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Apple Pay mit Boon nutzen – Wenn die Bank nicht mitmacht

11.12.2018 | 16:37 Uhr |

Zum Start von Apple Pay in Deutschland fehlen wichtige Banken. Die App Boon bietet einen Ausweg. So geht's.

Der eine hat eine Girocard der HypoVereinsbank. Der andere eine Mastercard. Diese ist aber von der Stadtsparkasse München ausgegeben – außer Floskeln hat es vom Sparkassenverband noch keine Aussage gegeben, ob und wenn ja, wann man seinen Kunden Apple Pay anbieten möchte. Volks- und Raiffeisenbanken sind auch noch nicht dabei. Dafür aber die Comdirect,  Deutsche Bank oder eben die HypoVereinsbank (HVB). Doch während die ersten beiden für Apple Pay auch ihre Debit- respektive Girokarten anbieten, muss man von der HVB eine Kreditkarte haben, die Girocard reicht nicht.

Immer mehr Banken stellen ihren Kunden in Deutschland den Apple Pay-Service zur Verfügung. Aber wie aktiviert man eigentlich das neue Bezahlsystem von Apple? Wir zeigen euch, wie ihr in wenigen Schritten Apple Pay einrichtet - und auch wieder deaktivieren könnt!

Beiden Nutzergruppen, den Sparkassenkunden mit Mastercard und denen der HVB mit Girocard sowie vielen anderen Bankkunden hilft aber die App Boon weiter. Diese wird von der Bank Wirecard in Großbritannien angeboten. Der Service klingt erst einmal unkompliziert: Die App erstellt ein Konto und daraus eine digitale Debitcard, die Apple Pay akzeptiert. Das Konto ist erst einmal leer, man kann es aber mit seiner Kreditkarte oder einer SEPA-Überweisung auffüllen.

Boon: Nur drei Monate gratis. Ob es die Sparkasse bis dahin schafft?
Vergrößern Boon: Nur drei Monate gratis. Ob es die Sparkasse bis dahin schafft?

Boon ist nur für drei Monate kostenlos, ab dem vierten sind für den Service 1,49 Euro im Monat fällig. In der einfachen Grundversion hat man ein monatliches Limit von 100 Euro, das aber genügen sollte, um Apple Pay unverbindlich auszuprobieren und kleinere Einkäufe bargeld- und vor allem kontaktlos zu bezahlen. Das Upgrade auf Boon Plus verursacht keine weiteren Kosten, auch diese Stufe ist drei Monate gratis und kostet dann 1,49 Euro monatlich. Das Limit steigt auf 5.000 Euro im Monat – und vor allem sind direkte Transkationen von Boon-Plus-Kunden untereinander möglich.

Boon erstellt eine digitale Debitcard
Vergrößern Boon erstellt eine digitale Debitcard

Also: Wer eine Kreditkarte gleich welchen Instituts besitzt, diese aber nicht für Apple Pay nutzbar ist, kann mit Boon sofort loslegen. Wer keine Kreditkarte hat, kann sein Konto auch per SEPA-Überweisung aufladen. Für Boon Plus und sein ausgedehntes Limit ist ein Adressnachweis notwendig. Dazu sind mindestens zwei Dokumente vonnöten, etwa Führerschein und Personalausweis, deren Überprüfung aber bis zu zwei Tage dauern kann. Lesen Sie hier Schritt für Schritt, wie Sie Apple Pay nutzen können, obwohl Ihre Bank (noch) nicht mitspielt.

Bereit für Apple Pay
Vergrößern Bereit für Apple Pay

Schritt 1

Laden Sie die App "boon." aus dem App Store

Schritt 2

Für die Registrierung benötigt Boon neben Ihrem Namen und der Adresse natürlich auch ein sicheres Passwort. Sie können sich dann aber später per Touch ID oder Face ID anmelden. Zudem hat Boon einige Sicherheitsfragen zur Auswahl, entscheiden Sie sich für eine und geben die dazu passende Antwort ein. Boon will auch Ihr Geburtsdatum wissen, Sie müssen mindestens 16 Jahre alt sein.

Schritt 3

Wollen Sie sofort loslegen, können Sie Ihr Konto via Kreditkarte aufladen. Dazu müssen Sie eine Master- oder Visa-Card der App hinzufügen, Boon erkennt die Nummer mit der Kamera des iPhones, falls Sie die App Kamera dafür freigeben, Nummern tippen bleibt Ihnen also erspart. Wählen Sie einen Betrag bis 100 Euro aus, den Sie von Ihrer Kreditkarte auf Ihr Boon-Konto transferieren.

Das Guthaben lädt man mit einer herkömmlichen Kreditkarte auf - oder per SEPA-Überweisung...
Vergrößern Das Guthaben lädt man mit einer herkömmlichen Kreditkarte auf - oder per SEPA-Überweisung...
... die man aber nur mit Boon Plus nach einer Adressverifizierung erledigen kann.
Vergrößern ... die man aber nur mit Boon Plus nach einer Adressverifizierung erledigen kann.

Schritt 3a

Womit wir ein wenig zu kämpfen hatten: Boon fordert die Legitimation der Kreditkarte über den S-ID-Check der Sparkasse an. Hier mussten wir uns erst wieder neu registrieren, die letzte Registrierung war offenbar mit einem Telefonwechsel verloren gegangen. Das hat uns wegen eines Bedienungsfehlers ein wenig aufgehalten. Nach erfolgter Registrierung aber schreibt uns Boon flott den gewählten Betrag auf die digitale Debitcard gut.

Check der Kreditkarte - die muss dafür natürlich registriert sein, hier bei Mastercard
Vergrößern Check der Kreditkarte - die muss dafür natürlich registriert sein, hier bei Mastercard

Schritt 4

Wenn Sie Ihre Kreditkarte hierfür nicht hergeben wollen oder gar keine besitzen, können Sie Ihr Boon-Konto auch per SEPA-Überweisung aufladen.

Schritt 4a

Für direkte Geldsendungen an Freunde müssen Sie sich für Boon Plus registrieren, was einen Adressnachweis erfordert. Diesen müssen Sie immer mit zwei Dokumenten erbringen. Entweder mit Personalausweis und Führerschein – wobei Sie jeweils beide Seiten fotografieren müssen – oder mit Lichtbilddokument und zwei PDF-Dokumenten von Kontoauszügen oder Stromrechnungen. Wenn Sie alle Daten erfolgreich hochgeladen haben – bei uns stürzte der Uploadservice einmal ab – dauert es noch zwei Tage, bis Ihre Adresse verifiziert ist.

Das Guthaben steht dann für Apple Pay zur Verfügung
Vergrößern Das Guthaben steht dann für Apple Pay zur Verfügung

Schritt 5

Fügen Sie die Boon-Card Ihrer Wallet auf iPhone und/oder Apple Watch hinzu, Sie können ab sofort per Apple Pay in Deutschland einkaufen. Das geht an jedem NFC-fähigen Terminal. Wenn Sie also im Supermarkt Ihres Heimatortes an der Kasse etwas von "Hier können Sie kontaktlos bezahlen" sehen, dann bringen Sie einfach Ihr iPhone oder Ihre Apple Watch in die Nähe des Terminals und verifizieren Sie sich mit Touch ID oder Face ID.

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