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APFS-Problem: Datenverlust beim Kopieren auf Image-Datei

19.02.2018 | 16:51 Uhr |

Kopiert man Daten in ein Sparse-Image, kann man sich nicht sicher sein, dass die Daten sicher kopiert wurden.

Auf einen fast schon heimtückisch zu nennenden Fehler von High Sierra macht Mike Bombich aufmerksam . Wie der Programmierer des Backup-Programms Carbon Copy Cloner feststellte, gibt es einen Fehler im Program "diskimage-helper", der zu Datenverlust führen kann. Das Problem betrifft ausschließlich so genannte Sparse-Images im Format APFS. Images mit der Dateiendung .dmg, auch im Format APFS, sind nicht betroffen, nur die mitwachsenden Images mit der Dateiendung .sparsebundle. Erfahrene Anwender nutzen Diskimages etwa um auf einem NAS Mac-Daten zu sichern oder in einem passwortgeschützten Diskimage Daten auf einem USB-Stick zu schützen.

Das Problem: Man kann einem Diskimage eine bestimmte Kapazität zuweisen, beispielsweise eine Kapazität von 500 GB, auf die das Image anwachsen kann. Befindet es sich aber auf einer 500 GB großen Festplatte und es sind schon 400 GB belegt, kann man nur 100 GB in diesem Diskimage speichern. Wie Bombich beobachtet, gilt dies aber nicht für APFS-Medien unter High Sierra: Obwohl nur 100 GB Speicherplatz verfügbar sind, kann man auf ein solches Diskimage beispielsweise 200 GB an Fotos kopieren! Der für diese Aufgabe zuständige Systemprozess diskimage-helper sollte nach dem Kopieren von mehr als 100 GB eigentlich eine Fehlermeldung bringen wie „Nicht genug Speicherplatz“. Stattdessen läuft der Kopiervorgang aber einfach weiter und wird aus Sicht des Nutzers problemlos durchgeführt. In Wirklichkeit hat man aber seine Dateien „ins Leere“ kopiert. Was Bombich besonders überrascht: Auf dem Image scheinen die Daten völlig in Ordnung zu sein, es ist unter Umständen sogar ein Prüfsummentest möglich. Anscheinend sind die Daten bei gemountetem Image noch im Arbeitsspeicher vorhanden. Nach dem Auswerfen des Images und erneuten Mounten sind die Daten dann allerdings verloren. Bombich hat deshalb für sein Backup-Programm ab Version 5.0.9 die Option entfernt, neue APFS-Images zu erstellen. Nutzt man aktuell APFS-Images, sollte man besser den noch verfügbaren Speicherplatz auf dem Speichermedium kontrollieren.

Unsere Meinung: Der Fehler sollte nicht unterschätzt werden, betroffen sich aber wohl vor allem erfahrene Anwender. Heimanwender nutzen dagegen nur selten Image-Dateien, so muss man auch bei der Erstellung eines Images sowohl das Format APFS als auch Sparsebundle erst gezielt auswählen.

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