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Apple-Watch-Daten helfen bei Mordaufklärung

04.04.2018 | 09:55 Uhr | Peter Müller, Halyna Kubiv

In Australien wird gerade ein Mord-Fall verhandelt, der unter anderem auf den Apple-Watch-Daten basiert.

Die Gesundheitsdaten einer Apple Watch haben der Polizei in Adelaide, Australien, bei der Aufklärung eines Mordfalls geholfen, berichtet die Zeitung ABC . Die 57-jährige Myrna Nilsson sei von Einbrechern getötet worden, hatte deren Schwiegertochter Caroline Dela Rose Nilsson ausgesagt, sie selbst sei von drei Männern gefesselt und geknebelt worden und hätte die eigentliche Tat nicht sehen können. Doch die Daten der Apple Watch des Opfers sprachen aber eine andere Sprache, denn sie zeigten, dass es bereits wenige Minuten nach einem Angriff tot gewesen sein musste. Erst gute drei Stunden später erging der Alarm an die Polizei, welche nun die Zeugin verdächtigt, selbst den Mord oder Totschlag verübt zu haben. Der Vorfall geschah im September 2016, Caroline Dela Rose Nilsson wurde nun verhaftet.

Die Staatsanwaltschaft hatte ihre Anklage mit den Daten der Apple Watch von der Toten begründet. Diese wurden ausgewertet, um die Version der Schwiegertochter zu überprüfen. Dela Rose Nilsson hatte zunächst ausgesagt, ihre Schwiegermutter hatte noch einen Streit mit den Einbrechern, der rund zwanzig Minuten dauerte. Die Staatsanwältin Carmen Matteo hat vor Gericht angegeben, dass die Apple Watch der Toten eine ungewöhnliche Aktivität und Herzraten knapp nach halb sieben anzeigt, die Herzraten deuten darauf hin, dass das Opfer kurz danach einen Schock erlebt hat und Bewusstsein verlor. Ihr Todeszeitpunkt konnte mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit um 18:45 festgestellt werden. Nach Aussage der Staatsanwaltschaft hatte die Angeklagte darauf spekuliert, dass die Polizei den Todeszeitpunkt nicht auf die Minute genau einschätzen konnte und ihre Version der Geschehnisse für wahr hielt. Weitere Indizien hatten Schilderung der Angeklagten ebenfalls widerlegt: Die Polizei konnte im Haus keine fremde DNA finden, die Nachbarn hatten vor dem Haus ein fremdes Fahrzeug (der vermeintlichen Einbrecher) nie gesehen. Der Fall wird nach Angaben von ABC im Juni verhandelt.

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