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Apple: iPhones 7 und 8 zurück in Deutschland

14.02.2019 | 12:49 Uhr |

Apple hat offenbar doch noch angepasste Modelle gefertigt, um den Verkauf der beliebten Modelle wieder aufnehmen zu können.

Update vom 14. Februar 2019:

Seit knapp zwei Monaten ist die Liste der iPhones im deutschen Online Store von Apple ungewöhnlich kurz: Nur die Modelle XS , XS Max und XR konnte man bis vor kurzem direkt von Apple erwerben. Grund dafür war ein Verkaufsverbot der Modellreihen 7 und 8, das Qualcomm nach einer Gerichtsentscheidung erwirkt hat. Schon in den letzten Wochen sind jedoch Gerüchte durchgesickert, dass Apple die beliebten Modelle wieder in Umlauf bringt. Die technischen Spezifikationen haben sich nicht geändert, offenbar baut Apple die deutschen iPhone 8 mit dem Qualcomm-Chip – der Intel-Chip, bzw. das Modem-Teil von Qorvo verletzen nach der Gerichtsentscheidung im November 2018 die Patente von Qualcomm. Das Verdikt steht aber auf wackligen Füßen und könnte von der nächst höheren Instanz, dem Oberlandesgericht in München, wieder kassiert werden.

Aktuelle Meldung vom 21. Dezember 2018:

Rückzug : Apple reagiert auf das Urteil des Landgerichts München I, das Qualcomm im Patentstreit im Recht sieht und das vom Chiphersteller geforderte Verkaufsverbot für einige ältere iPhone-Modelle verhängt hat. Das iPhone X verkauft Apple ohnehin nicht mehr, die Modelle iPhoine 7 (Plus) und iPhone 8 (Plus) werde Apple aber aus seinen 15 Stores in Deutschland zurückziehen. Die neuen Modelle des Jahrgangs 2018, iPhone XS, XS Max und XR bleiben im Handel.

Ein ähnliches Urteil in China hatte Apple mit einem Softwareupdate umgangen, Qualcomm ist jedoch der Ansicht, dieses wirke nicht, um die Patentverletzung aufzuheben. Apple zeigt sich enttäuscht von dem Urteil und hat Berufung angekündigt, alle iPhones bleiben über 4300 Verkaufsstellen bei Carriern und Handelspartnern verfügbar, kündigt das Unternehmen an.

Über das Urteil hoch erfreut zeigt sich Qualcomm-Rechtsvorstand Don Rosenberg. Zwei Gerichte hätten unabhängig voneinander festgestellt, dass Apple Patente verletze und den Wert der Schutzschriften für Qualcomm bestätigt. Der  Chiphersteller sieht sich aber selbst heftigen Gegenwind ausgesetzt, die Vorwürfe von Apple und anderer Hersteller, Qualcomm würde mit unfairen Praktiken ein Quasimonopol bei Funkmodems errichten, werden noch vor Gericht verhandelt.

Während der Fall China für Apple kompliziert sein könnte, ist Deutschland nicht so entscheidend für den Verkaufserfolg. Die Bernstein-Analystin Stacy Rasgon rechnet mit 10 Millionen verkauften Einheiten pro Jahr, etwa die Hälfte entfiele auf ältere Modelle. Doch könnte Qualcomm durchaus noch versuchen, den Bann auf Reseller und vor allem auf die neuen Modelle auszuweiten, die bei Beginn des Prozesses noch nicht einmal angekündigt waren. Für Apple ergibt sich daraus zweierlei: Früher oder später wird sich der iPhone-Hersteller wieder zähneknirschend auf die Lizenzforderungen Qualcomms einlassen müssen, bei der Entwicklung künftiger iPhones wird Apple versuchen, so weit wie nur irgendwie möglich die Technologien des einstigen Partners zu vermeiden. Chips für Mobilfunk liefert schon heute Intel, Apple hat in Qualcomms Heimatstadt San Diego eine Niederlassung eröffnet, in der Apple selbst Funkchips entwickeln will – mit der Hilfe ehemaliger Qualcomm-Ingenieure. Die Urteile in China und München könnten sich für Qualcomm durchaus als Pyrrhus-Siege erweisen.

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