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Apple TV und Smart TVs: Die Services-Strategie

10.01.2019 | 14:07 Uhr |

Apple verkauft nicht nur Hardware ÔÇô speziell der TV-Dienst wird 2019 eine spannende Angelegenheit, wie die Geschehnisse dieser Woche zeigen.

Apple nimmt offiziell nicht an der j├Ąhrlichen Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas teil, ist in diesem Jahr aber dort in aller Munde. Das liegt an den Vertr├Ągen, die Apple mit gro├čen TV-Herstellern┬á abgeschlossen hat, um AirPlay 2 (und in mindestens einem Fall auch iTunes-Filme und TV-Shows) in ihre 4K-HDR-Fernseher einzubetten ÔÇô die CES ist der Zeitpunkt, an dem TV-Hersteller gro├če Ank├╝ndigungen machen.

Ich habe von einigen Leuten geh├Ârt, die ├╝ber Apples Zug ├╝berrascht sind, denn so sind die Kunden ja nicht mehr gezwungen, ein Apple TV┬á f├╝r den Zugang zu Apples Videoinhalten zu kaufen. Doch verbinden diese Leute Apple mit einer Firma, die so nicht mehr existiert, n├Ąmlich ein Apple, das sein Geld mit margenstarker Hardware Geld verdient.

Seit Apple im Januar 2016 das Interesse auf den Posten "Servives" in seiner Bilanz lenkte, stellt sich der Konzern darauf ein, das verlangsamte iPhone-Wachstum durch eine neue Kategorie auszugleichen, die der Wall Street gef├Ąllt. Services ist Apples am schnellsten wachsende Umsatzkategorie und verfolgt einen konstanten Aufw├Ąrtstrend, der von keinem anderen Teil des Unternehmens erreicht wird.

TV-Dienste f├╝r die breite Masse

Das ist das neue Apple ÔÇô eines, das immer noch gerne Geld mit dem Verkauf von Macs, iPads und vor allem iPhones verdient, aber wei├č, dass es in anderen Bereichen wachsen muss. Apple Music, der App Store, iCloud und Apple Pay sind Bereiche, in denen Apple Apple auch nach dem Hardwareverkauf noch Geld verdient. Wo das herkommt, gibt es bestimmt noch mehr.

Im Sommer 2017 stellte Apple zwei F├╝hrungskr├Ąfte von Sony TV ein, wies ihnen ein Budget von einer berichteten Milliarde Dollar f├╝r Inhalt zu und begann damit, einen Streaming-Service zu entwickeln, der mit Netflix, Amazon Prime Video, Hulu, HBO und Disney konkurrieren will. Aber Cupertino gibt keine Milliarde US-Dollar aus, nur um mehr Apple-TV-Boxen zu verkaufen ÔÇô eine solche Investition w├╝rde sich nie auszahlen. Apple gibt eine Milliarde US-Dollar f├╝r Inhalte aus, um so viele Menschen wie m├Âglich dazu zu bringen, den neuen Videoservice zu abonnieren.

Wie ich schon letzten Monat geschrieben habe , zeigt der Trend seit einiger Zeit f├╝r Apple in die Richtung, mit anderen Unternehmen Gesch├Ąfte zu machen. Apples Vereinbarung mit Amazon, Apple Music auf Amazon Echo zu bringen, war ein ernstes Zeichen daf├╝r, dass man es mit einem Apple zu tun hat, das keine Angst davor hat, seine Dienste auf Hardware anderer Hersteller anzubieten.

Auf der CES haben wir den Anfang der Lawine gesehen. Ich habe keinen Zweifel daran, dass Apple mit jedem existierenden Premium-TV-Anbieter Vereinbarungen abgeschlossen hat,┬á bisher haben wir nur gesehen, dass sich Vizio, Sony, LG und Samsung gemeldet haben. Ich gehe davon aus, dass es immer mehr Ank├╝ndigungen geben ÔÇô und nicht nur von Fernsehger├Ąteherstellern. Der n├Ąchste logische Schritt w├Ąre, dass Apple seine Dienste auch auf anderen Videoplattformen von Drittanbietern anbietet, insbesondere Roku und Amazon Fire TV.

Roku stellt seine eigenen Settop-Boxen her und bettet seine Software in viele hochwertige Fernseher ein, so dass eine Kooperation mit Roku f├╝r Apple eine Win-Win-Situation br├Ąchte. Und angesichts all der Angebote, die Apple und Amazon k├╝rzlich angek├╝ndigt haben ÔÇô nicht nur Apple Music auf Echo, sondern Prime Video auf Apple TV und offiziell auf Amazon.com erh├Ąltliche Apple Produkte ÔÇô ist es schwer zu glauben, dass ein Deal f├╝r Fire TV Support nicht in Arbeit ist.

Welche Rolle AirPlay 2 hierbei spielt

Eine Frage wirft Apples Vereinbarung mit Samsung auf. Bislang ist der Hersteller aus Korea der einzige, der nicht nur AirPlay 2, sondern auch eine spezielle App f├╝r Apples Dienste anbieten wird. Ist das eine Exklusivvereinbarung? Und wenn ja, wie lange l├Ąuft der Exklusivzeitraum? Oder hatten andere Hersteller die M├Âglichkeit, sowohl AirPlay 2 als auch eine dedizierte App zu unterst├╝tzen, und die bisherigen Ank├╝ndigungen spiegeln lediglich Samsungs F├Ąhigkeit wider, sich auf eine dedizierte App festzulegen, w├Ąhrend andere das nicht schafften? Es bleibt ein kleines R├Ątsel.

W├Ąhrend die ideale Situation w├Ąre, dass jeder Fernseher und jede Settop-Box eine Apple-Video-App vorinstalliert ÔÇô vermutlich wird das iTunes Logo durch den Namen des Abonnement-Videodienstes von Apple ersetzt, wenn es nicht "iTunes "ist ÔÇô ist AirPlay 2 eine gute Alternativl├Âsung. Ersteres erm├Âglicht es jedem, unabh├Ąngig von seinem Besitz eines Apple-Ger├Ąts, das Video von Apple auf seinem Fernseher abzuspielen. Letzteres sollte gut funktionieren und sogar mit Siri integriert werden k├Ânnen, aber es erfordert aber, dass Sie mindestens ein Apple-Ger├Ąt besitzen, von dem Sie Inhalte auf den gro├čen Bildschirm streamen.

AirPlay 2 l├Âst ein gro├čes Problem, das ich bereits im November beschrieben habe ÔÇô die Idee, dass viele Menschen im Apple-├ľkosystem (d.h. sie haben ein iPhone oder iPad oder Mac), sich nicht dazu motivieren lassen, 199 Euro f├╝r eine Apple-TV-Box zu bezahlen. Wenn aber AirPlay 2 auf modernen Fernsehger├Ąten zum Standard wird, entfallen diese Reibungsverluste, da man auf dem Apple-Ger├Ąt Inhalte kauft, mietet oder streamt und diese auf dem Fernseher ansieht, ohne daran eine zus├Ątzliche Box anzuschlie├čen.

Weitere Schritte erforderlich

Ich frage mich auch, ob Apple, wie ich im Juni letzten Jahres spekuliert habe , letztendlich dazu ├╝bergehen k├Ânnte, tvOS an TV-Hersteller zu lizenzieren und mit Roku und webOS als Embedded-Betriebssysteme auf Smart TVs zu konkurrieren. Ich bin mir nicht sicher, ob ich nach den Ank├╝ndigungen dieser Woche meine Meinung ├╝berdenken muss.

Ich habe auch nicht wirklich das Gef├╝hl, dass die Neuigkeiten dieser Woche das Todesurteil f├╝r Apple TV als Hardwareprodukt bedeutet. Ich glaube, dass es einen Platz f├╝r hochwertige, von Apple gebaute Produkte gibt, die die Priorit├Ąten von Apple veranschaulichen und so gestaltet sind, dass sie den Verbrauchern, die das All-Apple-Erlebnis w├╝nschen, gefallen. Der Homepod kann ein gro├čartiges, eigenst├Ąndiges, sprachgesteuertes Lautsprechersystem sein; wenn der einzige Ort, an dem Apple Music die Sprachsteuerung ├╝bernimmt, das Einzige war, was ihn am Leben erhalten hat, dann verdient er es zu sterben. Ebenso wird das Apple TV eine solide Standalone-Option mit Apples Engagement f├╝r den Datenschutz und die M├Âglichkeit, iOS-Anwendungen auszuf├╝hren, sowie die Garantie f├╝r das beste Erlebnis, das Apple f├╝r seine Inhalte und Dienste bieten kann. Wenn das aber nicht ausreicht, um in dieser Nische ausreichend Kunden zu erreichen, sollte sie sterben. Ich denke aber, dass beide Produkte am Leben bleiben und als High-End-Optionen gedeihen werden.

Was kommt als n├Ąchstes? Am offensichtlichsten ist die Enth├╝llung des neuen Videoservices von Apple. W├Ąhrend Hollywood von Berichten ├╝ber all die Gesch├Ąfte schwirrt, die Apple mit Schauspielern, Star-Produzenten und Studios abschlie├čt, blieb Apple stumm. Wir kennen weder den Namen des Dienstes, seinen Preis oder den Zeitpunkt der Einf├╝hrung.

Die einzige Garantie ist diese: Wenn Apple seinen Service ank├╝ndigt, den es seit 18 Monaten baut, wird es einige Leute ├╝berraschen. Der Strategiewechsel von Apple war seit einiger Zeit klar zu erkennen, von der Fokussierung auf den Dienstleistungsumsatz bis hin zu den teuren TV-Deals. Aber wenn Sie an Apple als ein Unternehmen denken, das lediglich Kisten mit Hardware verkauft, wird Sie 2019 noch viel mehr ├╝berraschen.

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