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Apple will eigene Powermanagement-Chips entwickeln - Aktie von Dialog Semiconductor stürzt ab

01.12.2017 | 12:39 Uhr | Stephan Wiesend

Neue Gerücht, dass Apple eigene Powermanagement-Chips entwickeln will, führt bei der Aktie des Zulieferers Dialog zu starken Kursverlusten.

Bisher nutzt Apple bei seinen iPhones und iPads für das sogenannte Powermanagement Chips von Dialog Semiconductor. Diese kontrollieren in einem Mobilgerät unter anderem Aufladen, Akku-Management und Stromversorgung. Angesichts neuer Anwendungen wie AI und Augmented Reality mit hohem Energiebedarf sind diese Komponenten für Apple von hoher Bedeutung.

Schon länger gab es Vermutungen, dass Apple die Entwicklung dieser auch als ASIC bekannten Komponenten in die eigenen Hände nehmen will. Diese Gerüchte wurden jetzt vom Finanzblatt Nikkei in einem Bericht noch einmal neu bestätigt, wobei sich Nikkei auf Industriekreise beruft. Die Aktie von Dialog schickte dies auf Talfahrt: Steht doch der Kunde Apple für etwa 74 Prozent der Umsätze des Unternehmens. Aktuell verlaufen aber laut Dialog die Geschäfte mit Apple noch normal weiter, die Umsätze und Bestellungen von Apple seien sogar gestiegen.

Analysten schätzen aber das ab 2019, vielleicht schon ab 2018 Apple eigene Bauteile verbaut. Ob Apple dafür die nötigen Ressourcen hat, wird von Dialog aber bestritten. Laut einem Bericht der dpa arbeiten bei Dialog etwa 700 Entwickler in diesem Bereich, bei Apple nur 60 – allerdings sind davon viele ehemalige Entwickler des Apple-Zulieferers, die Apple abgeworben hat. Die Herstellung der neuen von Apple entwickelten Chips könne TSMC aus Taiwan übernehmen, auch für den Chiphersteller TSMC ist Apple bereits der wichtigste Kunde. Erst vor einigen Monaten bekam der langjährige Zulieferer ins Trudeln , als Apple ankündigte, eigene Grafikmodule zu entwickeln.

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