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Ärger um 1Password: Doch kein Cloud-Zwang für Passwörter

14.07.2017 | 15:11 Uhr |

Kunden stören sich an der neuen Cloud-Strategie der Firma, Agilebits veröffentlicht deshalb eine offizielle Stellungnahme.

Der Passwortverwalter 1Password von Agilebits genießt auf der Mac-Plattform einen guten Ruf. Wenig Begeisterung bei den Kunden hatte aber bereits im Februar der Wechsel zu einem Abo-Modell ausgelöst. Seit längerem will der Hersteller nämlich von einer herkömmlichen unbegrenzten Lizenz zu einem Abo-Modell wechseln. Bereits diese löste bei vielen Nutzern wenig Freude aus. Statt einer einmaligen Zahlung kostet die Nutzung der „Membership“ 3 US-Dollar im Monat, bzw. 5 US-Dollar als Familien-Lizenz. Eine weitere Neuerung, die Verwaltung der sensiblen Daten über ein neues Cloud-System, sorgte aber jetzt ebenfalls für Mißfall unter den Nutzern. Bisher verwaltete ein Anwender seine kostbaren Anmeldedaten und Passwörter in so genannten Vault-Dateien, die sich auf dem eigenen Rechner befanden. Stattdessen empfiehlt der Hersteller aber nun die Nutzung der firmeneigenen Server für die Aufbewahrung. Das wird von vielen Nutzern aber auch aus Sicherheitsgründen kritisch gesehen, müssen die Daten doch sicher aufbewahrt und sicher übertragen werden. Auf Twitter und auch einigen Artikeln wurde deshalb Kritik laut. Manche befürchteten sogar, Agilebits könnte zu einem reinen Cloud-System wechseln. Das lokale Speichern wäre dann nicht mehr möglich, ohne monatliche Zahlung wären dann auch die Passwörter nicht mehr zugänglich. So ist bei der neu eingeführten Windows-Version ist bereit nur noch eine Cloud-Version verfügbar.

Als Reaktion auf diese Gerüchte hat Agilebits deshalb schon auf Twitter vehement bestritten, man würde das lokale Speichern von Anmeldedaten deaktivieren. Die Firma sah sich deshalb aber in der Pflicht, dies in einem längeren Beitrag auf dem firmeneigenen Blog noch einmal ausdrücklich zu versprechen. Man halte aber weiterhin die Nutzung des Cloud-Systems für die beste Lösung, so könne man für den Benutzer verlorene Daten wiederherstellen und das Synchronisieren zwischen mehreren Geräten funktioniere so besser. Aktuell kämen bereits 95 Prozent der Einnahmen von Abonennten. Pro Abo erhält der Nutzer 1 GB Speicherplatz, die Daten sind aber auch offline verfügbar und werden auf mehreren Geräten automatisch abgeglichen. Die soll sich auch in Zukunft nicht ändern.

Hinweis: Auf einer versteckten Seite des Herstellers gibt es eigentlich weiterhin die Möglichkeit, Password 6 zu kaufen, die letzten Version, die auch ohne zeitliche Begrenzung funktioniert. Allerdings wird diese Version nicht weiter gepflegt, weshalb man den Erwerb eigentlich kaum empfehlen kann.

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