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App Store: Nicht mal halb so viele Downloads, aber doppelter Umsatz gegenüber Google Play Store

29.01.2018 | 14:07 Uhr | Halyna Kubiv

Die App-Analytics-Firma App Annie hat einen Jahresrückblick auf den mobilen Markt 2017 veröffentlicht.

Demnach ist die App-Ökonomie gesund und gewinnbringend: Ein Durchschnittsnutzer verbringt mittlerweile mehr als einen Monat pro Jahr in irgendwelchen Apps. China hat sich als der größte App-Markt etabliert: Dort werden die meisten Apps heruntergeladen, dort werden die meisten Umsätze erzielt. Dies ist wohl wahrscheinlich der Grund, warum sich Google Play Store so schwer bei den mobilen Umsätzen tut – Apple ist trotz aller Widrigkeiten auf dem Markt stark vertreten, die letzten exklusiven iOS-Features für die chinesischen Kunden zeigen, wie viel Gewicht mittlerweile das Land auch auf dem globalen mobilen Markt hat. App Annie hat ausgerechnet , dass über Google Play Store im vierten Quartal 2017 19 Milliarden Downloads getätigt wurden, gegenüber iOS ist das ein Vorsprung von 145 Prozent. Ganz anders sieht die Verteilung bei den Umsätzen aus: Im vergangenen Quartal waren rund 17 Milliarden US-Dollar umgesetzt, davon gingen rund 11,5 Milliarden US-Dollar aufs Konto des App Store, rund 5,5 Milliarden US-Dollar wurden dagegen im Play Store umgesetzt.

Bei iOS kletterten plötzlich die Finanz-Apps auf den zweiten Platz bei den führenden Kategorien, nicht nur die klassischen Banken und neue Zahlungsanbieter haben das Wachstum befeuert – das Interesse an Kryptowährungen, Krypto-Börsen, Krypto-Wallets hat dazu ebenfalls beigetragen.

Am meisten haben die Nutzer sowohl im App Store als auch im Google Play Store für die Entertainment-Apps ausgegeben, nicht umsonst ist Netflix fast in jedem Land auf Platz eins der In-App-Käufe. Im Play Store haben noch die Produktivitäts-Apps zum Wachstum beigetragen, vor allem hauseigene Abos für Speicherkapazitäten bei Google Drive.

Update: Wie der Branchenverband Bitkom aufgrund Berechnungen des Marktforschungsinstituts Research2guidance zusammenfasst , hat sich der Umsatz mit Apps in den vergangenen vier Jahren fast verdreifacht. Im Jahr 2017 entfällt dabei ein Großteil des Umsatzes mit 1,2 Milliarden Euro auf In-App-Angebote. Das heißt die Nutzer laden eine kostenlose App und entscheiden sich dann im Betrieb für eine Vollversion, beispielsweise ohne Werbung, oder Beispielen für weitere Level usw. Der Boom von Apps sei ungebrochen, meint Bitkom-Präsident Achim Berg: ”Mit Wearables wie etwa der Smartwatch und Fitnessarmbändern erweitert sich das Ökosystem rund um Apps nochmals deutlich."

Der Bitkom geht vom gleichen Zahlenwerk aus: Demnach gab es im vergangenen Jahr insgesamt 1,8 Milliarden Downloads in den zwei größten Stores: Zwei Drittel (65 Prozent) entfielen dabei auf den Play Store von Google und ein gutes Drittel (35 Prozent) auf den App Store von Apple. In den zwei größten App Stores gibt es mittlerweile rund 6 Millionen Apps, dabei entfallen 3,4 Millionen auf den Google Play Store (2015: 1,5 Millionen) und 2,2 Millionen auf den Apple App Store (2015: 1,4 Millionen). Im Amazon Appstore sind zudem 600.000 Anwendungen verfügbar (2015: 360.000). Die meisten Apps können kostenlos heruntergeladen werden.

Am beliebtesten sind der Untersuchung zufolge Apps für Soziale Netzwerke, Messenger, Streaming-Dienste und Spiele. Stark im Kommen sind ferner Alltagshelfer wie Radar- oder Unwetteralarm-Apps sowie Fitness-und Gesundheits-Apps, die Schritte zählen oder zurückgelegte Strecken aufzeichnen.

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