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Advent 2017: Mit Lichtgeschwindigkeit ins Netz

12.12.2017 | 00:01 Uhr |

Was macht das Internet erst mobil? WLAN, Bluetooth, Mobilfunk. Wichtig dabei ist das Frequenzsprungverfahren.

Heute also wieder etwas Alltagsnahes, was aber dennoch viel mit Physik zu tun hat. Und einer schönen Frau, aber zu der später.

Blicken wir erst einmal an diesem Wintertag in den Sommer des Jahres 1999 zurück, genauer gesagt, auf den 21. Juli 1999. Zufällig auch der 30ste Jahrestag von Armstrongs und Aldrins Mondlandung, unser Erdtrabant interessiert uns in diesem Adventskalender aber weniger, der reflektiert das Licht der Sonne ja nur.

Viel spannender ist das mal wieder unsichtbare Licht, das Apples Marketingchef Phil Schiller an jenem Tag auf einer Bühne in New York ausstrahlte. Apple hatte wie noch zu der Zeit üblich, auf der Sommerausgabe der Macworld Expo nicht nur ausgestellt, sondern dahin auch spannende neue Produkte mitgebracht. Erst ein gutes Jahr vorher hatte der iMac das Unternehmen wieder auf den Erfolgsweg geführt, Steve Jobs und seine Kollegen hatten aber erkannt, dass in den kommenden Jahren Mobilrechner immer wichtiger würden. So entwickelte man den „iMac zum Mitnehmen“, das iBook. Über sein Design („Schminktäschchen“) und die Farben (Tangerine und Blueberry) konnte man streiten, seine Hardwareausstattung war auch eher spärlich, beim 800x600-Pixel-Bildschirm angefangen.

Antwort vom 11. Dezember

Zugegeben, die Folge gestern war ein wenig, nun ja, abgehoben, aber die Lösung der Frage hat sich auch außerhalb physikalischer Fakultäten finden lassen, etwa bei Wikipedia . Das Gedankenexperiment von Albert Einstein, Boris Podolsky und Nathan Rosen (EPR) war der Versuch, die Unvollständigkeit der Quantenmechanik zu beweisen, denn es müsse  in der Natur „verborgene Parameter“ geben. Die Bell’sche Ungleichung und darf aufgebaute Experimente widerlegte EPR jedoch. Quanten sind real und bestimmen mehr von unserem modernen Leben, als wir ahnen.

Was das iBook aber so revolutionär machte, war die neue Schnittstelle, die den spröden Namen des Industriestandard IEEE 802.11b trug oder wie Apple viel blumiger, wenn auch technisch ein wenig falsch titelte: Airport.

Das Wortspiel wäre besser gelungen, wenn der Port tatsächlich Luft gebraucht hätte, um elektromagnetische Wellen zu senden und zu empfangen, aber wir wollen nicht allzu beckmesserisch sein. Übertragung über die Luft, den Äther oder was auch immer, das meint elektromagnetische Wellen, die, wie wir wissen, sich auch im Vakuum fortpflanzen können. Was aber beim iBook 1999 neu war: Dass man für die Übertragung wesentlicher Datenmengen in kurzer Zeit tatsächlich kein Kabel mehr benötigte. Schlau, wie Apple nun mal ist, lieferte es auch gleich eine passende Basisstation mit, Airport konnte somit in jede Wohnung einziehen und wer ab dem Summer of 99 das immer noch recht junge Internet auch auf dem Balkon oder der Terrasse nutzen wollte, musste sich kein meterlanges Ethernetkabel quer durch die Gegend legen und damit eine veritable Stolperfalle.

Airport oder IEEE 802.11 machte das Internet überhaupt erst mobil. Gut, auch außerhalb der Reichweite von WLANs kann man mittlerweile große Datenmengen in endlicher Zeit ohne Kabel übertragen, aber das auch erst so richtig seit jener Zeit und außerdem nutzen die dahinter steckenden Technologien die gleiche Erfindung des Frequenzsprungverfahrens. Das hat aber  niemand bei Apple erfunden, sondern sogar noch vor der Geburt von Apple-Gründer Steve Jobs eine schöne Frau.

Bevor jemand aufschreit, wir würden Frauen vor allem aufgrund ihres Äußeren beurteilen: Schönheit war gewissermaßen der andere Job der Erfinderin. Geboren am 9. November 1914 als Hedwig Eva Maria Kiesler wurde sie in 40er-Jahren des vorigen Jahrhunderts in Hollywood als Hedy Lamarr berühmt und war etwa in der John-Steinbeck-Verfilmung Tortilla Flat (1942) zu sehen. Im gleichen Jahr erhielt sie zusammen mit dem Komponisten George Antheil das Patent für das Frequenzsprungverfahren erteilt, das die beiden der Synchronisation von Filmen entwickelt hatten und das der störungssicheren Fernsteuerung von Torpedos dienen sollte. Zu diesem Einsatz kam es nie, die Alliierten gewannen den Krieg auch so. Überdauert hat die Technik aber in Funktechniken wie Bluetooth, GSM oder eben Airport.

Ob Hedy Lamarr noch mitbekommen hat, wie Phil Schiller mit dem iBook ohne Kabel von einem drei Meter hohen Podest sprang und dass ihre Erfindung das erst ermöglichte? Theoretisch schon, die Schauspielerin und Erfinderin verstarb am 19. Januar 2000 in Florida.

Die Frage von heute: IEEE802.11b einfach „Airport“ nennen, war genial. Dem iBook von 1999 fehlte aber noch etwas, das der Nachfolger aus dem Herbst 2000 aber bekam. Auch so ein genialer Marketingname, nämlich?

  1. iLink

  2. Thunderbolt

  3. Firewire

Wenn Sie die Antwort wissen, tragen Sie diese mitsamt Ihrer Adresse und E-Mail in das Gewinnspielformular , geöffnet bis 23.59 am 12.12.2017. (Link für mobile Nutzer) . Unter den Einsendern der richtigen Antworten verlosen wir:

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