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17. Juli – der Tag des Mac- und iOS-Kalenders

17.07.2018 | 10:45 Uhr |

Warum zeigt der Kalender am Mac in seinem Icon immer den 17. Juli an? Das hat mit der Geschichte von macOS zu tun.

Schon in den Kalender geschaut? Ja, wir wissen, es ist erst Dienstag, das kann man noch so oft nachprüfen, Freitag wird es dadurch nicht schneller. Nein, wir meinen etwas anderes. Sie benutzen doch sicher die App "Kalender" auf Ihrem Mac? Haben Sie das Symbol im Dock? Fein – natürlich prangt darauf heute  das  Datum 17. Juli, egal, ob das Programm gerade aktiv ist oder nicht. Das war nicht immer so, in seinen ersten Fassungen zeigte das Icon in Form eines Abreißkalenderblattes den 17. Juli immer dann an, wenn der Kalender gerade aus war und das aktuelle Datum nur dann, wenn er lief. Sehen Sie mal in ihrem Programme-Ordner nach, dort ist noch der 17. Juli auf dem Icon zu sehen – und das nicht nur heute. Apple hat anscheinend noch keinen Weg gefunden, Icons außerhalb des Docks mit der Systemeinstellung "Datum und Uhrzeit" zu koppeln. Das wird sich in macOS 10.14 Mojave nicht ändern. Aber eine stehende analoge Uhr zeigt ja auch zweimal am Tag die richtige Zeit an …

Das mit der 17 ist nicht aus Lust und Laune entstanden, sondern hat wie so vieles bei Apple seinen Grund. Es war der 17. Juli 2002 als Steve Jobs in einer Keynote zur Eröffnung der Macworld Expo in New York – Apple sollte zum letzten Mal auf der Sommerausgabe der Mac-Messe ausstellen – mit Mac-OS X 10.2 Jaguar das zweite große Update des noch jungen auf Unix basierenden Betriebssystems zeigte. Jaguar war das erste Mac-OS X, dessen Spitznamen auch Einzug in die offizielle Nomenklatur feierte und das erste, das man richtig gebrauchen konnte. Hatte der Vorgänger Puma noch vor allem auf Verbesserung der Performance gesetzt und nur wenig Neues gebracht, kamen mit Jaguar etliche neue Funktionen. Etwa Bildschirmhintergründe und -schoner mit Fotos aus der eigenen Mediathek. ZeroConf, auch als Bonjour bekannt, mit dem man Geräte in Netzen einfach miteinander verknüpft, also null Konfiguration reinstecken muss. Die Handschriftenerkennung Inkwell, die vermutlich noch weniger Leute benutzt haben als die des schon damals historischen Newton – Apple hat für iOS die Technik völlig neu entwickelt.

Und neu war in Mac-OS X 10.2 an jenem 17. Juli eben auch der damals noch iCal genannte Kalender. Man kann es sich kaum vorstellen: Ein Computerbetriebssystem ohne eine Kalenderanwendung! Aber das war vor jenem Sommer in New York eben so. Auf den Markt gekommen für 129 US-Dollar oder Euro (in jenem Jahr als Bargeld auch neu!) ist Jaguar schließlich am 24. August. Auf dem Kalender prangt aber weiterhin die 17.

Zu jener letzten New Yorker Expo mit Apple hatte Steve Jobs noch zwei Dinge mitgebracht: Einen iPod, der sich nun auch an Windows-PCs via USB anschließen ließ und der damit überhaupt erst die Grundlage für den immensen Erfolg des Players legte. Und ein Handy, das sich mit dem Mac prima synchronisieren ließ. Das stellte aber nicht Apple her, sondern Sony Ericsson, dessen CEO extra dafür einen Slot in der Präsentation erhielt. Schon damals waberten erste diffuse Gerüchte durch die Blogosphäre , Apple könne ein eigenes Telefon mit dem Namen iPhone bauen. Nicht nur wir hielten das angesichts des neuen Sony Ericsson P 800 für Quatsch , vielleicht sogar die Verantwortlichen in Cupertino. Wie wir heute aber wissen, bekam Apple kurz danach die Multitouch-Technologie präsentiert und der iPod wurde ein so großer Erfolg, dass auch Handy-Hersteller scharf darauf wurden, iTunes auf ihre Geräte zu bekommen. Apple musste handeln – und warf bezüglich Interoperabilität des Mac mit dem Handy die Erkenntnisse des 17. Juli 2002 über den Haufen.

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