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Apple Carplay im Test: Funktionen, Apps, Anbieter, Wireless Carplay

05.12.2018 | 09:22 Uhr |

Carplay ist Apples Lösung für die Einbindung von iPhones in das Infotainmentsystem eines PKWs. Wir haben Carplay im Audi, Daimler, Ford, Honda, Porsche, Seat, Skoda, Subaru, Volvo und VW sowie Wireless Carplay im BMW und Mini getestet. Wir erklären Vorteile und Nachteile von (Wireless) Carplay. Mit Test-Videos. Plus: Nachrüst-Lösungen. Update: Google Maps und Sygic, VW Touareg!

Update 4.12.2018: Carplay im VW Touareg mit Google Maps und Sygic Car Navigation

Der VW Touareg besitzt in der Top-Ausstattung Innovision Cockpit einen 15 Zoll großen Touchscreen. Allerdings nutzt Carplay den mächtigen 15-Zöller nicht voll aus, sondern beschränkt sich auf einen Abschnitt in der Mitte des Bildschirms - schade.

Wie man sieht, verschenkt Carplay im VW Touareg wertvollen Platz auf dem eigentlich riesigen 15-Zöller.
Vergrößern Wie man sieht, verschenkt Carplay im VW Touareg wertvollen Platz auf dem eigentlich riesigen 15-Zöller.

Sie bedienen Carplay im Touareg wie gehabt per Touch und mit der Sprachsteuerung (die Sie über die entsprechende Lenkradtaste starten). Abgesehen davon, dass Carplay nicht den vollen Riesen-Touchscreen ausnutzt, ist die Umsetzung gelungen. Das System reagiert schnell, die Icons lassen sich leicht treffen und die Sprachsteuerung funktioniert gut.

Google Maps auf Carplay
Vergrößern Google Maps auf Carplay

Wichtig: Carplay funktioniert nur über die USB-Anschlüsse vorne. Sofern Sie die Aufpreis-pflichtige Telefonschnittstelle "Business“ dazu kaufen, steht Ihnen unterhalb des 15-Zoll-Bildschirms in der Mittelkonsole ein Qi-Ladefach zur Verfügung. Das wäre eigentlich die ideale Ergänzung zu Wireless Carplay, doch das hat VW leider nicht in den Touareg gepackt. Sie können Carplay also nur per Lightningkabel nutzen und nicht kabellos. Nach wie vor ist BMW bei Wireless Carplay führend. Angesichts des Preisniveaus und des Anspruchs des Touareg ist das ein klarer Minuspunkt für das SUV aus Wolfsburg.

Carplay mit den Icons für Google Maps und Sygic Car Navigation
Vergrößern Carplay mit den Icons für Google Maps und Sygic Car Navigation

Endlich Alternativen zu Apple Karten: Seit iOS 12 lassen sich auch Google Maps und Sygic als Navigationslösungen anstelle von Apple Karten verwenden. Damit können Sie endlich auch ohne ständiges Nachladen des Kartenmaterials navigieren: Bei Google Maps zumindest für solche Streckenabschnitte, für die Sie die Karten vorher im WLAN auf das iPhone heruntergeladen haben und bei Sygic generell offline, weil Sygic das gesamte Kartenmaterial ohnehin auf dem iPhone installiert. Die Offline-Nutzung des Kartenmaterials schont nicht nur das monatliche Datenvolumen Ihres Mobilfunkvertrags, sondern ermöglicht auch eine reibungslose Navigation mit schlechter Mobilfunkanbindung – ein Problem, das in Deutschland dank Deutscher Telekom, Vodafone und Telefonica so weiter verbreitet ist, dass sogar Wirtschaftsminister Altmaier sich dafür schämt. Bei beiden Navigations-Apps können Sie die Ziele per Sprache einwandfrei aufsprechen. 

Sygic Car Navigation auf Carplay
Vergrößern Sygic Car Navigation auf Carplay

Tipp: Alle Besitzer eines Volkswagens Modelljahr 2018 mit Car-net können Apple Music sechs Monate lang kostenlos nutzen.

Aufgepasst: Um Carplay im Touareg nutzen zu können, müssen Sie das 480 Euro teure Paket App-Connect mitkaufen. Update Ende

Apple Carplay: Alles, was Sie wissen müssen

Mit Apple Carplay nutzen Sie im Auto iOS-Funktionen wie Telefonie, Kurznachrichten, Navigation, Musik-Apps samt Apple Musik und Ihren Playlists sowie Siri fast genauso bequem wie direkt auf dem iPhone. Nur eben mit größerem Bildschirm, zusätzlichen Bedienelementen wie zum Beispiel den Lenkradtasten und den PKW-Lautsprechern zur Audio-Ausgabe.

Sie können ein iPhone in einem PKW natürlich auch ohne Carplay nutzen. Praktisch mit allen modernen PKW-Infotainmentsystemen lässt sich das iPhone via Bluetooth verbinden. Danach können Sie zumindest über das iPhone telefonieren und Musik vom iPhone über die Lautsprecher des Fahrzeugs streamen. Bei vielen Infotainmentsystemen stehen auch noch weitere Funktionen wie Kurznachrichtenversand oder die Nutzung ausgewählter Internetdienste zur Verfügung. Doch die Bedienung erfolgt dabei immer über das Infotainmentsystem des PKWs, mit dem Sie sich erst vertraut machen müssen und das sich oft nicht so intuitiv wie ein Smartphone bedienen lässt. Diese Einarbeitung und Eingewöhnung entfällt bei Carplay: Mit Carplay finden Sie sich sofort in jedem fremden Auto zurecht und können ohne Zeitverlust Navigation, Unterhaltung oder Telefonie verwenden.

Derzeit gibt es drei Schnittstellen für die Integration von Smartphones in das Infotainmentsystem moderner PKWs: Carplay von Apple für die Einbindung von iPhones sowie Android Auto und Mirrorlink für die Einbindung von Android-Smartphone. Wobei Mirrorlink allerdings nur noch von wenigen Automobil-Herstellern unterstützt wird und von Android Auto klar in den Hintergrund gedrängt wird. Das Duell lautet also: Carplay gegen Android Auto.

2. Apple entwickelt Carplay seit 2014 immer weiter

Apple stellte Carplay im März 2014 auf dem Genfer Autosalon vor. Im Rahmen eines Updates für iOS 7 stand Carplay dann erstmals den Benutzern zur Verfügung. Voraussetzung ist ein iPhone 5 oder jünger. Die Kalifornier entwickeln fast mit jeder neuen iOS-Version Carplay weiter. So unterstützt Carplay seit iOS 10 theoretisch auch kleine Mini-Bildschirme im Cockpit vor dem Fahrer. Dort können beispielsweise Abbiegehinweise angezeigt werden. Das setzt aber voraus, dass der Automobil-Hersteller den Carplay-Support für den Zusatzbildschirm integriert. Derzeit ist das sicherlich bei keinem einzigen auf dem Markt erhältlichen Fahrzeug der Fall. Allerdings integriert BMW Carplay in sein Head-Up-Display.

Carplay unterstützt nun auch die Zusatzbildschirme im Cockpit vor dem Fahrer.
Vergrößern Carplay unterstützt nun auch die Zusatzbildschirme im Cockpit vor dem Fahrer.
© Apple

Ebenfalls seit iOS 10 soll Carplay auf Widescreen-Bildschirmen besser angezeigt werden. Davon profitiert zum Beispiel der große Bildschirm im 7er BMW.

Die Apps lassen sich nun verschieben und einige auch entfernen.
Vergrößern Die Apps lassen sich nun verschieben und einige auch entfernen.

In den „Einstellungen, Allgemein, Carplay“ auf dem iPhone sieht man seit iOS 10, welche Apps auf dem jeweiligen Fahrzeug für Carplay zur Verfügung stehen. Vor allem aber kann man im Einstellungsmenü einige Apps wie iBooks und Podcasts vom Carplay-Bildschirm entfernen (ausgenommen sind jedoch die Telefon-App, Nachrichten und Karten) beziehungsweise deren Icons auf dem Carplay-Bildschirm neu anordnen.

Skype soll nun auch von Carplay unterstützt werden.
Vergrößern Skype soll nun auch von Carplay unterstützt werden.
© Apple

Die Zahl der unterstützten Apps hat Apple ebenfalls immer wieder erweitert: So kamen zum Beispiel Skype und mit iOS 12 auch Google Maps dazu.

Die Karten-App speichert nun automatisch den letzten Standort des Wagens. Im Test klappte das zuverlässig.
Vergrößern Die Karten-App speichert nun automatisch den letzten Standort des Wagens. Im Test klappte das zuverlässig.

Cool, einfach zu bedienen und praktisch für vergessliche Zeitgenossen oder wenn man in einer fremden Stadt parkt: Die Karten-App speichert automatisch und ohne Zutun des Fahrers den letzten Standort des Wagens, in dem das iPhone mit einer Freisprechanlage gekoppelt war. Zu diesem Standort kann man sich auf der Kartenapp jederzeit zurücknavigieren lassen. Besonders praktisch: Diese Funktion klappt nicht nur zusammen mit Bluetooth-Freisprecheinrichtungen, die fest ab Werk verbaut sind, sondern auch mit nachgerüsteten mobilen Freisprecheinrichtungen wie beispielsweise der Garmin Nüvicam.

Mit iOS 10.3 kam eine weitere wichtige Änderung dazu: Jetzt gibt es für die aktuell genutzte und für die beiden zuletzt genutzten Apps ein Icon am linken Rand des Carplay-Bildschirms. Also in der linken Leiste, in der Carplay sonst noch die Uhrzeit, die Qualität der Mobilfunkverbindung und den Home-Button anzeigt. Damit können Sie mit einem Fingertipp zu diesen Apps wechseln.

iOS 10.3 Beta bringt eine kleine, aber wichtige Neuerung für Carplay.
Vergrößern iOS 10.3 Beta bringt eine kleine, aber wichtige Neuerung für Carplay.
© The Verge

Zuvor war nämlich aus einer geöffneten App heraus per Fingerdruck kein direkter Wechsel zwischen den Carplay-kompatiblen Apps möglich (einzige Ausnahme war die Apple-Karten-App, die sich mit einem Icon links ohne in der linken Leiste einnistet. Aber nur, wenn gerade eine Navigation über die Karten-App lief. Siehe unsere Screenshots weiter unten). Sondern Sie mussten immer erst auf den Home Screen zurückgehen (durch einen Druck auf den Home Button links unten) und danach auf das Icon der gewünschten App drücken. Das war zwar nur ein geringer Mehraufwand, doch in einem fahrenden Auto sollte jede Ablenkung so gering und so kurz wie nur möglich ausfallen. Insofern verbesserte diese Veränderung in iOS 10.3 Beta die Verkehrssicherheit beziehungsweise die Bediensicherheit von Carplay.

Wobei Sie allerdings auch Carplay am besten immer über Siri bedienen. Mit Siri können Sie jede zu Carplay kompatible App direkt und ohne Umwege starten.

Carplay auf dem Discover Premium im VW Touareg
Vergrößern Carplay auf dem Discover Premium im VW Touareg

3. Carplay: Funktionsprinzip

3.1 iPhone-Bildschirm wird gespiegelt

Carplay spiegelt die Bedienoberfläche des iPhones samt iOS-Apps auf den größeren Bildschirm des Wagens. Das iOS wird hierzu tief in das Infotainmentsystem des Fahrzeugs integriert. Laut Volvo funktioniert das Spiegeln des iPhone-Bildschirms so, dass das iPhone sein Bild per H.264-Videostream an das Auto sendet. Das konnten wir im Test aber nicht nachprüfen.

Allerdings übernimmt Carplay den iPhone-Bildschirm nicht 1:1, sondern nur die Apps, die Apple für Carplay freigegeben hat. Der Homescreen des iPhones wird zudem an die Besonderheiten im Auto angepasst, also zum Beispiel immer quer angezeigt. Der Homebutton befindet sich im Fahrzeug am linken Bildschirmrand und ist somit gut erreichbar für den Fahrer.

Der Startbildschirm zeigt immer die Icons von acht Apps. Sofern mehr als acht Carplay-kompatible Apps auf dem iPhone installiert sind, gibt es auch noch eine zweite Seite, wie es hier im Seat Ibiza der Fall ist.
Vergrößern Der Startbildschirm zeigt immer die Icons von acht Apps. Sofern mehr als acht Carplay-kompatible Apps auf dem iPhone installiert sind, gibt es auch noch eine zweite Seite, wie es hier im Seat Ibiza der Fall ist.

3.2 Touchscreen, Knöpfe, Siri, Tasten, Controller

Die auf den Bildschirm des PKWs gespiegelten iPhone-Apps bedient man entweder

1.) Über dessen Touchscreen. Das ist mittlerweile bei nahezu allen Fahrzeugen der Fall.

2.) Über den Controller auf der Mittelkonsole wie in Audi-Fahrzeugen, die noch nicht den MIB 2+ verbaut haben. Oder in der C- und E-Klasse von Mercedes-Benz. Auch bei BMW kann man den Bildschirm vom Controller aus bedienen - das dient bei BMW aber zur Ergänzung des ebenfalls vorhandenen Touchscreens. Was für den Touchscreen und was für die Controller-Lösung im Auto spricht, analysieren wir in diesem Artikel.

3.) Über die klassischen Dreh- und Druckknöpfe des Infotainmentsystems.

4.) Über die Lenkradtasten.

5.) Außerdem können Sie Apples Sprachassistentin Siri als Sprachsteuerung für Carplay verwenden. Siri funktioniert in Carplay genauso wie direkt auf dem iPhone.

3.3 iPhone macht die Arbeit

Die gesamte Rechenleistung liefert das gekoppelte iPhone, über dessen SIM-Karte läuft auch der komplette Internet-Traffic. Der PKW stellt lediglich Eingabe- und Ausgabe-Instrumente zur Verfügung, also Touchscreen/Display, Lenkrad- und Radiotasten, Mikrofon und Lautsprecher. Die komplette Funktionalität wie Sprachsteuerung, Navigation sowie das Musikstreaming und das Webradio liefert das iPhone.

Wichtig: Der Mobilfunkvertrag des gekoppelten iPhones muss für das Datenvolumen der Carplay-Apps ausgelegt sein, weil alle Daten über die SIM-Karte des gekoppelten iPhones laufen. Die Karten-App beispielsweise lädt ständig Karten nach.

Der Bildschirm des iPhones ist während der Carplay-Nutzung abgeblendet und kann nicht bedient werden, nur das Carplay-Logo ist darauf zu sehen.

3.4 Verbindung zwischen Auto und iPhone

3.4.1 Via Lightning-Kabel

Die Verbindung zwischen iPhone einerseits und Carplay auf dem Infotainmentsystem des PKWs andererseits wird derzeit mit Ausnahme von BMW und Mini ausschließlich über das Lightning-Kabel des iPhones hergestellt. Sie stecken dazu das Lightning-Kabel in den USB-Port des PKWs. Verwenden Sie hierzu am besten das Originalkabel von Apple.

Apple hat kabelloses Carplay bereits in iOS integriert, Sie finden diesen Menü-Punkt im Einstellungsmenü Ihres iPhones, wie unser Screenshot zeigt. Nur gibt es bis heute kein Auto, das kabelloses Carplay unterstützt.
Vergrößern Apple hat kabelloses Carplay bereits in iOS integriert, Sie finden diesen Menü-Punkt im Einstellungsmenü Ihres iPhones, wie unser Screenshot zeigt. Nur gibt es bis heute kein Auto, das kabelloses Carplay unterstützt.

3.4.2 Kabellos über Wireless Carplay

3.4.2.1 Derzeit nur bei BMW und Mini

Apple hat zwar mit iOS 9 im September 2015 die Schnittstelle für Wireless Carplay via Bluetooth freigegeben. Derzeit unterstützen aber nur Fahrzeuge von BMW und MIni kabelloses Carplay. BMW bietet seit der zweiten Jahreshälfte 2016 kabelloses Carplay nach und nach in allen seinen Modellen an. Der auf Soundsysteme spezialisierte Auto-Zubehör-Hersteller Harman entwickelt ebenfalls eine Wireless Carplay-Lösung, die auf einer Kombination aus WLAN und Bluetooth basiert. Diese ist aber noch nicht verkaufsfertig. Audi bringt erst ab Mitte 2018 Wireless Carplay. Das hat uns der Ingolstädter Automobil-Hersteller auf unsere Nachfrage erklärt. Michael Crusius, Pressesprecher Kommunikation Technologie/Innovationen bei Audi: "Alle neuen kommenden Modelle von Audi ab SW-Stand KW 22/2018 werden Wireless Carplay haben. Die Vorbereitungen für Wireless Android Auto laufen übrigens auch schon."

Mit „neuen Modelle“ sind keine Facelifte gemeint, sondern nur komplett neue Fahrzeuggenerationen, die die neueste Generation des Infotainmentbaukasten MIB2+ verwenden, mit dem der A8 im Herbst 2017 als erstes Modell startet. Somit betrifft das die 2018 kommende Generation von A6/A7 und folgende. Alle Modellreihen auf Basis des MIB2 bekommen dagegen kein Wireless Carplay. Eine Nachrüstlösung in Form eines Software-Updates für ältere SW-Stände ist nicht geplant.

3.4.2.2 Liste der Qi-kompatiblen Automobile

Apple hat eine Liste der Automobil-Hersteller veröffentlicht, die das kabellose Aufladen eines iPhone 8 via Qi-Technologie im Fahrzeug ermöglichen. Mit Einschränkungen gilt diese Apple-Support-Liste auch für das iPhone 8 Plus und für das kommende iPhone X. Das kabellose Aufladen von iPhones über Qi ist besonders bei Wireless Carplay wichtig, wie es BMW bereits anbietet, da in diesem Fall die Auflademöglichkeit via Lightning-Kabel entfällt.

Hier die Qi-Ladestation im VW Tiguan.
Vergrößern Hier die Qi-Ladestation im VW Tiguan.
© VW

3.4.2.3 Apple verbietet VW Demonstration auf der CES

Volkswagen besaß bereits im Januar 2016 eine experimentelle Umsetzung für Wireless Carplay. Die Wolfsburger wollten kabelloses Carplay deshalb auf der CES 2016 in Las Vegas vorführen. VW hätte sich mit der Vorführung einer kabellosen Carplay-Verbindung als innovatives Unternehmen zeigen können – diese positive Eigenwerbung hätte VW im Zeichen des Abgasskandals dringend nötig gehabt.

Doch Apple untersagte VW, das kabellose Carplay auf der CES 2016 vorzuführen. Diese Information gelangte über den Bericht des US-Auto-Blogs Car and Driver an die Öffentlichkeit. Car and Driver zitierte dabei Dr. Volkmar Tanneberger, an dessen Roundtable wir auf der CES teilgenommen haben. Dr. Tanneberger war damals der Leiter der Elektronik-Entwicklung von Volkswagen.

Lese-Tipp: Alle Auto-Tests von PC-WELT und Macwelt

Eine Zeitlang gab es keine offizielle Bestätigung dieses Verbots durch die Pressestelle von Volkswagen. In Wolfsburg musste man offensichtlich erst darüber nachdenken, wie man mit diesem Verbot offiziell umgeht. Auf unsere Nachfrage hat man uns aber dann bestätigt, dass Apple VW untersagt habe, Wireless Carplay auf der CES 2016 vorzuführen. Technisch wäre Volkswagen dazu in der Lage gewesen, die IT-Entwicklungsabteilung von VW hat seit der Freigabe der betreffenden Spezifikation durch Apple daran gearbeitet. Stattdessen zeigte VW auf seinem Messestand in der Nordhalle der CES 2016 kabelloses Mirrorlink.

4. Vorteile von Carplay

4.1 Killer-Feature: Einfache Verbindung

Mit Carplay entfällt die mitunter umständliche und teilweise sogar unmögliche Koppelung zwischen dem iPhone und dem Infotainmentsystem des Fahrzeugs. Diese scheitert teilweise an den unterschiedlichen Bluetooth-Profilen für die Nutzung des Telefons, das Übertragen der Telefonkontakte oder das Abspielen von Musik. So setzten einige Fahrzeuge wie die ältere E-Klasse von Mercedes-Benz das veraltete DUN-Profil voraus, das damals aber fast kein Androide und kein iPhone unterstützten.

Ähnlich grotesk: Einige ältere Infotainmentsysteme ließen oder lassen sich nur mit rSAP-kompatiblen Smartphones verbinden. Weil das iPhone rSAP nicht unterstützt, ließ sich Apples Smartphone zum Beispiel nicht mit dem rund 3500 Euro teuren Comand Online in der alten Mercedes-Benz E-Klasse verbinden. Und auch ältere „Premium-Freisprecheinrichtungen“ von Volkswagen und Audi setzen rSAP voraus. Mit Carplay lässt dieses Verbindungs-Drama für iPhone-Besitzer aber elegant umgehen.

TuneIn bringt Webradio ins Auto (hier als Beispiel der Seat). TuneIn gehört zu den wenigen Fremd-Apps, die Apple für Carplay zulässt.
Vergrößern TuneIn bringt Webradio ins Auto (hier als Beispiel der Seat). TuneIn gehört zu den wenigen Fremd-Apps, die Apple für Carplay zulässt.

4.2 Gewohnte Bedienung

Koppeln Sie dagegen das iPhone mit Hilfe von Carplay und dem Lightning-Kabel mit dem Auto, dann können Sie die Funktionen des iPhones fast genauso bedienen, wie Sie es auch außerhalb des Wagens nur mit dem iPhone allein gewohnt sind. Es entfällt die Ein- und Umgewöhnung und Sie können die erfahrungsgemäß intuitivere Bedienung des Smartphones nutzen. So gibt es einen Homebutton, über den man immer auf den Startbildschirm zurückkommt. Drückt man ihn aber länger, so startet Siri. Selbst der Weckruf „Hey Siri“ funktioniert mit Carplay, sofern diese Funktion auf dem iPhone aktiviert ist. Ein iPhone-Besitzer findet sich bei Carplay sofort zurecht im gewohnten Umfeld.

Carplay geht in der E-Klasse nur über Kabel.
Vergrößern Carplay geht in der E-Klasse nur über Kabel.

4.3 Größerer Bildschirm

Durch die Nutzung des PKW-Bildschirms (bei Volumenmodellen in der Regel zwischen 6 und 8 Zoll groß, bei Premium-Fahrzeugen  10 Zoll oder sogar noch größer) steht Ihnen ein deutlich größeres und besser ablesbares Display für die iPhone-Apps zur Verfügung, als es auf dem kleineren iPhone-Touchscreen der Fall ist. Mit größeren Icons, die Sie auch während der Fahrt leichter mit dem Finger treffen können. Dadurch wiederum sind Sie weniger lang vom Verkehrsgeschehen abgelenkt, als wenn Sie versuchen würden, auf dem kleineren iPhone-Display ein Icon zu finden.

Die Kartenapp steht als einzige Navigationslösung zur Verfügung.
Vergrößern Die Kartenapp steht als einzige Navigationslösung zur Verfügung.

4.4 Bewährte Sprachsteuerung

Die Qualität der von den Automobil-Herstellern eingebauten Sprachsteuerung ist von Hersteller zu Hersteller sehr unterschiedlich. Mit Siri haben Sie stattdessen eine bewährte Sprachassistentin zur Seite, mit der Sie das iPhone bedienen, ohne den Blick vom Verkehrsgeschehen nehmen zu müssen. Zudem sprechen Sie zu Siri mit dem im Auto eingebauten Mikrofon – wodurch die Erkennungsrate der Sprachsteuerung ebenfalls besser sein sollte.

4.5 TomTom-Verkehrslageinfos

Dank Carplay können Sie für die Navigation die Karten-App des iPhones mit den sehr genauen Echtzeit-Verkehrslage-Informationen von TomTom nutzen - mit größerer Kartendarstellung als auf dem iPhone-Bildschirm und Ausgabe der Sprachanweisungen über die im Auto eingebauten Lautsprecher anstelle der kleinen iPhone-Lautsprecher.

4.6 Immer aktuell

Carplay bietet noch einen weiteren Vorteil: Werden die iPhones leistungsfähiger, so steht dieser Performancegewinn auch im Auto zur Verfügung ebenso wie neue Apps und neue Funktionen, beispielsweise für Siri.

Musik aus dem Web
Vergrößern Musik aus dem Web

5. Diese Automobil-Hersteller unterstützen Carplay

Als Apple im März 2014 Carplay vorgestellt hat, hielt sich die Begeisterung der meisten Automobil-Hersteller in Grenzen. Nur Ferrari, Mercedes-Benz und Volvo waren vom Start weg mit dabei. Audi, BMW und all die anderen wollten sich nicht von Apple abhängig machen und die Kontrolle über das Infotainmentsystem im Auto und über die damit erzeugten Daten behalten. Zudem haben vor allem die deutschen Premium-Hersteller oft sehr leistungsfähige eigene Infotainmentlösungen entwickelt, die sie verständlicherweise nicht aufgeben wollen.

Doch nach und nach erklärten immer mehr Automobil-Hersteller ihre Unterstützung für Carplay. Mittlerweile ist die von Apple veröffentlichte Liste der kooperierenden Automobil-Hersteller deutlich gewachsen, man findet auf http://www.apple.com/de/ios/carplay/available-models/ alle namhaften Hersteller. Allerdings hat sich die Apple-Liste zu den Fahrzeugen, die Carplay unterstützen, in der Vergangenheit oft als fehlerhaft beziehungsweise ungenau erwiesen. Zumal Apple bei dieser Liste nicht die regionalen Besonderheiten der einzelnen Märkte berücksichtigt.

Wir starten einen Anruf mit Siri.
Vergrößern Wir starten einen Anruf mit Siri.

Bei Redaktionsschluss stehen diese für Deutschland relevanten Auto-Produzenten auf der offiziellen Unterstützerliste : Abarth, Alfa-Romeo, Aston Martin, Audi (das zu den Gründungsmitgliedern der Open Automotive Alliance von Google gehört, die das konkurrierende Android Auto unterstützt ), BMW (als bisher einziger Hersteller von Anfang an ausschließlich mit Wireless Carplay), Citroen (mit der Untermarke DS), Daimler (Mercedes-Benz), Ferrari, Fiat, Ford, Honda, Hyundai, Jaguar, Jeep (mit Uconnect), Kia, Land Rover, Mazda, Mini, Mitsubishi, Nissan, Opel, Porsche, Peugeot, Renault, Seat, Skoda, Subaru, Suzuki, Toyota, Volkswagen und Volvo. Dazu kommen noch einige Hersteller, die vor allem für den US-Markt relevant sind.

Aufgepasst: Nicht alle der oben genannten Marken bieten aber tatsächlich schon Fahrzeuge mit Carplay an. Toyota wird zum Beispiel von Apple auf der Carplay-Unterstützerseite schon lange genannt. Doch der große japanische Automobil-Hersteller boykottiert bisher Carplay ebenso wie Android Auto und unterstützte nur Mirrorlink. Im Januar 2018 teilten die Japaner aber mit, dass sie Carplay in den USA für ausgewählte Toyota- und Lexus-Fahrzeuge des Modelljahrgangs 2019 anbieten wollen. Details dazu lesen Sie in dieser Meldung.

BMW bietet Carplay nur noch im Abo: BMW hatte Apple CarPlay in Deutschland im Juli 2016 ohne Laufzeitbegrenzung zu einem Einmal-Preis von 300 Euro als Sonderausstattung in seinen Fahrzeugen eingeführt. Seit Juli 2017 gibt es Carplay aber nur noch mit begrenzter Laufzeit: BMW-Kunden haben somit in Deutschland die Wahl zwischen Carplay für 3 Jahre für 300 Euro oder Carplay für 1 Jahr für 110 Euro. Das Abo muss nach Ablauf der jeweiligen Frist zu den dann gültigen Konditionen verlängert werden oder aber der Kunde verzichtet auf die weitere Carplay-Nutzung. Ein Gratisjahr zum Ausprobieren von Carplay gewährt BMW Kunden in Deutschland nicht. Hinweis: BMW-Kunden aus Deutschland, die Carplay bis Juni 2017 erworben haben, können Carplay ohne weitere Kosten dauerhaft nutzen. Sie unterliegen also nicht dem Abo-Modell! Alle deutschen Kunden, die Carplay seit Juli 2017 erworben haben, müssen dagegen das oben beschriebene Abo-Modell verwenden.

Zum Vergleich Carplay für BMW-Kunden in den USA : Carplay kostet ab März 2018 pro Jahr 80 Dollar. Das erste Jahr der Carplaynutzung ist in den USA kostenlos, der US-Kunde zahlt erst ab dem zweiten Jahr. Nur US-Kunden von BMW dürfen Carplay ein Jahr lang kostenlos ausprobieren. Deutsche Kunden müssen dagegen von Anfang an für Carplay zahlen. Die Carplay-Vorbereitung ist in allen US-Fahrzeugen von BMW ab März 2018 serienmäßig enthalten. Rückblick: Im Juli 2016 führte BMW in den USA Wireless Carplay ein und verlangte dafür einen Einmalbetrag von 300 US-Dollar. Alle Besitzer von in den USA verkauften BMW-Fahrzeugen, die zwischen 07/16 und 07/17 als Neufahrzeuge verkauft wurden und mit Apple Carplay ausgestattet sind, können Carplay zeitlich unbefristet nutzen und muss dafür nicht mehr jährlich zahlen.

VW bietet seit Mai 2018 6 Monate Apple Music gratis

Wer ab Mai 2018 einen neuen Volkswagen mit Carplay-Vorbereitung kauft und bisher Apple Music nicht nutzt, der kann den Musik-Streamingdienst Apple Carplay sechs Monate lang kostenlos ausprobieren. Konkret gewinnen VW-Kunden also drei Monate Gratis-Testzeitraum dazu, denn drei Monate lang ist Apple Music ohnehin für jeden Interessierten kostenlos verfügbar.

Wer ab Mai 2018 einen neuen VW kauft und bereits zahlender Apple-Music-Kunde ist, soll die Streaming-Plattform drei Monate lang kostenlos in Anspruch nehmen können.

Apple Carplay wiederum können Sie in einem Fahrzeug von Volkswagen nutzen, wenn Sie das Infotainmentsystem des neuen VWs – also zum Beispiel Discover Pro in Golf und Passat - mit dem Ausstattungspaket App Connect kaufen. Außerdem müssen Sie einen Car-Net-Nutzungsvertrag abschließen. Unter Car-Net fasst VW seine Internetdienste zusammen.

Wir haben bei VW nachgefragt, wie die VW-Käufer konkret ihre kostenlosen sechs Monate bekommen. Christine Kuhlmeyer, Pressesprecherin Vertrieb und Marketing bei VW, hat uns das Prozedere folgendermaßen beschrieben:
1.    Der Nutzer kauft einen VW mit dem Modelljahr 2018 und einer Car-Net-Lizenz
2.    Er enrollt sein Fahrzeug bei Car-Net
3.    Er meldet sich bei Car-Net im Web-Portal oder in der App an und bekommt einen Hinweis auf die Aktion
4.    Der Nutzer klickt den Link an, in dem der Gutscheincode codiert ist und verlässt Car-Net
5.    Der Nutzer geht auf die Apple-iTunes Seite und bestätigt den Code (einlösen) – hierzu hat er bereits iTunes installiert
6.    Der Nutzer logged sich bei iTunes mit seinem bestehenden Account ein
7.    Dem Nutzer werden 3 Monate auf seinem iTunes-Konto gutgeschrieben

Das ab Mai gültige Apple-Music-Angebot von VW gilt aber nur für Kunden der PKW-Sparte von VW. Als zum Beispiel für Käufer eines VW Golf, Passat etc. Käufer eines Fahrzeugs von Volkswagen Nutzfahrzeuge VWN dagegen bekommen dieses Angebot nicht! Wer also einen VW Bus, einen Amarok oder einen Caddy kauft, kann dieses 6-Monate-gratis-Angebot nicht nutzen.
 
In den USA macht Fiat-Chrysler seinen Kunden ein vergleichbares Angebot. Aber nicht in Deutschland: Wie uns Anne Wollek, Pressesprecherin von Fiat/Abarth, auf unsere Nachfrage erklärte, bietet Fiat dieses Angebot in Deutschland nicht an.

6. Carplay lässt sich auch nachrüsten

6.1 Nachrüstung durch Dritt-Anbieter

Neben den Carplay-Lösungen ab Werk gibt es auch Nachrüstlösungen. Am Beispiel des Alpine iLX-700 und des Pioneer SPH-DA120 stellen wir Ihnen zwei solche Nachrüstlösungen im Praxis-Test vor. Das Alpine Digital Media Station iLX-F903D "Halo9" integriert neben Carplay sogar noch Android Auto und DAB+-Radio. Alpine hat mit dem iLX-107 ein nachrüstbares Infotainmentsystem sogar mit Wireless Carplay vorgestellt. Das Alpine iLX-107 besitzt einen 7-Zoll-Touchscreen. 7 Zoll sind etwas weniger, als die Automobil-Hersteller ab Werk einbauen, in der Regel sind 8-Zoll-Bildschirme verbaut, in der Premiumklasse meist um die 10 Zoll große Bildschirme, die derzeit bei Audi und Daimler aber ohne Touch-Funktion sind, was die Bedienung von Carplay erschwert (siehe unten). Ein AM/FM-Radio verbaut Alpine ebenfalls in dem Gerät. Außerdem ist ein Anschluss für die Ausgabe des Bildsignals einer Rückfahrkamera vorhanden. Die Datenübertragung zwischen iLX-107 und iPhone erfolgt über das 5-GHz-WiFi-Band.

Alpine iLX-107: Wireless Carplay für 900 Dollar nachrüsten
Vergrößern Alpine iLX-107: Wireless Carplay für 900 Dollar nachrüsten
© Alpine

Das Alpine iLX-107 ist seit Juni 2017 in Nordamerika für 900 Dollar erhältlich. In Deutschland kann man diese Nachrüstlösung bereits seit 2015 verbauen.

Mit dem im April 2018 vorgestellten Alpine Digital Media Station iLX-F903D Halo9 können Sie Carplay, Android Auto, DAB+ und einen Touchscreen in Fahrzeugen mit 1-DIN- und 2-DIN-Radioeinbauschacht nachrüsten.

JVC hat mit dem KW-V820BT ebenfalls eine Nachrüstlösung für Apple Carplay vorgestellt, die auch in Deutschland erhältlich ist. Damit können Sie ein älteres Auto mit 2-DIN-Radio-Schacht mit Carplay und Freisprecheinrichtung nachrüsten. Auf dem 6,8-Zoll-Touchscreen kann man neben Carplay auch das integrierte UKW-Radio bedienen, Bluetooth Audio-Streaming steuern und eine Freisprechanlage für das gekoppelte Smartphone benutzen. Für Spotify und Pandora gibt es eigene Apps.

JVC stellt Nachrüstlösung für Carplay vor: KW-V820BT
Vergrößern JVC stellt Nachrüstlösung für Carplay vor: KW-V820BT
© JVC

Der Bildschirm ist allerdings nur resistiv und nicht kapazitiv, das Touch-Gefühl dürfte also nicht besonders hochwertig sein und Multizoom steht nicht zur Verfügung. In den USA kostet diese Nachrüstlösung 600 Dollar. In Deutschland verlangt JVC 599 Euro .

Audio System von Sony XAV AX 100
Vergrößern Audio System von Sony XAV AX 100
© Sony

Auch Sony hat eine Nachrüstlösung für Carplay im Angebot. Das Sony XAV-AX100. Im Unterschied zu anderen Nachrüstlösungen beherrscht das XAV-AX100 (6,4 Zoll-Display mit 800 x 480 Pixel, Sprachsteuerung) aber auch Android Auto. Sie können damit also nicht nur iPhones, sondern auch Android-Smartphones verbinden. Sony hat bis jetzt aber nur den Verkauf für Nordamerika angekündigt: Knapp 500 Dollar soll es dort ab Ende November kosten.  

Das 6,75-Zoll-Gerät JBL Legend CP100 ist ebenfalls eine Nachrüstlösung für Apple Carplay und Android Auto. Es soll in den USA knapp 400 US-Dollar kosten, ist allerdings noch nicht erhältlich.

Eine ganze Serie neuer Autoradios mit Apple CarPlay-Unterstützung hat Pioneer im Mai 2018 vorgestellt . Die mit CD/DVD-Laufwerk und Navigation ausgestatteten Geräte bieten Displays mit WVGA-Auflösung (800x460). Die beiden günstigsten Modelle bieten 6,2-Zoll-Displays, bei den drei teureren Modellen sind 7-Zoll-Panel verbaut. Das bereit im Fachhandel für 800 Euro bestellbare AVIC-Z610BT ist das günstigste Modell , für 900 Euro gibt es das AVIC-Z710DAB, das zusätzlich auch DAB+ unterstützt. Ebenfalls DAB-Unterstützung bieten das Pioneer AVIC-Z810DAB und AVIC-Z910DAB für 1149 Euro mit 7-Zoll-Display. Mit dem AVH-Z9100BT ist auch ein 7-Zoll-Modell ohne DAB verfügbar, dieses kostet voraussichtlich 900 Euro.

Hinweis: Laut Pioneer gibt es ab iOS 11.3 Problem bei der Verbindung eines iPhone mit Geräten per USB.

Tipp: Falls bei einer Nachrüstlösung für Carplay in der Karten-App das Icon für die Zieleingabe per Touchscreen nicht angezeigt wird, sollten Sie prüfen, ob gegebenenfalls das entsprechende (grüne) Kabel mit Handbremse beziehungsweise Masse verbunden ist. Denn einige Carplay-Nachrüstlösungen wie beispielsweise das Pioneer AVH-Z5000DAB erkennen anhand der Handbremsstellung, ob der Wagen steht oder fährt. Und das Tastatureingabe-Icon blenden sie nur bei stehendem Fahrzeug ein.

Der doch recht komplexe Einbau dieser Nachrüstlösungen dürfte in der Regel in einer Fachwerkstatt durchgeführt werden.

6.2 Mazda bietet Carplay auch zur Nachrüstung an

Mazda bietet seit Juli Carplay für Neuwagen ab Werk und für Gebrauchtwagen zur Nachrüstung an. Voraussetzung ist, dass in dem Neu- oder Gebrauchtwagen das Infotainmentsystem Mazda MZD Connect verbaut ist.   Mazda führte MZD Connect erstmals mit dem Mazda 3 im Jahr 2013 an – bis dahin soll sich Carplay also laut Hersteller nachrüsten lassen.

Die Umrüstung zur Nutzung von Apple CarPlay und Android Auto beinhaltet ein Softwareupdate sowie die Installation eines neuen USB-Hubs. Das Smartphone wird dann über Kabel mit dem neuen USB-Hub verbunden, kabelloses Carplay wird also nicht unterstützt.

Sie können Carplay wie auch das gesamte sonstige MZD Connect während der Fahrt über den Multi-Commander auf der Mittelkonsole oder per Sprachsteuerung bedienen. Die Bedienung per Touchscreen ist dagegen nur im Stand beziehungsweise bis zu 8 km/h Geschwindigkeit möglich. Diese Besonderheit hat Mazda schon immer bei seinem Infotainmentsystem MZD Connect gepflegt .

Mazda bietet jetzt Carplay für Neuwagen ab Werk und für Gebrauchtwagen zur Nachrüstung an. Voraussetzung ist das Infotainmentsystem Mazda MZD Connect.
Vergrößern Mazda bietet jetzt Carplay für Neuwagen ab Werk und für Gebrauchtwagen zur Nachrüstung an. Voraussetzung ist das Infotainmentsystem Mazda MZD Connect.
© Mazda

Die Kosten: Die Kosten der Integration von Carplay und Android Auto (den Support für beide Systeme gibt es nur im Paket) belaufen sich als Option für Neufahrzeuge auf 300 Euro und als Nachrüst-Kit auf 220 Euro zuzüglich Einbaukosten. Ein konkretes Beispiel: Für einen Mazda 3, Baujahr 2014, kommt der Einbau des Nachrüstkits insgesamt auf 350 Euro. Wobei nach den uns vorliegenden Informationen Mazda-Händler aktuell mit etwas günstigeren Einbau-Angeboten locken. Der Einbau dauert 1,5 bis 2 Stunden für einen Mazda 3, Bj. 2014.

MZD Connect im Mazda 3 im Test

Genug der Vorrede, wenden wir uns nun Carplay im Detail zu.

7. Funktionsumfang von Carplay

Der Fokus von Carplay liegt auf Telefonie und Nachrichtenversand über das gekoppelte iPhone, Navigation über die iPhone-Karten-App (mit typischen Navigations-Funktionen wie Turn-by-Turn und Verkehrslage-Informationen) und dem Anhören von Musik und Hörbüchern von Apple Music. Falls Sie erwarten, dass alle Ihre vertrauten iPhone-Apps gespiegelt auf dem Carplay-Bildschirm im Auto zur Verfügung stehen: Fehlanzeige. Apple lässt nur einige ausgewählte eigene und bisher nur wenige fremde Apps für Carplay zu.

Los geht's.
Vergrößern Los geht's.

7.1 Navigation

7.1.1 Navigation mit Apple Karten App und Siri

Reine Online-Navigation: Einen Offline-Modus wie Google Maps besitzt die Apple-Karten-App nicht, sie lädt also nicht nur die Verkehrslageinformationen, sondern auch das Kartenmaterial fortlaufend von den Apple-Servern herunter. Bei regem Gebrauch der Karten-App kann das monatliche Frei-Volumen des Mobilfunkvertrags schnell aufgebraucht sein. Danach surfen Sie nur noch mit deutlich gedrosseltem Tempo oder müssen extra zahlen. Und im Ausland außerhalb der EU drohen auch noch Roamingkosten. In abgelegenen Regionen mit schlechter oder überhaupt keiner Mobilfunkverbindung funktioniert die Karten-App nicht (was in unserem Test aber nur selten und nur für ganz kurze Zeit der Fall war und die Navigation nicht entscheidend behinderte).

Apple Karten in Carplay auf dem Discover Premium im VW Touareg
Vergrößern Apple Karten in Carplay auf dem Discover Premium im VW Touareg

Solide Navigation: Die Navigation selbst funktioniert einwandfrei, inklusive gesprochenen und angezeigten Abbiegehinweisen und einer zoombaren Kartenansicht. Die Apple Karten-App bietet typische Navigations-Funktionen wie Turn-by-Turn und Verkehrslage-Informationen. Die Kartendarstellung ist übersichtlich, das Routing war exakt. Bei der Navigation haben Sie die Wahl zwischen 2D- oder 3D-Ansicht. Die Karte kann man mit dem Finger verschieben und zoomen. Alternativrouten werden automatisch zur Auswahl angezeigt, die gewünschte Route kann man mit dem Finger antippen und auswählen.

Siri ist mitunter störrisch: Grundsätzlich kann man Ziele mit Siri und über den Touchscreen eingeben. Bei der Eingabe von Navigationszielen via Siri scheint die Qualität der Mobilfunkverbindung über Erkennung und Nichterkennung von Zielen zu entscheiden, hier scheint LTE unbedingt nötig zu sein: Mitunter verschluckte Siri den Straßennamen und die Hausnummer und lotste nur zur Stadt. Außerdem nervt Siri mit der Angewohnheit, bei der Navigation bevorzugt Adressen aus den Kontakten anzusteuern, obwohl man diese überhaupt nicht meinte. Bei Adressen, die Siri noch nicht kannte, scheiterten unsere Versuche gelegentlich komplett: Siri erkannte entweder eine völlig falsche Adresse, teilweise sogar in einer falschen Stadt, oder aber sagte, dass keine Adresse erkannt wurde.

Touchscreen schlägt Siri: Sie können das störrische Siri bei der Eingabe von Navigationszielen aber umgehen, indem Sie das Ziel auf der virtuellen Tastatur des Touchscreens eingeben. Das klappt immer; über das Tastatur-Icon rechts oben kann man diese Tastatur aktivieren und dann die Adresse eingeben. Damit erreichten wir unsere Navigationsziele einwandfrei, selbst wenn Siri zuvor gescheitert ist.

Dom, Plärrer, Tankstellen – kein Problem: Gut klappte die Zieleingabe bei Sehenswürdigkeiten, zum Beispiel bei einem Dom in einer fremden Stadt - hier lotste uns Siri zur richtigen Adresse. Ebenso kannte Siri den Nürnberger Plärrer. Und ruck-zuck lotste uns Siri zur nächstgelegenen Tankstelle. Die Tankstellensuche klappte an verschiedenen Orten einwandfrei. Und das alles nur per Sprachbedienung - top.

Wenn die Navigation gestartet ist, läuft sie im Hintergrund weiter, wenn man eine andere App startet. Am oberen Bildschirmrand wird dann die nächste Abbiegung angezeigt. Über das Karten-Icon links oben kann man jederzeit die Karte wieder öffnen.

Cool: Eine auf dem iPhone gestartete Navigation wird beim Einstecken des Lightning-Kabels nahtlos auf Carplay fortgesetzt. Man kann Siri auch fragen, wo man gerade ist. Siri liefert dann nicht nur den Straßennamen, sondern öffnet auch gleich eine Karte.

TomTom-Verkehrslagedaten und Wetterbericht: Auf der Karte zeigte uns die Karten-App exakt die Verkehrslage an – den TomTom-Echtzeit-Verkehrsinformationen sei dank. Dementsprechend genau prognostizierte die Karten-App auch unsere Ankunftszeit. Man kann sich von Siri aber auch ab und zu die voraussichtliche Ankunftszeit ansagen lassen: „Hey Siri, Ankunftszeit?“ Das klappte im Test unkompliziert. In diesem Zusammenhang auch interessant: Den Wetterbericht für einen gewünschten Standort liest Siri auf Wunsch sofort vor.

Die Karten-App kann Abbiege-Hinweise im Turn-by-Turn-Modus auch direkt im Cockpit anzeigen (so wie man es von den fest verbauten Systemen der Fahrzeughersteller bereits kennt). Sofern das Fahrzeug das unterstützt. Derzeit dürfte das bei keinem PKW der Fall sein.
Vergrößern Die Karten-App kann Abbiege-Hinweise im Turn-by-Turn-Modus auch direkt im Cockpit anzeigen (so wie man es von den fest verbauten Systemen der Fahrzeughersteller bereits kennt). Sofern das Fahrzeug das unterstützt. Derzeit dürfte das bei keinem PKW der Fall sein.
© Apple

Abbiege-Hinweise im Cockpit direkt vor dem Fahrer: Die Apple-Karten-App ermöglicht seit iOS sogar Turn-by-Turnanweisungen im Cockpit direkt im Sichtfeld des Fahres, falls das Fahrzeug das technisch unterstützt (was derzeit aber bei keinem Modell der Fall sein dürfte). Reservierungen und Bezahlvorgänge via Apple Pay für Uber, Lyft und Restaurants sind direkt aus der Kartenapp heraus möglich.

Wo wurde das Auto geparkt: iOS 10 kann den Nutzer zudem proaktiv daran erinnern, wo das geparkte Auto steht. Das Ganze funktioniert nur, wenn das eigene Auto mit Carplay ausgerüstet ist. Verliert das iPhone die Verbindung zu dem System, merkt sich es automatisch den Ort in der Karten-App. Kurz danach schickt das iPhone eine Benachrichtigung, hier kann man noch die zusätzlichen Infos wie die genaue Parkplatz-Nummer oder den Stockwerk im Parkhaus eintragen.

7.1.2 Alternative Navigations-Apps wie Google Maps oder Sygic

Für die Navigation stand vor iOS 12 nur die Karten-App von Apple zur Verfügung. Mit dem Update auf iOS 12 im Herbst 2018 unterstützt Carplay aber endlich auch Navigationslösungen von Drittanbietern. Sie können jetzt also zum Beispiel Google Maps auch unter Carplay zur Navigation nutzen.

Der slowakische Navigationsspezialist Sygic hat am 12.10.2018 mitgeteilt, dass Sygic Car Navigation mit Carplay-Konnektivität ab sofort im App Store verfügbar ist. Sygic GPS Navigation mit Carplay-Konnektivität befindet sich dagegen noch im Überprüfungsprozess und soll nach der Abnahme durch Apple in Kürze veröffentlicht werden. Mit Sygic Car Navigation steht somit neben Apple Karten und Google Maps eine weitere Navigationslösung für Carplay zur Verfügung. Anders als Apple Karten und Google Maps ist Sygic Car Navigation aber eine komplette Offline-Navigation, das heißt, das Kartenmaterial wird vollständig auf das iPhone heruntergeladen (bei Google Maps können Sie zumindest ausgewählte Kartenabschnitte herunterladen).

Google Maps in Carplay auf dem Discover Premium im VW Touareg
Vergrößern Google Maps in Carplay auf dem Discover Premium im VW Touareg

Sygic GPS Navigation and Sygic Car Navigation sind separate Navigations-Apps, für jede brauchen Sie eine eigene Lizenz. GPS Navigation soll die moderner Oberfläche besitzen und neue Funktionen als erstes erhalten. Car Navigation lässt sich dagegen teilweise auch mit dem Infotainmentsystem eines Fahrzeugs verbinden. Falls Sie aber ohnehin Carplay verwenden, spielt dieser Vorteil von Sygic Car Navigation keine Rolle.

So stellt sich Sygic die Integration seiner Navi-App in Carplay vor.
Vergrößern So stellt sich Sygic die Integration seiner Navi-App in Carplay vor.
© Sygic

Ein Video zeigt, wie die Navigations-App auf Carplay aussehen soll. Im Unterschied zu Apple Karten bietet die Sygic-App eine Offline-Navigation, die App lädt ihr Kartenmaterial also nicht ständig aus dem Internet nach und benötigt dementsprechend auch keine durchgehende Internetverbindung.

Damit beseitigt Apple eine der größten Schwachstellen von Carplay. Denn unter Carplay lässt sich nur Apple Karten zur Navigation verwenden. Apple Karten stellt zwar die genauen Verkehrslagedaten von TomTom zur Verfügung und auch das Kartenmaterial ist ziemlich exakt. Doch Apple Karten ist ausschließlich eine Online-Navigationslösung – ohne ständige Anbindung an die Apple-Server via Mobilfunk können Sie Apple Karten nicht nutzen. Und anders als bei Google Maps können Sie bei Apple Karten nicht vorher im WLAN das nötige Kartenmaterial auf das iPhone herunterladen. Gerade in Gegenden mit schlechter Mobilfunkabdeckung lässt sich Apple Karten also schlecht nutzen, weil die Navigation immer wieder mal abbrechen kann. Zudem kann es bei häufigem Einsatz vorkommen, dass durch das ständige Nachladen von Karten aus dem Internet das monatliche Datenvolumen Ihres Mobilfunkvertrags durch Apple Karten ausgeschöpft wird. Bei der Nutzung von Apple Karten außerhalb der EU fallen zudem hohe Roamingkosten an. Und schließlich sind einfach viele Nutzer Google Maps zur Navigation gewohnt und möchten diese App auch unter Carplay verwenden. Doch nicht nur Google Maps, sondern auch anderen Navigations-Apps wie zum Beispiel Here We Go oder Waze will Apple mit Carplay ab iOS 12 unterstützen.

7.2 Unterhaltung: Carplay rockt den Wagen

Carplay unterstützt diverse Musik-Streaming-Dienste, darunter Spotify, Beats Radio, iHeartRadio, Stitcher, Audible und TuneIn Radio, vor allem aber Apple Music und iTunes. Webradio konnten wir perfekt über die TuneIn-App von unserem iPhone hören. Und Hörbuch-Fans kommen dank Carplay ebenfalls auf ihre Kosten.

Bei der Music-App von Apple gab es Licht und Schatten. Grundsätzlich konnten wir mit dem Befehl „Hey Siri, Musik“ die App starten und sie spielte auch gleich Musik ab. Doch bis wir zu unserem gewünschten Lied durchgedrungen sind, kostete es mitunter einige Zeit. Die dadurch verursachte Ablenkung ist im morgendlichen dichten Verkehr auf dem Mittleren Ring von München nicht unbedingt ein Beitrag zur Steigerung der Verkehrssicherheit. So konnten wir zwar zu den Playlists wechseln, doch die definitiv vorhandene Playlist Best of erkannte Siri via Carplay nicht.

Hörbücher in Stitcher
Vergrößern Hörbücher in Stitcher

Das Erkennen einzelner Musiktitel klappte dagegen großenteils gut. Wir konnten Siri Musiktitel nennen, die Carplay dann auch sofort abspielte. Mitunter kam es aber vor, dass Siri zwar den Musiktitel erkannte, dann aber die gerade laufende Playlist verließ und den Musiktitel aus einer anderen Quelle abspielte - beispielsweise statt von den auf unserem iPhone 6 gespeicherten MP3s die Version von Apple Music. Die dann allerdings nicht die von uns gewünschte Variante war.

Ein Hörbuch in Stitcher
Vergrößern Ein Hörbuch in Stitcher

Außerdem konnten wir mit Hilfe von Siri Lieder jederzeit anhalten und auch zum nächsten Titel vorspulen. Wobei sich diese Funktionen über die großen Schaltflächen auf dem Touchscreen des Fahrzeugs schneller ansteuern lassen; dafür ist Siri nicht die beste Lösung.

Alles in allem war die Bedienung des Bereichs Musik über Siri langsamer und mit mehr Fehlern behaftet als über die gut umgesetzte Touchbedienung. Letztere fällt dank der großen Schaltflächen auf dem Touchscreen relativ leicht.

Falls Sie einen längeren USA-Aufenthalt planen: Carplaynutzer in den USA können jetzt auch Sirius XM Radio über Carplay hören, wie 9to5mac berichtet. Die iOS-App von Sirius XM Radio ist ab sofort Carplay-kompatibel. Der Satellitenradioanbieter Sirius XM Radio bietet Radioempfang ohne Werbeunterbrechungen, ist aber kostenpflichtig. In den USA ist Sirius XM Radio mit über 25 Millionen Nutzern eine ernstzunehmende Größe, hierzulande spielt dieses Angebot aber keine Rolle beziehungsweise ist nicht empfangbar.

Carplay unterstützt Google Play Music: Seit dem 21. Juli 2017 können Carplay-Nutzer auch Musik von Google Play Music hören. Dazu müssen Sie auf Ihrem iPhone die Google Play Music App installieren. Die App wird dann automatisch zu Carplay hinzugefügt und erscheint im Fahrzeug auf dem Homecreen von Carplay. Die genaue Position des Google-Play-Music-Icons können Sie nach Belieben auf dem Homescreen von Carplay positionieren.

Die App ist kostenlos, für die Nutzung von Google Play Music fällt aber eine monatliche Gebühr an: 9,99 Euro pro Monat für eine Einzellizenz oder 14,99 Euro pro Monat für die Familienmitgliedschaft an. 30 Tage lang können Sie das Musikstreaming-Angebot kostenlos testen. Die Preise sind also identisch mit denen von Apple Music; mit dem Unterschied, dass Sie Apple Music sogar drei Monate lang gratis ausprobieren können und es dafür auch noch eine Studentenmitgliedschaft gibt, die 4,99 Euro pro Monat kostet.

Der Screenshot zeigt Carplay auf unserem iPhone 6. Rechts unten ist das neue Google-Play-Music-Icon.
Vergrößern Der Screenshot zeigt Carplay auf unserem iPhone 6. Rechts unten ist das neue Google-Play-Music-Icon.

Die Carplay-Version von Google Play Music teilt sich in vier Bereiche: Home (mit den Empfehlungen, die unter anderem auf Ihren Hörgewohnheiten basieren), Recents (mit den zuletzt gehörten Titeln), Music Library (Ihre Playlists) und Stations (zur Suche nach neuen Titeln). Durch das Hinzufügen von Google Play Music steht dem Carplay-Nutzer nun neben Apple Music, Spotify, Pandora und iHeartRadio eine weitere Unterhaltungsquelle zur Verfügung.

7.3 Telefonie, SMS, iMessage, Whatsapp

Telefonate lassen sich problemlos mit Siri via Carplay annehmen und führen. Wenn Sie einen Anruf tätigen, können Sie wahlweise die Nummern in einem Rutsch aufsprechen oder einen Kontakt aus dem Telefonbuch des iPhones anrufen lassen oder aber die Nummer auch per Ziffernblock eintippen. Auch Facetime-Anrufe sind möglich, sofern zu einem Kontakt ein Facetime hinterlegt ist.

Geht ein Anruf ein, während Apple Music ein Lied abspielt, dann unterbricht Carplay die Musik für den eingehenden Anruf. Ebenso blendet Carplay eine laufende Navigation auf der Apple-Kartenapp für einen eingehenden Anruf aus; die Navigation läuft aber im Hintergrund weiter.

Ebenso unkompliziert konnten wir Kurznachrichten (SMS und iMessages sowie seit Ende Januar 2018 auch Whatsapp ) über Siri und Carplay diktieren und verschicken. Siri liest zudem eingegangene Kurznachrichten einwandfrei vor, die man direkt per Sprachbefehl beantworten kann. Dazu diktiert man den Text der SMS und verschickt sie dann. SMS kann man an Nummern oder Einträge aus dem Telefonbuch senden. Hat man eine Nachricht aufgesprochen, kann man sie sich zur Sicherheit nochmal vorlesen lassen und nachträglich nochmal korrigieren. Oder eben abschicken lassen. Tastatureingaben sind dafür nicht erforderlich, alles geht über Siri. Das Verschicken von SMS klappte im Test selbst bei lauten Fahrgeräuschen super.

Wenn man den Menüpunkt Nachrichten wählt, liest einem Siri nicht nur die Voicemails vor, also die Nachrichten auf der Mailbox des iPhones, sondern auch alle Nachrichten, die Apps auf dem iPhone geschickt haben. In unserem Beispiel gab es eine Nachricht von der Sternenatlas-App, die auf ein astronomisches Ereignis hinwies. Ebenso kann man sich Kurznachrichten vorlesen lassen.

Kurztest von Whatsapp im Ford Fiesta : Seit dem Ende Januar 2018 können Sie auch Whatsapp mit Carplay verwenden. Alle Details zum Start der Whatsapp-Integration in Carplay lesen Sie in dieser Meldung. Wir haben Whatsapp im Rahmen von Carplay in einem Subaru XV und in einem Ford Fiesta mit Sync 3 getestet. Dabei zeigte die Whatsapp-Integration in Carplay durchaus Schwächen.

Gut klappt das Aufsprechen und Verschicken von Whatsapp mit Hilfe von Siri sowohl im Subaru als auch im Ford. Siri liest den von uns aufgesprochenen Text noch einmal zur Überprüfung vor und danach können wir ihn abschicken.

Hier diktieren wir Siri gerade eine neue Whatsapp.
Vergrößern Hier diktieren wir Siri gerade eine neue Whatsapp.

Der Empfang von neuen Whatsapp-Nachrichten klappt aber nicht immer zuverlässig. Im Subaru XV wurden uns eintreffende Whatsapp zwar durchaus zeitnah angezeigt. Im Ford Fiesta (dort finden Sie Carplay unter App Link als Bestandteil von Ford Sync 3) dagegen sahen wir keinen Hinweis auf frisch auf dem iPhone eingetroffene Whatsapp. Insbesondere fehlte bei Ford eine farbliche Kennzeichnung auf dem Whatsapp-Icon von Carplay, dass eine neue Nachricht eingetroffen war. 

Das Whatsapp signalisiert uns im Ford Fiesta mit Sync 3 und App Link nie, ob und wie viele neue Whatsapp-Nachrichten eingetroffen sind. Erst wenn wir das Whatsapp-Icon antippen, sehen wir einen Hinweis auf neu eingetroffene Nachrichten.
Vergrößern Das Whatsapp signalisiert uns im Ford Fiesta mit Sync 3 und App Link nie, ob und wie viele neue Whatsapp-Nachrichten eingetroffen sind. Erst wenn wir das Whatsapp-Icon antippen, sehen wir einen Hinweis auf neu eingetroffene Nachrichten.

Erst wenn wir das Whatsapp-Icon antippen, sehen wir auf dem darauf folgenden Bildschirm einen Hinweis auf neu eingetroffene Nachrichten: Der "Ungelesen"-Button signalisiert uns das Vorliegen neuer Nachrichten.

Das "Ungelesen" signalisiert: Neue Whatsapp sind tatsächlich eingetroffen. Doch das grüne Whatsapp-Icon weist darauf nicht hin.
Vergrößern Das "Ungelesen" signalisiert: Neue Whatsapp sind tatsächlich eingetroffen. Doch das grüne Whatsapp-Icon weist darauf nicht hin.

Als wir Siri um das Vorlesen der neu eingetroffenen Nachrichten bitten, verabschiedet sich Siri mit dem Hinweis, dass ein Fehler mit Whatsapp vorliege. Die neuen Nachrichten liest uns Siri jedenfalls nicht vor. Dieser Fehler tritt aber nicht immer auf, mitunter liest uns Siri die eingetroffenen Nachrichten dann doch vor. Ob diese Probleme durch Ford Sync 3 App Link verursacht werden oder an der Whatsapp-Integration in Carplay liegen, können wir nicht sagen.

Schlecht: Whatsapp in Carplay zeigt zudem keine an die Whatsapp angehängten Bilder oder Videos an. Auch nicht im Stand bei abgestelltem Motor. Die bisherigen Whatsapp-Chat-Verläufe können wir in Carplay nicht einsehen. Wir sehen (wenn überhaupt) immer nur die Whatsapp-Nachrichten, die auf unserem iPhone eintreffen, während es mit Carplay verbunden ist.

Tipp: Sie können übrigens Whatsapp-Nachrichten über Carplay auch ohne Bluetooth-Koppelung verschicken, da Bluetooth nur für Telefonate benötigt wird. Die reine Datenverbindung läuft dagegen über das Lightning-Kabel (beziehungsweise bei Wireless Carplay über WLAN).

Nachrichten-Sperre: Das iPhone zeigt seit iOS 11 keine eingehenden Nachrichten an, wenn es unter anderem durch die Bluetooth-Koppelung erkannt hat, dass es sich in einem fahrenden Auto befindet. Damit soll die Ablenkungsgefahr für den Fahrer reduziert werden. Der iPhone-Besitzer kann diese Funktion aber abschalten.

iOS 11 sorgt dafür, dass das angeschlossene iPhone während der Fahrt keine Nachrichten anzeigt.
Vergrößern iOS 11 sorgt dafür, dass das angeschlossene iPhone während der Fahrt keine Nachrichten anzeigt.

7.4 Kein Office und keine Mail

Eine Office-Lösung fehlt, selbst ein Mailclient ist nicht vorhanden. Sie können also zwar Anrufe via Carplay starten und Kurznachrichten lesen und verschicken, aber keine Mails aufsprechen.

8. So starten Sie Carplay

In der Regel reicht es, wenn Sie das iPhone per Lightning-Kabel mit dem USB-Port des Infotainmentsystems verbinden. Das Infotainmentsystem erkennt das iPhone automatisch und startet dann Carplay. So ist das beispielsweise im VW Bus T6 und im Seat Ibiza Connect sowie im Audi A4, in der E-Klasse von Mercedes-Benz und im Skoda der Fall. Der Bildschirm des iPhones wird dagegen gesperrt.

Bei Fahrzeugen mit Wireless Carplay - bei Redaktionsschluss waren das nur BMWs - muss das iPhone einmal mit ConnectedDrive gekoppelt werden. Danach erkennt ConnectedDrive das iPhone immer, sobald es sich im Wagen befindet und WLAN und Bluetooth auf dem iPhone aktiviert sind. Carplay steht dann nach wenigen Sekunden automatisch zur Verfügung.

Lese-Tipp: Touchscreen im Auto: Vorteile und Nachteile

9. So nutzen Sie Carplay

9.1 Startbildschirm

Nach dem Start präsentiert sich der Homescreen von Carplay auf allen Fahrzeugen aller Hersteller mit dem gleichen Homescreen. Wenn man also Carplay einmal genutzt hat, findet man sich sofort wieder zurecht, auch wenn man das Fahrzeug gewechselt hat.

Der Homescreen besteht aus mindestens einer Bildschirmseite mit großen Icons für jede App. Wenn man zusätzlich zu den von Apple selbst stammenden Carplay-kompatiblen Apps auch einige Carplay-taugliche Apps von Drittanbietern auf dem iPhone installiert hat, wie Spotify, Stitcher oder TuneIn Radio, dann hat der Homescreen auch noch eine weitere Seite. Zwischen beiden Seiten man bei Fahrzeugen mit Touchscreen durch eine Fingerwischbewegung bequem wechseln. Bei (älteren) Fahrzeugen ohne Touchscreen (beispielsweise von Audi oder Mercedes-Benz) wechselt man die Seite mit dem Controller auf der Mittelkonsole.

So sieht der Home Screen von CarPlay im Seat Ibiza Connect aus, wenn auf dem iPhone 6 keine zusätzlichen CarPlay-Apps installiert sind. Es gibt dann nur eine Seite.
Vergrößern So sieht der Home Screen von CarPlay im Seat Ibiza Connect aus, wenn auf dem iPhone 6 keine zusätzlichen CarPlay-Apps installiert sind. Es gibt dann nur eine Seite.

Auf der ersten Seite des Homescreens finden sich immer die Icons für Telefonie, Musik vom iPhone/Apple Music, Karten-App und Nachrichten sowie die Hörbuch-App. Dazu kommt noch ein Icon, mit der man die aktuelle Musikquelle aufrufen kann. Die Automobil-Hersteller binden zudem ein eigenes Icon ein, das auf den Startbildschirm von Carplay zurückführt. Das ist zum Beispiel bei VW und Seat sowie Audi der Fall. Aber auch Dritt-Anbieter-Apps wie Audible und TuneIn legen hier ihre Icons ab.

Die erste Seite unseres Home Screens im T6.
Vergrößern Die erste Seite unseres Home Screens im T6.

9.2 Intuitive und übersichtliche Oberfläche

Der Carplay-Bildschirm ist aufgeräumt und erfreut das Auge des Betrachters mit großen übersichtlichen Schaltflächen und angenehmer Optik. Alle Schaltflächen sind ausreichend groß, lassen sich bei Fahrzeugen mit Touchscreen gut mit dem Finger treffen und der Touchscreen reagiert zügig. Über den Homebutton links unten kommt man immer und von jedem Bildschirm zurück zum Startbildschirm. Ein kurzer Druck auf den Homebutton bringt einen zum Startbildschirm zurück, ein langer Druck startet Siri.

Bedienung: Die Bedienung erfolgt über den Touchscreen (tippen und wischen) oder über Siri sowie bei einigen (älteren) Modellen von Audi oder Mercedes-Benz über die Controller auf der Mittelkonsole. Siri ist aber ganz klar das Mittel der Wahl. Siri startet auch automatisch beim Öffnen bestimmter Menüs wie Telefon (das Icon links oben) oder Nachrichten oder Karten. Doch mit einem langen Druck auf dem Homebutton links unten können Sie Siri auf dem Carplay-Bildschirm genauso wie auf dem iPhone unabhängig von bestimmten Apps starten.

Teilweise kann Carplay auch über die Lenkradtasten - recht gut gelöst im Audi A4 und in der Mercedes-Benz E-Klasse - und die Bedienelemente des Radios bedient werden.

Galerie: Alle Auto-Tests auf einen Blick

9.3 Siri: Carplay gehorcht aufs Wort (meistens)

Die Touchbedienung funktioniert zwar sehr gut, hat aber den Nachteil, dass man dafür den Blick vom Verkehrsgeschehen abwenden und auf den Bildschirm schauen muss. Wir haben deshalb bei unseren Testfahrten versucht, Carplay hauptsächlich über Siri zu bedienen.

Hey Siri: Siri startet - zumindest theoretisch - auf drei unterschiedliche Arten:

  1. durch den bereits erwähnten langen Druck auf die Home-Taste links unten im Carplay-Bildschirm des PKWs (bei Autos ohne Touchscreen durch einen langen Druck auf das Touchpad auf dem Controller).

  2. Oder durch den Weckruf „Hey Siri“.

  3. Oder durch einen langen Druck auf die Sprachsteuerungstaste auf dem Lenkrad des Autos.

Tipp: Falls Sie „Hey Siri“ nutzen wollen, aktivieren Sie diese Einstellung vor dem Losfahren in Ihrem iPhone unter "Einstellungen, Allgemein, Siri".

Der Weckruf "Hey Siri" klappte in unseren Tests im T6 und im Seat tadellos. Siri regelt sofort die Lautstärke des Radios herunter, sobald man die Sprachsteuerung aktiviert, zum Beispiel um eine SMS zu versenden. Hat man die Nachricht verschickt, wird das Radio wieder auf laut geschaltet. Top!

Siri bietet via Carplay grundsätzlich den gleichen Funktionsumfang wie auf dem iPhone: Mit Siri kann der Fahrer Anrufe entgegennehmen und starten, Sprachnachrichten während der Fahrt diktieren und abschicken und auch Lieder abspielen lassen. Letztere wahlweise von der Playlist des iPhones oder von verschiedenen Webradio-/Musik-Streaming-Anbietern.

Oder lassen Sie sich den Wetterbericht für eine beliebige Stadt vorlesen, den Geburtstag einer bekannten Persönlichkeit recherchieren, Ihre Termine für den nächsten Tag vorlesen (aus Ihrem Kalender), eingegangene Nachrichten vorlesen oder einen Anruf starten. Man kann Siri problemlos einen Kalendereintrag vornehmen lassen. Und natürlich können Sie mit Siri auch eine Navigation auf der Karten-App starten.

Schwankende Qualität der Spracherkennung: Die Leistungsfähigkeit von Siri - sprich: Erkennungsquote und Reaktionszeit - hängt maßgeblich von der Qualität der Mobilfunkverbindung ab. Dieser Aspekt spielt im Auto eine besonders große Rolle, weil die Qualität der Mobilfunkverbindung ständig schwankt. Jeder Tunnel zum Beispiel lässt Siri deutlich langsamer werden. Zudem steigt die Fehlerquote bei der Erkennung. Da Siri zudem direkt auf dem iPhone ausgeführt augenscheinlich leistungsfähiger ist als wenn Sie Siri über Carplay verwenden, kommt es vor, dass Navigationsziele oder Musiktitel via Carplay nicht oder zumindest weniger zuverlässig erkannt werden.

Damit Carplay Spaß und Sinn macht, ist zwingend eine gute Mobilfunkverbindung erforderlich. Mit Edge-Tempo geht nichts, sowohl Carplay als auch Android Auto und Mirrorlink benötigen mindestens UMTS-Bandbreite, damit die Sache rund läuft und sich die Sprachsteuerung gut bedienen lässt. So richtig rund funktionierte speziell Siri im Test aber nur mit einer LTE-Verbindung. Ist die Verbindung schlechter, reagiert Siri nicht nur langsamer, sondern versteht oft auch falsch.

Kurios: Die Verbindung zwischen Carplay und iPhone scheint Siri zusätzlich mehr Leistung abzufordern. So konnten wir problemlos einige Navigationsziele fehlerfrei direkt auf dem iPhone per Siri eingeben, während wenige Sekunden später die exakt gleichen Navigationsziele von Siri über Carplay nicht mehr richtig verstanden wurden.

Bei einer 3G-Verbindung mit drei Balken können wir Kontakte problemlos via Siri in Carplay anrufen. Ist die Verbindung etwas schlechter, versteht uns Siri nicht mehr, obwohl wir mit Siri direkt auf dem iPhone immer noch die Kontakte anrufen können.

Im Test scheiterte die Verwendung von Siri auf dem Land an einem wolkigen feuchten Abend, weil wir nur eine langsame Edge-Verbindung nutzen konnten. Am nächsten Tag herrschte strahlender Sonnenschein am exakt gleichen Standort: Wir konnten eine 3G-Verbindung nutzen. Prompt reichte die Mobilfunkverbindung nun für Siri aus, und wir konnten darüber eingegangene Kurznachrichten abrufen und beantworten sowie die Karten-App mit Navigationszielen füttern.

Jetzt wissen Sie alles über Carplay. Doch wie gut haben die Automobil-Hersteller Carplay tatsächlich in Ihre Fahrzeuge integriert? Wir haben unterschiedliche Modelle getestet. So gut funktioniert Carplay: Unsere Testkandidaten:

10. Weltpremiere: Erster Test von Wireless Carplay - im BMW 740i

Die Integration von iPhones in das Entertainment-Systems eines Autos funktioniert dank Apple Wireless CarPlay jetzt auch kabellos. Bisher gibt es die Technologie allerdings nur bei BMW. Mehr Infos zu Wireless CarPlay erhalten Sie in diesem Video.

BMW kam spät. Dafür dann aber gleich richtig gut: Die Integration von Carplay ist nicht nur sehr gut gelungen, sondern funktioniert vom Start weg auch kabellos. Damit sind die Bayern einsame Spitze. Denn BMW ist weltweit der erste und einzige Automobil-Hersteller, der kabelloses Carplay in seinen Fahrzeugen verbaut.

Splitscreen: LInks der Home Screen von Carplay, rechts die Abbiege-Hinweise der im Hintergrund laufenden Navigation des BMW.
Vergrößern Splitscreen: LInks der Home Screen von Carplay, rechts die Abbiege-Hinweise der im Hintergrund laufenden Navigation des BMW.

Wichtig: BMW bietet Wireless Carplay nach und nach in allen seinen Modellen an. Also keinesfalls nur im Top-Modell 7er oder im 5er, in denen wir Wireless Carplay getestet haben. Wenn Sie also jetzt ein neues BMW-Fahrzeug kaufen, dann fragen Sie den BMW-Händler nach Wireless Carplay. Der Aufpreis für die Sonderausstattung 6CP „Apple CarPlay Vorbereitung“ beträgt 300 Euro. Die Entscheidung muss beim Neukauf des Wagens getroffen werden, denn Wireless Carplay lässt sich nicht später nachrüsten!

Carplay auf dem großen Bildschirm im 7er BMW.
Vergrößern Carplay auf dem großen Bildschirm im 7er BMW.

Test von Wireless Carplay im BMW 740i

Ein BMW 740i war unsere Testbasis. Normalerweise erkennt das Carplay-kompatible Infotainmentsystem eines Fahrzeugs ein iPhone, wenn man das Lightningkabel in den USB-Anschluss des Wagens einsteckt. Die zahlreichen Beispiele dafür von Audi, Daimler, Seat, Skoda und Volkswagen finden Sie in diesem Testberichte weiter unten. Im BMW dagegen starten Sie Carplay, indem Sie das iPhone in den Einstellungen von ConnectedDrive einmal für Carplay anmelden.

Startbildschirm von BMW ConnectedDrive im 7er. Ganz links der Menü-Punkt Carplay.
Vergrößern Startbildschirm von BMW ConnectedDrive im 7er. Ganz links der Menü-Punkt Carplay.

Wireless Carplay benötigt Bluetooth und WLAN

Dafür müssen WLAN und (!) Bluetooth aktiviert sein. ConnectedDrive stellt via Bluetooth die Verbindung zum iPhone her und erledigt darüber das Setup, die WLAN-Verbindung wird aber zusätzlich benötigt, um die großen Datenmengen zwischen iPhone und BMW zu übertragen. Ist die Wireless-Carplay-Verbindung eingerichtet und schaltet man dann Bluetooth auf dem iPhone ab, so funktioniert Carplay weiterhin und spielt zum Beispiel Lieder vom iPhone ab. Unterbricht man dagegen die WLAN-Verbindung, so stoppt Carplay sofort. Ohne WLAN also kein Wireless Carplay. Aktiviert man WLAN dann wieder auf dem iPhone, so steht Carplay nach einigen Sekunden Wartezeit wieder zur Verfügung.

Startbildschirm von BMW ConnectedDrive im 7er. Ganz links der Menü-Punkt Carplay. Jetzt aber spielt Apple Music ein Lied und deshalb zeigt Media/Radio nun ein peppiges Cover.
Vergrößern Startbildschirm von BMW ConnectedDrive im 7er. Ganz links der Menü-Punkt Carplay. Jetzt aber spielt Apple Music ein Lied und deshalb zeigt Media/Radio nun ein peppiges Cover.

Bequemer geht es nicht

Sollten Bluetooth und/oder WLAN auf dem iPhone abgeschaltet sein, wenn Sie Carplay in ConnectedDrive starten, so fordert Sie das iPhone auf, beide Verbindungsarten zu aktivieren. Das Carplay-Menü finden Sie übrigens auf dem iPhone unter „Allgemein“.
Sobald das iPhone mit ConnectedDrive gekoppelt ist, steht es via Carplay zur Verfügung. Danach können Sie das iPhone zum Beispiel unter der Armlehne der Mittelkonsole ablegen oder noch besser ganz bequem einfach in der Jackentasche lassen. Eine Kabelverbindung ist ja nicht erforderlich, das oft umständliche Einstöpseln des Kabels entfällt.

Links im Splittscreen die laufende Navigation (dabei handelt es sich nicht um die Karten-App vom Carplay, sondern um die im BMW eingebaute Navigation von ConnectedDrive), rechts im Splittscreen die dazu gehörigen Abbiegehinweise. Carplay läuft im Hintergrund weiter.
Vergrößern Links im Splittscreen die laufende Navigation (dabei handelt es sich nicht um die Karten-App vom Carplay, sondern um die im BMW eingebaute Navigation von ConnectedDrive), rechts im Splittscreen die dazu gehörigen Abbiegehinweise. Carplay läuft im Hintergrund weiter.

Die fehlende Kabelverbindung von Wireless Carplay hat bei älteren iPhones vor iPhone 8/X aber auch einen Nachteil: Das iPhone wird während der Fahrt nicht aufgeladen. BMW verbaut zwar eine induktive Qi-Ladeschale unter der Mittelarmlehne, doch erst das iPhone 8 unterstützt das kabellose Aufladen das Akkus.

Wireless-Charging-Hülle, die BMW für 60,50 Euro verkauft
Vergrößern Wireless-Charging-Hülle, die BMW für 60,50 Euro verkauft

Wireless-Charging-Hülle für iPhone

Es gibt aber eine Notlösung für ältere iPhones: Sie stecken das iPhone in eine induktive Ladeschale (Wireless-Charging-Hülle), die zum Beispiel BMW hier für 60,50 Euro verkauft. Diese Wireless Charging Hülle ist kompatibel zu iPhone 5/5s, iPhone 6/6s und iPhone 6/6s Plus, nicht aber zum iPhone 7. Sie bekommen aber solche Lade-Hüllen auch für das iPhone 7 und zudem deutlich günstiger zum Beispiel auf Amazon.

Diese Hülle ist aber nicht sicherlich nicht jedermanns Sache ist, schließlich wertet sie die Optik des iPhones nicht gerade auf und macht das iPhone zudem größer und unhandlicher.

Links im Splittscreen ein Lied, das Apple Music gerade von unserem iPhone abspielt. Rechts im Splittscreen die Abbiegehinweise der parallel laufenden BMW-Navigation.
Vergrößern Links im Splittscreen ein Lied, das Apple Music gerade von unserem iPhone abspielt. Rechts im Splittscreen die Abbiegehinweise der parallel laufenden BMW-Navigation.

Im Test zeigte sich aber, dass der durchgehende Betrieb von Wireless Carplay den Akku ohnehin nicht sehr belastet. Zumindest so lange man auf die Navigation mit Apple Karten verzichtet. Als wir unsere Fahrt mit dem iPhone 6 begonnen haben, war dessen Akku zu 100 Prozent aufgeladen. Wir haben während der Fahrt durchgehend Wireless Carplay genutzt und nahezu ununterbrochen über Apple Music Lieder von unserem iPhone abgespielt. Nach 1 Stunde und 15 Minuten Fahrtzeit zeigte die Akku-Ladung noch 96 Prozent, die aber bereits wenige Sekunden nach unserer Ankunft und nachdem wir Carplay abgeschaltet hatten auf 95 Prozent umsprangen. Unser iPhone 6 hatte also nach 1.15 h Dauereinsatz von Wireless Carplay mit Apple Music nur knapp fünf Prozent Akku-Ladung eingebüßt.

An der Ladebuchse unter der Mittelarmlehne können Sie das iPhone aufladen.
Vergrößern An der Ladebuchse unter der Mittelarmlehne können Sie das iPhone aufladen.

Nichtsdestotrotz können Sie das iPhone natürlich auch weiterhin per Lightning-Kabel an eine Bordsteckdose im BMW anschließen, um es aufzuladen. Nur fließen durch das Lightningkabel eben nur Strom, aber keine Daten.

Apple Carplay steht als Menü-Punkt in den Einstellungen von ConnectedDrive zur Verfügung.
Vergrößern Apple Carplay steht als Menü-Punkt in den Einstellungen von ConnectedDrive zur Verfügung.

Optik und Bedienung

ConnecedDrive blendet für Carplay ganz links auf dem Startbildschirm im BMW einen eigenen, etwas versteckt wirkenden Menü-Punkt ein. Sofern Sie aber gerade ein Lied von Apple Music abspielen, zeigt das Icon Media/Radio-Icon ganz links das Cover des gespielten Albums an.

Apple Carplay steht als Menü-Punkt in den Telefonie-Einstellungen von ConnectedDrive zur Verfügung.
Vergrößern Apple Carplay steht als Menü-Punkt in den Telefonie-Einstellungen von ConnectedDrive zur Verfügung.

Über den Menü-Punkt „Media/Radio“ können Sie jederzeit zwischen Carplay und anderen Unterhaltungsmedien wie zum Beispiel Radio (FM und DAB+) oder Bluetooth-Streaming wechseln. Das klappte im Test reibungslos. Sie können also kurz mal die aktuellen Nachrichten via Radio empfangen und dann wieder zu Apple Music zurückkehren.

Kartenapp von Carplay
Vergrößern Kartenapp von Carplay

Nützlicher Splittscreen

Das Infotainmentsystem ConnectedDrive verfügt über eine Splitscreen-Darstellung. Falls Sie diese aktivieren, sehen Sie links Carplay – entweder den Startbildschirm mit den Icons oder eine konkrete App wie Telefon, Music, Nachrichten oder Karten – und rechts daneben eine Information aus dem übrigen ConnectedDrive: Zum Beispiel eine laufende Navigation (wenn es sich dabei nicht um die Apple Karten-App handelt, sondern um die im BMW eingebaute Navigation) oder das Radio des BMWs. Top: Diese Split-Screen-Darstellung bietet perfekten Überblick, etwas vergleichbares stellt derzeit kein anderer Automobil-Hersteller zur Verfügung. Sie können also zum Beispiel auf dem linken Bildschirmteil verfolgen, welches Lied gerade Apple Music abspielt. Oder einen Anruf über Carplay und Ihr iPhone tätigen. Oder mit Siri eine Nachricht aufsprechen und verschicken. Und sehen gleichzeitig auf dem rechten Bildschirmteil die nächste Abfahrt für Ihre im Hintergrund laufende Navigation.

Nachrichten in Carplay (ohne Whatsapp)
Vergrößern Nachrichten in Carplay (ohne Whatsapp)

Sprachansagen und Apple Music harmonieren gut

Die Sprachansagen der Navigation blendet ConnectedDrive immer ein und lässt dafür immer kurz Apple Music verstummen. Sobald die Navigationsansage abgeschlossen ist, spielt Apple Music sein Lied weiter ab.

Telefonie mit Carplay
Vergrößern Telefonie mit Carplay

Tipp: Es macht durchaus Sinn für die Navigation die im BMW verbaute Lösung zu verwenden und nicht Apple Karten von Carplay. Weil Letztere fortlaufend Kartendaten aus dem Internet bezieht, was zu Lasten Ihres Mobilfunkvertrags geht. Sollten Sie sich aber vor Ort besonders gut orientieren wollen, so können Sie jederzeit die Karten-App als Ergänzung zur BMW-Navigation starten.

Bedienung von Carplay im BMW

Sie können Carplay auf vier verschiedene Weisen bedienen: Per Touch-Eingabe, über den iDrive-Controller auf der Mittelkonsole, per Siri-Sprachbefehl und teilweise auch über die Lenkradtasten. Diese vier Bedienkonzepte arbeiten super und ergänzen sich sehr gut. Typischerweise bedient der Fahrer Carplay mit einer Kombination aus Fingerdruck, Fingerwisch und Sprachbefehl an Siri. Sie können zwischen den einzelnen Apps und den Untermenüs, Musiktiteln und Telefonbuchkontakten aber auch mit dem iDrive-Controller navigieren und auswählen. Mit den Lenkradtasten können Sie außerdem die Lautstärke einstellen und mit einem langen Druck auf die Sprachsteuerungstaste rechts im Lenkrad Siri starten (ein kurzer Druck startet die serienmäßige Sprachsteuerung im BMW).

Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass die neue Gestiksteuerung im BMW 7er auch für Carplay zur Verfügung steht. Allerdings ist diese Funktion noch nicht ganz so zuverlässig wie die die Bedienung per Lenkradtasten oder Drehknopf am Armaturenbrett.

Music spielt in Carplay unsere Lieder, während rechts im Splittscreen die nächsten Abbiege-Hinweise der BMW-Navigation zu lesen sind.
Vergrößern Music spielt in Carplay unsere Lieder, während rechts im Splittscreen die nächsten Abbiege-Hinweise der BMW-Navigation zu lesen sind.

Spitzen-Bildschirm

Der Bildschirm im BMW kann bei Carplay aus drei Gründen besonders überzeugen: BMW verbaute im Unterschied zu anderen Premium-Herstellern wie Audi oder Daimler von Anfang an einen Touchscreen. Das erleichtert die Bedienung von Carplay deutlich und macht dieses im BMW deutlich intuitiver als in älteren Fahrzeugen von Audi oder Mercedes. Zweitens reagiert der Touchscreen im BMW sehr schnell und zuverlässig auf Fingereingaben, wir mussten im Test keine einzige Eingabe wiederholen und tippten kein einziges Mal daneben. Und drittens ist der Touchscreen einfach riesig: 10,25 Zoll. Das erhöht die Treffsicherheit mit dem Finger und erleichtert die Ablesbarkeit.

Mit dem Finger kann man zum zweiten Bildschirm des Home Screens weiterwischen.
Vergrößern Mit dem Finger kann man zum zweiten Bildschirm des Home Screens weiterwischen.

ConnectedDrive und Carplay im Parallelbetrieb

Sehr gelungen ist der gleichzeitige Betrieb von ConnectedDrive und Carplay. So können Sie problemlos das eingebaute Radio spielen lassen und dazu die Karten-App von Carplay nutzen. Oder zwischen dem eingebauten Radio und Apple Music beziehungsweise Spotify von Carplay hin- und herspringen. Oder sich von der eingebauten BMW-Navigation lotsen lassen und dazu Apple Music spielen lassen. Alles kein Problem, wie wir im Test feststellen.

Head-Up-Display: Musik-Titelwahl in Apple Music in Carplay.
Vergrößern Head-Up-Display: Musik-Titelwahl in Apple Music in Carplay.

Headup-Display und Carplay

Extra-Plus: Sogar in seinem Head-Up-Display (HUD) unterstützt der BMW Carplay. So können Sie sich mit dem Rändelrad rechts im Lenkrad im HUD den aktuellen Musiktitel von Apple Music anzeigen lassen und mit einer Drehbewegung im Rändelrad zum nächsten Titel oder zum vorangegangen wechseln. Das haben wir so noch in keinem anderen Fahrzeug gesehen – top bequem und sicher, weil sie dabei nach vorne blicken können und nicht nach unten auf den Touchscreen Ihren Blick abwenden müssen. Sie können zudem auch bei laufendem Carplay sich schnell mal den Radiosender von ConnectedDrive im Head-Up-Display anzeigen lassen und mit dem Rändelrad rechts im Lenkrad ändern. Während Carplay im Hintergrund weiterläuft und Apple Music sich jederzeit wieder starten lässt.

Head-Up-Display: Radiosenderwahl in BMW ConnectedDrive, während weiterhin Carplay läuft.
Vergrößern Head-Up-Display: Radiosenderwahl in BMW ConnectedDrive, während weiterhin Carplay läuft.

Fazit: Wireless Carplay im BMW 7er überzeugt

Wireless Carplay im BMW 740i ist eine beeindruckend runde Lösung. Kein Kabelgefummel nach dem Einsteigen, sondern einfach losfahren und Apple Music genießen. BMW hat nicht nur als weltweit erster Automobil-Hersteller Wireless Carplay in einen großen Teil seiner Fahrzeuge integriert, sondern das vom Start weg auch gleich richtig benutzerfreundlich hinbekommen. Das Zusammenspiel von einem großen, gut ablesbaren und reaktionsschnellen Touchscreen mit Extras wie Splitscreen und einer pfiffigen Integration in das Head-Up-Display mit Bedienung per Lenkradtaste macht Carplay im BMW zur besten bisher getesteten Carplay-Lösung.

Der große Bildschirm in der E-Klasse erleichtert die Bedienung von Carplay ohne Touchscreen. Für Carplay ist nur der rechte der beiden Bildschirme zuständig.
Vergrößern Der große Bildschirm in der E-Klasse erleichtert die Bedienung von Carplay ohne Touchscreen. Für Carplay ist nur der rechte der beiden Bildschirme zuständig.

11. Carplay im VW Golf VII

Volkswagen bietet auch im Golf VII unter dem bekannten Menü-Punkt App-Connect wie gehabt Apple Carplay, Android Auto und Mirrorlink an. Am Bedienkonzept hat sich nichts geändert: Sie bedienen Carplay wie gehabt vor allem über den Touchscreen und zusätzlich mit Hilfe von Siri. Siri ist standardmäßig bei der Eingabe von iMessage und zum Starten von Telefonanrufen das Mittel der Wahl.

Das per Lightningkabel und Bluetooth mit dem Discover Pro verbundene iPhone.
Vergrößern Das per Lightningkabel und Bluetooth mit dem Discover Pro verbundene iPhone.

Sobald die Navigation von Carplay mit Apple Karten läuft, wird die Navigation des Discover Pro abgebrochen.

Apple Music unter Carplay.
Vergrößern Apple Music unter Carplay.

Gut: Links im Carplay-Dock finden Sie die zuletzt geöffneten Apps. Neben Touchscreen und Sprachsteuerung funktionieren auch einige Lenkradtasten im Golf mit Carplay. So startet ein langer Druck auf die Sprachtaste rechts im Lenkrad Siri, ein kurzer dagegen die VW-Sprachsteuerung.

Carplay auf dem 9,2 Zoll großen Touchscreen des Discover Pro.
Vergrößern Carplay auf dem 9,2 Zoll großen Touchscreen des Discover Pro.

Fazit: Dank des reaktionsschnellen 9,2-Zoll-Touchscreens lässt sich Carplay im VW Golf zuverlässig bedienen.

VW Golf Update: 9,2 Zoll Display, Active Info Display, Gesten, Stau-Assistent

12. Carplay im Porsche Panamera 4: 12,3-Zoll-Touchscreen

Für den neuen Panamera hat Porsche das Infotainmentsystem Porsche Communication Management komplett überarbeitet. Es basiert jetzt auf dem Modularen Infotainment-Baukasten II der Volkswagengruppe (MIB II) und trägt den Namen "Porsche Advanced Cockpit". Herzstück ist der 12,3 Zoll große Touchscreen in der Mitte des Armaturenbretts. Er reagiert schnell auf Fingereingaben und erleichtert durch seine Größe das Treffen der Icons. Das ist die perfekte Basis für Carplay.

Carplay im Porsche Panamera 4: Home Screen von Carplay und rechts der Navigationsausschnitt.
Vergrößern Carplay im Porsche Panamera 4: Home Screen von Carplay und rechts der Navigationsausschnitt.

Genauso wie BMW bietet Porsche für Carplay einen zweigeteilten Bildschirm an. Links und in der Mitte befindet sich das Carplay-Menü. Und im rechten Drittel können Sie sich zum Beispiel die Navigationskarte der Porsche-eigenen Navigation zusätzlich anzeigen lassen, denn Sie können zeitgleich mit Carplay auch die Porsche-Navigation anstelle der Karten-App von Carplay nutzen. Damit schonen Sie das Datenvolumen Ihres Mobilfunkvertrags.

Unser Video stellt das PCM im Panamera und Carplay detailliert vor:

Wir präsentieren heute geballten Luxus auf vier Rädern in Form des Porsche Panamera 4S Diesel im Wert von satten 152.000 Euro. Uns interessiert in diesem Test allerdings weder der sportliche Achtzylinder-Motor mit seinen üppigen 422 PS, noch der aktiv geregelte Allradantrieb. Denn wir heißen ja schließlich nicht Auto-WELT, sondern PC-WELT ;-) Daher konzentrieren wir uns ganz auf das Infotainment-System - und gehen der Frage nach, welchen praktischen Nutzen das riesige Touchscreen-Display in der Mitte, das kleine Zusatz-Display im Blickfeld des Fahrers und der dritte Touchscreen im hinteren Fahrgastraum haben.

Die Bedienung von Carplay im Panamera erfolgt genauso wie im Cayman 718 oder wie im BMW 740i: Große Icons machen die Bedienung des Touchscreens treffsicher, der Bildschirm reagiert rasch und zuverlässig, und Sie können zudem Siri nutzen. Siri starten Sie wie gehabt mit einem langen Druck auf die Sprachsteuerungstaste links hinterm Lenkrad (ein kurzer Druck startet dagegen die Porsche-Sprachsteuerung). Die Lautstärke von Apple Music steuern Sie mit den Lautstärketasten links im Lenkrad und mit dem Regler auf der Mittelkonsole.
 
Carplay steht nur auf dem zentralen Bildschirm vorn zur Verfügung, nicht aber auf dem zusätzlich im Fond verbauten Display. Wenn zudem vorn Carplay aktiviert wird, dann kann man auf dem Display für die Rücksitze keinen Radiosender mehr einstellen.

Fazit: Carplay im Porsche Panamera 4 gefällt auf Anhieb und lässt sich gut bedienen. Einziges Manko: Wir vermissen Wireless Carplay.

Carplay im Porsche Panamera 4: Links die Suche in der Karten-App, rechts die parallel laufende Navigation.
Vergrößern Carplay im Porsche Panamera 4: Links die Suche in der Karten-App, rechts die parallel laufende Navigation.

13. Carplay im Porsche 718 Cayman

Das Porsche Communication Management (PCM) integriert Carplay auch im Cayman ohne Controller auf der Mittelkonsole, sondern mit Touchscreen. Das ist aber keineswegs ein Nachteil, weil sich Carplay per Touch ohnehin besser bedienen lässt als per Controller.

Der Porsche 718 Cayman bietet ein umfangreiches Infotainment- und Navigationssystem namens Porsche Communication Management (PCM). Das besteht unter anderem aus 2 Displays, einem Haupt-Screen in der Mittelkonsole und einem pfiffigen Zusatz-Display im Armaturenbrett. Neben Google Earth, einer Sprachsteuerung und Porsche-eigenen Apps bietet PCM auch Apples Schnittstelle Carplay, um das iPhone in das Infotainmentsystem zu integrieren. Wir haben das PCM im Porsche 718 Cayman in diesem Video getestet.

Der Touchscreen fällt im Cayman allerdings relativ klein aus, nur sieben Zoll misst die Bildschirmdiagonale. Das ist für ein Premium-Fahrzeug unter dem Durchschnitt und entspricht zum Beispiel der Touchscreengröße im deutlich günstigeren Mazda 3.

Home Screen von Carplay
Vergrößern Home Screen von Carplay

Je kleiner der Bildschirm ist, desto schwerer tut sich der Fahrer natürlich damit die richtigen Icons zu treffen.

Telefonie
Vergrößern Telefonie

Porsche kompensiert das ein klein wenig dadurch, dass sich der Touchscreen relativ nahe vorm Fahrer befindet. Ein Cayman ist eben nicht ganz so geräumig wie ein BMW 740i oder eine E-Klasse. Trotzdem wäre ein 10-Zoll-Touchscreen wie im BMW 740i deutlich besser geeignet.

Home Screen von Carplay
Vergrößern Home Screen von Carplay

Fairerweise muss man aber anmerken, dass Porsche bereits eine neuere Variante des PCM mit einem größeren Bildschirm, der 12,3 Zoll groß ist, im neuen Panamera ausliefert (siehe oben). Diese Bildschirmgröße entspricht der in der E-Klasse von Mercedes-Benz. Das ist dann für Carplay perfekt.

Apple Music
Vergrößern Apple Music

Von dem etwas klein geratenen Touchscreen abgesehen, gibt es an Carplay im 718 Cayman nichts zu kritisieren. Der Bildschirm reagiert schnell und zuverlässig auf Fingereingaben, Siri arbeitet wie gewohnt und die Lenkradtasten sowie die Tasten unterhalb des Touchscreens stehen teilweise ebenfalls zur Verfügung. So startet der Fahrer bei eingeschalteter Zündung mit einem langen Druck auf die Sprachsteuerungstaste Siri (mit einem kurzen dagegen die Sprachsteuerung von Porsche). Auch die Lautstärke-Tasten im Lenkrad und unterhalb des Bildschirms funktionieren unter Carplay.

Apple Music spielt gerade.
Vergrößern Apple Music spielt gerade.

Die Verbindung zwischen iPhone und PCM erfolgt über das Lightningkabel, Wireless Carplay bietet der Porsche im Unterschied zum BMW nicht. Die USB-Buchse in der Mittel-Konsole ist etwas schlecht erreichbar, weil Porsche sie nur knapp über dem Boden der Ablage verbaut. Dadurch ist das Einstecken des Lightning-Kabels etwas fummelig.

Die USB-Buchse ist unter der Mittelarmlehne etwas zu tief positioniert.
Vergrößern Die USB-Buchse ist unter der Mittelarmlehne etwas zu tief positioniert.

Fazit

Alles in allem gefällt uns Carplay im Porsche 718 Cayman gut, nur der Touchscreen ist zu klein.

14. Carplay in der Mercedes-Benz E-Klasse ohne Touchscreen und mit Controller

Daimler verbaut in der seit April 2016 verkauften E-Klasse ebenfalls Carplay. Sie schließen in der E-Klasse ein iPhone an den USB Port 0 vorne in der Mittelkonsole an. Kabelloses Carplay funktioniert dagegen nicht.

Dieses ausführliche Video stellt das Infotainmentsystem der aktuellen Mercedes-Benz E-Klasse vor. Inklusive Carplay:

Mercedes verbaut in seiner neuen E-Klasse auf Wunsch ein Highend-Infotainmentsystem der Extraklasse. Highlight sind die zwei riesigen 12,3-Zoll-Displays auf denen Bordinstrumente wie der Tacho und das Infotainmentsystem angezeigt werden. Außerdem unterstützt das System sowohl Apple Carplay, als auch Android Auto, um das Smartphone mit dem Auto zu verbinden. Trotzdem gibt's auch einige Kritikpunkte. Wir haben das System genauer unter die Lupe genommen.

Lese-Tipp: Mercedes-E-Klasse-Test - Riesen-Display und clevere Touchcontrols

Apple Carplay profitiert in der E-Klasse vom beeindruckenden 12,3 Zoll/31,2 cm großen Bildschirm ganz besonders. Denn aufgrund der enormen Bildschirmgröße findet man leichter den gerade aktiven Menü-Punkt. In der E-Klasse fehlt nämlich genauso wie im Audi A4 der große Touchscreen, man muss also bei Carplay in der E-Klasse den gewünschten Menü-Punkt mit dem Comand Controller auf der Mittelkonsole auswählen: Durch Drehen und Drücken. Ein einfaches Tippen auf das Bildschirm-icon geht in der E-Klasse mangels Touchscreen nicht.

Das angeschlossene iPhone in der E-Klasse
Vergrößern Das angeschlossene iPhone in der E-Klasse

Damit steigt etwas die Ablenkungsgefahr, weil der Fahrer auf dem Bildschirm erst schauen muss, wo der Cursor aktuell steht, um dann mit dem Comand Controller das gewünschte Icon auswählen zu können. Allerdings steht immerhin auch Siri zur Verfügung, was die Bedienung von Carplay deutlich erleichtert.

Carplay: Über das an USB Port 0 angeschlossene iPhone
Vergrößern Carplay: Über das an USB Port 0 angeschlossene iPhone

Von dem Problem des fehlenden Touchscreens einmal abgesehen ist Daimler die Integration von Carplay aber gut gelungen. Besonders hervorzuheben ist die weitgehende Integration der Bedienelemente am Lenkrad, die einigermaßen schlüssig ist und sich damit wohltuend von dem Chaos einiger anderer Automobilhersteller unterscheidet.

Stitcher über Carplay
Vergrößern Stitcher über Carplay

Bei Carplay funktionieren nur die Telefontasten rechts vom Lenkrad nicht. Die „Zurück zum Hauptmenü“-Taste rechts bringt einen zur Carplay Home-Seite. Siri kann man durch langen Druck auf die rechte Lenkradtaste für die Sprachsteuerung starten.

Apple Music via Carplay in der E-Klasse.
Vergrößern Apple Music via Carplay in der E-Klasse.

Von den linken Lenkradtasten funktionieren „lauter“ und „leiser“ sowie „lautlos“. Die beiden pfiffigen Touchcontrols sind dagegen ohne Funktion bei Carplay. Der Lautstärkeregler auf der Mittelkonsole funktioniert bei Carplay ebenfalls so wie er soll.
Fazit : Alles in allem konnten wir Carplay in der E-Klasse solide bedienen, doch der Touchscreen fehlt nun einmal.

Der Menü-Punkt Carplay im Auswahlmenü des VW T6
Vergrößern Der Menü-Punkt Carplay im Auswahlmenü des VW T6

15. Test: Carplay im VW Bus T6 mit Discover Media Plus

Volkswagen bietet mit App-Connect eine aufpreispflichtige Sammel-Schnittstelle an, über die man Apple Carplay, Android Auto und Mirrorlink in das Infotainmentsystem Discover Media Plus des VW Busses T6 integrieren kann. Das Discover Media Plus ist das leistungsfähigste Infotainmentsystem, das Volkswagen im VW Bus der aktuellen Generation T6 in der Ausstattungsvariante Mutlivan Highline anbietet. Wir stellen Ihnen das Discover Media Plus ausführlich in einem separaten Artikel vor:

Hauptartikel : Test des Infotainmentsystems Discover Media Plus im VW Bus T6

Apple Carplay kann im T6 einen 6,3 Zoll großen Bildschirm nutzen. Wie schon bei anderen Fahrzeugen der Volkswagengruppe erkennt das Infotainmentsystem automatisch, wenn man ein iPhone per Lightning-Kabel mit dem USB-Port des Fahrzeugs verbindet. Der T6 startet dann sofort den Menü-Punkt App-Connect im Menü des Infotainmentsystems Discover Media Plus und danach Carplay.

Das ist nicht die Karten-App, sondern das Navi des T6: Die Standard-Navigation des Discover Media lässt sich ebenfalls jederzeit parallel zu Carplay nutzen. Im kleinen Zusatzfenster links sieht man, dass im Hintergrund Carplay läuft.
Vergrößern Das ist nicht die Karten-App, sondern das Navi des T6: Die Standard-Navigation des Discover Media lässt sich ebenfalls jederzeit parallel zu Carplay nutzen. Im kleinen Zusatzfenster links sieht man, dass im Hintergrund Carplay läuft.

VW-Lenkradtasten und Carplay

Die Lenkradtasten des VW Busses stehen teilweise zur Bedienung von Carplay zur Verfügung. Mit den Lauter- und Leiser-Tasten kann man die Lautstärke in Carplay bequem regulieren. Die Lenkradtasten für Lied vor- und zurückspulen funktionieren ebenfalls mit Carplay einwandfrei.

Die Telefontaste am Lenkrad ist dagegen ohne Funktion bei laufendem Carplay. Sie startet also auch nicht die eingebaute Freisprecheinrichtung des Discover Media Plus. Die ebenfalls vorhandene Lenkradtaste für die Sprachsteuerung startet bei einem kurzen Druck die Sprachsteuerung des VW und bei einem langen Druck Siri. Sie können Siri im T6 also nicht nur durch den vom iPhone gewohnten langen Druck auf die Home-Taste links unten auf dem Touchscreen des Discover Media Plus oder durch den Weckruf „Hey Siri“ starten, sondern auch mit der entsprechenden Lenkradtaste.

Fazit zu Carplay im VW Bus T6

Von den drei im VW Bus T6 Multivan integrierten Smartphone-Schnittstellen ist Carplay mit Abstand die gelungenste. Sie lässt sich vergleichsweise unkompliziert und zuverlässig bedienen und bietet dem iPhone-Besitzer das gewohnte Look&Feel seines Smartphones auch im Auto. Dank Siri und der großen, treffsicheren Icons lenkt Carplay nur wenig vom Autofahren ab, insbesondere bei Telefonie und Kurznachrichten. Das einzige kleine Handicap im VW Bus ist der zu tief eingebaute USB-Port, der das Einstecken des Lightning-Kabels zu einem mühsamen Gefummel macht. Hier würde Wireless Carplay eine spürbare Erleichterung bringen.

iPhone-Besitzern, die sich einen VW Bus T6 kaufen, ist das Ausstattungs-Paket App-Connect mit Carplay ganz klar zu empfehlen.

Wenn man das iPhone, in unserem Fall ein iPhone 6, per Lightningkabel mit dem Infotainmentsystem verbindet, startet automatisch das Carplay-Menü auf dem Bildschirm des Seats. Der Schriftzug Carplay ersetzt dann den Menü-Punkt Full Link auf dem Startbildschirm des Seats. Unter Full Link umfasst Seat neben Carplay auch Mirrorlink und Android Auto für Android-Smartphones.

Die Navigation auf der Karten-App von Apple verzichtet auf optische Leckerbissen, routet aber exakt und vor allem unter Berücksichtigung der Echtzeitverkehrsinformationen von TomTom. Die App prognostiziert die Ankunftszeit sehr genau.
Vergrößern Die Navigation auf der Karten-App von Apple verzichtet auf optische Leckerbissen, routet aber exakt und vor allem unter Berücksichtigung der Echtzeitverkehrsinformationen von TomTom. Die App prognostiziert die Ankunftszeit sehr genau.

Eine bestehende Bluetooth-Verbindung zwischen Smartphone und Seat-System wird automatisch beendet, sobald man die USB-Verbindung herstellt. Sie können danach also nicht mehr über ein via Bluetooth gekoppeltes Smartphone telefonieren oder dessen Musik via Audiostreaming abspielen. Die Telefonie erfolgt nun exklusiv über das iPhone. Eine eingelegte CD kann man aber problemlos abspielen, während Carplay läuft. Das eingebaute Radio läut ebenfalls weiter, während man Carplay nutzt, ebenso die eingebaute Navigation. Nicht jedoch der Bereich Medien und auch nicht die Freisprechanlage des Seats - hier muss man exklusiv Carplay nutzen.

Im Seat Ibiza starten Sie Siri auch mit der Lenkradtaste, mit der Sie normalerweise die im Seat eingebaute Sprachsteuerung aktivieren. Je nachdem, ob Sie die Lenkradtaste für die Sprachsteuerung kurz oder lang drücken, startet entweder die Sprachsteuerung des Seats oder Siri. Die Seat-Lenkradtaste zum Starten eines Telefonats funktioniert dagegen genauso wenig wie im VW Bus.

Übrigens: Mit dem iPhone funktioniert die von Android bekannte Seat Connect-App noch nicht (Stand Dezember 2015), weil Apple diese noch nicht fertig zertifiziert hat.

Den vollständigen Test des Infotainmentsystems Seat Ibiza Connect mit Full Link für Carplay und Android Auto sowie Mirrorlink lesen Sie in einem separaten Artikel.

Fazit zu Carplay im Seat

Genauso wie im VW Bus überzeugt uns Carplay mehr als Android Auto und gefällt uns deutlich besser als Mirrorlink. iPhone-Besitzer sollten beim Kauf eines PKWs von Seat unbedingt Full Link mit Carplay wählen.

17. Carplay und kabelloses Aufladen im BMW 525d

iPhone 8 und X machen es möglich: Endlich können Sie Ihr iPhone im BMW kabellos aufladen. Besonders spannend wird diese Möglichkeit im Zusammenspiel mit Wireless Carplay, wie es BMW in seinen Fahrzeugen anbietet.

Sie legen Ihr iPhone 8 oder X (mit eingeschaltetem Bluetooth und WLAN) also nach dem Einsteigen einfach in die Qi-Lademulde unterhalb des Armaturenbretts und fahren los. Nach wenigen Sekunden hat sich das BMW-Infotainmentsystem ConnectedDrive mit Ihrem iPhone 8 oder X verbunden und Sie können den iPhone-Akku aufladen, während Sie Carplay nutzen.

Im BMW 525d können Sie Wireless Carplay nutzen und dabei Ihr iPhone 8 oder iPhone X kabellos nach dem Qi-Standard aufladen.
Vergrößern Im BMW 525d können Sie Wireless Carplay nutzen und dabei Ihr iPhone 8 oder iPhone X kabellos nach dem Qi-Standard aufladen.

Unser Test zeigt: Nach knapp zwei Stunden Ladezeit stieg der Akkustand unseres iPhone 8 von 19 auf 91 Prozent.

Bei Carplay selbst hat sich nichts geändert, es funktioniert im 525d genauso wie vor rund einem Jahr beim Carplay-Test im 7er. Gut gefällt uns zum Beispiel, dass sich Carplay das letzte Lied merkt, das das iPhones beim Ausschalten des Wagens abspielte. Wenn Sie den Wagen wieder starten, spielt Carplay das beendete Lied exakt an der Stelle weiter, wo es zuvor aufgehört hatte.

Die Navigation der BMW-Navigation unterbricht das Abspielen von Apple Music bei Carplay, wenn eine neue, schnellere Route vorliegt und ConnectedDrive darüber den Fahrer informiert. Nimmt der Fahrer die neue Route an, dann startet nach einigen Sekunden Carplay wieder mit dem Abspielen der unterbrochenen Musik.

Man kann vom Carplay aus problemlos einen Anruf über Siri an einen im Adressbuch des Smartphones hinterlegt Kontakt beginnen. Diese Telefonate gehen dann über Carplay und nicht über die Telefonie-Funktion von ConnectedDrive.

Auf unserem Foto sehen Sie den Display-Schlüssel von BMW in der Qi-Lademulde. Anstelle des Schlüssels können Sie auch ein Qi-kompatibles Smartphone aufladen, beispielsweise das iPhone 8.
Vergrößern Auf unserem Foto sehen Sie den Display-Schlüssel von BMW in der Qi-Lademulde. Anstelle des Schlüssels können Sie auch ein Qi-kompatibles Smartphone aufladen, beispielsweise das iPhone 8.

Manchmal hakt es aber auch etwas: So scrollt auf dem Hauptbildschirm die Liederliste von Apple Music nicht weiter, wenn man unteren Ende des sichtbaren Teils der angezeigten Liederliste angelangt ist und mit der Lenkradtaste nun das nächste Lied startet. Man sieht dann also auf dem Control Display nicht, wie das jetzt ausgewählte neue Lied heißt. Erst wenn der Fahrer von Hand die Liederliste auf dem Control Display weiterscrollt, sieht er den Namen des nächsten Songtitels.

18. Carplay ohne Touch in Premium-Fahrzeugen: Das Beispiel Audi A4

Der Verzicht auf einen großen Touchscreen hat gravierende Auswirkungen auf die Bedienbarkeit von Carplay, wie wir am Beispiel des Audi A4 zeigen.

Das Infotainment-System im neuen Audi A4 lässt kaum Wünsche offen: Zwei riesige Displays für Navigation und Infotainment, Unterstützung für Carplay und Android Auto und als besonderes Schmankerl Navigation mit Google Earth - und das sogar bei voller Fahrt. Wir haben das Infotainment-System im Audi A4 V6 getestet.

Tipp: Denn vollständigen Test des Infotainmentsystems im aktuellen Audi A4 finden Sie hier : Audi A4 mit Connect, MMI, Carplay, Android Auto und App im Test

Audi hat lange Zeit kein Carplay angeboten. Doch mit dem neuen Q7 und mit dem neuen A4 (beide 2015 auf den Markt gekommen) änderte sich das. Wir haben Carplay im neuen Audi A4 (Modelljahr 2016) getestet.

Audi Smartphone Interface

Genauso wie Volkswagen mit App-Connect, Skoda mit Smartlink und Seat mit Full Link besitzt auch Audi ein spezielles Ausstattungspaket, in dem die Smartphone-Schnittstellen zusammengefasst sind. Die Ingolstädter nennen es Audi Smartphone Interface und verlangen 400 Euro Aufpreis dafür. Im Unterschied zur Konzernmutter und den beiden Konzernschwestern fasst Audi unter dem Smartphone Interface aber nur Carplay und Android Auto zusammen, verzichtet aber aus den bekannten Gründen wie fehlender Bedienkomfort und schlechte Funktionalität auf Mirrorlink.

Carplay auf dem 8,3 Zoll großen Bildschirm im Audi A4
Vergrößern Carplay auf dem 8,3 Zoll großen Bildschirm im Audi A4

Das iPhone (ab Generation 5 und iOS 7.1.2) wird im A4 wie gehabt via Lightning-Kabel mit dem USB-Port des Audi-MMI-Infotainmentsystems verbunden. Wireless Carplay gibt es im Audi A4 also nicht.

Kontaktaufnahme
Vergrößern Kontaktaufnahme

Bedienung ohne Touch ist gewöhnungsbedürftig

Der Home Screen von Carplay, die Icons und die Menüs von Carplay sehen zwangsläufig auf dem Infotainment-Display des Audi MMI (Multi Media Interface) genauso aus wie in den Fahrzeugen anderer Automobil-Marken. Trotzdem gibt es einen wesentlichen Unterschied zu Carplay im Volkswagen, Seat oder Skoda: Sie können Carplay nicht per Touchscreen bedienen. Weil der 8,3 Zoll große Hauptbildschirm des MMI keinen Touchscreen besitzt. Stattdessen bedienen Sie Carplay im Audi genauso wie auch das gesamte übrige Infotainmentsystem im Audi über den auf der Mittelkonsole verbauten MMI-Controller, den Audi auch als Infotainment-Bedieneinheit bezeichnet.

Touchscreen im Auto - Pro und Contra

Das zwingt den Benutzer zum Umdenken. Denn sowohl Carplay als auch Android Auto sind typischerweise für die Bedienung per Fingerdruck und Fingerwischen ausgelegt (wenn man von der Sprachsteuerung einmal absieht). Im Audi drehen Sie dagegen am MMI-Controller, bis Sie die gewünschte Schaltfläche markiert haben und drücken dann auf das Touchpad auf dem MMI-Controller um eine Auswahl zu treffen.

Grundsätzlich konnten wir Carplay im Audi A4 durchaus auch mit dem MMI-Controller bedienen, doch so gut wie mit dem Touchscreen klappte das nicht. Vor allem aus einem Grund: Man muss immer genau auf den Bildschirm schauen, um zu sehen, wo sich gerade der „Cursor“ befindet, sprich: Welche Schaltfläche gerade durch den Controller aktiviert ist. Bei einem Touchscreen entfällt dieser Suche. Damit ist Carplay im Audi aber automatisch weniger intuitiv und vor allem muss man während der Fahrt länger auf den Bildschirm schauen – schlecht und gefährlich.

Carplay auf dem Startbildschirm des MMI
Vergrößern Carplay auf dem Startbildschirm des MMI

Somit sollte im Audi ganz besonders Siri zur Bedienung von Carplay verwendet werden.

Carplay auf dem 8,3 Zoll großen Bildschirm im Audi A4. Am unteren Bildschirmrand der Controller mit dem Touchpad.
Vergrößern Carplay auf dem 8,3 Zoll großen Bildschirm im Audi A4. Am unteren Bildschirmrand der Controller mit dem Touchpad.

Um Siri zu starten, drücken Sie also wie gehabt länger auf den Home Button, der sich im Audi aber nicht etwa links auf dem Carplay-Bildschirm befindet, sondern durch einen längeren Druck auf die Touch-Fläche des MMI-Controllers realisiert ist. Oder Sie sagen Hey Siri, sofern diese Funktion auf dem Smartphone freigeschaltet ist. Gut: Sie können Siri auch durch einen langen Druck auf die Lenkradtaste für die Sprachsteuerung starten (ein kurzer Druck startet übrigens die Audi-eigene Sprachsteuerung).

Empfohlene Radiosender
Vergrößern Empfohlene Radiosender

Von dieser grundsätzlich anderen Bedienbarkeit von Carplay einmal abgesehen funktioniert Carplay im Audi genauso wie in den anderen von uns getesteten Fahrzeugen: Es ist gut bedienbar, übersichtlich und zuverlässig sowie optisch ansprechend. Auch die App-Ausstattung ist gegenüber VW, Skoda oder Seat unverändert. Erstmals konnten wir aber Spotify sinnvoll nutzen. Anscheinend haben die Spotify-Macher bei einem Update diese lange Zeit unter Carplay nicht gerade benutzerfreundliche Musik-App verbessert.

Über die Audi MMI-App verlässt man Carplay. Ein Nachricht ist neu eingetroffen. Diese kann man sich von Siri vorlesen lassen.
Vergrößern Über die Audi MMI-App verlässt man Carplay. Ein Nachricht ist neu eingetroffen. Diese kann man sich von Siri vorlesen lassen.

Das Icon mit der MMI-App auf dem Home Sreen von CarPlay führt zurück zum Startmenü von MMI. Sie verlassen damit also Carplay, das Sie über den entsprechenden Menüpunkt auf dem MMI-Bildschirm aber jederzeit wieder aufrufen können, sofern ein iPhone per Lightningkabel mit dem Fahrzeug verbunden ist.

Navigation mit der Karten-App
Vergrößern Navigation mit der Karten-App

Die Lenkrad-Tasten stehen für Carplay teilweise zur Verfügung und zwar einige aus dem Bedienfeld rechts vom Airbag/Hupknopf).

Playlists in Apple Music
Vergrößern Playlists in Apple Music

Somit stehen neben Siri (über einen langen Druck auf die Lenkradtaste für die Sprachsteuerung gestartet) auch der MMI-Controller auf der Mittelkonsole und rechts vom Automatik-Wahlhebel der kleinere Lautstärke- und Mute-Regler für die Bedienung von Carplay im A4 zur Verfügung. Auf dem MMI-Controller gibt es zwar das bereits erwähnte  kleine Touchpad, doch hilft das bei der Bedienung von Carplay nicht viel weiter und dient nur zum Einschalten von Siri und zum Treffen einer Auswahl. Von den Lenkradtasten können Sie neben der Sprachsteuerungstaste auch noch die Lautstärkeregeltaste rechts von der Hupe verwenden.

POI-Suche in der Karten-App
Vergrößern POI-Suche in der Karten-App

Fazit zu Carplay im Audi A4

Carplay bietet auch im Audi A4 einen guten Zugriff auf bestimmte Funktionen des iPhones. Die Bedienung per Controller und ohne Touchscreen gefällt uns aber weniger gut und ist nicht so intuitiv wie bei den Touchscreenmodellen.

TuneIn-Radio
Vergrößern TuneIn-Radio

Audi A4 mit Connect, MMI, Carplay, Android Auto und App im Test#

Audi mit Touchscreen: Erst in einem Audi mit dem Modulare Infotainment-Baukasten in seiner aktuellen Ausbaustufe MIB 2+ steht ein Touchscreen zur Verfügung. Das ist aktuell (Juni 2018) im Audi A8, A7 und im neuen A6 der Fall. Der bekannte MMI Controller ist dafür entfallen: Audi A7 im Test: 3 Displays, davon 2 Touchscreens mit haptischem Feedback.

19. Test: Carplay im Skoda

Carplay lässt sich auch im Skoda Rapid Spaceback sowie im Skoda Superb benutzen. Und beweist in den tschechischen Fahrzeugen genauso wie zuvor bereits im VW Bus T6 oder im Seat Ibiza, dass Carplay das ausgereifteste, ansprechendste und am besten bedienbare der drei Systeme Carplay, Android Auto und Mirrorlink ist.

Der Startbildschirm von Carplay im Skoda. Wir haben zwei Nachrichten erhalten.
Vergrößern Der Startbildschirm von Carplay im Skoda. Wir haben zwei Nachrichten erhalten.

Telefonate

Das Starten und Entgegennehmen von Anrufen klappt per Siri gut. Alternativ tippen Sie die Telefonnummer eben auf dem Touchscreen ein. Das lenkt allerdings deutlich vom Verkehrsgeschehen ab – geben Sie also Siri den Vorzug.

Sprachnachricht abspielen.
Vergrößern Sprachnachricht abspielen.

Spielt gerade Apple Music, dann wird die Musik für einen eingehenden Anruf unterbrochen. Auch eine laufende Navigation auf der Apple-Kartenapp wird für den eingehenden Anruf ausgeblendet. Allerdings lassen sich nur Anrufe entgegennehmen, die klassisch auf dem Smartphone eingehen.

Falls die Mobilfunkverbindung zu schlecht für Siri ist, können Sie Telefonnummern auch eintippen.
Vergrößern Falls die Mobilfunkverbindung zu schlecht für Siri ist, können Sie Telefonnummern auch eintippen.

Ebenso können Sie sich von Siri eingehende SMS-Nachrichten und iMessages vorlesen lassen. Und diese auch diktieren.

Eine unserer Playlists dudelt.
Vergrößern Eine unserer Playlists dudelt.

Musik

Playlists können per Siri problemlos und treffsicher gestartet werden. Alternativ kann man die gewünschten Lieder auch per Fingertipp auswählen. Oder Sie lassen Siri ein einzelnes Lied abspielen. Hier steigt aber die Fehlerquote, sofern Sie Interpret und Titel nicht ganz exakt aufsprechen.

Die linken Lenkradtasten des Skoda für Mute (lautlos stellen), Lautstärke ändern und Lieder wechseln funktionieren gut in Carplay. Die Telefontaste rechts im Skoda-Lenkrad dagegen ist bei Carplay ohne Funktion. Ebenso ist die Voicetaste links unten neben dem Bildschirm bei Carplay nicht mit Siri gekoppelt, sondern startet die Skoda-Sprachsteuerung. Die beiden Dreh-Drückregler unterhalb des Touchscreens regeln die Lautstärke von Carplay und man kann damit zum nächsten Lied springen.

Playlists von Apple Music
Vergrößern Playlists von Apple Music

Navigation

Wie gehabt dient die Kartenapp vom iPhone als Navigationslösung.

Kartenapp zur Navigation
Vergrößern Kartenapp zur Navigation

Falls Sie das Datenvolumen Ihres Mobilfunkvertrags nicht durch die durch die Apple-Kartenapp heruntergeladenen Kartendaten belasten wollen, können Sie jederzeit während Carplay läuft das eingebaute Skoda Navigationsgerät Amundsen parallel zu Carplay nutzen. Allerdings stehen Ihnen wiederum nur auf der Karten-App von Carplay die exakten Verkehrslagedaten von TomTom zur Verfügung. Das Skoda-Navi dagegen bietet nur die ungenauen Verkehrslageinformationen von TMC. Hier müssen Sie also abwägen, was Ihnen wichtiger ist: Genau Verkehrslagedaten oder gespartes Datenvolumen.

Kartenapp zur Navigation
Vergrößern Kartenapp zur Navigation

Das alte Problem: Siri versteht direkt auf dem iPhone problemlos die Routenziele, via Carplay ist die Erkennungsquote bei einer etwas schlechteren Mobilfunkverbindung jedoch mies. Selbst längst bekannte Ziele erkennt Siri via Carplay in der Kartenapp nicht. Die gleichen Ziele lassen sich jedoch problemlos in der Kartenapp eintippen – dort sind sie bereits bekannt.

Siri ist zu Diensten
Vergrößern Siri ist zu Diensten

Der Bildschirm reagiert unter Carplay flott, Das Vor- und Zurückspulen von Liedern über die linken Lenkradtasten erfolgt zügig.

Fazit: Carplay lässt sich im Skoda Rapid Spaceback und im Skoda Superb gut nutzen. Nur die geringe Anzahl von Carplay-kompatiblen Apps nervt.

Tipp: Den vollständigen Test des Skoda Rapid Spaceback finden Sie hier: Smartlink: Carplay, Android Auto und Mirrorlink im flotten Tschechen

Opel bietet Carplay im Rahmen des rund 1000 Euro teuren Infotainmentsystems Navi 900 IntelliLink im Opel Astra an. Unter dem Menü-Punkt "Projektion" findet der Benutzer auf dem Startbildschirm von IntelliLink (8 Zoll Touchscreen) sowohl Carplay als auch Android Auto.

Wie bei allen Automobil-Herstellern mit Ausnahme von BMW erfolgt die Verbindung zwischen iPhone und Infotainmentsystem über das Lightningkabel. Wireless CarPlay steht also im Opel nicht zur Verfügung.

Der Startbildschirm von Carplay im Opel Astra.
Vergrößern Der Startbildschirm von Carplay im Opel Astra.

Carplay funktioniert im Opel Astra so, wie es soll und wie wir es auch von anderen Herstellern gewohnt sind. Die großen Icons für die CarPlay-Apps kann der Fahrer relativ zuverlässig mit dem Finger treffen.

Gut hat Opel die Lenkradtasten in die Bedienung von Carplay integriert. So startet ein längerer Druck auf die Lenkradtaste für die Sprachsteuerung Apples Sprachassistentin Siri, ein kurzer Druck dagegen die Sprachsteuerung von Opel. Diese Unterscheidung entspricht auch der Lösung konkurrierender Automobil-Hersteller.

Siri ist auch im Opel Astra zu Diensten.
Vergrößern Siri ist auch im Opel Astra zu Diensten.

Außerdem kann der Fahrer über die Lenkradtasten bequem Lieder vor- und zurückspulen, sowie den Ton lauter und leiser stellen. Ebenso unproblematisch verrichten die „Leiser“- und „Lauter“-Tasten und die Vor- und Zurückspulen-Tasten unterhalb des Bildschirms im Opel ihre Arbeit.

21. Carplay im VW Amarok

Im Pick-Up VW Amarok finden Sie Carplay wie bei der Volkswagen-Gruppe üblich unter dem Menü-Punkt App Connect. Zusammen mit Android Auto und sogar noch mit dem Auslaufmodell Mirrorlink.

Dank Touchscreen können Sie Carplay grundsätzlich gut bedienen, allerdings erweist sich der kleine 6,3-Zoll-Touchscreen als Nachteil. Auf einem 10 Zoll großen Touchscreen wie im 7er BMW oder einem 12-Zoll-Display wie im Porsche Panamera kann der Fahrer die Schaltflächen einfach leichter treffen, er sieht mehr Details – was besonders für die Navigation mit Apple Karten wichtig ist – und kann zudem Zusatzinformationen wie die Navigationskarte von VW neben dem Carplay-Home-Screen einblenden. Mit dieser Übersichtlichkeit kann der VW Amarok nicht mithalten.

Der Home Screen von Carplay im Amarok.
Vergrößern Der Home Screen von Carplay im Amarok.

Von dem zu klein geratenen Touchscreen abgesehen können Sie Carplay im VW Amarok aber durchaus passabel bedienen. Erfreulich gut lässt sich Carplay teilweise auch mit den physischen Tasten des VW-Infotainmentsystems bedienen: So regeln Sie mit den Lenkradtasten für lauter/leiser und dem zusätzlichen Regler unter unterhalb des Bildschirms die Lautstärke. Siri starten Sie wie gewohnt mit einem längeren Druck auf die Sprachsteuerungstaste im Lenkrad, während ein kurzer Druck die Sprachsteuerung von VW startet.

Fazit zu Carplay im VW Amarok

Der Fahrer kann Carplay im VW-Pick-Up gut bedienen. Nur der kleine Touchscreen trübt den guten Gesamteindruck.

22. Wireless Carplay mit Wireless Charging im Mini Cooper

Anders als frühere Mini-Generation besitzt der aktuelle Mini einen Touchscreen. Damit war der Weg frei für Carplay. Wie bei BMW üblich gibt es Carplay nur wireless.

Zusammen mit der Qi-Lademulde für Wireless Charging unterhalb der Mittelarmlehne ist Wireless Carplay im Mini eine gut gelungene Lösung. Natürlich kommt Carplay auf dem 8,8-Zoll-Touchscreen im Mini nicht ganz glänzend rüber wie auf dem großen 10,25-Zoll-Touchscreen im 5er und 7er BMW. Doch die 8,8 Zoll reichen völlig aus, zumal der Touchscreen sehr flott auf Fingereingaben reagiert.

Das Infotainmentsystem mit dem Control Display im Mini.
Vergrößern Das Infotainmentsystem mit dem Control Display im Mini.

Ansonsten entspricht die Umsetzung von Carplay im Mini den von Apple vorgegebenen Möglichkeiten und Einschränkungen. Mit einem langen Druck auf die Sprachsteuerungstaste rechts im Lenkrad starten Sie Siri. Die Leiser- und Lauter-Tasten steuern die Lautstärke von Carplay. Die zuletzt genutzten Apps werden im Dock links auf dem Control Display angezeigt. Mit dem Home-Button links unten geht es zurück zum Carplay-Home-Screen. Und über das Mini-Icon auf dem Bildschirm verlassen Sie Carplay.

Wireless Carplay im Mini auf dem 8,8-Zoll-Touchscreen.
Vergrößern Wireless Carplay im Mini auf dem 8,8-Zoll-Touchscreen.

23. Carplay mit Sensus Connect im Volvo V90

Der Touchscreen des Infotainmentsystems Sensus Connect im Volvo V90 ist 9 Zoll groß. Allerdings können Sie für Carplay nur den unteren Teil des Touchscreens nutzen. Im oberen Bereich bleiben Navigation oder Telefonie. Das hat zwar den Vorteil, dass Sie jederzeit aus Carplay heraus auf andere Bereiche des Infotainmentsystems des Volvo zugreifen können. Allerdings um den Preis eines relativ kleinen Carplay-Bildschirms.

Carplay auf dem 9 Zoll großen Sensus Connect Touchscreen im Volvo V90.
Vergrößern Carplay auf dem 9 Zoll großen Sensus Connect Touchscreen im Volvo V90.

Die Bedienung von Carplay im Volvo folgt dem bekannten Schema: Ein langer Druck auf die Sprachsteuerungstaste im Lenkrad startet Siri. Außerdem können Sie wie gehabt die Icons anklicken und mit Siri Anrufe starten sowie iMessage und neuerdings auch Whatsapp diktieren.

24. Carplay im Subaru XV

Subaru hat Carplay im Subaru XV kabelgebunden integriert. Carplay verhält sich im Subaru wie in allen anderen von uns getesteten Fahrzeugen. Sie bedienen Carplay also entweder per Touch auf den Bildschirm oder über Siri. Apples Sprachassistentin starten Sie wie üblich über einen langen Druck auf die Sprachsteuerungstaste im Lenkrad (ein kurzer Druck startet die Sprachsteuerung von Subaru Starlink). Carplay bietet die gewohnten Funktionen wie Telefonie, Apple Music, iMessage und Whatsapp. Wir konnten auf Anhieb mit Hilfe von Siri eine Whatsapp aufsprechen. Siri las uns den Text noch einmal zur Überprüfung vor und danach konnten wir ihn abschicken. Auch der Empfang von Whatsapp klappte problemlos. Die bisherigen Whatsapp-Chat-Verläufe können wir in Carplay dagegen nicht einsehen.

25. Carplay im Honda Civic

Das Infotainmentsystem von Honda hört auf den Namen Honda Connect. Zu dessen Funktionen gehört auch Carplay. Einziges Manko: Mit 7 Zoll fällt der Touchscreen im Honda Civic etwas arg klein aus. Davon abgesehen funktioniert Carplay im Civic einwandfrei. Mehr lesen Sie hier: Honda Connect im Test - Spaß, Navi, Telefon, Browser, Carplay & Android Auto .

26. T-Roc besitzt Carplay-Support

Volkswagen hatte am 23.8.2017 bei einem Event am Comer See sein neues Kompakt-SUV auf Basis des VW Golf vorgestellt - hier lesen Sie alle Details . Der Wagen kann seit September 2017 konfiguriert und bestellt werden, seit November 2017 rollen die ersten Fahrzeuge zu VW-Händlern und Kunden. Mit Carplay im Rahmen von App-Connect. Wireless Carplay wird es allerdings nicht geben: Im T-Roc müssen Sie das iPhone nach wie vor mit dem Lightning-Kabel anschließen.

27. Alternativen zu Carplay

Soweit unsere Ausführungen zu Carplay. Es gibt neben a) Carplay per Lightning-Kabel und b) der standardmäßigen Bluetooth-Koppelung noch zwei weitere Möglichkeiten, um iPhones ins Auto zu integrieren. Diese stellen wir nun vor.

Alternative 1: Siri Eyes Free

Apple bietet mit Siri Eyes Free eine weitere Lösung für die iPhone-Bedienung im Auto, die nichts mit Carplay zu tun hat. Dabei handelt es sich um eine Erweiterung von Siri, mit der man im Auto bestimmte Funktionen des iPhones nur per Sprachbefehl bedienen kann. Opel hat Siri Eyes Free beispielsweise im Kleinstwagen Opel Adam in das dort verbaute Infotainmentsystem Intellilink integriert. Wir haben Opel Intellilink im Adam ausführlich getestet.

Mit Siri ist im Zusammenspiel mit Opel Intellilink folgendes möglich:

* Per Stimmbefehl aktivierbare Telefongespräche zu im iPhone gespeicherten Kontakten

* Abspielen von gewünschten Musiktiteln der iTunes Library

* Anhören, Verfassen und Senden einer iMessage, Textnachricht oder Mail zu einem gespeicherten Kontakt

* Zugang zum Kalender, Hinzufügen von Terminen. Lesen neuer Mitteilungen sowie Einrichten von Weck- und Erinnerungsfunktion

* Man kann mit Siri also nicht das Opel-Infotainmentsystem Intellilink steuern, Siri simuliert keine vollwertige Sprachsteuerung für die im Auto verbauten Infotainment-Funktionen.

Alternative 2: AppinCar

Nur für die Integration von älteren iPhones wie iPhone 4/4S spielt bei einigen Fahrzeugmodellen wie dem Toyota Aygo die App AppinCar noch eine Rolle. Bei AppinCar handelt es sich aber um eine aussterbende Nischen-Lösung, die von Carplay völlig verdrängt wird.

Carplay im VW Bus: Die Navigation auf der Apple-Karten-App läuft im Hintergrund weiter. Über das Karten-Icon links oben kann man die Navigation in den Vordergrund holen. Aktuelle Abbiege- und Fahrhinweise blendet die Karten-App am oberen Bildschirmrand ein.
Vergrößern Carplay im VW Bus: Die Navigation auf der Apple-Karten-App läuft im Hintergrund weiter. Über das Karten-Icon links oben kann man die Navigation in den Vordergrund holen. Aktuelle Abbiege- und Fahrhinweise blendet die Karten-App am oberen Bildschirmrand ein.

28. Gesamt-Fazit zu Carplay: Gefällt uns gut

Sichere Bedienung des iPhones, bekanntes intuitives Bedienkonzept, bewährte Sprachsteuerung ("Hey Siri") - das alles macht Carplay möglich. Carplay bietet einen erheblichen Mehrwert und mehr Sicherheit, denn dank Siri kann man wesentliche Funktionen wie Telefonate oder Navigation nur per Sprache bedienen. Die Hände des Fahrers bleiben am Lenkrad und sein Blick weitgehend nach vorne gerichtet.

Besonders gut gefällt uns, wie unkompliziert uns Siri versteht im Unterschied zu vielen von den Automobil-Herstellern ab Werk verbauten Sprachsteuerungen, die mitunter sehr zickig reagieren und eine genau vorgegebene Befehlsstruktur erwarten.

Es gibt aber auch Kritikpunkte: Apple sollte mehr Fremd-Apps zulassen und Siri etwas flexibler macht. Dann würden viele Fahrer kein teures Infotainmentsystem ab Werk mehr benötigen. Diesen Mangel hebt Apple aber mit iOS 12: Dann können Sie endlich auch alternativen Navigations-Apps wie Google Maps nutzen. Und Whatsapp steht bereits jetzt zur Verfügung.

Auch wenn die Anzahl der unterstützten Apps noch etwas klein und Siri manchmal etwas begriffsstutzig ist, so ist Apple mit Carplay auf dem richtigen Weg. Besonders die Bereiche Telefonie und SMS-Management machen mit Siri und Carplay richtig Spaß. Mails lassen sich dagegen nicht innerhalb von Carplay bedienen.

Im Großen und Ganzen funktioniert Siri via Carplay auch bei der Navigation mit der Karten-App gut, abgesehen von den oben erwähnten Problemen mit Straßennamen und Hausnummern für die Navigation.

Richtig cool ist die Kombination aus Wireless Carplay und Wireless Charging (ab iPhone 8 und iPhone X), wie es BMW und Mini anbieten. Damit kann das iPhone in der Jackentasche bleiben und der Fahrer erspart sich das Gefummel mit dem Kabel.

VW, Seat und Skoda sind solide...

Carplay bietet im VW T6 Multivan, im Skoda Rapid Spaceback und im Seat Ibiza bereits jetzt einen spürbaren Komfortgewinn und reduziert die Ablenkung des Fahrers, insbesondere bei Telefonie und Kurznachrichten. Carplay hat im direkten Vergleich mit Android Auto und Mirrorlink die Nase vorn, weil sich die Apple-Lösung unkomplizierter und zuverlässiger bedienen lässt und eine größere Funktionssicherheit bietet als die manchmal recht störrischen Android-Konkurrenten. Einen weiteren Komfortgewinn dürfte der Umstieg auf Wireless Carplay bringen, womit dann endlich das nervige Gefummel mit dem Kabel entfällt.

... und BMW, Mini und Porsche bieten beste Umsetzung

Dagegen können die großen Touchscreens im BMW 740i und im Porsche Panamera 4 vollauf überzeugen. Bei BMW und bei Mini kommt zudem noch die Unterstützung von Wireless Carplay und Wireless Charging dazu. Somit bietet BMW im 740i die derzeit beste Umsetzung von Carplay, gefolgt von der Lösung im Porsche Panamera 4.

 

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