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Apple hat bereits die Weltmeisterschaft 2018 gewonnen

11.07.2018 | 10:31 Uhr |

Heute spielen Kroaten gegen Engländer um den Einzug in das Finale, doch ein Gewinner der WM steht schon jetzt fest – Apple.

Vor der WM machte ein blöder Spruch die Runde: "Ich denke, die Polen nehmen den Weltcup mit nach Hause. Wer Weltmeister wird, weiß ich nicht." Lustig. Nicht. Wie es scheint, zeigt das an sich Völker verbindende Sportfest in diesem Jahr auch seine hässlichen, nationalistischen Seiten. Aber darauf wollen wir hier nicht näher eingehen, sondern darauf, wer denn nun wirklich bei der Weltmeisterschaft gewinnt. Den World Cup heim nehmen wird übrigens keine der Mannschaften, das Original wird das Luschniki-Stadion nicht mit dem Sieger verlassen, sondern in einem Sicherheitskoffer, der zurück in die FIFA-Zentrale in der Schweiz verbracht wird. Am Montag wird der neue Weltmeister mit einer Kopie in seiner Heimat den Triumph bejubeln. Vielleicht sind das ja die Engländer, dann kann Gary  Lineker seinen alles andere als blöden Spruch anpassen: "Football is a simple game. 22 men chase a ball for 90 minutes and every 52 years the English win."

Wer aber der Gewinner der WM wirklich war? Das Magazin Quartz hat eine einfache und überraschende Antwort: Apple . Denn der Hersteller aus Cupertino zählt zwar nicht zu den Sponsoren des Weltfußballverbandes FIFA, seine Produkte waren aber allgegenwärtig. Kaum ein Spieler, der am Flughafen zwischen Maschine und Abfertigung oder im Stadion zwischen Mannschaftsbus und Kabine keine Zahnbürstenköpfe – pardon, Airpods – in den Ohren stecken hatte oder ersatzweise einen OverEar der Apple-Tochter Beats auf dem Kopf. Was an allen Bildern auffällt: Die Logos sind abgeklebt. Müssen abgeklebt sein. Hat die FIFA so vorgeschrieben, nur Marken, die dafür bezahlt haben, dürfen auf Bilder von offiziellen WM-Veranstaltungen. Das ist die FIFA streng und verhängt eine 50.000-Dollar-Strafe gegen das kroatische Team, weil deren Spieler vor dem Elfmeterschießen gegen Dänemark Wasser aus Flaschen tranken, auf denen ein fremdes Etikett zu sehen war. Strafen für rassistische Schmähungen der Gegenspieler fallen im Übrigen deutlich niedriger aus, die meisten Vergehen werden gar nicht mal verfolgt.

Kein Wunder und geradezu vorbildlich, dass Apple einer solch zweifelhaften Organisation nicht auch noch Abermillionen von Sponsorgeldern zahlen will – wobei Apples Ausgaben für Sport ohnehin in der langen Geschichte des Unternehmens überschaubar waren. Die Produkte aus Cupertino kommen bei den jungen und recht wohlhabenden Leuten, die ihrer Arbeit in kurzen Hosen nachgehen, aber recht gut an. Und da Apple-Produkte schon immer nicht nur am Logo zu erkennen waren, fallen Airpods und Beats natürlich auf, ohne dass Apple dafür hätte bezahlen müssen. Genial und einen Cup wert.

Es ist aber auch nicht so, dass Apple die WM völlig ignorieren würde, mit einzelnen Sportlern hat das Unternehmen durchaus Werbeverträge, verweigert aber gegenüber Quartz jedwede Auskunft, ob die bei in Russland gesichteten Fußballer ihre Ohrhörer gegen Geld oder freiwillig durch die Gegend tragen. Apples kanadische Niederlassung hat auch einen kurzen Werbespot anlässlich des am Sonntag zu Ende gehenden Wettbewerbs aufgelegt: How to shoot Football on iPhone X . Wohlgemerkt: Football. Und nicht das in den USA gebräuchliche unselige Soccer. Aber das US-Team war ja gar nicht erst dabei und schaun mer mal, womöglich gilt ja: Football's Coming Home. Wenn auch ohne den originalen Pokal.

Update: Auch die Apple-Niederlassung in einer anderen großen Fußballnation zeigt auf ihrem Youtubekanal, wie man Fußball mit dem iPhone X schießt .

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