanner/Wächter

ja/ja

ja/ja

ja/ja

Browser-Schutz

ja

ja

ja

E-Mail-Schutz

ja

nein

ja

Firewall

ja

ja

nein

zeitgesteuerte Scans

ja

ja

ja

Gesamtnote

2,0 gut

2,5 befriedigend

1,8 gut

Produkt

Bitdefender Antivirus

Norton Internet Security

Intego Internet Security

Preis: (Jahreslizenz, 1 Gerät)

€ 35, CHF 40

€ 30, CHF 33

€ 40, CHF 44

Vorzüge

Einfache Bedienung, gehört zu den besten Scannern, günstige Appstore-Versionen

Guter Funktionsumfang, Deluxe-Version auch mit Kindersicherung und 5 Geräten

Gute Mac-Unterstützung, auch alte Systeme, gute Erkennung von Mac-Malware

Nachteile

Mäßiger Funktionsumfang,  keine zeitgesteuerten Scans, umständliche Weboberfläche

mäßige Leistung bei Windows-Viren

Keine Erkennung von  Windows-Viren, hohe Systemlast, begrenzter Schutz vor Adware

System- anforderungen

ab OS X 10.10

ab OS X 10.11

ab OS X 10.8

Funktionen

Scanner/Wächter

ja/ja

ja/ja

ja/ja

Browser-Schutz

ja

ja

ja

E-Mail-Schutz

nein

ja

ja

Firewall

nein

ja

ja

zeitgesteuerte Scans

nein

ja

ja

Gesamtnote

1,8 -  gut

2,0 gut

3,0   befriedigend

Produkt

F-Secure Safe

Avast Security

Eset Cyber Security Pro

Preis: (Jahreslizenz, 1 Gerät)

- € 30, CHF 33

Kostenlos

€ 35, CHF 40

Vorzüge

Guter Funktionsumfang, Kindersicherung

Guter Funktionsumfang, unterstützt alte Mac-Systeme

Guter Funktionsumfang

Nachteile

Keine Erkennung von PC-Viren, kann Rechner etwas ausbremsen

Vergleichsweise mäßige Erkennung von Mac-Malware

Vergleichsweise mäßige Erkennung von PUA, kann Rechner etwas ausbremsen

System- anforderungen

ab OS 10.12

ab OS X 10.9

ab OS X 10.9

Funktionen

Scanner/Wächter

ja/ja

ja/ja

ja/ja

Browser-Schutz

ja

ja

ja

E-Mail-Schutz

nein

ja

ja

Firewall

ja

nein

ja

zeitgesteuerte Scans

nein

ja

ja

Gesamtnote

3,0 befriedigend

2,5 befriedigend

2,5 befriedigend

Alternativ-Tools für den Adware-Schutz

Gegen Adware wie Browser-Erweiterungen sind Spezialtools wie Anti-Malware oft erfolgreicher.
Vergrößern Gegen Adware wie Browser-Erweiterungen sind Spezialtools wie Anti-Malware oft erfolgreicher.

Vor Adware schützen Antivirenprogramm oft nur begrenzt, da Werbeprogramme von Download-Seiten wie Chip und Mac-Update von vielen Virenscannern nicht als Malware eingestuft werden. Grund dafür ist, dass Adware wie Browser-Erweiterungen oder Demo-Versionen von Mackeeper schließlich vom Nutzer selbst installiert werden. Antivirenhersteller müssen aber darauf achten, Demoversionen und Adware nicht fälschlicherweise als Malware einzustufen. Hier sind oft schnelle Tests mit einer Anti-Adware-App  wie Malwarebytes Anti-Malware oder dem schnellen DetectX sinnvoller, die nur wenige Sekunden dauern. (Hinweis: Malwarebytes Anti-Malware ist kostenpflichtig, die Mac-Version kann aber kostenlos für manuelle Scans genutzt werden.)

Schutz beim Surfen – ein problematisches Versprechen

Viele Softwarehersteller bieten Browser-Erweiterungen für mehr Surf-Sicherheit. Bitdefender bietet beispielsweise die Lösung „Traffic Light“, Norton eine spezielle „Norton Toolbar“  Kaspersky zusätzlich eine virtuelle Tastatur für sichere Anmeldungen. Eine Besonderheit des Trend-Micro-Angebotes ist eine Browser-Toolbar für mehr Datenschutz. Neben dem obligatorischen Prüfen von verdächtigen Links kann man damit auch die Datenschutzeinstellungen von Facebook, Twitter, Google Plus und Linkedin verbessern. Unterstützt werden Firefox, Chrome und Safari.

Fast alle Antivirensoftware-Hersteller nutzen Webdatenbanken mit bekannten Spam- und Malware-Seiten, die beim Aufruf sofort geblockt werden. Vor nach Informationen spähenden Phishing-Seiten schützten diese Erweiterungen leider nur begrenzt, diese sind nämlich oft nur kurze Zeit aktiv. Als Stichprobe geben wir einige per Phishing-Emails erhaltene Adressen über die Webseite Virustotal ein, die auf gleich 68 dieser Online-Datenbanken zugreift. Enttäuschend: Nur vereinzelt schlägt eines der Angebote Alarm. Vorsichtsmaßregeln sollte man also weiterhin beachten: Gibt ein von einer E-Mail getäuschter Nutzer freiwillig Bank- oder Kreditkartendaten weiter oder klickt auf jeden E-Mail-Link, ist jedes Schutzprogramm machtlos.

Schutzwirkung Mac-Malware

Avast

96,3%

Symantec

100%

Kaspersky

100%

Bitdefender

100%

Trend Micro

100%

Intego

100%

Avira

100%

F-Secure

100%

Antivirensoftware für Mac als Fehlerquelle

Das dieses Jahr nicht mit geteste Sophos Home ist ein weiterer kostenloser Scanner, der aber bei Adware und PC-Malware Schwächen zeigte.
Vergrößern Das dieses Jahr nicht mit geteste Sophos Home ist ein weiterer kostenloser Scanner, der aber bei Adware und PC-Malware Schwächen zeigte.

Virenscanner können die Performance verschlechtern, sie können sich aber auch negativ auf die Systemstabilität auswirken. Zum Ärgernis wird der Scanner, wenn das Tool eine Fehlfunktion aufweist. So kann es Verzögerungen bei Time-Machine-Backups geben oder die Systemlast plötzlich extrem ansteigen. Probleme treten bei vielen Virenscannern immer wieder auf und sind ein Grund, warum viele Mac-Anwender die Scanner ablehnen. Nicht zu Unrecht behaupten viele Mac-Profis, Virenscanner verursachten mehr Ärger, als sie beseitigen. Empfehlenswert sind Antivirenprogramme nach unserer Meinung nur für professionelle Anwender, weniger für Heimnutzer. So findet das BSI , eine Antiviruslösung sei bei "privaten Anwendern nicht zwingend notwendig, aber dennoch empfehlenswert, um nicht versehentlich gefährliche Dateien an andere weiterzugeben."

Kaufempfehlung: Antivirenprogramme

Wer zu Hause an einem Mac arbeitet braucht keinen Virenscanner, ein Hintergrundscanner verursacht hier mehr Ärger als Nutzen. Um verdächtige Dateien und gelegentlich das System zu überprüfen, genügt ein kostenloser Scanner. Wichtiger sind Vorsicht beim Umgang mit Internet-Angeboten und Downloads. Jedes Sicherheitssystem ist machtlos, wenn Anwender Kreditkartendaten weitergeben oder ohne Nachdenken Dateianhänge öffnen

Privat Ein Virenscanner ist nur begrenzt sinnvoll. Für den manuellen Scan verdächtiger Daten empfehlen wir die kostenlose Version von Bitdefender im App Store (es gibt auch eine kostenpflichtige App), alternativ die App von Avira .

Profi-Einsatz Benötigt man aus beruflichen Gründen einen hochwertigen Virenscanner, empfehlen wir Bitdefender oder Trend Micro. Diese Programme bieten beste Virenerkennung und die zusätzliche Systemlast war im Test kaum messbar. Benötigt man mehr Funktionen wie VPN und Kindersicherung, ist die Lösung Total Security von Kasperksy einen Blick wert.                                                                                 

Stephan Wiesend

Virenerkennung

Für unseren Test der Erkennung von Mac-Viren nutzen wir die Ergebnisse des Prüfinstituts AV-Test
In einem aktuellen Test des Instituts müssen die Virenscanner ein Test-Sample von neuen Mac-Viren erkennen. Im Vergleich zu Millionen an PC-Viren ist dies eine niedrige Anforderung. Viele Scanner zeigen vor allem beim Erkennen von PC-Viren oder Adware Schwächen.

Schutz durch OS X

Selbst Apple musste das Vorhandensein von Mac-Malware anerkennen und schützt das System seit OS X 10.6 mit folgenden Tools

Xprotect  Das System prüft jeden Download per Browser und Mail und blockt beispielsweise Schädlinge wie Genieo . Allerdings gelangen Schädlinge oft über Flash, PDFs und Java auf den Mac und Apple aktualisiert Xprotect nur unregelmäßig. Das simple System ist außerdem bereits von l eicht abgewandelten Viren überfordert . Eine nachträgliche Durchsuchung des Systems ist damit ebenfalls nicht möglich.

Gatekeeper Diese Funktion prüft vor jeder Installation eines Programms, ob es eine Signatur besitzt. Ist ein Tool nicht aus dem App Store, bemängelt Gatekeeper dies ebenso wie ein fehlendes Zertifikat eines Entwicklers. Beschränkt man sich auf die Installation von Programmen aus dem App Store und bei Apple registrierte Entwickler, sorgt Gatekeeper für ein hohes Maß an Sicherheit. Allerdings sind längst nicht alle Anwendungen per App Store verfügbar, neben vielen Adobe- und Microsoft-Apps betrifft dies einen Großteil der Open-Source-Software und alle von uns getesteten Programme - sie greifen nämlich zu tief ins System ein, um über den App Store vertrieben zu werden. Nicht verhindern konnte Apples Sicherheitssystem außerdem die Verbreitung des Schädlings Flashback , der eine Sicherheitslücke der Java-Umgebung ausnutzte. Fehler des Plug-ins Flash sind ebenfalls öfter Einfallstore für Hacker.

Tipp Das kaum noch gebräuchliche Flash sollte man möglichst deaktivieren, Java besser deinstallieren bzw. nicht installieren.

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