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Apple entschuldigt sich für Drosselung des neuen Macbook Pro

25.07.2018 | 09:10 Uhr | Peter Müller

Am Abend hat Apple ein Update von macOS High Sierra für die neuesten Macbook-Pro-Modelle veröffentlicht.

Bereits letzte Woche hat eine Nachricht die Runde gemacht, die neuen Macbooks Pro sind unter bestimmten Bedingungen gar langsamer als die Vorgänger aus dem Jahr 2017. Apple hat sich des Problems der thermischen Drosselung im neuen Macbook Pro angenommen und ein Bugfix veröffentlicht , das die Leistung bei anspruchsvollen Aufgaben nicht mehr reduzieren soll.

Man habe bei ausführlichen Tests festgestellt, dass ein digitaler Schlüssel in der Firmware fehle, was unter thermischer Last zum Leistungsverlust führen kann. Das macOS High Sierra 10.13.6 Supplemental Update sei jedem Anwender empfohlen, Apple entschuldigt sich für die Probleme und sagt zu, dass das Macbook Pro 15 Zoll etwa 70 Prozent schneller rechne als sein Vorgänger und sich die Leistungsfähigkeit des 13-Zoll-Modells verdoppelt habe. Das Supplemental Update bringe zudem auch Fehlerberichtigungen für mehr Stabilität und Zuverlässigkeit.

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Der Fix wirkt, haben nun erste Tester festgestellt, "Cnet" hat bereits Ergebnisse veröffentlicht , die nach der Installation des Updates den Abfall in der Leistung nicht mehr zeigen. Auch unsere Kollegen der Macworld haben erste Resultate . Demnach sei das Macbook Pro 2018 vor dem Update um etwa 11 Prozent schneller gewesen als der Vorgänger, nach dem Update waren es 20 Prozent.

Warum Intels Prozessoren sich in Macbooks anders verhalten und langsamer sein können als in den Geräten der Konkurrenz, kann eine Aufgabeverteilung zwischen Intel und Gerätehersteller erklären: Macs mit Sechskern-i9-CPU regeln bei Renderaufgaben die Geschwindigkeit herunter, in Adobe Premiere und wie "9to5Mac" darlegt, auch in Final Cut Pro X. Die Entscheidung, den Rechner zu schützen, wenn er zu warm ist, überlässt Intel aber in der Form völlig seinen Kunden wie Apple, Dell und HP.

Diese dürfen eigene Prozesse zur Thermoregulierung einsetzen, Intel stört sich nicht daran, dass zwei Systeme mit dem gleichen Chip so zu völlig unterschiedlichen Leistungswerten kommen können. Apple steht also vor der Wahl, entweder wieder dickere Laptops zu bauen, die Wärme besser abführen oder eben in bestimmten Fällen nicht die versprochene Leistung zu liefern.

Joel Hruska von "ExtremeTech" wirft Apple vor, über derartige Probleme Bescheid gewusst zu haben, man wisse in Cupertino genau, welche High-End-Software bei diesen zum Einsatz kommt und welche Anforderungen sie an die Hardware stellt.

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