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Apple News: Alternative Plattform für Verleger

22.03.2018 | 09:04 Uhr |

Die Facebook-Dämmerung hat womöglich schon eingesetzt, auch mit Google haben Publisher einen schwierigen Partner. Die Hoffnung auf Apple hat aber auch Kehrseiten.

Der Skandal um Cambridge Analytica zeigt auf, wo Facebook und auch Google ihre hauptsächlichen Interessen verfolgen , dem Generieren von Werbeumsätzen. Für Verleger, die auf die Plattformen setzten, um ihre Reichweiten zu halten und auszuweiten, sollte das ein letztes Warnsignal sein. Facebook und Google sind nicht dazu gemacht, um Verlegern zu helfen, sondern um sie auszuweiden, wie Peter Kafka auf "Recode" es ausdrückt .

Die Alternative könnte in Apples News-App bestehen. Denn diese hat Apple nicht gemacht, um Werbung zu verbreiten und Daten der Anwender einzusammeln, sondern um die Attraktivität der Hardware zu steigern. Schon heute bringt Apple News Verlegern neue Leser und Abos ein, landet man mit einer Story im News-Widget, steigert das den Zugriff auf das eigene Angebot signifikant. Haken an der Sache: Die News-App gibt es in Deutschland nach wie vor nicht, sondern nur das benannte Widget. Und welche Geschichten darin auftauchen, ist alleine Apples Entscheidung.

Ebenso unterwerfen sich Verleger der Entscheidungsgewalt Apples, wenn sie ihre Publikationen im "iTunes Store für Zeitungen und Zeitschriften", was die News-Apps sein könnte und wollte, einstellen. Denn welche Titel an welcher Stelle stehen, ist dann Sache des Kiosk-Betreibers. Mit der kürzlich angekündigten Übernahme von Texture zeigt Apple aber sein Engagement, im Jahr 2011 hatte Apple bereits den Medienunternehmer Rupert Murdoch bei seinem Versuch unterstützt, mit "The Daily" die Tageszeitung in das digitale Zeitalter zu überführen. Was hingegen anscheinend nicht gut funktioniert hat, ist der digitale Zeitungskiosk, den Apple aus iOS wieder entfernt hat. Der "Newsstand" war aber nichts weiter als ein Ordner im System und eine Flag im App Store, mit der Publisher ihre Apps  markieren konnten. Apple-CEO Tim Cook betonte vor einer guten Woche, Apple lege Wert auf Qualitätsjournalismus und wolle Verlegern die Gelegenheit verschaffen, ausführlich recherchierte und schön gestaltete Geschichten an die Leser zu bringen und den Aufwand auch finanzieren zu können. Mit Texture hat Apple einerseits eine Leseflatrate im Angebot, in der sich die Kunden beliebig bedienen und informieren können, die News-App hingegen bietet von einer Redaktion kuratierte Artikel.

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