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19-jähriger Apple-Hacker kommt nicht ins Gefängnis

27.09.2018 | 15:53 Uhr |

Ein Jugendlicher aus Australien hatte 90 GB Daten von Apple gehackt – aus Begeisterung für den Computerhersteller. Nun stand er vor Gericht.

Update vom 27. September:

Der Jugendliche musste sich vor einem Jugendgericht verantworten, plädierte selbst für schuldig und kam mit einer achtmonatigen Bewährungszeit davon. Der junge Mann, dessen Name nicht genannt wird, ist inzwischen 19 Jahre alt, er hatte sich zwischen 2015 und 2017 zweimal massiv Daten des Konzerns aus Cupertino zugänglich gemacht. Macwelt hat ausführlich davon berichtet (siehe unten). Der jugendliche Hacker soll 90 GB geheimen Daten gestohlen haben und dabei auch Zugriff auf Kunden-Konten gehabt haben. Es seien aber keine Nutzerdaten kompromittiert worden, wie Apple in einer Stellungnahme mitteilte.

Sehr vorsichtig war er allerdings außerhalb seiner Hacks nicht, so hat er per Whatsapp Freunden von seinem Einbruch berichtet. Bei einer offenbar online durchgeführten Durchsuchung durch das FBI wurden Hacker-Tools, Anleitungen und ein spezieller Ordner mit den Titel ‘hacky hack hack’ gefunden, woraufhin das amerikanische FBI die australischen Kollegen der Federal Police informierte, die mit einem Durchsuchungsbefehl vor Ort Beweismaterial sicherstellten und den Jungen verhafteten. Unter anderem stimmte die ermittelte IP-Adresse des Hackers mit der des jungen Mannes überein.

Nach dem Bericht von " The Age " wurde der Teenager stundenlang durch die Polizei vernommen und hat volle Unterstützung bei den Ermittlungen zugesagt. Inzwischen studiert der ehemalige Hacker an einer Universität Kriminologie und Cybersicherheit. Der Vater des jungen Mannes soll sich Tränen aus den Augen gewischt haben, als das Gericht mitteilte, dass keine Verurteilung im Sinne eines Gefängnisaufenthaltes verfügt wurde, sondern die Bewährungszeit.

Update vom 17. August

Apple hat jetzt gegenüber Reuter eine offizielle Stellungnahme abgegeben und der Berichterstattung in einem entscheidenden Punkt widersprochen: Daten von Kunden wären nicht kompromittiert worden. Im ursprünglichen Artikel hatte "The Age" dagegen berichtet, neben Firmendaten wären auch Daten von Apple-Kunden heruntergeladen worden. Offenbar hatte der Angreifer aber nur Zugriff auf Daten des Unternehmens, nicht von Kunden.

Ursprünglicher Artikel

Gleich mehrmals innerhalb eines Jahres soll ein Jugendlicher aus Melbourne in Apples Firmennetz eingebrochen sein. Der zum Tatzeitpunkt 16 Jahre alte Jugendliche soll dabei 90 GB an geheimen Dateien heruntergeladen haben und auch auf Kunden-Accounts zugegriffen haben. Möglich war ihm der Zugriff auf das gesicherte Firmennetz über „authorised keys“, mit denen Firmen ihren Angestellten den Fernzugriff auf das Unternehmensnetzwerk ermöglichen.

Per Whatsapp hatte er Freunden über seinen Einbruch berichtet, laut seinem Verteidiger sei er mittlerweile in Hacker-Kreisen so bekannt, dass schon Details ihn enttarnen könnten. Aus rechtlichen Gründen darf der Name des Angeklagten nicht genannt werden. Laut dem Bericht von "The Age" war ihm Apple aus nicht näher genannten Gründen auf die Spur gekommen und hatte das FBI benachrichtigt, das sich wieder an die australischen Behörden wandte.

Identifiziert wurde er anscheinend über die Seriennummern seiner Apple-Laptops, die beim Zugriff auf die internen Systeme bei Apple gespeichert wurden. Auch seine IP-Adresse stammte mit der des Hackers überein. Ein Handy und eine Festplatte wurden bei der Hausdurchsuchung beschlagnahmt, Hacker-Tools und Daten fanden sich dann in einem Ordner namens „hacky hack hack“.

Grund für den verbotenen Zugriff war offenbar Begeisterung für Apple. Der Polizei erzählte er laut Bericht, er hätte davon geträumt für Apple zu arbeiten. Vor Gericht bekannte er sich schuldig, ein Urteil wird nächsten Monat erwartet.

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