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10 Antivirus-Lösungen für Macs im Vergleich

14.06.2019 | 14:00 Uhr | Stephan Wiesend

Viren sind auf dem Mac noch recht selten, sicherheitsbewusste Anwender suchen aber trotzdem eine gute Antivirensoftware. Wir vergleichen zehn aktuelle Virenscanner.

Ist der Mac denn noch sicher? Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat da so seine Zweifel, besonders Ransomware hatte sich im Jahr 2017 als zunehmende Gefahr erwiesen. Wenngleich nach des Amtes Ansicht Windows- und Linux-System noch weit gefährdeter sind. Doch kann es – fast wie im richtigen Leben – keine absolute Sicherheit geben.

Achtung: Details zu den Einzelergebnissen finden Sie weiter unten im Text.

Es gibt Mac-Malware. Im Unterschied zur von Viren geplagten Windows-Plattform sind Schadprogramme, auch Malware genannt, auf dem Mac eher selten. So muss Apples ins System integrierter Download-Schutz Xprotect bei Redaktionsschluss Mitte 2019 gerade einmal knapp 94 Schädlinge blockieren – vor allem Adware wie Genieo-Varianten. Beim Aufkommen von Malware für den Mac gab es allerdings 2018 einen Anstieg: So registrierte das Institut AV-Test 2017 noch 28 923 Mac-Malware-Samples, 2018 schon 93 693 . Ein deutlicher Anstieg – allerdings sind im Vergleich zu den 2018 gesammelten 67,63 Millionen Windows-Viren echte Mac-Viren immer noch vergleichsweise selten! Interessant: Im Vergleich zu früheren Jahren ist der Anteil an so genannten PUAs (so genannte Lästlinge wie Adware) nach einem Höchststand 2016 jedes Jahr gesunken – 2017 gab es noch 255 810 Samples, 2018 noch 79 536.

Im letzten Jahr ist das Aufkommen der Mac-Malware laut AV-Test gestiegen.
Vergrößern Im letzten Jahr ist das Aufkommen der Mac-Malware laut AV-Test gestiegen.
© AV-Test

Trotz geringer Gefährdung ist das Angebot an Mac-Virenscannern groß. Fast alle bekannteren PC-Scanner sind für macOS verfügbar, wir testen eine Auswahl von 10 Programmen. In unserem Test für 2019 treten die kostenlos nutzbaren Tools von Avira , AVG und Avast gegen kostenpflichtige Virenscanner von Vipre , Kaspersky , Bitdefender , Norton , Trend Micro , F-Secure und Intego an. Die Meßdaten für die Erkennung von Mac-Viren stammen vom Institut AV-Test , das die Messungen Mitte 2019 und unter macOS Mojave durchführte.

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Trend Micro Antivirus

In unserem Test zeigte die Lösung von Trend Micro ein der besten Erkennungsleistungen. Sowohl Mac- als auch Windows-Viren wurden erfolgreich erkannt, ebenso unerwünschte Werbetools bzw. Adware. Sehr niedrig war die Systemlast, ebenso sind Bedienkomfort und Funktionsumfang ohne Tadel. Eine Browsererweiterung für mehr Privatsphäre wird ebenso geboten. Platz zwei.

Gesamtnote: 1,8 gut

Preis: € 30, CHF 42

Systemanforderungen: ab OS X 10.14

Trend Micro

Bitdefender

Auf dem ersten Platz landet die Lösung Bitdefender. Im letzten Jahr hatte ein leicht schlechteres Abschneiden beim Erkennen von Adware die App den ersten Platz gekostet. Insgesamt sind die Leistungen erstklassig, wenn auch der Funktionsumfang weiterhin etwas mager ist. Noch niedriger als bei Trend Micro ist die Systemlast. Ein Browser-Plug-in gehört zum Lieferumfang, das Phishing-Seiten und Tracker erkennt. Über die letzten Jahre hat die Lösung sich als solide Lösung bewährt.

Wie bei Avira, Kaspersky und Avast gehört jetzt automatisch ein VPN-Dienst zum Lieferumfang, allerdings sind nur 200 MB an Datenvolumen pro Tag kostenlos.

Gesamtnote: 1,8 -  gut

Preis € 35, CHF 40

Systemanforderungen: ab OS X 10.10

Bitdefender

Die Antivirensoftware Vipre aus Florida ist erstmals in unserem Test mit dabei und landet gleich auf einem guten dritten Platz. Die Erkennungsleistung ist bei allen drei Kategorien ausgezeichnet, die Systemlast  sehr niedrig. Über die Voreinstellungen der Software kann man außerdem zeitgesteuerte Scans vorgeben. Allerdings ist die Oberfläche englischsprachig und die Dokumentation recht knapp. Das erste Jahr kostet 42,63 Euro, ab dem zweiten Jahr ist die Software mit 53 Euro relativ kostspielig.

Gesamtnote: 1,8 gut

Preis:  € 43, CHF 44

Systemanforderungen: ab OS X 10.10

Vipre

Kaspersky Internet Security  

Die beliebte und ausgereifte Lösung Kasperksy Internet Security zeigte erstklassige Leistungen bei der Erkennung von Mac- und Windows-Malware, beim Erkennen von Adware bzw. PUAs war die Lösung mit den besten Lösungen AVG, Vipre, Bitdefender und Trend Micro gleichauf. Etwas verlangsamt wurde im Test der Start von Programmen. In unserem Ranking landet das Tool deshalb nur auf dem vierten Platz. Die Bedienung ist dafür übersichtlich und auch der Funktionsumfang erstklassig. Das Tool überwacht zusätzliche Schwachstellen wie Webcam und Browser, auch ein Passwortverwalter ist verfügbar. Mit Kaspersky Secure Connection bietet das Tool auf Wunsch außerdem einen VPN-Dienst – 200 MB pro Tag sind kostenlos, mehr Volumen kostet einen Aufpreis.

Gesamtnote: 1,8 gut

Preis: € 40, CHF 44

Systemanforderungen: ab OS X 10.12

Kaspersky

Norton

Schon seit Jahrzehnten gibt es Norton Antivirus auch als Mac-Version. Mac-Malware und Adware erkennt Norton sehr gut, leider ist die Erkennung von Windows-Viren wieder einmal nur Mittelmaß. Dafür ist die Systemlast niedrig, die Bedienung ausgereift und der Funktionsumfang ausgezeichnet, auch eine Firewall ist enthalten. Drei Version sind verfügbar, die teuerste Deluxe-Version gibt es inklusive Kindersicherung und Online-Backup. Der VPN-Dienst Norton Secure VPN kostet extra.

Gesamtnote: 2,0 gut

Preis: € 30, CHF 33

Systemanforderungen: ab OS X 10.12

Norton Security

Avast

Kostenlos ist der Virenscanner von Avast nutzbar, Adware erkannte er ausgezeichnet, Windows-Viren relativ gut. Allerdings schnitt er bei der Erkennung von Windows-Malware mit 95 Prozent am schlechtesten ab. Die meisten anderen Testkandidaten hatten keine Probleme, hier 99 Prozent Leistung zu erzielen. Bei Programmstarts bremste die Sicherheitssoftware ebenfalls etwas, dafür ist die Bedienung problemlos. Ein kostenpflichtiger VPN-Dienst wird bei der Standardinstallation als Demoversion mitinstalliert, man kann dies aber bei der Installation untersagen.a

Gesamtnote: 2,5 befriedigend

Preis: kostenlos

Systemanforderungen: ab OS X 10.10

Avast

Avira Antivirus

Auf der Windows-Plattform hat Avira einen hervorragenden Ruf, auch die Mac-Version ist recht beliebt. In unserem Test war allerdings die Erkennung von Adware die schlechteste im Testfeld und auch die Systemlast wird etwas erhöht. Sowohl beim Start von Programmen als auch Kopieren von Daten kann das Tool den Mac ein wenig ausbremsen. Nur 99,8 Prozent der Mac-Malware wurde erkannt, der zweitschlechteste Wert im Test. Wie Avast ist der Virenscanner kostenlos nutzbar, der mit enthaltene VPN-Dienst Phantom nur begrenzt - ohne Abo stehen nur 500 MB Datenvolumen pro Monat zur Verfügung.

Gesamtnote: 2,5 befriedigend

Preis: kostenlos

Systemanforderungen: ab OS X 10.13

Avira

AVG

Der Virenscanner AVG ist kostenlos, bietet aber gute Leistungen in der Erkennung von Malware. Leider verlangsamt der Scanner den Rechner eine wenig. So machte sich der Scanner durch eine meßbare Verlangsamung beim Start von Standardprogrammen bemerkbar. Wie bei kostenlosen Scannern üblich, wird die Software durch kostenpflichtige Zusatztools wie Aufräum-Tool und VPN-Dienste finanziert, die nachdrücklich empfohlen werden. Diese Werbung für Zusatzprogramme ist bei dem Tool leider etwas aufdringlich und verunsichert unerfahrene Anwender unnötig.

Gesamtnote: 2,0 gut

Preis: kostenlos

Systemanforderungen: ab OS X 10.10

AVG

F-Secure Safe

Die finnische Software von F-Secure folgte bis zu diesem Jahr einem etwas anderen Sicherheitskonzept als die anderen Test-Teilnehmer: Bei der Prüfung von Dateien wurde nur nach Mac-Malware und Adware gesucht, nicht nach Windows-Viren. Ers die aktuelle Version von F-Secure kann jetzt Windows-Malware erkennen. Dabei bleibt sie zwar etwa hinter ihren Konkurrenten zurück und erkennt nur 90 Prozent der Schädlinge, das ist aber schon ein deutlicher Fortschritt. Auch bei der Erkennung von PUA und Mac-Malware kann sie leider nicht mithalten. Gegenüber dem letzten Jahr verbessert sich die Software aber um eine halbe Note.

Gesamtnote: 2,5 befriedigend

Preis:  € 30, CHF 33

Systemanforderungen: ab OS X 10.12

url link https://www.f-secure.com/de_DE/web/home_de/home F-Secure _blank

Intego Virus Barrier

Wie die Software F-Secure erkennt die Lösung von Intego keine Windows-Malware: Bei der Prüfung von Dateien wird nur nach Mac-Malware und Adware gesucht, nicht nach Windows-Viren. Bei der Erkennung von Mac-Malware sind die Ergebnisse ausgezeichnet, weniger gut ist allerdings die Erkennung von Adware. Der Mac selbst wird dadurch relativ gut geschützt. Nach unserer Ansicht ist der Verzicht auf die Erkennung von PC-Malware aber problematisch, Windows-Kollegen durch die Weitergabe von infizierten Dateien gefährdet sind. Zusätzlich ist die Systemlast etwas zu hoch, sowohl die Installation von Software als auch Programmstarts werden messbar verlangsamt. Die Software erhält deshalb nur die Note 3.

Gesamtnote: 3,0 befriedigend

Preis:  € 40, CHF 44

Systemanforderungen: ab OS X 10.8

Intego

Installation unter High Sierra und Mojave

Neu seit High Sierra ist die Schutzfunktion Secure Kernel Extension Loading (SKEL). Bei der Installation eines Virenscanners unter High Sierra und Mojave ist deshalb ein zusätzlicher Schritt nötig. Während der ersten Installation sieht der Nutzer eine Warnung des Systems, dass eine Systemerweiterung installiert werden soll. Dies muss man über die Systemeinstellung "Sicherheit" ausdrücklich erlauben. Dazu klickt man wie im Warnfenster erläutert unter "Allgemein" auf den Button "Allow". Zusätzlich ist dann auch noch unter der Systemeinstellung Sicherheit -> Datenschutz eine Erlaubnis für Festplattenzugriff nötig.

Die Installation von Antivirensoftware ist durch Apples Sicherheitsfunktionen bei aktuellen System etwas komplizierter geworden.
Vergrößern Die Installation von Antivirensoftware ist durch Apples Sicherheitsfunktionen bei aktuellen System etwas komplizierter geworden.

10 Mac-Antivieren im Test: Zuverlässigkeit bei der Virenerkennung

Wichtigste Aufgabe einer Antivirensoftware ist die zuverlässige Erkennung von Mac- und Windows-Viren. Der Aufwand ist für die Hersteller hoch und die Rangfolge unter den Antivirensoftware-Programmen kann sich schnell ändern.

Das Aufkommen der von AV-Test gesammelten Malware-Samples war zwar 2018 gestiegen, allerdings handelte es sich dabei meist um sehr ähnliche Malware-Arten. Das magere Aufkommen an Malware-Arten sorgt deshalb für eine vergleichsweise begrenzte Anzahl der Testobjekte: Beim Test durch das Labor von AV-Test müssen die Probanden lediglich 557 ausgesuchte Mac-Schädlinge identifizieren, die in den letzten Monaten auftraten. Das Test-Sample an Windows-Viren umfasst dagegen gleich 1228 Schädlinge. An der lästigen Adware, auch PUA genannt, herrscht auf dem Mac kein Mangel. Hier stehen 899 Testobjekte zur Verfügung.

Die Erkennung der Mac-Malware hat sich gegenüber früheren Jahren verbessert, acht Programme erkennen alle 241 Mac-Malware-Objekte und erreichen hier volle hundert Prozent. Nur Avira und F-Secure patzten und erkennen nur 99,8 bzw. 99,5 Prozent.

Bei der für Firmenanwender wichtigen Erkennung von Windows-Viren sind die Unterschiede größer – einige Hersteller verzichten nämlich komplett auf gute Windows-Virenerkennung. Überhaupt keine PC-Viren erkennt Intego . F-Secure , Norton und Avast bleiben mit 90, 90 und 95 Prozent Erkennungsleistung unter den Erwartungen, zumindest 99 Prozent der 1228 Beispieldateien erkennen alle anderen Tools.

Es gibt aber neben Erpresser- und Schadsoftware auch Lästlinge. Bei diesen Potentially Unwanted Applications handelt es sich beispielsweise um System-Tuner wie Macbooster, die sich über Freeware-Installer auf den Rechner schmuggeln oder Werbetools. Besonders schlecht schneiden hier Avira und F-Secure ab, die nur 80 bzw. 90 Prozent PUAs übersehen. Aber auch Intego ist mit 95 Prozent Leistung eher mittelmäßig.

Zwischenstand Virenerkennung: Ist gute Erkennung aller drei Schädlingsarten wichtig, empfehlen wir die Lösungen von Trend Micro, Bitdefender, AVG und Vipre.

Ein weiteres Problem bei Virenscannern sind aber auch False Positives: Der Virenscanner hält irrtümlich eine Datei für einen Virus und schlägt Alarm. Jeweils ein Fehlalarm traten im Test bei F-Secure und Intego auf, Symantec irritiert dagegen durch eine unnötige Warnung.

10 Antiviren-Tools im Vergleich: Bedienkomfort und Funktionsumfang

Vergleicht man Bedienkomfort und Funktionsumfang, gibt es wenig auszusetzen. Allgemein hat sich die Optik der Virenscanner stark angenähert. Immer mehr Programme sind in den aktuellen Versionen außerdem an einen Web-Account gekoppelt, über den man die Programme verwaltet und installiert. Die Idee ist, dass ein Nutzer die Installationen auf mehreren Geräten wie Desktop, iPad und Notebook über eine gemeinsame Weboberfläche verwaltet. Auch Testversionen erhält man oft nur noch nach dem Anlegen eines Web-Accounts.

10 Mac-Antiviren: Sonderfunktionen wie Firewall und VPN

Vollausstattung bieten Kaspersky und Norton , so sind hier E-Mail und Browser-Schutzfunktionen Standard. Eine Firewall gehört zum Lieferumfang, wenn wir auch den Nutzen als begrenzt einschätzen, ist doch eine Firewall in macOS bereits integriert. Zeitgesteuerte Scans, etwa des Download-Ordners, sind übrigens oft nur bei den teureren Versionen eines Scanners verfügbar.

Auch Avira installierte gleich einen VPN-Dienst mit.
Vergrößern Auch Avira installierte gleich einen VPN-Dienst mit.

Viele der Programme sind ja in verschiedenen Ausstattungsvarianten zu haben. So ist Norton Security zwar schon in der Basisversion gut ausgestattet, zusätzlich sind aber noch funktionsreichere Programmpakete zu haben. Die teuerste Version Norton Security Premium bietet zusätzlich eine Kindersicherung und sicheren Cloud-Speicher. Ein Trend ist außerdem, dass viele Anbieter dem Nutzer zusätzlich ein VPN-Abo bieten: Diese Lösungen wie Bitdefender VPN, Avira Phantom stellen meist eine kostenlose Basisversion mit begrenztem Transfervolumen bereit, höhere Datenmengen werden dann schnell teuer und die zusätzlichen Gebühren recht komplex. Auf einen eigenen Test der jeweiligen VPN-Dienste haben wir aus Platzgründen verzichtet und auch nicht in der Wertung berücksichtigt.

Avast finanziert sich per optionalem VPN-Dienst
Vergrößern Avast finanziert sich per optionalem VPN-Dienst

Gut: Einige Hersteller wie Bitdefender, Avira, Intego und Trend Micro bieten kostenlose und kostenpflichtige Versionen ihrer Scanner im App Store an. Diese bieten weit weniger Funktionen als die Voll-Programme, da diese die App Store-Regeln verletzen würde. Die Version von Avira kann beispielsweise ausschließlich den Download-Ordner überwachen - was allerdings auch Vorteile bietet und für viele Privat-Anwender ausreicht. iOS-Geräte benötigen übrigens keinen Virenscanner, allenfalls iPhones und iPad mit Jailbreak sind gefährdet. Für diese Geräte existieren ja bereits Schadprogramme wie Unflod .

Antivirus fürs iPhone und iPad – Sinnvoll oder Überflüssig?

Systemlast der Antiviren-Programme im Vergleich

Vor allem bei Macs mit herkömmlicher Festplatten ist ein Antivirenprogramm eine Systembremse. Bei einem aktuellen Macs mit SSD  fällt das permanente Überwachen jeder Dateiaktivität aber kaum noch auf. Lösungen von Avira , Avast  und AVG fallen jedoch bei den Messungen unangenehm auf, da sie den Start von Programmen etwas verzögern. Verlangsamen kann eine Sicherheitssoftware ebenso das Kopieren von Dateien, deutlich wird dies unter anderem bei Avira auf. Aber auch die Installation eines Programms ziehen einige Tools in die Länge – ein Phänomen das bei Kaspersky, F-Secure und Intego spürbar wird. Besonders niedrig ist die Systemlast bei Bitdefender und Norton, ebenso bei Trend Micro und Vipre.

Alternativ-Tools für den Adware-Schutz

Gegen Adware wie Browser-Erweiterungen sind Spezialtools wie Anti-Malware oft erfolgreicher.
Vergrößern Gegen Adware wie Browser-Erweiterungen sind Spezialtools wie Anti-Malware oft erfolgreicher.

Vor Adware schützen Antivirenprogramm oft nur begrenzt, da Werbeprogramme von Download-Seiten wie Chip und Mac-Update von vielen Virenscannern nicht als Malware eingestuft werden. Grund dafür ist, dass Adware wie Browser-Erweiterungen oder Demo-Versionen von Tuning-Tools schließlich vom Nutzer selbst installiert werden. Antivirenhersteller müssen außerdem aus rechtlichen Gründen darauf achten, Demoversionen und Adware nicht fälschlicherweise als Malware einzustufen. Hier sind manchmal schnelle Tests des Systems mit einer Anti-Adware-App  wie Malwarebytes Anti-Malware oder dem schnellen DetectX sinnvoller, die nur wenige Sekunden dauern. (Hinweis: Malwarebytes Anti-Malware ist kostenpflichtig, die Mac-Version kann aber kostenlos für manuelle Scans genutzt werden.)

Schutz beim Surfen – ein problematisches Versprechen

Viele Softwarehersteller bieten Browser-Erweiterungen für mehr Surf-Sicherheit. Bitdefender installiert beispielsweise die Lösung „Traffic Light“, Norton eine spezielle „Norton Toolbar“  Kaspersky zusätzlich eine virtuelle Tastatur für sichere Anmeldungen. Eine Besonderheit des Trend-Micro-Angebotes ist eine Browser-Toolbar für mehr Datenschutz. Neben dem obligatorischen Prüfen von verdächtigen Links kann man damit auch die Datenschutzeinstellungen von Facebook, Twitter, Google Plus und Linkedin verbessern. Unterstützt werden Firefox, Chrome und Safari.

Fast alle Antivirensoftware-Hersteller nutzen Webdatenbanken mit bekannten Spam- und Malware-Seiten, die beim Aufruf sofort geblockt werden. Vor nach Informationen spähenden Phishing-Seiten schützten diese Erweiterungen leider nur begrenzt, diese sind nämlich oft nur kurze Zeit aktiv. Als Stichprobe geben wir seit Jahren einige per Phishing-Emails erhaltene Adressen über die Webseite Virustotal ein, die auf gleich 66 dieser Online-Datenbanken zugreift. Enttäuschend: Nur sehr vereinzelt schlägt eines der Angebote Alarm und das oft nicht einmal zu Recht. Vorsichtsmaßregeln sollte man also weiterhin beachten: Gibt ein von einer E-Mail getäuschter Nutzer freiwillig Bank- oder Kreditkartendaten weiter oder klickt auf jeden E-Mail-Link, ist jedes Schutzprogramm machtlos.

Schutzwirkung Mac-Malware

F-Secure

99,5%

Avira

99,8%

Avast

100%

Symantec

100%

Kaspersky

100%

Bitdefender

100%

Trend Micro

100%

Intego

100%

AVG

100%

Antivirensoftware für Mac als Fehlerquelle

Das dieses Jahr nicht mit geteste Sophos Home ist ein weiterer kostenloser Scanner, der aber bei Adware und PC-Malware Schwächen zeigte.
Vergrößern Das dieses Jahr nicht mit geteste Sophos Home ist ein weiterer kostenloser Scanner, der aber bei Adware und PC-Malware Schwächen zeigte.

Virenscanner können die Performance verschlechtern, sie können sich aber auch negativ auf die Systemstabilität auswirken. Zum Ärgernis wird der Scanner, wenn das Tool eine Fehlfunktion aufweist. So kann es Verzögerungen bei Time-Machine-Backups geben oder die Systemlast plötzlich extrem ansteigen. Probleme treten bei vielen Virenscannern immer wieder auf und sind ein Grund, warum viele Mac-Anwender die Scanner ablehnen. Nicht zu Unrecht behaupten viele Mac-Profis, Virenscanner verursachten mehr Ärger, als sie beseitigen. Empfehlenswert sind Antivirenprogramme nach unserer Meinung nur für professionelle Anwender, weniger für Heimnutzer. So findet das BSI , eine Antiviruslösung sei bei "privaten Anwendern nicht zwingend notwendig, aber dennoch empfehlenswert, um nicht versehentlich gefährliche Dateien an andere weiterzugeben."

Kaufempfehlung: Antivirenprogramme

Wer zu Hause an einem Mac arbeitet braucht keinen Virenscanner, ein Hintergrundscanner verursacht hier mehr Ärger als Nutzen. Um verdächtige Dateien und gelegentlich das System zu überprüfen, genügt ein kostenloser Scanner. Wichtiger sind Vorsicht beim Umgang mit Internet-Angeboten und Downloads. Jedes Sicherheitssystem ist machtlos, wenn Anwender Kreditkartendaten weitergeben oder ohne Nachdenken Dateianhänge öffnen

Privat Ein Virenscanner ist für einen Heimanwender nur begrenzt sinnvoll. Für den manuellen Scan verdächtiger Daten empfehlen wir die kostenlose Version von Bitdefender im App Store (es gibt auch eine kostenpflichtige App), alternativ die App von Avira .

Profi-Einsatz Benötigt man aus beruflichen Gründen einen hochwertigen Virenscanner, empfehlen wir die Scanner von Bitdefender oder Trend Micro. Diese Programme bieten beste Virenerkennung und die zusätzliche Systemlast war im Test kaum messbar. Benötigt man mehr Funktionen wie VPN und Kindersicherung, ist die Lösung Total Security von Kaspersky einen Blick wert.                                                                                 

Stephan Wiesend

Virenerkennung

Für unseren Test der Erkennung von Mac-Viren nutzen wir die Ergebnisse des Prüfinstituts AV-Test
In einem aktuellen Test des Instituts müssen die Virenscanner ein Test-Sample von neuen Mac-Viren erkennen. Im Vergleich zu Millionen an PC-Viren ist dies eine niedrige Anforderung. Viele Scanner zeigen vor allem beim Erkennen von PC-Viren oder Adware Schwächen.

Schutz durch OS X

Selbst Apple musste das Vorhandensein von Mac-Malware anerkennen und schützt das System seit OS X 10.6 mit folgenden Tools

Xprotect  Das System prüft jeden Download per Browser und Mail und blockt beispielsweise Schädlinge wie Genieo . Allerdings gelangen Schädlinge oft über Flash, PDFs und Java auf den Mac und Apple aktualisiert Xprotect nur unregelmäßig. Das simple System ist außerdem bereits von l eicht abgewandelten Viren überfordert . Eine nachträgliche Durchsuchung des Systems ist damit ebenfalls nicht möglich.

Gatekeeper Diese Funktion prüft vor jeder Installation eines Programms, ob es eine Signatur besitzt. Ist ein Tool nicht aus dem App Store, bemängelt Gatekeeper dies ebenso wie ein fehlendes Zertifikat eines Entwicklers. Beschränkt man sich auf die Installation von Programmen aus dem App Store und bei Apple registrierte Entwickler, sorgt Gatekeeper für ein hohes Maß an Sicherheit. Allerdings sind längst nicht alle Anwendungen per App Store verfügbar, neben vielen Adobe- und Microsoft-Apps betrifft dies einen Großteil der Open-Source-Software und alle von uns getesteten Programme - sie greifen nämlich zu tief ins System ein, um über den App Store vertrieben zu werden. Nicht verhindern konnte Apples Sicherheitssystem außerdem die Verbreitung des Schädlings Flashback , der eine Sicherheitslücke der Java-Umgebung ausnutzte. Fehler des Plug-ins Flash sind ebenfalls öfter Einfallstore für Hacker.

Tipp Das kaum noch gebräuchliche Flash sollte man längst deinstalliert haben, Java (nicht Javscript) sollte man besser deinstallieren bzw. nicht installieren.

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