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Alternativen zu Apple Mail für iOS und macOS

25.04.2020 | 13:30 Uhr |

Aktuell raten die Sicherheitsexperten vor Benutzung von Apple Mail am iPhone und iPad ab. Wir haben die besten Alternativen.

In dieser Woche hat die Sicherheitsfirma Zecops aus den USA bekanntgegeben, dass es in Apple Mail unter iOS zwei Sicherheitslücken gibt, die unter Umständen den Angreifern erlauben, das iPhone oder das iPad komplett und unentdeckt zu übernehmen ( wir haben berichtet ). Diese Lücken stecken noch im aktuellen iOS 13.4.1, daher empfehlen die Experten alternative Mail-Clients zu nutzen, bis Apple mit dem nächsten Update die Schwachstellen schließt. Apple wiegelt zwar ab , diese Lücke bestünde zwar, lasse sich aber nur zusammen mit einigen anderen Umständen ausnutzen, das System sei weiterhin größtenteils sicher.

Will man etwa komplett auf Mail verzichten, ändert man Standard-Mail-App auf die Alternative der Wahl – das geschieht in den Einstellungen von Apple Mail selbst. Nachteil: In macOS funktioniert dann einiges nicht mehr, etwa das Teilen von bestimmten Daten in verschiedenen Programmen. Nicht alle der hier aufgeführten Mail-Clients kommen mit dem Teilen-Menü zurecht, wenn sie als Standardprogramm eingetragen sind.

Das Standardprogramm für elektronische Post wählt man in den Mail-Einstellungen aus.
Vergrößern Das Standardprogramm für elektronische Post wählt man in den Mail-Einstellungen aus.

Die bekanntesten Alternativen für Apple Mail sind Microsoft Outlook und Mozilla Thunderbird. Vor allem Anwender in Unternehmen setzen auf Microsoft Outlook, da das Programm besser mit Microsoft Exchange und Office 365 zurechtkommt, also den Groupware-Lösungen von Microsoft. Doch auch im Privatbereich dient Outlook durchaus als Alternative zu Mail.

Für iOS gibt es vor allem folgende Programme, die Mail ersetzen können: Outlook , Airmail , Spark und Blue Mail.

Zu beachten ist jedoch, dass sich in iOS und iPadOS der Standard-Mail-Client nicht ändern lässt. Links auf Mail-Adresse etwa öffnen sich dann immer in Apple Mail. Womöglich ändert Apple dieses Verhalten in iOS 14 und iPadOS 14 im Herbst, das ist aber lange noch nicht sicher.

Outlook: Passt perfekt zu Exchange

Microsoft Outlook ist meist Bestandteil von Microsoft 365 und Microsoft Office für Mac. Outlook ist jedoch nicht in allen Office-Editionen enthalten. Wer Office 2019 für Mac mit Outlook nutzen will, braucht Office Home & Business 2019 für Mac, oder alternativ ein Abo bei Microsoft 365. Ein Abo kostet etwa 10 Euro/Monat. Wer sich Office Home & Business 2019 für Mac ohne Abo zulegen will, muss mit etwa 299 Euro rechnen.

Microsoft bietet mit Outlook für Mac eine gute Alternative zu Apple Mail, die allerdings nicht ideal an macOS angebunden ist.
Vergrößern Microsoft bietet mit Outlook für Mac eine gute Alternative zu Apple Mail, die allerdings nicht ideal an macOS angebunden ist.
© Microsoft

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Outlook spielt seine Vorteile vor allem dann aus, wenn Microsoft Exchange oder Office 365 zum Einsatz kommen. Der Nachteil: Das Programm orientiert sich bei der Benutzerführung  an andere Microsoft-Software. So finden den Mac gewohnte Anwender viele Optionen schwerer. Im Vergleich zu Outlook für Windows wirkt Outlook für Mac zudem etwas veraltet und lässt sich insgesamt sehr viel unbequemer bedienen.

In Outlook ist wiederum der Kalender integriert sowie eine Aufgaben-Verwaltung. Wer mit Exchange oder Microsoft 365 arbeitet, kann in so einem Programm alle Aufgaben zentral anlegen und miteinander verknüpfen. Auch die Kontakte aus Exchange und Outlook lassen sich mit Outlook effektiv verwalten. Outlook ist also ein Programm für alle Office-Aufgaben, wofür man mehrere Apple-Programme wie Mail, Kalender, Kontakte und Erinnerungen benötigte.

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Thunderbird für Privatanwender

Thunderbird kommt vor allem bei Privatanwendern zum Einsatz, die Software ist Open Source und damit gratis. Thunderbird unterstützt aber weder Exchange noch Microsoft 365 direkt, entsprechende Postfächer muss man mittels der Protokolle IMAP oder POP3 einbinden. In den meisten Fällen reichen diese Protokolle aber für Privatanwender völlig aus.

Thunderbird ist seit etlichen Jahren ein bekannter und ausgereifter Mail-Client. Natürlich fehlen spezielle Funktionen zum Teilen und der Zusammenarbeit mit anderen Apple-Programmen, das bieten andere Alternativen in den meisten Fällen aber auch nicht. In Thunderbird lassen sich jedoch Erweiterungen installieren, die den Funktionsumfang vergrößern. Das ermöglicht eine flexible Anpassung an die Anforderungen von verschiedenen Anwendungsprofilen.

Airmail 3 – Top-Programm für Mac-Profis

Ein beliebter Ersatz für Apple Mail ist Airmail . Die aktuelle Fassung Airmail 4 unterstützt Exchange und Microsoft 365, und ist so durchaus für Unternehmen interessant. Wie Thunderbird und Outlook kann auch Airmail E-Mails filtern und Regeln zur Vereinfachung der E-Mail-Verwaltung erstellen. Airmail überfordert mit vielen Optionen und Einstellungsmöglichkeiten jedoch Anfänger oft. Wer aber viel mit E-Mails arbeitet, findet mit Airmail einen mächtigen Konkurrenten für Apple Mail. Airmail kann auch an Cloud-Speicher angebunden werden, bietet viele Erweiterungsmöglichkeiten für tiefer gehende Anforderungen. Airmail steht als App für iOS und für macOS zur Verfügung.

Der Client unterstützt verschiedene E-Mail-Anbieter, von iCloud und Gmail bis hin zu Outlook. Wie Apple Mail verfügt die App über eine VIP-Funktion, mit der Sie E-Mails von Personen filtern können, die Sie als besonders wichtig erachten und so in ihrem Posteingang hervorheben können. So verpassen Sie nie wieder eine wichtige E-Mail von einem Kollegen. Seit dem Update auf die Version 4 von Airmail hat sich der Anbieter zu einem Abo-Modell entschieden, die Nutzung vieler nützlichen Funktionen ist jetzt nur nach Bezahlung möglich. Airmail Pro kostet aktuell rund elf Euro pro Jahr.

Airmail ist ein professioneller Ersatz für die Mail-App, unter iOS und macOS
Vergrößern Airmail ist ein professioneller Ersatz für die Mail-App, unter iOS und macOS
© Airmail

Spark – Platzhirsch unter iOS

iPhone-Benutzer einer bestimmten Generation können sich an den Tag erinnern, an dem Sparrow im App Store landete. Auf den Spuren seiner herausragenden Desktop-App wurde Sparrow traurigerweise abgeschaltet, bevor es die Chance hatte, seine Flügel wirklich auszubreiten. Aber Sie brauchen nicht weiter als bis zu Spark (kostenlos im App Store) zu schauen, um zu sehen, was daraus hätte werden können.

Es ist nicht so, dass "Spark" ein Derivat von Sparrow ist, vielmehr ist die Anwendung genauso ehrgeizig. "Spark", das von Readdle entwickelt wurde, versteht wie nur wenige andere E-Mail-Anwendungen von Produktivität und gibt Ihrem Posteingang ein Gefühl von Klarheit, noch bevor Sie anfangen, E-Mails in die Zukunft oder in den Papierkorb zu werfen. Es beginnt mit dem intelligenten Posteingang, einer Option in der Seitenleiste, die Ihre ungelesenen E-Mails automatisch in einen separaten Bereich filtert. Auf ähnliche Weise werden Newsletter und Werbeaktionen von persönlichen Nachrichten getrennt, damit Sie sofort sehen können, was wichtig ist.

Bei Sparks intelligentem Posteingang geht es nicht nur um Organisation. Durch die Verwendung eines Kartensystems können Sie auf mehrere E-Mail-Bündel gleichzeitig reagieren und Nachrichtenblöcke mit einem einzigen Durchzug löschen, verschlafen oder anheften. Sie können zwischen einzelnen Nachrichten navigieren, indem Sie nach links oder rechts streichen – eine kleine Zeitersparnis, die einen großen Unterschied macht, wenn Sie durch einen überfüllten Posteingang pendeln. Spark ermöglicht es Ihnen sogar, Benachrichtigungen nur auf die E-Mails herunterzuwählen, die es für wichtig hält, so wie Mail VIPs vom Rest des Pakets trennt, nur dass Sie die würdigen Kontakte nicht manuell markieren müssen.

Aber die Intelligenz von Spark hört hier nicht auf. Die App stellt eine Verbindung zu allen wichtigen Cloud-Diensten her (Dropbox, iCloud Drive, OneDrive, Evernote usw.), sodass Sie Dateien problemlos anhängen und speichern können, während Sie dank der Pocket-Kompatibilität Links zum späteren Lesen speichern können. Eine fantastisch anmutende, natürliche Suchmaschine verstärkt sogar Ihre Suchvorgänge und hilft Ihnen, Nachrichten und Anhänge genauer zu finden und Sie können häufige Suchvorgänge speichern. Der Erstellungsprozess ist ebenso angenehm, mit klaren Schaltflächen zum Hinzufügen von Anhängen und Fotos, und nachdem Sie eine Nachricht gesendet haben, gibt Ihnen eine Rückgängig-Taste fünf Sekunden Zeit, um Ihre Meinung zu ändern und die Zustellung zu verhindern.

Auch in optisch ist die App hervorragend. Eine ausklappbare Seitenleiste mit einem blauen Farbverlauf sorgt für Ordnung in Ihren Konten, Ordnern und Karten, und Sie können hier auch auf Ihren intelligenten Posteingang und Ihre Anhänge zugreifen. Über Ihrem Posteingang können Sie mit den winzigen Widgets von Spark schnell auf Ihre Termine im integrierten Kalender zugreifen oder eine Verknüpfung zu einem Ihrer Lieblingsordner erstellen.

Proton Mail – iOS-Verschlüsselung leicht gemacht

Wenn Verschlüsselung Ihr Ding ist, können Sie Proton Mail ausprobieren ( kostenlos im App Store ). Sie müssen sich zwar für eine neue Adresse anmelden, aber das ist eine kleine Hürde für den Zugang zum sichersten Client der Welt. Oberflächlich betrachtet sieht es wie ein normaler Client aus, aber hinter den Kulissen sind Ihre Nachrichten mit einer 2048-Bit-Ende-zu-Ende-Verschlüsselung geschützt, und Sie können Ihre E-Mails nach einer gewissen Zeit sogar selbst vernichten. Außerdem haben Sie denselben E-Mail-Client, den Elliot für "Mr. Robot" verwendet.

Postbox: Zwischen Mail und Thunderbird

Postbox erinnert von der Bedienung an Apple Mail, baut aber auf Thunderbird auf. Das Tool kostet etwa 40 US-Dollar und lässt sich mit Plug-ins erweitern, die es etwa mit Evernote verknüpfen. Filter und Regeln sind ebenso wie in Airmail oder Outlook Standard, auch die Anbindung an Dropbox ist möglich. Postbox kann E-Mails mit „Labels“ versehen und so zum Beispiel optimal mit Google Mail zusammenarbeiten. Bei dieser Technik werden die Mails markiert und sind damit leichter zu finden. Die Suche nach Objekten ist in Postbox eleganter gelöst als in Airmail und vor allem in Outlook.

Dazu kommen Registerkarten wie in Thunderbird. Vor allem große E-Mail-Threads mit vielen Antworten und Weiterleitungen zeigt Postbox übersichtlicher an. Über weitere Funktionen von Postbox können Sie in unserem ausführlichen Test des Programms nachlesen.

Postbox bietet vielfältige Möglichkeiten zur E-Mail-Verwaltung, ähnlich zu Airmail und Oulook.
Vergrößern Postbox bietet vielfältige Möglichkeiten zur E-Mail-Verwaltung, ähnlich zu Airmail und Oulook.

Polymail: Besonders informativ

Polymail ist ebenfalls eine interessante Alternative, die es in der kleinsten Version sogar kostenlos gibt, für iOS und macOS.  Das Versenden von E-Mails kann Polymail verzögern, und auch andere Optionen bietet bereits die kostenlose Fassung. Die Pro-Version bietet detailliertere Informationen, darunter über die Anzahl der E-Mails, die gelesen wurden und wann dies bei einzelnen Schreiben geschah. Auch Informationen darüber, ob und wann man Anhänge herunterlud, bereitet der Client auf. Alle Versionen der App enthalten Kontaktprofile, die neben E-Mails angezeigt werden. Hier werden alle Informationen angezeigt, die Polymail online finden kann. Momentan ist jedoch nicht klar, ob Polymail weiter entwickelt wird. Das letzte Update für die iOS-Version fand noch im September 2019 statt, davor hat der Entwickler seine App alle zwei bis drei Monate aktualisiert.

Polymail ist für macOS und iOS erhältlich
Vergrößern Polymail ist für macOS und iOS erhältlich

Newton: Mail-Client im Abonnement

Newton lässt sich im Abonnement beziehen, um mehr Funktionen zu erhalten, die Sie von einer High-End-Mail-App erwarten können. Dazu gehören E-Mail-Tracking, Benutzerprofile, späteres Senden, erweiterte Suchfunktionen und vieles mehr.

Newton bietet auch die Integration für verschiedene Service-Provider wie Salesforce, Trello, OneNote und Evernote. Das ermöglicht Benutzern, Inhalte von E-Mails direkt in andere Dienste zu speichern. Sie können Newton als zweiwöchige kostenlose Testversion ausprobieren, wenn Sie sich über die macOS-, iOS-, Android- oder Windows-App anmelden. Danach müssen Sie eine jährliche Abonnementgebühr zahlen.

Newtons Geschichte ist eine bewegte: Im Sommer 2018 hat der Gründer Rohid Nadhani verkündet , der Service würde am 25. September schließen. Dem war auch so, bis Februar 2019. CloudMagic, die Firma hinter Newton, wurde von Essential gekauft (ja, das sind die gleichen, die das Essential-Smartphone herstellen). Nach dem Kauf konnte der neue Inhaber erneut in die Newton-Entwicklung investieren, so ist der Dienst am 5. Februar 2019 wieder online gegangen.

Apple Mail im Griff

Nein, es muss nicht immer Apple Mail sein, man kommt auch am Standardprogramm von macOS vorbei. Wie Sie aber das Programm so in den Griff bekommen, dass Sie keine anders mehr wollen, erklären wir in einem Ratgeber in sechs Teilen.

1. Einleitung und Einrichtung

2. Die Fenster von Mail

3. Die Postfächer

4. Empfangen und Senden

5. E-Mails verwalten

6. Probleme lösen

emClient: Neu für macOS

Die Software aus der Tschechischen Republik ist mehr eine Alternative für Outlook als für Mail. Für Windows schon länger erhältlich, richtet sich die Software an Power User und Unternehmenskunden, eine funktional eingeschränkte Gratis-Version ist aber auch für Privatanwender interessant.

eMClient ist übersichtlich gestaltet und erinnert in seinem Look an das Programm von Microsoft. Profis werden die umfangreichen Formatierungsoptionen schätzen so wie die Möglichkeit, Massenmails direkt aus dem Client zu versenden. Unseren ausführlichen Test von eMClient lesen Sie hier .

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