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Apple verlegt chinesische iCloud-Daten nach China – inklusive Schlüssel

26.02.2018 | 09:32 Uhr |

Apple kommt der Aufforderung des Gesetzgebers nach, die Daten seiner chinesischen Kunden auf Server in China zu verlegen. China verlangt auch nach Aushändigung der Schlüssel für die Konten.

Update vom 26. Februar 2018:   Apple hatte im Januar angekündigt, die iCloud-Daten chinesischer Kunden in Rechenzentren in der Volksrepublik zu verlagern, Kunden aus Hongkong, Macau und Taiwan sind davon nicht betroffen. Apple müsse dem chinesischem Recht entsprechen, bringt Cupertino zu seiner Verteidigung hervor. Chinesische Behörden haben nun aber leichter Zugriff auf die Daten ihrer Untertanen. Der Umzug geht sogar noch ein Stück weiter, als bisher bekannt, denn Apple verlagert nun auch die Schlüssel für verschlüsselte iCloud-Konten chinesischer Kunden nach China . Bisher waren diese zentral in den USA gelagert, für alle Kunden weltweit. Für die Behörden wird die Überwachung der Apple-Kunden nun noch einfacher, denn wollten diese bisher bestimmte Konten offen legen, mussten sie sich erst durch das US-Rechtssystem klagen - nun liegen alle Werkzeuge bereit, um den Untertanen alle Geheimnisse unproblematisch entlocken zu können.

Stand vom 18. Januar 2018: Wer die iCloud benutzt, vertraut seine Daten Apple an, das diese auf Serverfarmen etwa in Reno, Nevada, speichert. Das gilt in Kürze aber nicht mehr in China, denn nach chinesischem Recht muss der iCloud-Anbieter einen lokalen Partner mit dem Hosting der Daten betreuen. Ab 28. Februar werde Apple die iCloud-Daten an die chinesische Firma Guizhou on the Cloud Big Data (GCBD) und deren Server übertragen, hat Cupertino bestätigt und seinen Kunden in China mitgeteilt. Diese müssen neue Nutzungsbedingungen akzeptieren, in diesen ist unter anderem geregelt, dass sowohl Apple als auch der chinesische Partner Zugriff auf alle dort gespeicherten Daten bekommen.

GCBD gehört der Provinzregierung von Guizhou in Südchina, in jener Provinz hat Apple im vergangenen Jahr ein Rechenzentrum eröffnet, um mit dem seit letzten Juli geltenden Gesetz über Cloud-Computing zu entsprechen. Wer dem Transfer seiner Daten nach China nicht zustimmt, dem bleibt nur übrig, sein iCloud-Konto aufzulösen. Apple betont jedoch Vorteile der gesetzlich erzwungenen Partnerschaft mit GCBD: Das Vorhalten der Daten im Land würde die Zuverlässigkeit und Geschwindigkeit der iCloud-Services erhöhen. Apple garantiere große Sicherheit und einen starken Schutz der Privatsphäre und verspricht, keine Hintertüren eingebaut zu haben, Kritiker zweifeln das an. Chinesische Behörden könnten leichter ihre Bürger oder im Land lebende Ausländer kontrollieren.

Apple war vergangenen Sommer bereits in die Kritik geraten, als das Unternehmen VPN-Apps aus dem chinesischen Store zurückzog, die nicht den Gesetzen des Landes entsprach, Nutzer aber unzensiert informieren konnten. Sinngemäß rechtfertigte sich Apple-CEO Tim Cook seinerzeit damit, dass man lieber die Apps im Store belassen hätte, sich aber an die Gesetze der Volksrepublik halten müsse , um dort seine Waren und Dienste anbieten zu können. Änderungen seien auch nur durch Annäherung möglich, von außerhalb des Spielfeldes könne man den Spielverlauf nicht beeinflussen.

Indes sind die Vorteile lokal vorgehaltener Daten nicht zu bestreiten, n icht von ungefähr will Apple auch in Europa mehrere neue Rechenzentren errichten . Diese würden dann dem im Vergleich zur USA strengeren Datenschutzrichtlinien der EU entsprechen.

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