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Apple Music Festival eingestellt – Neue Strategie

05.09.2017 | 10:48 Uhr |

Nach zehn Jahren stellt Apple sein Londoner Musik-Festival – vormals iTunes, zuletzt Apple Music Festival – ein.

Vor rund zehn Jahren, pünktlich zum iPod-Start (siehe Kasten unten), hat Apple auch eine Veranstaltung angekündigt – das iTunes Festival. Alle Jahre fand die Konzert-Reihe in London statt, in dem Roundhouse-Konzertsaal im Londoner Stadtteil Camden. Während des vergangenen Jahrzehnt trat dort alles auf, was in der Musik-Szene Rang und Namen hat: Von Adele bis Elton John, mit Chance The Reaper, Amy Winehouse und viele mehr. 

Die Kollegen der Macworld.co.uk hatten die Änderung als ersten bemerkt, das Branchenblatt " Music Business Worldwide " hatte eine offizielle Bestätigung von Apple eingeholt. Offenbar will sich die Firma auf exklusive Inhalte für Apple Music konzentrieren, die nicht nur eine Woche im Jahr produziert werden, sondern verteilt über das Jahr stattfinden. So hat Apple begonnen, über Apple Music exklusive Backstage-Videos bei Konzerten zu sponsern, wie das der Fall mit Taylor Swift 2016 war.

iPod Touch wird heute zehn

The beat goes on – das war das Motto des Musik-Events, zu dem Apple am 5. September 2007 eingeladen hatte. Wir erinnern uns: Das iPhone war gerade erst kurz zuvor in den USA erschienen und in Europa heiß begehrt - wobei bereits einige Grauimporte in nicht dafür ausgelegten Netzen herumfunkten. Das iPhone war bekanntlich ja nicht nur als revolutionäres Internetgerät angetreten und als Telefon, sondern eben auch als iPod mit Breitbild-Touchscreen. Lässt man die Sache mit der Telefonie und den mobilen Daten weg, hat man, genau, einen iPod. Wenig überraschend nannte Apple daher die Variante des iPhone, die nicht telefonieren konnte und in das Internet nur im heimischen WLAN eben iPod Touch. Dafür gab es den iPod Touch immerhin auch in einer Variante mit 16 GB Speicher, das iPhone musste noch lange mit 8 GB auskommen.

An jenem Mittwoch im September pflegte Apple aber die gesamte iPod-Palette, der iPod Nano kam etwa erstmals in einer später wieder aufgegebenen, dann wieder eingeführten, dann erneut aufgegebenen quadratischen Form in einer Reihe hübscher Pastellfarben, inklusive eines Modells ProductRed. Der Shuffle wurde ebenfalls erneuert, aber vor allem begann schon das Abstellgleis auf das Apple mittlerweile fast die komplette iPod-Reihe geschickt hat. Denn der alte Festplatten-iPod, der mit Kapazitäten von bis zu 120 GB, trug seither den Namen iPod Klassik. Wie es mit Klassikern so ist: Jeder kennt sie, nutzt sie aber nicht (mehr) – die Zeiten ändern sich.

Mittlerweile ist der iPod Touch der einzig noch verbliebene iPod in Apples Portfolio, man darf gespannt sein, wie lange er sich da noch hält. Der Markt für iPhones, die nicht telefonieren können und nur zu Hause ins Internet scheint begrenzt, zumal für das Wohnzimmer Apple mit dem HomePod und dem Apple TV ganz andere Lösungen anbietet. Der sechsten Generation mag vielleicht im kommenden Jahr noch eine siebte folgen, dann wird aber auch der iPod Touch allmählich seiner Obsoleszenz entgegen sehen. Zehn Jahre sind für ein IT-Gerät nun einmal eine verdammt lange Zeit.

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