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Apples Akribie mit dem Campus 2

07.02.2017 | 17:15 Uhr |

Ob Apple tatsächlich im Frühjahr 2017 noch in sein neues Bürogebäude einziehen kann, ist ungewiss. Die Verzögerung beim Bau beruht auf Steve Jobs Prämissen der Perfektion.

Es war sein letzter öffentlicher Auftritt: Im Juni 2011 präsentierte der schwer von seiner Krankheit gezeichnete Apple-CEO Steve Jobs dem Stadtrat von Cupertino die Pläne für das neue Bürogebäude, das Apple auf einem von Hewlett-Packard übernommenen Gelände errichten wolle. Im Jahr 2015 könne es bezugsfertig sein und gut 14.000 Mitarbeitern Platz bieten. Der Campus macht auch sichtliche Fortschritte, Apple wird den zuletzt genannten Einzugstermin "Frühjahr 2017" aller Voraussicht aber nicht halten können. Grund dafür sind aber keineswegs Schlampereien oder Zuständigkeitsgerangel auf Großbaustellen wie dem BER, sondern das Gegenteil: Das neue Gebäude trägt bis ins Detail die Handschrift von Steve Jobs, wie die Nachrichtenagentur Reuters in einem ausführlichen Feature darlegt .

So wie der verstorbene Apple-Gründer darauf wert gelegt hatte, dass auch nicht sichtbare Bauteile in Apples Produkten sauber und schön gestaltet sein müssen, so legt Apple in seinem Campus 2 extrem hohen Wert auf Design und Genauigkeit. Das fängt damit an, dass Rohre und Kabelschächte niemals sichtbar sein dürfen und hört nicht damit auf, dass Diskussionen über die Türklinken von Konferenzräumen und Büros auch mal anderthalb Jahre dauern können.

Dabei treffen oft gegensätzliche Kulturen aufeinander. Denn die in der Elektronik verlangten Fehlertoleranzen sind für das Baugewerbe so nicht machbar. Apple legte etwa auf 30 Seiten fest, wie das Holz auszusehen hätte, Spaltmaße durften ein Achtel Zoll nicht überschreiten.

Während der Bauphase habe sich Apple auch von den mit dem Bau beauftragen Generalunternehmern getrennt, die genauen Gründe dafür sind aber nicht bekannt.

Das Gebäude soll mehr sein, als nur der Arbeitsbereich für tausende Ingenieure, meint die Architekturprofessorin der Universität Berkeley Louise Mozingo: "Es geht nicht darum, die Produktivität einer Bürofläche zu optimieren, es geht um die Errichtung eines symbolischen Zentrums für dieses globale Unternehmen. Sie bauen eine Ikone."

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