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Apple stellt sich gegen geplantes Reparaturgesetz

10.03.2017 | 16:33 Uhr |

In Nebraska soll ein neues Reparaturgesetz verabschiedet werden. Damit wäre Apple gezwungen, sämtlichen Reparatur-Shops Zugang zu seinen Produkten zu ermöglichen. Dagegen will das Unternehmen nun vorgehen.

Laut AppleInsider wurde die Staatssenatorin, Lydia Brash, die als Förderin des sogenannten „Adopt the Fair Repair Act“ in Nebraska gilt, von dem Apple-Delegierten, Steve Kester, über mögliche Risiken und Gefahren des geplanten Reparaturgesetzes unterrichtet.

Demnach soll Kester, der staatliche Angelegenheiten für Apple regelt, in einem privaten Gespräch davor gewarnt haben, dass Nebraska zu einem „Mekka für schlechte Schauspieler“ werde, sofern das Gesetz verabschiedet wird. Das geplante Gesetz könne dazu führen, dass unter anderem Hacker unerwünschten Zugang zu Apple-Komponenten erhalten.

Dass Apple sich gegen das Gesetz ausspricht, kommt nicht überraschend. Das Unternehmen hat bereits in der Vergangenheit konsequent gegen ähnlich geplante Gesetze gekämpft. Der Grund dafür: Apple-Produkte sollten nach Meinung des Herstellers ausschließlich von qualifizierten Technikern repariert werden. Apple argumentiert sogar soweit und behauptet, dass mit der Verabschiedung eines solchen Gesetzes Industriegeheimnisse aufgedeckt werden und somit ernstzunehmende Sicherheitslücken entstehen könnten.

Apple ist bei weitem nicht das einzige Unternehmen, dass sich wegen des geplanten Reparaturgesetzes besorgt zeigt: Auch Microsoft, Google, Samsung, Nintendo oder Sony äußerten diesbezüglich ihre Bedenken.

Befürworter des Gesetzes beschuldigen Unternehmen wie Apple, dass diese lediglich an ihrer bisherigen Machtposition im Reparatur-Geschäft festhalten wollen. Das Lockern eines solchen Marktes würde zudem Kunden mehr Optionen bieten, so die Befürworter.

Das Problem der Auswahlmöglichkeiten für Nutzer, die ländlich leben, entsteht dadurch, dass Unternehmen ihre Reparatur-Services meist in Großstädten anbieten. In Nebraska befindet sich zum Beispiel nur ein einziger Apple Store – im Einkaufszentrum Village Pointe. Eine Hand voll autorisierter Repair Shops sind im ganzen Staat verteilt, wobei viele Kunden bei Problemen mit ihren Produkten lange Fahrten auf sich nehmen oder diese einschicken müssen.

Im Fall Nebraska scheint Apple vorerst die Einführung eines solchen Reparaturgesetzes verhindert zu haben, doch in Illinois, Kansas, Massachusetts, Minnesota, New York, Tennessee und Wyoming sollen schon bald ähnliche Gesetze verabschiedet werden.

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