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An Apples treueste Zielgruppe: Designer und Kreative

27.04.2018 | 13:27 Uhr | Peter Müller

Grafiker, Designer, Video-Profis – sie alle gehören zu den Kreativen und damit zu den treuesten Apple-Kunden.

Design oder nicht sein, das ist hier die … Oh, entschuldigen Sie den Kalauer... Aber heute müssen wir Design reden, am Welttag des Designs, der gleichzeitig Welttag der Grafiker und Grafikerinnen ist. Nicht von ungefähr waren und sind diese Kernzielgruppe der Apple-Produkte, spätestens seit Anbeginn des Mac. Das liegt nicht nur daran, dass Apple mit der Vision von Steve Jobs einen besonderen Schwerpunkt auf das Design von Hard- und Software gelegt hat und somit Gleiches zu Gleichem kommt, sondern eher daran, dass der Mac seit jeher das Werkzeug der Wahl für Gestalter ist.

Der Grund dafür ist eher simpel: Grafiker, Designer, Gestalter waren mit die ersten, die den Weg der Digitalisierung in ihren Berufen beschritten. Das Versprechen des Computers ist hier klar ersichtlich: Keine analoge Ausschneiderei und Kleberei mehr, Optimierungen mit einem Mausklick erledigt und aus all den Optionen der Gestaltung am Bildschirm die beste schnell ausgesucht. Doch dafür brauchte es von Anfang an weit mehr Rechenleistung als etwa für Serienbriefe oder Tabellenkalkulationen, weshalb Kreative nach der besten Hardware verlangten. Und die gab es nun mal bei Apple.

Das ist an sich immer noch der Fall, obwohl Apple im vergangenen Jahrzehnt viele Kreative verärgert und mit Sicherheit zahlreiche Kunden verloren hat, die ihre Workflows nicht an neue Schnittstellen und komplett auf den Kopf gestellte neue Software anpassen wollten und konnten. Ein Computer, vor allem ein vergleichbar teurer, muss auf dem Schreibtisch des Profis von Anfang an Geld verdienen, nicht nur bis er sich amortisiert hat, sondern auch noch weit darüber hinaus.

Was für Gestalter ärgerlich ist, die ihre ersten digitalen Arbeiten an Performas, Quadras oder gar dem legendär teuren Macintosh IIfx erledigten, ist für Apple aber wirtschaftlich konsequent und lukrativ. Wenn junge Leute ihre ersten Erfahrungen mit Ton- oder Videoschnitt an iMac und iPad mit Garageband und iMovie machen, warum sollen dann Logic Pro X und Final Cut Pro X ganz anders aussehen und eine neue Einarbeitung erforderlich machen, wenn man sich einen iMac Pro zulegt, um mit diesem Geld zu verdienen? Wer weiß, wie die Software und deren Anforderungen an die Hardware aussehen, wenn diese Generation von Kreativen zu den alten Hasen gehört und der Nachwuchs dann schon an ganz andere Techniken gewohnt ist?

Doch gilt es vor allem bei der Gestaltung von Bild, Film, Ton und Seiten aller Art Grundprinzipien zu beachten. Hier kann die Technik allenfalls unterstützend eingreifen, noch so schöne Templates kann man gründlich verhunzen, wenn man nicht damit umzugehen weiß. So ist nicht gleich jeder ein Grafiker oder Designer, wenn er mit Pages, Numbers oder Keynote einigermaßen umgehen kann und niemand ein Toningenieur, der mit Garageband herumdudelt, iMovie allein macht keinen Proficutter. Design oder nicht sein: Richtige Gestaltung will gelernt sein.

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