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Apple-Keynote im Frühjahr: 2018 eher unwahrscheinlich

06.02.2018 | 11:17 Uhr |

Der Frühling kommt bald – aber vermutlich ohne Apple-Keynote. Der Grund dafür: Es gibt vor Frühsommer nichts zu zeigen.

Grimmig kalt war es diese Nacht – an sich normal für Anfang Februar, aber man ist in diesen Breiten ja nichts gewohnt, so dass schon Temperaturen knapp unter dem Nullpunkt (Celsius!) uns frösteln machen. Wir freuen uns aber schon jetzt auf den meteorologischen wie kalendarischen Frühlingsanfang. Letzterer, der 20. März, fällt auf einen Dienstag. Und da könnten wir uns wunderbar ein Apple-Frühjahrs-Event vorstellen, mit neuen Produkten und Services. Nur haben wir bis dato keinerlei Hinweise darauf, dass dies passieren würde, ganz im Gegenteil.

Die Apple Watch, die schon einmal im Zentrum einer Frühjahrs-Keynote ("Spring Forward") stand, hat Apple ja erst letzten September aktualisiert. Das iPhone SE 2 könnte laut Ansicht des recht treffsicheren Analysten Ming-Chi Kuo komplett ausfallen, zumindest stehe es nicht auf einem Frühjahrsplan. Wenn überhaupt, dann Ende Mai oder Anfang Juni, also unmittelbar vor der WWDC.

Neue Macs? Nun, den iMac Pro hat Apple gerade erst in den Handel gebracht, für den Mac Pro wird das Unternehmen mindestens noch das ganze Jahr benötigen. Das Macbook, seit 2015 in jedem Frühjahr neu oder renoviert, dürfte ebenso erst im Herbst kommen wie neue iMacs oder Macbook Pro – falls diese heuer überhaupt auf dem Plan stehen.

Auch beim iPad sieht es diesbezüglich eher finster aus. Apple hat zwar ausweislich seiner Bilanz für das Dezemberquartal wieder mehr Geräte als im Vorjahr verkauft und ist mit einem Anteil von 25,6 Prozent laut IDC-Weltmarktführer, neue Geräte werden aber dennoch nicht kommen. Oder genau deswegen, denn die iPad Pro aus dem Juni letzten Jahres treffen offenbar den Geschmack von Privat- und Unternehmenskunden.

Nun biegt aber die taiwanische Website "Digitimes" um die Ecke und will aus Nachfragen bei Apples Zulieferern und Manufakturen schließen, dass sich Cupertino auf eine ganze Reihe von neuen Produkten im Frühjahr vorbereitet. Insbesondere iPads und Macbooks sollen in der Pipeline stecken. Nun muss man dazu sagen, dass die Prognosen der Branchenpublikation eher selten ins Schwarze treffen, hoch ist die Wahrscheinlichkeit für eine Keynote im März also nicht.

Sollte Apple aber tatsächlich ein bestehendes Produkt aktualisieren – und mehr ist wahrlich vor der WWDC im Juni nicht drin – könnte das auch mit einer einfachen Pressemitteilung geschehen, die das Unternehmen unmittelbar vor Wiedereröffnung seiner Store-Seiten verschickt. Vor einem Jahr war das mit dem iPad 9,7 (Anfang 2017) genau so der Fall.

Bleiben Services, die man in einer eigens angesetzten Keynote im Frühjahr präsentieren könnte. Aber auch hier besteht wenig Grund zur Hoffnung, dass Apple das Steve Jobs Theater auf seinem Campus dafür herrichtet. Denn mit dem TV-Geschäft wird Apple noch eine Weile beschäftigt sein, die WWDC wäre früheste Gelegenheit, ein Pendant zu Apple Music anzukündigen, das dann eventuell nach dem Sommer starten könnte. Wahrscheinlicher muss Apple aber  dafür die WWDC 2019 einplanen.

Und Apple Pay? Da geht vielleicht was in Sachen Neuankündigungen. Aber nicht in dem Rahmen, den eine Keynote rechtfertigen würde. Weitere Ländern sollen hinzukommen, hat Apple erst letzte Woche verraten. Brasilien zum Beispiel. Und sonst? Ähh, Brasilien. In Deutschland bleibt es nach wie vor schwierig, aber Apple steht hier offenbar vor einem mehrfachen Dilemma. Denn Bargeld ist immer noch das beliebteste Zahlungsmittel hierzulande und Kreditkarten weniger häufig im Gebrauch, als man meint. Hinzu kommt wohl die Struktur des Bankenwesens. Die mit den meisten Kunden sind die öffentlich-rechtlichen Sparkassen, gefolgt von den der Genossenschaftsbanken. Das könnte die Verhandlungen schwierig machen, wenn man es als Großunternehmen mit Verbänden statt Großunternehmen zu tun hat. Die wollen noch dazu auch noch an den Transaktionen via Apple Pay mitverdienen. Ausweichen auf unkompliziertere Alternativen fällt Apple schwer, denn bei kleineren Banken findet Apple nicht ausreichend Kunden, damit sich die Sache lohnen würde.

Kann also gut sein, dass Apple in diesem Jahr keine Frühjahrs-Keynote mit Produktneuvorstellungen plant – es steht an sich nichts an, was unbedingt dort zu zeigen sein müsste. Indes macht Apple zwischendurch immer wieder kleinere Ankündigungen, aber eben nicht geballt in der ersten halben Stunde einer Keynote, sondern nach und nach per Pressemitteilung. Zuletzt waren das die Kooperation mit Cisco, Aon und der Allianz in Sachen Cybersicherheit für Unternehmen , Eröffnung neuer Stores in Südkorea und Österreich, Bildungsinitiativen wie Unterstützung des Malala-Funds  und des Curriculums "Everyone Can Code" oder Updates für Profiprogramme wie Logic Pro X und Final Cut Pro X. Langweilig wird es uns im zu Ende gehenden Winter nicht. Auch ohne Keynote nicht.

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