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Apple setzt wohl künftig auf ARM statt Intel bei Mac-CPUs

03.04.2018 | 13:23 Uhr |

Apple soll ab 2020 Macs mit eigenen CPUs auf den Markt zu bringen. Bloomberg berichtet über ein internes Projekt "Kalamata".

Mit einem Bericht am zweiten April erregte Bloomberg viel Aufsehen, handelte es sich doch offensichtlich um keinen verspäteten April-Scherz: Laut Informationen von Bloomberg soll Apple planen, ab 2020 die Intel-CPUs in seinen Mac durch eigene Chips zu ersetzen. Das Projekt namens „Kalamata“ soll noch in den Anfängen stehen, und in einem mehrstufigen Prozess durchgeführt werden. Macs, iPhones und iPads sollen angeglichen werden und besser miteinander zusammenarbeiten. In seinen iPhones und iPad verwendet Apple ja bereits eigene sehr leistungsfähige ARM-CPUs wie im iPhone X den A11, in neueren Macs wie dem Macbook Pro und dem iMac Pro übernehmen ARM-Chips bereits Unterfunktionen. Ein Wechsel von der x86- zur ARM-Plattform wurde in den letzten Jahren immer wieder vermutet, laut Quellen von Bloomberg hat die Leitung von Apple das Projekt jetzt intern genehmigt.

Eine Bestätigung von Apple fehlt, in Finanzkreisen wird dieses Gerücht aber sehr ernst genommen, so sank die Aktie von Intel bereits um einige Prozent. Immerhin ist Apple einer der wichtigeren Intel-Kunden und steht für fünf Prozent der Firmenumsätze. Als noch schädigender schätzen Analysten allerdings den resultierenden Image-Verlust für den Chip-Giganten und "seine" x86-Plattform ein.

Der Wechsel zu eigenen Prozessoren, vermutlich der ARM-Plattform, würde Apple Vorteile gegenüber der Konkurrenz verschaffen. Durch eigene CPUs könnte Apple etwa Produkte und neue Funktionen schneller einführen und vermutlich Kosten sparen. Die starke Abhängigkeit von Intels Produktgenerationen und Lieferfristen ist vermutlich ein weiterer Grund. So ist die griechische Stadt Kalamata nicht nur für Oliven bekannt, sondern auch als ein Kern des griechischen Unabhängigkeits-Kampfes.

Man vermutet, dass Apple den Wechsel Schritt für Schritt vollziehen wird und zuerst nur bei kommenden Macbooks auf die neue Plattform setzen wird. So erscheinen ja ARM-CPUs bei iMac und dem geplantem Mac Pro vorerst wenig sinnvoll. Größtes Problem ist aber wohl das Softwareangebot für Macs: Das Betriebssystem und eigene Programme wie iWork könnte Apple relativ schnell auf die ARM-Plattform portieren, anders sieht es mit anderen Anwendungsprogrammen von Drittherstellern wie Adobe und Microsoft aus. In diesem Zusammenhang Interessant: Noch in diesem Jahr soll eine neue Softwareplattform namens „ Marzipan " erscheinen. Die intern Marzipan genannte Plattform soll die Nutzung von iOS-Apps auf dem Mac ermöglichen, was die Plattformen iOS und macOS weiter aneinander annähert.

Laut Bloomberg ist Apple mit dieser Abkehr von Intel nicht alleine, so soll Qualcomm mit PC-Herstellern an einer besonders dünnen und leichten Notebook-Linie arbeiten – eine ARM-Version von Microsoft liegt bereits vor. Microsoft hatte vor einigen Jahren bereits einen eigenen Versuch gestartet, auf ARM-CPUs basierende Notebooks bzw. Tablets anzubieten. Der kommerzielle Erfolg war damals allerdings gering. Die aktuell vor allem in Smartphones anzutreffenden ARM-CPUs haben einen guten Ruf, was das Verhältnis von Energieverbrauch zur Leistung betrifft, die Eignung für Desktops gilt aber als umstritten – wenn auch die aktuellen A11-Chips in manchen Benchmarks kaum noch Unterschiede zu Macbooks aufweisen . Die herkömmliche  x86-Architektur gilt als weniger spezialisiert und dadurch vielseitiger nutzbar. Allerdings gibt es auch im Server-Bereich erste Versuche mit Servern mit ARM-Technologie wie die Falkor-CPU von Qualcomm, für den es von Microsoft sogar schon eine Microsoft Server-Version gibt. Zur kommenden WWDC erwarten wir aber mehr Informationen zu Apples Plänen.

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