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9 Antivirus-Lösungen für Macs im Vergleich

11.07.2020 | 13:30 Uhr | Stephan Wiesend

Viren sind auf dem Mac noch recht selten, sicherheitsbewusste Anwender suchen aber trotzdem eine gute Antivirensoftware. Wir vergleichen neun aktuelle Virenscanner für Catalina.

Malware-Angriffe auf Mac sind vergleichsweise selten, vor allem im Vergleich zur besonders stark angegriffenen Windows-Plattform. Ist der Mac aber deshalb wirklich sicher? Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat da so seine Zweifel, besonders Ransomware hatte sich im Jahr 2017 auch für Apple-Rechner als zunehmende Gefahr erwiesen. Wenngleich nach des Amtes Ansicht Windows- und Linux-System noch weit gefährdeter sind. Doch kann es – fast wie im richtigen Leben – keine absolute Sicherheit geben. So verweist der Hersteller von Sicherheitssoftware Malwarebyte für 2019 auf eine bedenklich hohe Anzahl an Adware-Fällen wie NewTab.

Achtung: Details zu den Einzelergebnissen finden Sie weiter unten im Text.

Tipp: Unnötige Programme entfernen mit CleanMyMac

Mac-Malware gibt es wirklich. Im Unterschied zur von Viren geplagten Windows-Plattform sind Schadprogramme, auch Malware genannt, auf dem Mac aber selten. So muss Apples ins System integrierter Download-Schutz Xprotect bei Redaktionsschluss Juli 2020 gerade einmal knapp bekannte 130 Schädlinge blockieren – vor allem uralte Adware wie Genieo-Varianten. Die Anzahl an bekannten Mac-Viren ist kontinuierlich weiter gestiegen, meist handelt es sich aber um längst bekannte und teilweise bereits unwirksame Viren. Gefährlicher sind aber komplett neue Vertreter an Schadsoftware  und hier gab es in den letzten Jahren doch einige Unterschiede, auch was die Art der Schadprogramme betrifft. In seinen Statistiken unterscheidet das renommierte Institut AV-Test etwa zwischen "echter" Malware wie Spyware und Trojanern und PUA (Potentially Unwanted Applications) bzw. Adware – sogenannten Lästlingen, die oft in einer Grauzone aus offenem Betrug und aufdringlichem Marketing agieren. 2019 gab es beim Aufkommen der gefährlichen Malware einen deutlichen Rückgang: Noch 2018 registrierte das Institut AV-Test 2018 ganze 94011 Mac-Malware-Samples, 2019 ging das Neuaufkommen auf 58 833 zurück. Interessant: Das Verhältnis von Malware und den getrennt beobachteten PUAs ist von Jahr zu Jahr sehr unterschiedlich. Die überwiegende Zahl der Schadsoftware besteht aktuell noch immer aus diesen lästigen PUAs, allerdings geht auch ihre Zahl nach einer Art Boom-Zeit 2016 und 2017 deutlich zurück.

Laut AV-Test ist das Aufkommen neuer Mac-Malware in den letzten Jahren gestiegen.
Vergrößern Laut AV-Test ist das Aufkommen neuer Mac-Malware in den letzten Jahren gestiegen.
© AV-Test

Trotz eigentlich geringer Gefährdung ist das Angebot an Mac-Virenscannern überraschend groß. Fast alle bekannteren PC-Scanner sind auch für macOS verfügbar, wir testen eine repräsentative Auswahl von 9 Programmen. In unserem Test für Mai/Juni 2020 treten die kostenlos nutzbaren Tools von Avira , AVG und Avast gegen kostenpflichtige Virenscanner von F-Secure , Canimaan , Kaspersky , Bitdefender , Norton Life Lock und Trend Micro an. Die Messdaten für die Erkennung von Mac-Viren stammen vom Institut AV-Test , das die Messungen Mitte 2020 und unter macOS Catalina durchführte.

Trend Micro Antivirus

In unserem Test zeigte die Lösung von Trend Micro eine der besten Erkennungsleistungen. Sowohl Mac- als auch Windows-Viren wurden erfolgreich erkannt, ebenso unerwünschte Werbetools bzw. Adware.  Bedienkomfort und Funktionsumfang sind ohne Tadel. Eine Browsererweiterung für mehr Privatsphäre wird ebenso geboten. Platz zwei.

Gesamtnote: 1,8 gut

Preis: € 30, CHF 42

Systemanforderungen: ab OS X 10.14

Trend Micro

Bitdefender

Auf dem dritten Platz landet die Lösung Bitdefender. Bei der Erkennung von Mac-Malware schafft die Lösung nur eine Erkennungsleitung von 98,8 Prozent. Schade: Über die letzten Jahre hatte sich die Lösung als solide Lösung bewährt, die Erkennung von Adware und Windows-Malware bleibt ausgezeichnet.

Wie bei Avira, Kaspersky und Avast gehört jetzt automatisch ein VPN-Dienst zum Lieferumfang, allerdings sind nur 200 MB an Datenvolumen pro Tag kostenlos. Rabatt-Aktionen sind auch bei Bitdefender häufig: Bei Redaktionsschluss war die Einzelplatzversion über die Hompage für 20 Euro zu haben.

Gesamtnote: 2,0 -  gut

Preis € 30, CHF 30

Systemanforderungen: ab OS X 10.10

Bitdefender

Kaspersky Internet Security  

Die beliebte und ausgereifte Lösung Kasperksy Internet Security zeigte erstklassige Leistungen bei der Erkennung von Mac- und Windows-Malware und beim Erkennen von Adware bzw. PUAs. Die Bedienung ist dafür übersichtlich und auch der Funktionsumfang überlegen. Das Tool überwacht zusätzliche Schwachstellen wie Webcam und Browser, auch ein Passwortverwalter ist verfügbar. Mit Kaspersky Secure Connection bietet das Tool auf Wunsch außerdem einen VPN-Dienst – 200 MB pro Tag sind kostenlos, mehr Volumen kostet einen Aufpreis. Platz eins.

Gesamtnote: 1,8 gut

Preis: € 35, CHF 37

Systemanforderungen: ab OS X 10.12

Kaspersky

Norton

Schon seit Jahrzehnten gibt es die Antivirussoftware von Norton auch als Mac-Version. Mac-Malware und Adware erkennt Norton (seit 2019 Norton Life Lock) sehr gut, leider ist die Erkennung von Windows-Viren wie schon bei früheren Tests etwas schwächer. Dafür ist die Systemlast niedrig, die Bedienung ausgereift und der Funktionsumfang ausgezeichnet, so ist eine Firewall enthalten. Drei Version sind verfügbar, die teuerste Deluxe-Version gibt es inklusive Kindersicherung und Online-Backup. Der VPN-Dienst Norton Secure VPN kostet extra.

Gesamtnote: 2,5 gut

Preis: € 30, CHF 33

Systemanforderungen: ab OS X 10.13

Norton Security

Avast

Kostenlos ist der Virenscanner von Avast nutzbar, Adware erkannte er ausgezeichnet, Windows-Viren ebenfalls. Schade: Kopieraktionen werden etwas verzögert. Ein kostenpflichtiger VPN-Dienst wird bei der Standardinstallation als Demoversion mitinstalliert, man kann dies aber bei der Installation untersagen.

Gesamtnote: 2,0 gut

Preis: kostenlos

Systemanforderungen: ab OS X 10.10

Avast

Avira Antivirus

Auf der Windows-Plattform hat Avira einen hervorragenden Ruf, auch die Mac-Version ist recht beliebt. Schade: Die Erkennung von Adware ist mit 95 Prozent nur Mittelklasse und die Systemlast etwas erhöht. Wie Avast ist der Virenscanner kostenlos nutzbar, der mit enthaltene VPN-Dienst Phantom nur begrenzt - ohne Abo stehen nur 500 MB Datenvolumen pro Monat zur Verfügung.

Gesamtnote: 2,5 befriedigend

Preis: kostenlos

Systemanforderungen: ab OS X 10.13

Avira

AVG

Der Virenscanner AVG ist kostenlos, bietet aber gute Leistungen in der Erkennung von Malware. Leider verlangsamt der Scanner den Rechner beim Kopieren von Daten ein wenig. Wie bei kostenlosen Scannern üblich, wird die Software durch kostenpflichtige Zusatztools wie Aufräum-Tool und VPN-Dienste finanziert, die nachdrücklich empfohlen werden. Diese Werbung für Zusatzprogramme ist bei dem Tool leider etwas aufdringlich und verunsichert unerfahrene Anwender unnötig.

Gesamtnote: 2,0 gut

Preis: kostenlos

Systemanforderungen: ab OS X 10.10

AVG

Safe

Die finnische Software F-Secure liefert bei der Erkennung von Mac-Malware und Windows-Viren eine hervorragende Leistung. Leider ist die Erkennung von Adware mit 95 Prozent mittelmäpig und die Systemlast wird ein wenig erhöht.

Gesamtnote: 2,5 gut

Preis:  € 30, CHF 30

Systemanforderungen: ab OS X 10.9

F-Secure

ClamXAV

Die Antivirensoftware von Canimaan ist auf dem Mac recht beliebt, bietet die Software doch eine einfach bedienbare Oberfläche und gute Mac-Kompatibilität. Windows-Malware wird allerdings nicht erkannt, was die Weiterverbreitung von PC-Schädlingen möglich macht. Auch die Erkennung von PUA ist mittelmäßig. Wir werten die Software deshalb ab.

Gesamtnote: 2,5 gut

Preis:  € 28, CHF 30

Systemanforderungen: ab OS X 10.10

Canimaan

Installation

Ab High Sierra nutzt macOS die Schutzfunktion Secure Kernel Extension Loading (SKEL). Bei der Installation eines Virenscanners unter High Sierra, Mojave und Catalina ist deshalb ein zusätzlicher Schritt nötig. Während der ersten Installation sieht der Nutzer eine Warnung des Systems, dass eine Systemerweiterung installiert werden soll. Dies muss man über die Systemeinstellung "Sicherheit" ausdrücklich erlauben. Dazu klickt man wie im Warnfenster erläutert unter "Allgemein" auf den Button "Erlauben" (Tipp: Bei der Installation wird diese Option oft erst verzögert angezeigt, man muss die Systemeinstellung dann mehrmals aufrufen). Zusätzlich ist dann auch noch unter der Systemeinstellung Sicherheit -> Datenschutz eine Erlaubnis für Festplattenzugriff nötig. Die Tools erläutern dies bei der Installation ebenfalls. Alle Tools unterstützen den Anwender mit hilfreichen Assistenten, so öffnen sie etwa per Knopfdruck die beiden erforderlichen Systemeinstellungen. Achtung bei der Installation: Die oft tief im System verankerten Programme müssen für eine rückstandsfreie Entfernung meist über eine integrierte Deinstallationsfunktion oder eigenes Uninstall-Tool deinstalliert werden.

Die Installation von Antivirensoftware ist durch Apples Sicherheitsfunktionen bei aktuellen System etwas komplizierter geworden. Die Hersteller versuchen die Installation durch Anleitungen und Assistenten zu erleichtern.
Vergrößern Die Installation von Antivirensoftware ist durch Apples Sicherheitsfunktionen bei aktuellen System etwas komplizierter geworden. Die Hersteller versuchen die Installation durch Anleitungen und Assistenten zu erleichtern.

9 Mac-Antivieren im Test: Zuverlässigkeit bei der Virenerkennung

Wichtigste Aufgabe einer Antivirensoftware ist die zuverlässige Erkennung von Mac- und Windows-Viren. Der Aufwand ist für die Hersteller hoch und die Rangfolge unter den Antivirensoftware-Programmen kann sich schnell ändern. In diesem Halbjahr schnitt der Großteil der getesteten Programme aber sehr solide ab, allerdings gehörten diesmal auch nur bekannte Namen zum Testfeld.

Das Aufkommen der von AV-Test gesammelten Malware-Samples ist zwar 2019 gestiegen, allerdings handelte es sich dabei meist um sehr ähnliche Malware-Arten. Das magere Aufkommen an aktuellen Mac-Malware-Arten sorgt  für eine vergleichsweise begrenzte Anzahl der Testobjekte: Beim Test durch das Labor von AV-Test müssen die Probanden 2020 lediglich 83 ausgesuchte Mac-Schädlinge identifizieren, die in den letzten Monaten auftraten. Das Test-Sample an Windows-Viren umfasst dagegen 3037 Schädlinge. An der lästigen und verbreiteten Adware, auch PUA genannt, herrscht auf dem Mac kein Mangel. Hier stehen 3901 Testobjekte zur Verfügung.

Die Erkennung der Mac-Malware hat sich gegenüber früheren Jahren verbessert und ist ausgezeichnet:  Acht Programme erkennen alle  Mac-Malware-Objekte und erreichen hier volle hundert Prozent. Nur Bitdefender patzt und erkennt nur 98,8 Prozent bzw. 82 der Schädlinge. Der Scanner wird deshalb vom ersten auf den dritten Platz verbannt und abgewertet. Die Erkennung von Mac-Malware ist für einen Antivirenscanner schließlich die wichtigste Aufgabe.

Bei der für Firmenanwender wichtigen Erkennung von Windows-Viren sind die Unterschiede kaum größer – fast alle erkennen knapp 99 Prozent der Schädlinge. Norton schafft allerdings nur 95 Prozent Erkennungsleistung, ClamXAV erkennt null Prozent der Windows-Viren und wird von uns um eine Note abgewertet.

Es gibt aber neben Erpresser- und Schadsoftware auch Lästlinge. Bei diesen Potentially Unwanted Applications handelt es sich beispielsweise um System-Tuner wie Macbooster, die sich über Freeware-Installer auf den Rechner schmuggeln oder Werbetools.  ClamXAV kann nur 95 Prozent der PUAs erkennen, das gilt auch für Avira und F-Secure und kostet sie Punkte.

Ein weiteres Problem bei Virenscannern sind aber auch False Positives: Der Virenscanner hält irrtümlich eine Datei für einen Virus und schlägt Alarm. Hier gibt es keine Beanstandungen.

Zwischenstand Virenerkennung: Ist gute Erkennung aller drei Schädlingsarten wichtig, empfehlen wir die Lösungen von Trend Micro, Avast, AVG und Kaspersky.

9 Antiviren-Tools im Vergleich: Bedienkomfort und Funktionsumfang

Vergleicht man Bedienkomfort und Funktionsumfang, gibt es wenig auszusetzen. Allgemein hat sich die Optik der Virenscanner stark angenähert. Immer mehr Programme sind in den aktuellen Versionen außerdem an einen Web-Account gekoppelt, über den man die Programme verwaltet und installiert. Die Idee ist, dass ein Nutzer die Installationen auf mehreren Geräten wie Desktop, iPad und Notebook über eine gemeinsame Weboberfläche verwaltet. Auch Testversionen erhält man oft nur noch nach dem Anlegen eines Web-Accounts.

9 Mac-Antiviren: Sonderfunktionen wie Firewall und VPN

Vollausstattung bieten Kaspersky und Norton , so sind hier E-Mail und Browser-Schutzfunktionen Standard. Eine Firewall gehört zum Lieferumfang, wenn wir auch den Nutzen als begrenzt einschätzen, ist doch eine Firewall in macOS bereits integriert. Zeitgesteuerte Scans, etwa des Download-Ordners, sind übrigens oft nur bei den teureren Versionen eines Scanners verfügbar.

Auch Avira installierte gleich einen VPN-Dienst mit.
Vergrößern Auch Avira installierte gleich einen VPN-Dienst mit.

Viele der Programme sind ja in verschiedenen Ausstattungsvarianten zu haben. So ist Norton Security zwar schon in der Basisversion gut ausgestattet, zusätzlich sind aber noch funktionsreichere Programmpakete zu haben. Die teuerste Version Norton Security Premium bietet zusätzlich eine Kindersicherung und sicheren Cloud-Speicher. Ein Trend ist außerdem, dass viele Anbieter dem Nutzer zusätzlich ein VPN-Abo anbieten: Diese Lösungen wie Bitdefender VPN, Avira Phantom stellen meist eine kostenlose Basisversion mit begrenztem Transfervolumen bereit, höhere Datenmengen werden dann schnell teuer und die zusätzlichen Gebühren  komplex. Auf einen eigenen Test der jeweiligen VPN-Dienste haben wir aus Platzgründen verzichtet und auch nicht in der Wertung berücksichtigt. Etwas überrascht waren wir, dass Avast nach der Installation unbedingt Chrome installieren wollte, offenbar eine Werbe-Kooperation mit Google.

Festplattenzugriff muss den Tools eigens erlaubt werden.
Vergrößern Festplattenzugriff muss den Tools eigens erlaubt werden.

Gut: Einige Hersteller wie Bitdefender, Avira und Trend Micro bieten kostenlose und kostenpflichtige Versionen ihrer Scanner im App Store an. Diese bieten weit weniger Funktionen als die Voll-Programme, da dies die App Store-Regeln verletzen würde. Die Version von Avira kann beispielsweise ausschließlich den Download-Ordner überwachen – was allerdings auch Vorteile bietet und für viele Privat-Anwender ausreicht.

Ein eigenes Thema ist die oft verwirrende Preisgestaltung: Für das erste Jahr eines Abos gibt es bei vielen Anbietern Rabatte – dieses Angebot gilt aber nur für das erste Jahr der Nutzung. Unterschiede gibt es zudem bei den regulären Versionen und (falls vorhanden) einer App-Store-Version. Letztere bietet meist einen geringeren Funktionsumfang, ist aber oft günstiger als die reguläre Kaufversion. So kostet Trend Micros Antivirus One im App Store 20 Euro im Jahr, die besser ausgestattete Version Maximum Security ab 30 Euro. iOS-Geräte benötigen übrigens keinen Virenscanner, allenfalls iPhones und iPad mit Jailbreak sind gefährdet. Für diese Geräte existieren bereits Schadprogramme wie Unflod und manche Geheimdienste führen heimlich ein Jailbreak durch, um Spyware zu installieren.

Antivirus fürs iPhone und iPad – Sinnvoll oder Überflüssig?

Systemlast der Antiviren-Programme im Vergleich

Bei einem Macs mit herkömmlicher Festplatten wirkte ein im Hintergrund alle Aktivitäten prüfendes Antivirenprogramm als eine Systembremse. Bei einem aktuellen Macs mit SSD  fällt das permanente Überwachen aber kaum noch auf. Verlangsamen kann eine Sicherheitssoftware etwa das Kopieren von Dateien, deutlich wird vor allem bei Avast und AVG mit 37 und 38 Prozent. Schade, die Virenerkennung ist sonst ausgezeichnet. Aber auch die Installation und den Start eines Programms können einige Tools in die Länge – ein Phänomen das bei ClamXAV, Kaspersky und Trendmicro messbar ist aber kaum auffällt. Besonders niedrig ist die Systemlast bei Bitdefender, Norton und ClamXAV.

Alternativ-Tools für den Adware-Schutz

Gegen Adware wie Browser-Erweiterungen sind Spezialtools wie DetectX oft erfolgreicher.
Vergrößern Gegen Adware wie Browser-Erweiterungen sind Spezialtools wie DetectX oft erfolgreicher.

Vor Adware schützen Antivirenprogramm oft nur begrenzt, da Werbeprogramme von Download-Seiten wie Chip und MacUpdate von vielen Virenscannern nicht als Malware eingestuft werden. Grund dafür ist, dass Adware wie Browser-Erweiterungen oder Demo-Versionen von Tuning-Tools vom Nutzer selbst installiert werden. Antivirenhersteller müssen außerdem aus rechtlichen Gründen darauf achten, Demoversionen und Adware nicht fälschlicherweise als Malware einzustufen. Hier sind manchmal schnelle Tests des Systems mit einer Anti-Adware-App wie Malwarebytes Anti-Malware oder dem schnellen DetectX sinnvoller, die nur wenige Sekunden dauern. (Hinweis: Malwarebytes Anti-Malware ist kostenpflichtig, die Mac-Version kann aber kostenlos für manuelle Scans genutzt werden. Das gilt auch für DetectX.)

Schutz beim Surfen – ein problematisches Versprechen

Viele Softwarehersteller bieten Browser-Erweiterungen für mehr Surf-Sicherheit. Bitdefender installiert beispielsweise die Lösung „Traffic Light“, Norton eine spezielle „Norton Toolbar“  Kaspersky zusätzlich eine virtuelle Tastatur für sichere Anmeldungen. Eine Besonderheit des Trend-Micro-Angebotes ist eine Browser-Toolbar für mehr Datenschutz. Neben dem obligatorischen Prüfen von verdächtigen Links kann man damit die Datenschutzeinstellungen von Facebook, Twitter, Google Plus und Linkedin verbessern. Unterstützt werden Firefox, Chrome und Safari.

Fast alle Antivirensoftware-Hersteller nutzen Webdatenbanken mit bekannten Spam- und Malware-Seiten, die beim Aufruf sofort geblockt werden. Vor nach Informationen spähenden Phishing-Seiten schützten diese Erweiterungen leider nur begrenzt, diese sind nämlich oft nur kurze Zeit aktiv. Eine Stichprobe kann das belegen: Wir geben eine per Phishing-Emails erhaltene Adressen über die Webseite Virustotal ein, die auf gleich 80 dieser Online-Datenbanken zugreift. Enttäuschend: Nur sehr vereinzelt schlägt eines der Angebote Alarm und das oft nicht einmal zu Recht. Vorsichtsmaßregeln sollte man also weiterhin beachten: Gibt ein von einer E-Mail getäuschter Nutzer freiwillig Bank- oder Kreditkartendaten weiter oder klickt auf jeden E-Mail-Link, ist schließlich jedes Schutzprogramm machtlos.

Schutzwirkung Mac-Malware

F-Secure

100%

Avira

100 %

Avast

100%

Norton

100%

Kaspersky

100%

Bitdefender

98,8 %

Trend Micro

100%

ClamXAV

100%

AVG

100%

Antivirensoftware für Mac als Fehlerquelle

Das Tool Bitdefender hatte sich in den letzten Jahren als zuverlässig und problemlos erwiesen, patzt aber in diesem Test.
Vergrößern Das Tool Bitdefender hatte sich in den letzten Jahren als zuverlässig und problemlos erwiesen, patzt aber in diesem Test.

Virenscanner können die Performance verschlechtern, sie können sich aber auch negativ auf die Systemstabilität auswirken. Zum Ärgernis wird der Scanner, wenn das Tool den Mac nicht nur ausbremst, sondern auch eine Fehlfunktion aufweist. So kann es Verzögerungen bei Time-Machine-Backups geben oder die Systemlast plötzlich extrem ansteigen. Probleme treten bei vielen Virenscannern immer wieder auf und sind ein Grund, warum viele Mac-Anwender die Scanner ablehnen. Nicht zu Unrecht behaupten viele Mac-Profis, Virenscanner verursachten mehr Ärger, als sie beseitigen. Empfehlenswert sind Antivirenprogramme nach unserer Meinung nur für professionelle Anwender, weniger für Heimnutzer. So findet das BSI , eine Antiviruslösung sei bei "privaten Anwendern nicht zwingend notwendig, aber dennoch empfehlenswert, um nicht versehentlich gefährliche Dateien an andere weiterzugeben."

Kaufempfehlung: Antivirenprogramme

Wer zu Hause an einem Mac arbeitet braucht keinen Virenscanner, ein Hintergrundscanner verursacht hier mehr Ärger als Nutzen. Um verdächtige Dateien und gelegentlich das System zu überprüfen, genügt ein kostenloser Scanner. Wichtiger sind Vorsicht beim Umgang mit Internet-Angeboten und Downloads. Jedes Sicherheitssystem ist machtlos, wenn Anwender Kreditkartendaten weitergeben oder ohne Nachdenken Dateianhänge öffnen

Privat Ein Virenscanner ist für einen Heimanwender nur begrenzt sinnvoll. Für den manuellen Scan verdächtiger Daten empfehlen wir die kostenlose Version von Bitdefender im App Store (es gibt auch eine kostenpflichtige App), alternativ die App von Avira .

Profi-Einsatz Benötigt man aus beruflichen Gründen einen hochwertigen Virenscanner, empfehlen wir die Scanner von Trendmicro oder Kaspersky. Diese Programme bieten beste Virenerkennung und die zusätzliche Systemlast ist kaum messbar.                                            

Stephan Wiesend

Virenerkennung

Für unseren Test der Erkennung von Mac-Viren nutzen wir die Ergebnisse des Prüfinstituts AV-Test
In einem aktuellen Test des Instituts müssen die Virenscanner ein Test-Sample von neuen Mac-Viren erkennen. Im Vergleich zu Millionen an PC-Viren ist dies eine niedrige Anforderung. Viele Scanner zeigen deshalb vor allem beim Erkennen von PC-Viren oder Adware Schwächen.

Schutz durch OS X

Selbst Apple musste das Vorhandensein von Mac-Malware anerkennen und schützt das System seit OS X 10.6 mit folgenden Tools

Xprotect  Das System prüft jeden Download per Browser und Mail und blockt beispielsweise Schädlinge wie Genieo . Allerdings gelangen Schädlinge oft über Installationen anderer Tools auf den Mac und Apple aktualisiert Xprotect nur unregelmäßig. Das simple System ist außerdem bereits von l eicht abgewandelten Viren überfordert . Eine nachträgliche Durchsuchung des Systems ist damit ebenfalls nicht möglich.

Gatekeeper Diese Funktion prüft vor jeder Installation eines Programms, ob es eine Signatur besitzt. Ist ein Tool nicht aus dem App Store, bemängelt Gatekeeper dies ebenso wie ein fehlendes Zertifikat eines Entwicklers. Beschränkt man sich auf die Installation von Programmen aus dem App Store und bei Apple registrierte Entwickler, sorgt Gatekeeper für ein hohes Maß an Sicherheit. Allerdings sind längst nicht alle Anwendungen per App Store verfügbar, neben vielen Adobe- und Microsoft-Apps betrifft dies einen Großteil der Open-Source-Software und alle von uns getesteten Programme - sie greifen nämlich zu tief ins System ein, um über den App Store vertrieben zu werden. Nicht verhindern konnte Apples Sicherheitssystem außerdem die Verbreitung des Schädlings Flashback , der eine Sicherheitslücke der Java-Umgebung ausnutzte. Fehler des Plug-ins Flash sind ebenfalls öfter Einfallstore für Hacker.

Tipp Das kaum noch gebräuchliche Flash sollte man längst deinstalliert haben, Java (nicht Javscript) sollte man besser deinstallieren bzw. nicht installieren.

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