2250070

Apple überlegt rechtliche Schritte gegen Einreiseverbot

02.02.2017 | 10:51 Uhr |

Apple und andere Silikon-Valley-Größen überlegen es nicht nur bei Worten bleiben zu lassen, sondern vor Gericht zu ziehen.

Tim Cook, in Alabama geborener Geschäftsführer einer Firma, die von einem leiblichen Sohn eines syrischen Flüchtlings gegründet worden war, lehnt das letzte Woche verhängte Einreiseverbot für Bürger sieben mehrheitlich muslimischer Staaten ab. Das wird nicht nur in dem Schreiben an Apple-Mitarbeiter von letztem Freitag offenbart. Gegenüber dem Wall Street Journal erklärt Cook: "Mehr als jedes andere Land der Welt ist dieses Land stark wegen unserer Migrationsgeschichte und unserer Fähigkeit und Kapazität als Gesellschaft, Leute mit allerlei Hintergründen willkommen zu heißen. Das macht uns einzigartig. Wir sollten einen Moment innehalten und das tief gehend durchdenken."

Bei Gedanken und Worten will es Cook aber nicht belassen, gegenüber der Zeitung deutet er an, dass sich Apple auch auf rechtlichem Wege gegen die Anordnung sträuben könnte. Wie das genau aussehen würde, sei jedoch noch nicht klar, man wolle "konstruktiv und produktiv" vorgehen. Von der Executive Order sind direkt viele Apple-Mitarbeiter betroffen, deren Schicksale Cook öffentlich machen möchte. Unterstützung bekommt Apple unter anderem von Amazon, das sich bereits einer vom Generalstaatsanwalt des US-Bundesstaates Washington Bob Ferguson gegen die Regierung eingereichten Klage angeschlossen hat..

Silicon Valley voller Migranten

Mag sein, dass Fakten nicht viel weiter helfen, wenn Ressentiment und andere negative Gefühle die Politik bestimmen. Der renommierte Technik-Journalist Walt Mossberg (Wall Street Journal, Recode) hat in einem Beitrag für The Verge aber ein paar Argumente aufgeschrieben, warum der vom Weißen Haus verhängte Bann gegen amerikanische Werte verstößt und wie Zuwanderung die US-Wirtschaft prosperieren lässt. Dabei geht es nicht nur um im Ausland geborenen Spitzenkräfte wie Sergey Brin (Google, aus Russland eingewandert), Sundar Pichai (Google, Indien) oder Elon Musk (Tesla, Space X; Südafrika), Satya Nadella (Microsoft, Indien), Safra Catz (Oracle, Israel)  oder eben gar das Beispiel des Sohnes eines syrischen Einwanderers (Steve Jobs), zu dessen Mentoren der Intel-Mitbegründer Andy Grove gehörte, der vor dem kommunistischem Regime aus Ungarn in die USA geflohen war. Es werde zwar bei weitem nicht jeder Immigrant in der Lage sein, Großartiges auf die Beine zu stellen. Doch zeige jeder, der in einem anderen Land sein Glück versuche, überdurchschnittliches Engagement, um überhaupt dort hin zu gelangen und sich zu etablieren. Dennoch dürfe man nicht vergessen, dass offene Immigration missbraucht werden könne und dass auch viel in Bildung der heimischen Arbeiter investiert werden müsse. Unter dem Strich helfe Zuwanderung einer kompetetiven Wirtschaft aber mehr als sie schade.

0 Kommentare zu diesem Artikel

Macwelt Marktplatz

2250070