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Apple Park in Cupertino: Bei Apple zu Hause

14.01.2019 | 13:56 Uhr |

In das "Raumschiff" genannte BĂŒrogebĂ€ude kommt man nicht rein und in das Steve-Jobs-Theater nur bei Keynotes auf Einladungen. Das Besucherzentrum des Apple Park in Cupertino ist aber schon eine Reise wert. Unser Autor Jan Schaller hat Apple besucht.

Kaum, dass man eine der riesigen GlastĂŒren hinter sich gelassen hat, drĂŒckt einem ein etwas übermotivierter Apple-Mitarbeiter ein iPad in die Hand: „Do you wanna have one for AR?“ Wollen Sie eins fĂŒr AR haben? Vor mir steht ein riesiges Modell des Apple Park, dem neuen Hauptsitz von Apple in Cupertino. Rings herum drĂ€ngen sich Menschen aus aller Welt und halten iPads in die Höhe, um sich mithilfe von Augmented Reality anzuschauen, wie wunderbar grĂŒn der Park innerhalb des vom BĂŒrogebĂ€ude eingenommenen Rings ist, oder wie die ausgeklĂŒgelte BelĂŒftungstechnik funktioniert.

Ich habe mich in das Besucherzentrum des Apple Park begeben, in das eigentliche GebĂ€ude, nicht ohne Grund "Raumschiff" genannt, kommen nur Mitarbeiter des Tech-Riesen. Und nein, es gibt wirklich keine Chance, in den Torus aus Stahl und Glas zu kommen, wenn man nicht eine Verhaftung wegen Hausfriedensbruch riskieren möchte. FĂŒr Normalsterbliche bleibt also nur das Besucherzentrum, das gleichzeitig ein Apple Store ist. Hier ist alles so, wie Apple es sich ertrĂ€umt. Das GebĂ€ude an sich hat keine AußenwĂ€nde im klassischen Sinne, sondern nur riesige GlasflĂ€chen. Und auch innen merkt man, dass Apples Chefdesigner Jony Ive (Architekt war Norman Foster) viel Freude hatte: runde Formen, viel Weiß und nur Glas, Holz, sowie ein wenig Stahl. Eben typisch Apple.

Neben bereits erwĂ€hntem AR-Modell und Verkaufsraum wird Besuchern eine Cafeteria mit wirklich leckerem Kaffee geboten. Und keine Sorge: Beim Kaffee bewegt sich Apple im preislichen Rahmen. Vier US-Dollar für einen Cappuccino sind zwar kein Schnäppchen, mitten im hochpreisigen Silicon Valley aber absolut in Ordnung. Wer seinen Kaffee entsprechend genießen will, kann dazu die Dachterrasse nutzen. Das ist wirklich nett, wenn die Sonne darauf scheint und man gleichzeitig Blick auf den Apple Park hat. Leider versperren einige groß gewachsene BĂ€ume den Blick. Immerhin finden sich aber an jeder Ecke stets freundliche und aufmerksame Apple-Mitarbeiter, die das Familienfoto knippsen oder einfach nur ein wenig mit einem plaudern.

Besuch im Wohnzimmer des Mac-Herstellers

Als Apple-Fan wollte ich meinen Aufenthalt in San Francisco natĂŒrlich nutzen, um mir auch das Wohnzimmer von Apple mal anzuschauen. Leider wird man nur in den Flur gebeten und bekommt von der Wohnung nichts zu sehen, ein kurzer Trip ist aber dennoch zu empfehlen. Der Store ist wirklich schön und vor allem verkauft Apple dort einige Merchandise-Artikel, die man nirgendwo sonst bekommt. Hierzu gehören diverse T-Shirts, Beutel mit Apple-Park-Logo, BaseballmĂŒtzen und sogar Babystrampler. Ich hab mich letztendlich fĂŒr das Memory-Kartenspiel entschieden. Auf den einzelnen Karten sind die unterschiedlichsten Apple-Produkte, wie zum Beispiel der alte Mac Pro oder der Apple Pencil aufgedruckt.

Offensichtlich wird das Besucherzentrum gut angenommen. Ein Mitarbeiter sagte mir, dass seit Eröffnung im November 2017 bereits drei Millionen Besucher dort waren und tĂ€glich zwischen fĂŒnf- und zehntausend kĂ€men. Wer also eh in der NĂ€he ist und ein wenig Freizeit entbehren kann, sollte durchaus mal nach Cupertino fahren. Den Besuch bei Apple kann man dann gleich noch mit Stippvisiten bei der Konkurrenz verbinden: Google und Facebook residieren quasi um die Ecke, innerhalb von fĂŒnfzehn Autominuten ist man wirklich überall. Und fĂŒr ein paar lustige Selfies mit den großen Android-Figuren auf Googles Campus lohnt sich der kleine Umweg allemal. So kann man den Tag mit einer wunderbaren kleinen Tech-Tour verbringen und Apple so nah kommen, wie sonst wohl nie.

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