2368744

Apple: Damals reich, heute noch reicher

09.08.2018 | 09:28 Uhr |

Kaum zu glauben, Apple befindet sich seit genau sieben Jahren fast ununterbrochen auf der Spitze der teuersten Firmen der Welt.

Eben noch mal nachgesehen: Ja, Apple ist immer noch das wertvollste Unternehmen der Welt, mit Abstand. Der Kurs der Apple-Aktie ist immer noch hoch genug, um mit den ausgegebenen Aktien multipliziert eine Marktkapitalisierung von über einer Billion US-Dollar zu erreichen. Die Konkurrenz schläft zwar nicht, ist derzeit aber ein wenig abgeschlagen. Amazon ist knapp über 900 Milliarden US-Dollar wert, Google knapp unterhalb 900 Milliarden. Das Rennen um die erste „Trillion-Dollar-Company“ hat Apple gewonnen, wie lange aber noch der Mac-Hersteller den Spitzenplatz hält, ist ungewiss. Derzeit deuten zwar keine Zeichen auf einen möglichen Einbruch bei Umsatz und Gewinn hin, aber einst wertvollste Unternehmen stehen heute nur noch auf hinteren Plätzen – Firmen sind nicht für die Ewigkeiten gebaut, ihre Geschäftsmodelle schon gleich gar nicht.

Heute vor sieben Jahren, am 9. August 2011, wurde Apple erstmals in Sachen Börsenwert Spitzenreiter.  Mit einer einem Marktkapitalisierung  von 346 Milliarden US-Dollar zog Apple am Ölkonzern Exxon Mobile vorerst vorbei. Aber während Apples Aktienkurs immer weiter stieg, stagnierte der von Exxon Mobile, das heute "nur" um die 343 Milliarden US-Dollar wert ist. Eine andere Energiefirma, die direkt mit Exxon konkurrierte, hat sich ebenfalls vertan: Gasproms Chef Miller versprach 2008, bis 2016 würde der russische Konzern eine Billion US-Dollar wert sein. Gasprom ist momentan knapp 52 Milliarden USD wert.

Apple, Google und Amazon scheinen mehr vom Öl des 21sten Jahrhunderts zu verstehen als traditionellere Unternehmen. Auch Microsoft, dessen ehemaligen Rekordwert aus den späten Neunzigern Apple mittlerweile auch inflationsbereinigt pulverisiert hat, steht derzeit bei 834 Milliarden US-Dollar, eher also in Schlagdistanz zu Apple als Exxon. Vor allem steigt Microsofts Aktienkurs seit zwei Jahren wieder stark an, im August 2016 war das Unternehmen noch 440 Milliarden US-Dollar virtuell wert, während Apple bei 563 Milliarden US-Dollar stand – die Lücke ist seither nur geringfügig größer geworden.

Als Microsoft die Liste anführte, blies dem Konzern starker Gegenwind ins Gesicht. Monopole habe man mit Windows und dem Internet Explorer geschaffen und den Wettbewerb behindern. Seinerzeit forderte das US-Justizministerium sogar die Zerschlagung der Firma in drei oder mehr Teile – das steht nun längst nicht mehr auf dem Plan.

Für Apple hat das noch niemand gefordert, das wird auch so schnell nicht passieren. Von Monopolen ist Cupertino weiter entfernt als Exxon Mobile vom Öl des 21sten Jahrhunderts, stets beteuert Apple in glaubwürdiger Weise, die Daten seiner Kunden nicht zu unfairen Zwecken abzusaugen und zu verwerten – Google, Amazon und Facebook hätten hier weit mehr zu fürchten. Wobei, wenn wir von Google sprechen, meinen wir an sich dessen Mutterholding Alphabet. De facto ist Google bereits in viele kleinere Einheiten unterteilt. Bei Apple hängt noch viel mehr zusammen, so kann man immer nur im Konjunktiv von einzelnen Einheiten sprechen, die ausgegliedert noch groß genug wären, um in der Fortune-100-Liste zu landen, die Services-Sparte etwa. Apple verfolgt eben nach wie vor einen ganzheitlichen Ansatz, es wäre wenig sinnvoll, iPhone-, iPad- und Mac-Geschäft auseinander zu dividieren. AAPL könnte also noch eine ganze Weile an der Spitze stehen.

Macwelt Marktplatz

0 Kommentare zu diesem Artikel
2368744