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Analyst: Apple soll seine Botschaft ”Privat über Profit” stärker bewerben

06.06.2018 | 11:38 Uhr | Thomas Hartmann

Apple schlägt seinen Profit aus Hardwareverkäufen, nicht aus Daten. Diese Haltung sollte in der Werbung des Unternehmens stärker hervortreten, meint Ross Rubin.

Ross Rubin ist Autor und Analyst bei ZDNet und fordert in seinem neuesten Artikel , dass Apple sein ”wichtigstes Produkt” stärker bewerben sollte: Privatsphäre und Datenschutz seiner Nutzer und Kunden. Rubin spannt dabei geschickt den Bogen zurück zum vielleicht berühmtesten Werbespot der Geschichte: ”1984”. Auch damals wehrte sich Apple mit seinem neuesten Produkt, dem ersten Macintosh, gegen den allwissenden und alles manipulierenden ”Big Brother”, personifiziert durch ”Big Blue” oder IBM, mit dem Apple inzwischen vertrauensvoll im Unternehmensbereich zusammenarbeitet.

Heute heißen die ”Datenkraken” anders, gewöhnlich denkt man dabei an das sogenannte ”GAFA”-Konsortium, womit Google, Amazon, Facebook und – sogar Apple – gemeint sind. Doch gerade Apple betonte jüngst wieder im Rahmen der WWDC , dass man nicht mit Daten, sondern Produkten handle und sich in der Hinsicht etwa von Facebook deutlich abgrenze. Man will seine Nutzer sogar vor dem automatischen Datentracking auf Websites schützen, besonders bei Seiten, die eine Anbindung an Facebook haben, und sei es nur durch Like-Buttons. Diesen sonst von allein laufenden Prozess wird Apple im Safari-Browser künftig hervorheben und die Entscheidung gezielt dem Nutzer überlassen. .

Doch Apple hat laut Rubin ein Image-Problem, denn diese Zurückhaltung bei der Verarbeitung und Ausnutzung der User-Daten komme beim Publikum nicht so richtig an. So habe dagegen gerade Google viele Maßnahmen ergriffen, um das Vertrauen seiner Nutzer trotz seines Geschäftsmodells, das auf der Verwertung der Daten beruht, zu erwerben und zu erhalten.

Apple dagegen müsse seine Botschaft vom Datenschutz und der eigenen Zurückhaltung bei der Verwertung von Nutzerdaten offensiver bewerben. Dazu brauche es keine dramatischen Werbekampagnen mit Angstmacherei, die etwa klischeehafte Hacker beim Klauen privater Informationen vom eigenen Computer zeigen, sondern durchaus humorvolle Botschaften, welche die Sicherheit von Apples Umgang mit Daten betonen.

Wie das gehe, habe Apple selbst schon in einem kleinen Fernsehspot vor einigen Jahren in der Reihe " Mac vs PC" zum Thema Viren auf dem Computer gezeigt. Apple sollte dementsprechend seinen Umgang mit dem Datenschutz und der Betonung von maschinellem Lernen auf dem Gerät selbst statt über die Cloud deutlich auch als einheitliches Konzept des Unternehmens in den Vordergrund stellen.

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