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Apple will mit Dell, Seagate und Hynix Toshibas Chip-Sparte

15.09.2017 | 10:53 Uhr |

Apple steht offenbar kurz davor, in einem Konsortium die Chip-Sparte von Toshiba zu übernehmen.

Update vom 15.9.2017: Während iPhone X und die anderen neuen Produkte die Woche überstrahlen, arbeitet Apple im Hintergrund an der Übernahme des Chip-Geschäfts von Toshiba. Rund drei Milliarden US-Dollar will Apple in die Akquise investieren und unterstützt dabei das Angebot von Bain Capital. Mit im Bieterkonsortium stecken Dell, Seagate und Hynix. Die Verhandlungen sind laut Bloomberg relativ weit fortgeschritten und könnten kurz vor dem Abschluss stehen. Apple war für die staatlich unterstützten Innovation Network Corp. of Japan und Development Bank of Japan eingestiegen, die wegen einer drohenden Klage des Toshiba-Teilhabers Western Digital zurückzogen. Western Digital will selbst das Geschäft übernehmen, Apple will mit der Beteiligung aber sicher stellen, dass es weiter Zugriff auf die von Toshiba produzierten Speicherchips für iPhone und iPad erhält. Anderenfalls müsste Apple sich wieder in größere Abhängigkeit von Samsung begeben. Sollten Apple und Konsorten den Zuschlag erhalten, würde es  sich um die größte Übernahme Cupertinos nach der von Beats handeln.

Original vom 31.9.2017: In letzter Minute gibt Bain Capital noch ein Angebot für den Kauf der defizitären Chip-Sparte von Toshiba in Höhe von 2 Billionen Yen (18,2 Millionen US-Dollar) ab. Interessantes Detail dabei: Auch Apple gehört dem Bieterkonsortium an und würde 400 Milliarden Yen (3,6 Milliarden US-Dollar) investieren. Zudem steuern der Chip-Hersteller Hynix 1,1 Billionen Yen und japanische Banken weitere 600 Milliarden Yen bei, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters . Mit einem wesentlichen Anteil an der Produktion von NAND-Chips könnte Apple sich ein wenig unabhängiger von seinem Frenemy Samsung als Zulieferer von Komponenten machen. Die Entscheidung über das Angebot sollte noch heute fallen, Toshiba US-amerikanischer Joint-Venture-Partner Western Digital hat sich aber ein Veto vorbehalten und mit juristischen Konsequenzen gedroht, sollte er bei der Entscheidung über den Verkauf außen vor gelassen werden.

Für Apple wäre das eine strategische Investition und zwar die höchste seit dem Kauf von Beats im Jahr 2014. Das Unternehmen ist so groß, dass es mehrere Zulieferer für seine Bauteile anzapfen muss. Dazu ist es für Apple wichtig, den Wettbewerb zu erhalten und so die Preise für die NAND-Chips so niedrig wie möglich zu halten.

Mittlerweile hat Toshiba seine Entscheidung zur Auswahl der drei Angebote verschoben . Neben Bain Capital bieten auf die zu verkaufende Sparte noch Western Digital und Foxconn. Reuters berichtet, dass Toshiba sich vermutlich für seinen Joint-Venture-Partner Western Digital entscheiden muss oder will, da die angekündigten juristischen Konsequenzen den Verkauf an einen anderen Bieter fast unmöglich machen.

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