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Morgenmagazin vom Mittwoch, 29. März 2017

29.03.2017 | 06:54 Uhr |

Samsung Galaxy S8 kommt heute +++ Drohpotential der Turkish Crime Family hochgerechnet +++ SSD-Killer? Intels Optane Memory erscheint im April +++ Amazon Go: Kassenloser Supermarkt kommt später +++ Twitter erweitert Stummschaltungsoptionen +++ Facebook bekommt Stories und Direct-Messages

29. März: Neue Runde im Wettstreit

Wir wünschen allseits einen Guten Morgen! Was steht heute auf dem Plan? Samsung stellt etwas verspätet sein neues Flaggschiff-Smartphone vor, das Galaxy S8. Das hatte der südkoreanische Konzern schon vor dem MWC im Februar so annonciert. Diesmal wollte man in Seoul das Handy ein wenig länger und intensiver testen, hieß es in der Szene der Marktbeobachter, und damit das Fiasko mit dem brandgefährlichen Galaxy Note 7 verhindern. Wir erinnern uns: Samsung hat sich angeblich mit dessen Fertigstellung zu sehr beeilt. um enttäuschte Apple-Kunden aufzugabeln, die am iPhone 7 Plus nur wenig Innovation finden würden. Weil aber die Akkus nicht genau passten und mehr oder minder in das Gehäuse gequetscht wurden, kam es genau anders herum: Der Imageschaden bescherte Samsung eine nennenswerte Kundenwanderung zu Apple.

Mit dem Galaxy S8 will Samsung wieder verlorenen Boden gut machen, ein gutes halbes Jahr vor Apples erwartetem Innovationssprung auf das iPhone 8 oder iPhone X oder iPhone Edition. Aus der Gerüchteküche haben wir schon so viel gehört, dass es quasi schon vor unserem geistigen Auge liegt, ohne Homebutton, mit randlosem OLED, AR-Optionen der (Dual-)Kamera als großes Distinktionsmerkmal. Mal sehen, was davon auch schon das Galaxy S8 bieten wird und wie sehr dessen Neuerungen Apple unter einen gefühlten oder tatsächlichen Druck setzen. Die Kollegen der mit Samsung und seinen Produkten vertrauten Fachpresse wissen schon mehr, wenn heute Nachmittag die vom Hersteller gesetzte Sperrfrist ausläuft, werden sie uns an ihrem Wissen teilhaben lassen. Wir empfehlen für ausführliche, akkurate und sachliche Information natürlich unsere Schwestersite PC-Welt.

Das nächste halbe Jahr wird für den Smartphonemarkt aber in jedem Fall spannend. Wird das Galaxy S8 halten, was es verspricht, und zumindest zeitweise das iPhone 7 (Plus) wieder überholen? Wie reagiert Apple darauf oder ist eine Reaktion nicht unbedingt notwendig – Das Rad des Schicksals der großen IT-Unternehmen dreht sich wieder. O Fortuna!

In diesem Zusammenhang erinnern wir natürlich an den heute vor 35 Jahren in München verstorbenen Komponisten Carl Orff, der an einem ungewöhnlichen und an manchen Tagen auch ungewöhnlich schönem Ort im Umland begraben ist: Im Kloster Andechs. Mal sehen, vielleicht schnüren wir am Wochenende wieder die Wanderstiefel und begeben uns auf die eher kurze Tour von Ammer- oder Pilsensee den Heiligen Berg hinauf. Natürlich mit den Trinkliedern der Carmina Burana im Gepäck, wir wollen ja auch am Andechser Doppelbock nippen. Hoffentlich kommen nicht allzu viele Leute auf die gleiche Idee, denn sonst wird das Kloster zu einem ungewöhnlich vollen Ort. Peter Müller

Lesetipps für den Mittwoch

Noch ein Update: Apple hat in der letzten Woche Teile seiner Hardware renoviert und in dieser Woche durch die Bank die Software, wir sind noch nicht einmal mit allem durch. Vielleicht nicht die höchste Priorität hat die neue Remote-App für das iPad, das Update ist aber recht interessant. Denn erstmals kann man das Apple TV auch vom größeren iPad aus so bedienen, wie man es vom iPhone gewohnt ist. So zeigt die App nun auch Songtexte der angesteuerten Musik an und kann sich auch durch Wiedergabelisten navigieren. Auch durch Kapitel der Filme kann man sich nun auch vom iPad aus durchklicken.

Gefahreneinschätzung: ZDNet hat Troy Hunt, den Betreiber der Website Have I Been Pwned um eine Überprüfung der von der Turkish Crime Family (TCF) übergebenen Datensätze gebeten. Das Ergebnis ist einerseits erschreckend, andererseits hilft es bei der Einschätzung der Gefahr. Denn laut Hunt sind 99,9 Prozent der Datensätze auch in seiner Datenbank gehackter E-Mail-Konten enthalten. Die Adressen kämen vorwiegend aus früheren Einbrüchen bei Evony, Last.fm und LinkedIn. Was aber dadurch immer noch nicht klar ist: Sind die Daten immer noch gültig, oder haben die Nutzer, die leichtsinniger Weise bei anderen Services mit ihrer Apple-Mail-Adresse auch das Passwort der Apple ID angaben, ihr Konto mittlerweile gesichert, etwa mit einem neuen und besseren Passwort und Aktivierung der 2FA? Stichproben von ZDNet ergaben, dass 70.000 Datensätze der TCF nach Aussieben von Dopplern auf einige tausend zusammengeschrumpft waren. Von daraus zufällig ausgewählten 100 waren 65 per iMessage erreichbar, 20 antworteten auf die Nachfrage der Kollegen. Drei behaupteten, das Passwort sei niemals korrekt gewesen, 12 jedoch gaben an, ihr korrektes Passwort in diesem Auszug stehen zu haben. Damit ist aber nach wie vor unklar, wie viele Adressen die Hacker tatsächlich besitzen und wie viele Accounts sie damit angreifen könnten. Die Zahl von 220 Millionen scheint ein wenig hochgegriffen, etliche tausend Accounts und die angeschlossenen Geräte könnten aber in Gefahr sein, wenn nicht sogar Millionen. In jedem Fall wäre es an der Zeit, dass Apple Maßnahmen gegen die Bedrohung ergreift. Dies könnte längst geschehen sein, Apple verweist aber immer nur auf frühere Statements und vermeldetet keinen neuen Stand der Dinge - wohl, weil diverse Ermittlungen laufen. Eine Nachfrage der Macwelt zu dem Fall beim BKA blieb bisher ebenso unbeantwortet. Wir bleiben gespannt und raten auch an dieser Stelle zu starken, öfter veränderten Passworten und der 2FA. Damit Sie auch nach dem 7. April noch Freude an Mac, iPhone und iPad haben.

Neue Lücke : Der Hersteller des Passwortmanagers LastPass muss sich erneut mit einer Sicherheitslücke herumschlagen, die manipulierte Websites potentiell dazu nutzen könnten, Passworte zu stehlen oder die Rechner der Nutzer mit Malware zu verseuchen. Darauf aufmerksam gemacht hat der Sicherheitsexperte  Tavis Ormandy aus Googles Project Zero Team. Der Fehler betreffe die Erweiterungen für alle gängigen Browser. Getestet habe er zwar nur mit Linux und Windows, gehe aber davon aus, dass auch MAcs davon betroffen sein könnten.

Verlorene Schlüssel wiederfinden: Ach, wie wäre es schön, einen verlegten Gegenstand einfach googeln zu können. Was bei Apple-Geräten mit der Funkiton "Find my iPhone" soweit ganz gut funktioniert, benötigt für andere gern verschlampte, aber wichtige Gegenstände wie Schlüssel oder Geldbörsen zusätzliche Geräte. Mit den Pixie Points, die unsere Kollegen der Macworld getestet haben, macht die Suche aber direkt Spaß. Eines der Tags muss jedoch am Smartphone montiert sein, dann kann es aber verschwundene Dinge in einer Entfernung von 10 bis 15 Metern im Haus oder bis zu 50 Metern Entfernung draußen aufspüren. Das iPhone hält man bei der Suche wie einen 360-Grad-Scanner und sucht damit die Gegend ab, in die Richtung des mit einem Pixie getaggten Verlustobjekts zeigt die App auf dem iPhone mit virtuellem Pixie-Staub, der immer dichter wird, je mehr man sich dem verlegten Schlüssel oder dergleichen nähert.

Weiter geht's: Kaum hat Apple seine Betriebssysteme mit Wartungsupdates ausgestattet, die auch einige neue Funktionen bringen, geht es in die nächste Runde. Entwickler haben in der Nacht zum Mittwoch die erste Beta für macOS Sierra 10.12.5 bekommen, in den Public-Beta-Test sollte diese Vorabversion noch heute kommen. Bisher ist über neue Features nichts bekannt, die Releasenotes sind sehr vage.

Sendeschluss: DVB-T ist seit heute Nacht in den meisten Gegenden abgeschaltet, an Alternativen mangelt es aber nicht. Naheliegend wäre die Umstellung auf DVB-T2, doch kostet der Empfang von Privatfernsehen über Antenne erstmals monatliche Gebühren. Weswegen die wenigen, die bisher auf digitale Antenne setzen, nun vor der Wahl stehen, ob der Bildschirm weiter schwarz bleibt oder welchen Kanal sie zukünftig nutzen wollen. Auf Spiegel Online berichten fünf Betroffene über ihre Pläne.

Weitere Nachrichten:

SSD-Killer? Intels Optane Memory erscheint im April

Intel will ab dem 24. April M.2-Karten anbieten , die sich deutlich von herkömmlichen SSDs unterscheiden. Die in den Größen 16 GB und 32 GB angebotenen Optane-Memory-Speicher nutzen  3D-Xpoint- statt Flash-Speicher und sollen beim Lesen maximal 1,2 Gbit/s erreichen und beim Schreiben auf 280 Mbit/s kommen.

Als Bootlaufwerk für Windows 10 lassen sich die für 44 bzw. 77 US-Dollar angebotenen SSDs aber nicht einspannen. Die Laufwerke dienen vielmehr als schneller Zwischenspeicher für traditionelle Festplatten. Dafür nutzen sie die schon 2011 eingeführte Technik namens Smart Response Technology. Damit richten sich die beiden ersten Optane-Speicher von Intel eher an Anwender mit schwachbrüstigen Rechnern, in denen noch eine Festplatte arbeitet. Laut IDC trifft dies noch auf ungefähr 80 Prozent aller Desktop-Computer weltweit zu.

Bei einer Präsentation von Intel bootete ein Intel NUC mit 2,5-Zoll-Festplatte und Optane-Speicher bei jedem Neustart etwas zügiger, da Teile des Betriebssystems und häufig genutzte Programme auf dem Zusatzlaufwerk zwischengespeichert wurden. Soll das Optane-Laufwerk allerdings in einen anderen Rechner transferiert werden, muss es zuerst über eine Software vom alten Rechner getrennt werden, sonst droht Datenverlust. Zudem ist die Nutzung derzeit auf nur ein Optane-Laufwerk begrenzt. Kommen also zwei Festplatten im Rechner zum Einsatz, kann nur eine vom schnellen Cache profitieren. 

Betrachtet man hingegen nur den Preis der neuen Optane-Laufwerke, bleibt ein fader Beigeschmack. Für ungefähr 60 Euro bekommt man bereits eine SATA-SSD mit 128 GB Speicherplatz, die ebenfalls für eine deutliche Geschwindigkeitssteigerung im Vergleich zu einer Festplatte sorgt. Intel führt zwar an, dass viele Anwender ihre große Festplatte gern behalten möchten. Dies wäre mit einer kleinen SSD als Bootlaufwerk aber ebenfalls möglich.

Konkrete Angaben zum Geschwindigkeitszuwachs durch ein Optane-Laufwerk macht Intel noch nicht. Das Tempo könne jedoch mit dem einer SSD mithalten oder sogar höher ausfallen.

Amazon Go: Kassenloser Supermarkt kommt später

Mit Amazon Go wollte der Online-Versandhändler das Einkaufen im Supermarkt grundlegend umkrempeln: Kassen suchte man in den Testläden vergeblich, stattdessen wurden in den Wagen gelegte Artikel automatisch erfasst. Beim Verlassen des Geschäfts wurde der summierte Betrag abgebucht.

In der Praxis erwies sich dieses System jedoch als wenig verlässlich. Bei mehr als 20 Kunden kam das kassenlose Konzept aus dem Tritt. Aus diesem Grund hat Amazon seine Supermarkt-Ambitionen laut Wall Street Journal auf unbestimmte Zeit verschoben. Bei einem Testlauf in den USA mussten Amazon-Angestellte als Kunden herhalten, die Abrechnung hatte bei diesen Versuchen auch gut funktioniert. Sobald es jedoch über 20 Kunden werden, die sich gleichzeitig im Supermarkt aufhalten, konnte das System die Position der Kunden jedoch nicht mehr korrekt ermitteln. Auch die Erkennung der aus dem Regal entnommenen Artikel funktionierte dann nicht mehr. Im Gegenzug müssten sich die Kunden sehr langsam bewegen – wenig praxistauglich. Ursprünglich war geplant, dass der erste Amazon-Go-Supermarkt Ende März seine Tore öffnet. Dieser Termin wurde jetzt auf unbestimmte Zeit verschoben. 

Die Idee des kassenlosen Supermarkts von Amazon setzt eine App auf dem Smartphone voraus, die den Kunden beim Betreten des Geschäfts eindeutig identifiziert. Auch die Abbuchung beim Verlassen des Geschäfts erfolgt über das herkömmliche Amazon-Konto. Im Gegenzug entfällt die Zeit für das Anstehen an der Kasse und das Auflegen der Artikel auf das Kassenband. Um dies zu gewährleisten, muss die Erfassung der Kunden und Artikel jedoch einwandfrei funktionieren. Wenn durch Probleme bei der Anmeldung Wartezeiten entstehen, schmälert dies das futuristische Einkaufserlebnis deutlich. Ob Amazon das Projekt komplett einstampft oder in verbesserter Form doch noch umsetzen kann, bleibt offen.

Twitter erweitert Stummschaltungsoptionen

Seit November 2016 gibt es bei Twitter die Möglichkeit, Wörter, Wortfolgen, Nutzernamen, Emojis und Hashtags in den Benachrichtigungen stumm zu schalten. Dieses Feature greift ab sofort auch in der Twitter-Timeline . Ebenso wie bei den Benachrichtigungen können bestimmte Hashtags, Wortgruppen oder Nutzer einfach ausgeblendet werden. Nutzer bestimmen hier auf Wunsch auch den Stummschaltungszeitraum. Zur Auswahl stehen ein Tag, eine Woche, ein Monat oder unbegrenzt.

Twitter bemüht sich außerdem um mehr Transparenz für Nutzer, die Beiträge oder andere Nutzer gemeldet haben. Diese erhalten künftig eine Benachrichtigung, wenn Twitter weitere Schritte unternimmt.

Ebenfalls neu sind Filteroptionen für Benachrichtigungen. So gibt es bei Twitter nun beispielsweise die Option, über Aktivitäten ausgewählter Account-Typen nicht mehr informiert zu werden. Darunter fallen beispielsweise Accounts ohne Profilbild oder Telefonnummer.

Facebook bekommt Stories und Direct-Messages

Facebook hat heute mehrere neue Funktionen für seine Social-Network-App auf iOS und Android ausgeliefert. Dazu zählen eine überarbeitete In-App-Kamera, eine Stories-Funktion wie bei Instagram und Snapchat sowie ein neues Feature für private Nachrichten namens Direct. 

Wie bei Snapchat verschwinden auch die in den Facebook-Stories veröffentlichten Bilder nach 24 Stunden. Fotos können vor der Veröffentlichung mit Text, Stickern und animierten Gesichtsfiltern verziert werden. Um eine Story zu veröffentlichen, genügt ein Wisch nach rechts im Newsfeed oder ein Fingertipp auf das Kamera-Icon in der linken oberen Ecke der App. 

Vor der Veröffentlichung können bestimmte Freunde ausgewählt werden, die den Beitrag sehen können. Wurden alle Facebook-Freunde als Publikum ausgewählt, erscheint die Story in einer horizontalen Leiste über deren Newsfeed. Bei einer eingeschränkteren Zielgruppe wird der Beitrag als Nachricht über die neuen Direct-Messages verschickt.

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