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Akkuprobleme bei Macbooks? Nutzer beklagen kurze Standby-Zeit

15.01.2018 | 13:27 Uhr | Stephan Wiesend

Schaltet man sein Macbook in den Ruhezustand, hält der Akku dies bei einigen Nutzern anscheinend nur wenige Tage durch. Beim Thema Standby gibt es aber einige Hintergründe zu beachten

Probleme mit Akkus sind bei Notebooks keine Seltenheit, dank der iPhone-Problematik sind aber wohl auch viele Anwender sensibilisiert. So erregten in den letzten Tagen Berichte einiger Anwender Aufmerksamkeit , ihr Macbook würde im Standby-Modus rapide an Akkukapazität verlieren . Schaltet man sein nagelneues Macbook mit geladenem Akku in den Ruhezustand, soll es ja laut Apple „bis zu“ 30 Tage durchhalten. Dagegen berichtet ein Nutzer schon von 27 Prozent Kapazitätsverlust nach drei Tagen, ein anderer von 15 Prozent pro Tag. Sogar bei ausgeschaltetem Macbook sinke die Akkuleistung um knapp fünf Prozent pro Tag. Ein Test des Akkus im Apple Store verlief ohne Beanstandung, laut Apple-Angestellten wären fünf Prozent Kapazitätsverlust bei neueren Modellen üblich. Ein Austausch des Akkus wurde abgelehnt.

Unsere Meinung:

Ist Apples Versprechen langer Standby-Zeit also falsch? Wie die Probleme mit dem Ruhezustand entstanden, lässt sich von außen leider schwer einschätzen. Das Thema hat nämlich einige Hintergründe, die man beim Messen der Standby-Zeit kennen sollte: So haben leider die meisten Anwender nur den Akkustand nach dem ersten Tag geprüft, nicht den Akkuverbrauch über mehrere Wochen. Nach dem Aktivieren des Ruhezustandes verläuft der Leistungsverlust eines voll geladenen Akkus aber nicht gleichförmig . Er ist am ersten Tag sehr hoch und sinkt nach einigen Tagen deutlich. Für die längere Aufbewahrung eines Notebooks empfehlen Hersteller sogar, den Akku auf etwa 50 Prozent zu entladen. Bei sehr alten Akkus mit hunderten Zyklen sind lange Standby-Zeiten ebenfalls nicht mehr zu erwarten.

Ein weiteres Problem: Es gibt im Ruhezustand zwei unterschiedliche Modi, Apple unterscheidet hier zwischen Ruhezustand (bei dem u.a. der RAM aktiv bleibt) und Standby-Modus (alle Komponenten deaktiviert). Schaltet man einen nach 2013 hergestellten Mac in den Ruhezustand, wird erst nach drei Stunden Verzögerung der stromsparende Standby-Modus aktiviert. Dabei wird etwa der Arbeitsspeicherinhalt auf die SSD kopiert. Allein diese drei Stunden sorgen für zusätzlichen Strombedarf.

Dieser stromsparende Standby-Modus wird außerdem nur aktiv, wenn das Macbook mit irgendwelchen Medien, Geräten oder Netzwerkkabeln verbunden ist. Auch eine SD-Karte oder Bluetooth-Verbindung kann anscheinend diesen Standby-Modus verhindern. Es ist außerdem nicht auszuschließen, dass Softwareprobleme die Ursache sind, weniger ein Hardwarefehler. So berichtete etwa im Apple-Forum ein Anwender von ähnlichen Problemen, die nach einem Systemupdate wieder verschwanden .

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