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Advent 2017: Das Geheimnis der Farben

20.12.2017 | 00:01 Uhr | Peter Müller

Was ist Farbe? Licht einer bestimmten Wellenlänge auf der einen Seite, aber sehr viel Phantasie auf der anderen.

Nicht erst seit heute wissen wir, dass Farben einfach nur unterschiedliche Wellenlängen des Lichts bedeuten. Erstmals herausgefunden hat das Isaac Newton, der mit seinen Versuchen bewies, dass sich das weiße Licht der Sonne mit einem Beugungskristall in ein buntes Spektrum aufteilen lässt. Den Grund dafür konnte er, der weit blickte, als er auf den Schultern von Riesen stand, noch nicht ermitteln. Doch die Naturwissenschaftler, die nach ihm folgen und so auf den Schultern des Riesen Newton standen, konnten über die Jahrhunderte eine genaue Erklärung dafür liefern.

Diese ist ein wenig überraschend: Licht ist unterschiedlich schnell. Nein, nicht im Vakuum, das haben wir in den letzten Wochen öfter betont. Aber in Medien wie Wasser oder Kristallen. So wird kurzwelliges Licht stärker gebremst und damit abgelenkt als kurzwelliges, weswegen auf dem berühmten Plattencover von Pink Floyd’s „Dark Side of the Moon“ der violette Teilstrahl das Prisma unten verlässt, der rote oben.

Antwort vom 19. Dezember

Warum der Himmel blau ist? Na, weil die Sonne am Abend so rot erscheint und umgekehrt. Wie das funktioniert, haben wir gestern bei der Fragestellung schon ungefähr erklärt. Die eher blauen Wellenlängen des sichtbaren Lichtes streuen an den Wassermolekülen in der Atmosphäre, das rötliche Licht weniger. Dieses Phänomen heißt Rayleigh-Streuung und gilt für das gesamte Spektrum elektromagnetischer Wellen. Nur streuen da andere Lichtarten an anderen Teilchen. Raman-Streuung ist die elastische Streuung von Lichtteichen an quantisierten Gitterschwingungen von Kristallen, so genannten Phononen, bei Compton-Streuung treten Photonen mit Elektronen in eine Wechselwirkung. Danach hatten wir gestern aber nicht gefragt.

Nur Johann Wolfgang von Goethe wusste über die Natur des Lichts besser Bescheid. Meinte er. Seine Verdienste um die deutsche Sprache und ihre Literatur sind unbestritten, seine naturwissenschaftlichen Arbeiten waren ambitioniert. In seiner Farbenlehre war er aber auf dem Holzweg, seine alternative Erklärung zur Natur der Farben, die Newton widerlegen sollte, war falsch. Wie gesagt: Newton erklärte das scheinbar weiße Licht der Sonne als aus allerlei Farben von Violett über Blau, Grün und Gelb zu Rot zusammengesetzt. Goethe vertrat in seinen ab 1810 veröffentlichten Werken jedoch die Ansicht, Farben ergeben sich erst durch das Zusammenspiel von Licht und Dunkelheit und das weiße Licht sei eben nicht aus ihnen zusammengesetzt.

Schuster, bleib bei deinen Leisten, Dichter, bei deinen Jamben! Nein, so streng darf man das aus der Entfernung von mehr als 200 Jahren nicht sehen, denn es irrt der Mensch, solang er strebt. Goethe wusste auch über Naturwissenschaft viel, konnte aber nicht alles wissen. Was jedoch auch nach 200 Jahren von seinem Werk geblieben ist, ist der Teil über Farbpsychologie: Wie nimmt der Mensch welche Farbe in welchem Zusammenhang wahr und was macht diese Rezeption mit ihm?

Blau sei die Farbe des Verstandes, Gelb die der Vernunft, Grün die der Sinnlichkeit und Rot die der Phantasie. Der Färberei Goethes ist gewissermaßen auch noch in Betrieb, erkannte er etwa, dass Grün die Mischung aus Gelb und Blau ist, und Violett jene aus Rot und Blau. Aus der Wellentheorie des Lichtes erklärt sich das nicht so einfach. Denn Farbe nicht real, sondern eine Wahrnehmung unseres Geistes. Der sagt nämlich nicht: „Oh, was für ein schönes 589-Nanometer-Licht!“, sondern erfreut sich an einem hübschen Natrium-Gelb.

Korrekt ist es aber allemal, dass unser Auge die Mischung aus allerlei Licht als weiß empfindet, rot, grün und blau sind daher die Pixel unserer Monitore und ergeben zusammengemischt weiß. Farben, die nicht in einem bestimmten Ton strahlen, sondern absorbieren und den Rest reflektieren, ergeben auf dem Papier zusammengemischt schwarz, besehend aus den einzelnen Farben Magenta, Gelb und Blau. Das, und noch zusätzlich schwarz, bringen Drucker wie Druckmaschinen auf das Papier. Man spricht auch von additiver Farbmischung (RGB auf dem Monitor) und subtraktiver (CMYK auf dem Papier). Farbe ist aber auf jeden Fall mehr als die Summe seiner Einzelteile.

Die heutige Frage: Gemäß seiner Farbenlehre hat Goethe die Räume seines Weimarer Wohnhauses am Frauenplan auch unterschiedlich streichen lassen. Wie erwähnt: Vernunft, Sinnlichkeit, Phantasie, Verstand. Welche Farbe haben die Wände seines Arbeitszimmers?

  1. Rot

  2. Grün

  3. Blau

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